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DTM: Premiere am Nürburgring- wer stoppt Nico Müller und Robin Frijns?

DTM Assen 2020 ©DTM

Die DTM gastiert am Wochenende (11.–13. September) auf dem Nürburgring. Und das mit einer Premiere.

Zum ersten Mal trägt die DTM auf der 5,148 Kilometer lange Grand-Prix-Strecke ihre beiden Rennen aus.

19 Jahre ist es her, dass die Grand-Prix-Strecke des Nürburgrings das letzte Mal im Kalender der DTM stand. Damals war der GP-Kurs 4,556 Kilometer lang, heute sind es inklusive Mercedes-Arena 5,148 Kilometer.

Die bisher 82 Rennen auf dem Nürburgring hat die DTM auf drei Varianten ausgetragen, auf der legendären Nordschleife, auf dem Grand-Prix-Kurs und auf der Sprintstrecke.

Erfreulich für die DTM-Fans, dass nach Assen erneut Zuschauer in der Eifel am Samstag und Sonntag zu den Rennen zugelassen sind. Wenn zwar limiertiert- bis zu 2.500 Besucher dürfen rein- aber immerhin.

„Es ist großartig, dass auch am Nürburgring Zuschauer auf den Tribünen erlaubt sind“, so Marcel Mohaupt, Managing Director der ITR. „Ein Dankeschön, auch im Namen unserer Fans, an alle, die das ermöglichen. Wie wichtig die Rückkehr der Fans ist, haben wir in Assen besonders in der Startaufstellung und bei den Standing Ovations während der Zieldurchfahrt gespürt.

Der Nürburgring steht für die Tradition der DTM und ist immer für überraschende Rennausgänge gut. Daher ist an diesem Wochenende wieder Hochspannung zu erwarten“, ergänzt der ITR-Verantwortliche.

Nur eine Woche später, vom 18.–20. September, konzentriert sich die DTM-Action auf die 3,629 Kilometer lange Sprintstrecke. Denn der DTM-Troß bleibt zu einem Double-Header in der Eifel, also zweimal Nürburgring an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Ob auch bei zweiten Nürburgring-Gastspiel Besucher zugelassen werden, ist von der zuständigen Kreisverwaltung Ahrweiler noch nicht entschieden worden.

Inklusive Assen sind das drei DTM-Läufe in nur 16 Tagen – vor allem für die Teams eine enorme Herausforderung.

Audi-Sportchef Dieter Gass kämpfte um Grand-Prix-Variante

„Ich freue mich sehr auf die nächsten beiden Wochenenden, persönlich ganz besonders auf die ersten beiden Rennen“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Ich habe lange dafür gekämpft, dass wir mit der DTM endlich auf dem Grand-Prix-Kurs fahren und nicht nur auf der Kurzanbindung. Ich verspreche mir davon tolle Rennaction“, wünscht sich Gass weitere Audi-Siege.

Fünf verschiedene Sieger in acht Saisonrennen

So können die Besucher an diesem Wochenende am Nürburgring Tabellenführer Nico Müller & Co anfeuern und hoffen, dass die Saison weiter so spannend bleibt wie bisher. Denn fünf verschiedene Sieger in acht Rennen zeigt die Kurzweile in der DTM.

Timo Glock ,DTM Assen 2020 ©BMW,DTM

Wenn gleich die Audi-Dominanz nach wie vor besteht – sechsmal standen die Audi-Piloten ganz oben auf dem Siegespodest-, dürfte es für den weiteren Saisonverlauf wichtig sein, dass BMW die Lücke zu Audi weiter schließen kann.

Sah es nach drei Siegen zum Auftakt nach einem Durchmarsch von Vizemeister Nico Müller aus, konterte Audi-Markenkollege und Titelverteidiger Rene Rast mit zwei Erfolgen am Lausitzring. Seitdem sorgten Lucas Auer (BMW), Robin Frijns (Audi) und Sheldon van der Linde (BMW) für Kurzweile.

Aber nicht nur die Anzahl der Sieger, sondern auch die Art der Siege garantierten Hochspannung. Nur 0,089 Sekunden entschieden im dritten Saisonrennen über den Sieg – knapper war es in der langen DTM-Historie noch nie.

