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DTM: Halbzeitmeister Nico Müller nach überlegenen Sieg: „Perfekter Tag“, die Audi- und BMW-Stimmen vom Nürburgring

Nico Müller Audi©DTM, Hoch Zwei

Nico Müller vom Audi-Team Abt gelingt einfach alles. Der Schweizer siegte mit mehr als 15 Sekunden Vorsprung vor Verfolger Rene Rast (Audi) und BMW-Pilot Marco Wittmann beim Samstagrennen auf dem Nürburgring.

Müller feierte den siebten DTM-Sieg seiner Karriere, den vierten in dieser Saison. „Perfekte Tage wie heute gibt es in der DTM nur ganz selten“, sagte Nico Müller nach seinem überlegenen Sieg.

„Heute lief einfach alles für uns“, so Müller. „Mein Audi hat sich mega angefühlt. Das Team hat einmal mehr einen schnellen Boxenstopp abgeliefert.

Die Strategie war perfekt, und ich konnte meine Reifen im sehr langen zweiten Stint gut managen. Heute dürfen wir uns einfach nur freuen. Danke an Audi und das Team ABT“, zeigte sich der 28-jährige Tabellenführer erfreut.

Damit nicht genug: Auf dem 5,148 km langen Grand-Prix-Kurs in der Eifel holte Müller im Samstagsrennen sogar den motorsportliche „Hattrick“: Pole Position, Sieg und schnellste Runde im Rennens – volle Punktzahl für die Meisterschaft, besser geht es nicht.

René Rast, Nico Müller,DTM Nürburgring I 2020 ©Audi

Mit seinem vierten Saisonsieg baute Müller seinen Vorsprung in der Fahrermeisterschaft auf 43 Punkte auf Teamkollegen Robin Frijns aus. Titelverteidiger Rene Rast liegt gar mit 52 Punkten Rückstand auf Müller auf Platz drei.

Der beste BMW-Pilot Timo Glock liegt nach neun Rennen bereits 124 Punkte hinter Müller zurück auf Platz fünf. In der Teamwertung behaupten die drei Audi-Teams Abt, Rosberg und Phoenix die ersten drei Plätze. In der Herstellermeisterschaft steht es im Duell Audi gegen BMW bei Halbzeit 614:275 für Audi- mehr Machtdemonstration geht nun wirklich nicht.

Entsprechend happy zeigt sich darüber Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Für Audi war es eine unglaubliche erste Saisonhälfte“, sagte Gass. „Wir haben die meisten Rennen ziemlich überlegen gewonnen.

Nico war heute überragend, auch im Vergleich zu den anderen Audi-Fahrern. Er hat sich für den Rest der Meisterschaft in eine sehr gute Position gebracht. Ich bin schon gespannt auf die zweite Saisonhälfte“, fügte der Audi-Verantwortliche hinzu.

Spektakuläres Duell zwischen Rast und Frijns

Für den Aufreger des Tages in der Eifel sorgte Abt-Pilot Robin Frijns, der vor einer Woche seinen ersten DTM-Siege erzielt hatte. Der Niederländer lieferte sich über weite Strecken des Rennens einen äußerst spannenden Zweikampf mit Rast um Platz zwei.

Besonders brisant: Beide Piloten liegen in der DTM-Tabelle direkt hintereinander, es ging  also nicht nur um die Position im Rennen, sondern auch um den zweiten Platz der Meisterschaft.

In Runde 27 setzte Frijns dann alles auf eine Karte und packte die Brechstange aus. Frijns versuchte sich mit einem extrem späten Bremsmanöver in der ersten Kurve innen an Rast vorbei zu quetschen. Frijns wurde im wahrsten Sinne des Wortes zum Audi-Flugobjekt, konnte einen spektakulären Dreher nicht mehr verhindern- Podiumsplatz weggeworfen.

Frijns gegen Rast ©ran,SAT1

„Mein Angriff mag im Fernsehen etwas optimistisch und spektakulär ausgesehen haben, aber mir sind zuvor schon ähnliche Überholmanöver gelungen“, sagte Frijns, der für einen kurzen Augenblick sprichwörtlich zum „fliegenden Holländer“ wurde.

„Vor dem Boxenstopp konnte ich Rene überholen. Nach dem Stopp lag ich wieder hinter ihm. Als ich ihn attackiert habe, hat er sich gut verteidigt, und ich musste auf die Randsteine. Dadurch war ich kurzzeitig mit allen vier Rädern in der Luft und habe mich gedreht“, ärgerte sich der Niederländer über die mißlungene Aktion.

Während Rast auf Platz zwei raste, musste sich Frijns letztendlich mit Platz fünf zufriedengeben.

Rene Rast: „Müller fährt einfach in einer anderen Liga“

„Ein zweiter Platz ist kein schlechtes Ergebnis“, sagte der zweimalige DTM-Champion Rast.“Allerdings war der Abstand zu Nico riesengroß. Er fährt im Augenblick einfach in einer anderen Liga.

Schon gestern ist er geflogen. Heute war er im Qualifying schnell und auch im Rennen. Er ist irgendwann einfach davongezogen. Ich dagegen musste auch noch gegen Robin (Frijns) kämpfen. Zum Glück hat er sich gedreht, als er versucht hat, mich zu überholen“, schilderte Rast das Duell gegen seinen Markenkollegen.

Der direkt hinter Frijns fahrende Marco Wittmann (BMW) war in diesem Fall im wahrsten Sinne des Wortes „der lachende Dritte“, während Frijns immerhin noch Platz fünf ins Ziel rettete.