BMW gelang gleich mit einem Doppeltriumph ein Comeback nach einem Jahr ohne Sieg. Und in Assen feierten die Fans den ersten DTM-Sieg eines Niederländers (Robin Frijns) seit 2004 mit stehenden Ovationen. Auch der Husarenritt des von der 14. Position gestarteten Südafrikaners Sheldon van der Linde (BMW) im Regenrennen am Sonntag begeisterte die Fans.

„Nach meinem ersten Sieg in der DTM am vergangenen Wochenende komme ich mit viel Motivation und viel positiver Energie zum Nürburgring“, so van der Linde. „Ich freue mich sehr darauf, wieder dort zu fahren, besonders die Grand-Prix-Strecke.

Das wird definitiv der Höhepunkt der beiden aufeinanderfolgenden Nürburgring-Wochenende sein. Besonders freue ich mich auf das Schumacher-S. Ich bin gespannt, ob wir das mit Vollgas fahren können. Das wäre dann schon sehr speziell“, hofft der 21-jährige Südafrikaner auf einen starken BMW-Auftritt.

Sheldon van der Linde (RSA), BMW Team RBM, ,DTM Assen 2020 ©BMW

Auf ein Regenrennen muss van der Linde diesmal verzichten und eine andere Strategie wählen, denn vorhergesagtes spätsommerliches Wetter mit viel Sonne und Temperaturen bis 20 Grad dürften für Slicks  auf den BMW- und Audi-Boliden sorgen.

Am Nürburgring ist durchaus mit dem sechsten oder gar siebten Sieger zu rechnen. Vor allem der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock hat mit seinem BMW schon Führungskilometer absolviert und zeigte beim Wetterchaos in Assen eine imposante Aufholjagd.

Dirk Theimann, Loïc Duval, Mike Rockenfeller, Ernst Moser,Team Phoenix Racing ©Audi

Heimspiel heißt es für Loic Duval und Mike Rockenfeller aus dem Audi Sport Team Phoenix, die auf einen Heimsieg brennen. „Dieser Ort hat so viel Historie“, so Audi-Pilot Duval.

„Es ist immer wieder toll, dort hinzukommen. Die Strecke ist sehr technisch mit einem ziemlich hohen Reifenverschleiß. Im vergangenen Jahr hatte ich dort tolle Kämpfe.

Cool, dass wir in diesem Jahr auch auf der Grand-Prix-Strecke fahren. Diese von mir präferierte Variante bin ich zuletzt 2016 mit dem LMP1-Rennwagen von Audi gefahren. Ich erinnere mich, dass wir auf dem Podium standen“, hofft der Franzose auf eine eine Wiederholung.

Teamkollege Rockenfeller zählt als weiterer möglicher Kandidat für das Podium. Für den in Neuwied geborenen DTM-Champion von 2013 und das Audi Sport Team Phoenix aus Meuspath ist der Nürburgring ein echtes Heimrennen.

„Leider hat es uns bisher nicht allzu viel Glück und Erfolg gebracht“, sagt „Rocky“. „Aber in der DTM ist jeder Renntag eine neue Chance. Der Nürburgring ist eine der faszinierendsten Anlagen im Motorsport weltweit.

Ich freue mich darauf, in der DTM beide Streckenlayouts zu fahren und danach auch noch das 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife. Ich hoffe, ich bringe ein paar Pokale mit nach Hause“, hofft Rockenfeller auf einen Podestplatz.

Müller und Frijns buhlen um Meisterschaft

Der fünfte Saisonlauf auf dem Nürburgring markiert die „Halbzeit“ in der kompakten DTM-Saison mit neun Rennwochenenden. Nico Müller liegt nach acht von 18 Rennen mit 164 Punkten vorn, Robin Frijns ist mit 138 Zählern neuer Zweiter und hat den Rückstand verkürzt.

Meister Rast komplettiert mit 120 Punkten das aktuelle Trio der Titelkandidaten. Dahinter folgenden Duval (71), Glock (62) van der Linde (60) und Rockenfeller (52) auf den Tabellenrängen vier bis sieben. Für BMW scheint der Zug von der Meisterschaft bereits abgefahren zu sein.

Tabellenführer Müller kommt ganz entspannt in die Eifel, wenn gleich Teamkollege Frijns nach seinem DTM-Premierensieg in Assen etwas Boden auf den Schweizer gutgemacht hat. „Schnelle Kurven machen mit dem Audi RS 5 DTM besonders viel Spaß“, sagt der frische gebackene Papa Müller.

Robin Frijns, Nico Müller,DTM Assen 2020 ©Audi

Im vergangenen Jahr erlebte der Schweizer in der Eifel sein schlechtestes DTM-Wochenende, an dem er den Titelkampf gegen seinen Markenkollegen Rene Rast verlor. „Zum Glück hatten wir in diesem Jahr vor Saisonbeginn auf dem Nürburgring einen produktiven Test, bei dem ich mit der Strecke wieder Frieden schließen konnte.

Ich habe mich dort eigentlich schon immer sehr wohlgefühlt und viele gute Rennen und Emotionen erlebt. Zum Beispiel 2015 den Erfolg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring – mein erster großer Sieg mit Audi“, so Müller.

Auch Müllers Teamkollege und aktuell schärfster Verfolger ist ein Fan des Eifelkurses. „Der Nürburgring ist eine meiner Lieblingsstrecken“, sagt der Abt-Pilot.

„Im vergangenen Jahr hätte ich dort fast meinen ersten Sieg in der DTM gefeiert. Der Grand-Prix-Kurs bietet mehr Überholmöglichkeiten als der Sprintkurs. Generell mag ich längere Strecken lieber als kurze“, so der Niederländer, der in der Eifel weiter auf Müller aufschließen möchte.

Robin Frijns, Maike Frik,DTM Assen 2020 ©Audi

Eine lässige Aktion lieferte Frijns Partner Maike Frik zuletzt in Assen. Da der Niederländer sein erstes DTM-Rennen gewann, überraschte Frik den Abt-Piloten als Grid-Girl vor dessen Audi. Sollte es zu weiteren Siegen des Niederländers kommen, könnte diese Aktion öfters vorkommen. Frijns wäre es sicherlich recht.

Für Abt-Teamchef Thomas Biermeier eine angenehme Situation, beide Fahrer im Meisterschaftsrennen zu haben. „Derzeit ist es ein Luxusproblem, hoffentlich können wir da weitermachen, wie es bisher gelaufen ist“, so Biermeier.

Rast in Lauerstellung

Titelverteidiger Rene Rast muss in der Eifel fett punkten, um die Chance zu wahren, DTM-Titel Nummer drei zu erobern. „Der Nürburgring ist etwas Besonderes für mich“, sagt Rast. „Ich habe dort schon viele große Rennen gewonnen, zum Beispiel das 24-Stunden-Rennen 2014 mit dem Audi R8. Da ging ein Lebenstraum für mich in Erfüllung.“

Wenn Rast vom Grand-Prix-Kurs spricht, bekommt der amtierende Champion leuchtende Augen. „Die Schumacher-Schikane sollte mit unserem Auto Vollgas gehen. Ich freue mich sehr auf eine neue Herausforderung“, fiebert Rast dem Nürnburgring-Auftritt heftig entgegen.

Ticketerwerb und Rahmenprogramm

Für Zuschauer, die dieses motorsportliche Spektakel hautnah erleben wollen, wurde erst am Dienstag eine stark limitierte Anzahl an Tageskarten für Samstag und Sonntag freigegeben. Zum Preis von 49 Euro inklusive dazugehörigem Parkplatz sind die Tribünentickets ausschließlich online bis Sonntag, 12:00 Uhr, über den DTM-Ticketshop (tickets.dtm.com) oder die DTM-Tickethotline (+49 1806 386 386) erhältlich.

Bei vorhergesagtem spätsommerlichem Wetter mit viel Sonne und  Temperaturen bis 20 Grad und mehr, können sich die Zuschauer auf ein volles und buntes Rennprogramm freuen. Neben der DTM sind auch die neue DTM Trophy mit seriennahen GT-Sportwagen sowie der Porsche Carrera Cup Benelux, die GTC-Rennserie und der Lotus Cup Europe am Start.

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