Marco Wittman,BMW-Armada am Nürburgring ©BMW

Marco Wittmann: „Haben seit dem ersten Rennwochenende nicht die gleiche Pace wie Audi“

Für BMW-Pilot Marco Wittmann, der auf Platz drei kam, gab es bereits den zweiten Podestplatz in dieser Saison. Beim zweiten Saisonevent am Lausitzring erzielte Wittmann Platz drei. Dennoch gibt sich der Franke realistisch, dass aktuell die Audi-Fahrer zu dominant sind.

„Unsere Pace ist seit dem ersten Rennwochenende nicht die gleiche, die Audi fährt“, gibt Wittmann gegenüber ‚bildpresse2010.blog‘ offen zu. „Sie sind im Qualifying und im Rennen einfach stärker. Das ist ganz simpel zu erklären, daher kommen wir an die Audi-Fahrer nicht heran. Heute waren es ungefähr sechs Zehntel Sekunden im Qualy, das ist schon eine Hausnummer.

Die Rennen sind etwas enger, die Renn-Pace für uns scheint ein wenig besser geworden zu sein. Wir haben heute das Maximum herausgeholt. Mit P3 heute bin ich happy. Wir hatten noch ein wenig Glück, dass sich Robin am Schluß drehte und wir auf das Podium kamen. Momentan ist nicht mehr möglich. Es ist für uns ein verzwicktes Jahr“, so der zweifache DTM-Champion.

Gerne würde Wittmann von ganz oben am Siegerpodest grüßen. Doch ob diese Saison noch mit einem Sieg des zweifachen DTM-Champions zu rechnen ist, bleibt offen.

„Momentan, unter normalen Umständen sage ich  Nein“, erklärt Wittmann. „Ich glaube es nicht. Wir bräuchten ein wenig Glück, bräuchten Bedingungen wie in Assen, also Regenrennen, oder wie am Lausitzring mit einer gewagten Strategie, die sich am Ende ausbezahlt hatte. Wir versuchen es natürlich noch, denn es ist immer schön, einen Sieg einzufahren. Ich gebe nicht auf“, zeigt sich Wittmann kämpferisch.

Lob gab es für den Franken von oberste BMW-Stelle. „Herzlichen Glückwunsch an Marco Wittmann“, gratuliere BMW-Motorsportchef Jens Marquardt.

„Nach einem guten Qualifying ist er ein wirklich gutes Rennen gefahren, auch wenn vielleicht ein wenig Glück dabei war.

Nico Müller hat heute einfach in einer anderen Liga gespielt. Aber mit fünf BMW in den Top-Ten haben wir ein gutes Gesamtergebnis erzielt. Wir nähern uns langsam an. Trotzdem müssen wir noch einen Schritt nach vorn machen und uns unser Pace-Management nochmals anschauen.

Alles in allem haben wir uns weiter verbessert, aber es reicht noch nicht ganz. Deshalb wollen wir morgen erneut angreifen“, hofft der 53-jährige BMW-Verantwortliche auf eine weitere Leistungssteigerung.

Hier weitere Stimmen aus dem Audi-und BMW-Lager:

Mike Rockenfeller, P4:

„Der Abstand zur Spitze ist einfach zu groß, und wir kommen nicht näher. Wir haben heute mit dem frühen Stopp versucht, uns in eine gute Position zu bringen. Doch meine Reifen haben zu stark abgebaut, sodass ich mich am Ende nicht richtig wehren konnte.“

Timo Glock, P7:
„Der Start war gut. In der ersten Kurve ging es recht eng zu, deshalb konnte ich nicht allzu viele Plätze gutmachen. Trotzdem hatte ich eine relativ gute erste Runde und insgesamt hat der Speed gepasst.

Ich bin dann das Rennen hinter Philipp zu Ende gefahren. Das war ein bisschen schade, weil unser Speed aus meiner Sicht etwas besser war. Aber insgesamt können wir recht zufrieden sein.“

Lucas Auer, P12:
„Wir hatten im Qualifying ein paar Schwierigkeiten und sind von Position zehn ins Rennen gestartet. Dann haben wir an der Strategie gearbeitet und hatten einen großen Vorteil bei den Reifen. Diesen haben wir dann aber nicht für uns nutzen können. Jetzt müssen wir das Rennen analysieren, aber ich bin zuversichtlich für das Rennen am Sonntag.“

Philipp Eng, P6:
„Es war ein interessantes Rennen und hat richtig Spaß gemacht. Ich hatte einen guten Start und eine gute erste Runde. Ich denke, das war ausschlaggebend für das Resultat.

Wir hatten aber auch etwas Pech, dass sich Robin Frijns gedreht hat, weil ich sonst wahrscheinlich Mike Rockenfeller noch hätte überholen können. Aber das Auto hat sich super angefühlt, und das Resultat war gut.“

Jonathan Aberdein P10:
„Es war ein hartes Rennen. Nachdem ich im Qualifying von der Strecke abgekommen bin und etwas am Auto gebrochen ist, mussten wir von ganz hinten starten.

Der erste Stint war sehr gut, und ich bin bis auf Platz zwölf vorgekommen. Wir haben uns für eine offensive Strategie entschieden, um weitere Plätze gutzumachen. Am Ende hat es immerhin noch zu einem Punkt gereicht.“

Sheldon van der Linde, P8:
„Das Rennen war okay. Ich hatte nicht den besten Start und habe daraufhin in den ersten drei Runden ein paar Plätze verloren. Unsere Strategie war nicht ganz optimal.

Hier können wir uns noch etwas verbessern. Aber wir sind zuversichtlich für Sonntag. Mit Platz acht haben wir zumindest noch ein paar Punkte mitgenommen. Das freut mich in jedem Fall.“

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