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DTM: Audi-Dominanz in Assen, BMW fährt nur hinterher, die Stimmen

Robin Frijns siegt in Assen ©Audi

Premierensieg mit Ansage. Audi-Pilot Robin Frijns fliegt vor heimischer Kulisse zu seinem ersten DTM-Sieg.

Einen besseren Moment hätte sich der Niederländer vom Audi-Abt-Team nicht aussuchen können.

Frijns triumphierte vor heimischem Publikum, bescherte Audi den dritten Fünffacherfolg in dieser Saison.

„Auf diesen Moment musste ich fast drei Jahre warten“, sagte Frijns. „Ich war oft ganz nah dran, aber irgendetwas kam immer dazwischen.

Ich stand in der DTM schon häufig auf dem Podium, aber noch nie ganz oben. Umso schöner ist es, dass es ausgerechnet hier in Assen geklappt hat, wo erstmals wieder Fans dabei sein durften.

Es hätte wirklich keinen besseren Ort für meinen ersten DTM-Sieg geben können“, jubelte der 29-jährige gebürtige Maastrichter.

Es war einfach der Tag des Niederländers. Vier Pole-Positions reichten dem Audi-Piloten bisher nicht in dieser Saison, um zu seinem ersten Sieg zu kommen.

In Assen setzte sich Frijns vom zweiten Startplatz aus in einem spannenden Vierkampf durch. Bis zum Schluß saßen ihm die Verfolger Loic Duval, der von der Pole Position ins Rennen gegangen war, der Meisterschaftsführende und frisch gebackene Vater Nico Müller und DTM-Tabellenführer Rene Rast im Nacken.

Nach 36 Runden hatten die niederländischen Fans großen Grund zum Jubeln. Ihr Lokalmatador überquerte die Ziellinie erstmals in seiner DTM-Karriere als Sieger.

Die erstmals in dieser Saison wieder zugelassenen Zuschauer auf den Tribünen entlang der Start-Ziel-Geraden feierten ihren Landsmann Frijns mit Standing Ovations.

Robin Frijns ,DTM Assen ©Audi 2020

Audi-Sportchef rechnete nicht mit Heimsieg

„Dass Robin ausgerechnet hier in Assen gewinnt, wo der Reifenverschleiß immer besonders stark ist, habe ich nicht erwartet“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass.

„Umso mehr freue ich mich für ihn. Wir hatten vor diesem Rennen große Sorgen wegen der Reifen und hatten bei einigen Autos sogar zwei Boxenstopps eingeplant.

Aber mit der feuchten Strecke am Anfang des Rennens war der Reifenverschleiß geringer als erwartet. Alle Fahrer haben es geschafft, mit einem Stopp durchzukommen. Wir haben fantastisches Racing gesehen, die 14. Pole-Position in Folge für Audi in der DTM und einen weiteren Fünffachsieg“, zeigte sich Gass höchst erfreut ob der Audi-Dominanz.

Viel Grip, hoher Reifenverschleiß

Vor dem Start herrschte Unsicherheit bezüglich der Reifenstrategie. Nicht nur, dass nach dem Qualifying ein heftiger Regenguss auf den TT Circuit niedergegangen war und es noch zahlreiche feuchte Stellen gab, auch der erst im Februar erneuerte Asphalt in Assen sorgte für Ungewissheit hinsichtlich der richtigen Reifenstrategie. Alle Fahrer starteten schließlich auf Slicks, und die Einstoppstrategie erwies sich sich letztendlich als richtig.

Für Duval, der 30 Runden lang das Rennen anführte, reichte es seinerseits nicht, seinen Premierensieg zu feiern. Die abbauenden Reifen spielten dem Phoenix-Piloten einen Streich. „Wenn du so lange führst, willst du das Rennen auch gewinnen“, sagte Duval.

„Aber ich hatte mit den Reifen zu kämpfen. Im ersten Stint haben die Vorderreifen abgebaut, im zweiten die Hinterreifen. Mit Push-to-Pass und DRS konnte Robin aufschließen und mich kurz vor Schluss überholen.

Ich konnte bis zum Schluss dranbleiben, war aber nie nahe genug, um ohne Risiko zu attackieren. Dass ein Niederländer in den Niederlanden gewinnt, ist eine tolle Story, aber morgen möchte ich ganz nach oben aufs Podium“, so der Franzose.

Was Duval besonders ratlos machte, waren seine unterschiedlichen Reifensätze im Rennen trotz gleichen Mindestreifenluftdrucks für beide Stints. „Es ist ein Gamble“, zeigte sich der Audi-Pilot verwundert.

Nico Müller ,DTM Lausitzring 2020 ©DTM

Nico Müller baut Führung in der Meisterschaft aus

Nicht nur Frijns war strahlender Premierensieger in Assen, auch teamkollege Nico Müller darf sich in seinem ersten DTM-Rennen als Papa nach Platz drei als Sieger vom Samstag fühlen, der den Start nicht optimal hinbekommen hatte.

„Wenn man am Anfang so viele Plätze verliert, ist Platz drei noch ein gutes Ergebnis“, sagte Müller.

„Der Reifenverschleiß war nicht so hoch, wie wir alle erwartet hatten. Ich hatte einen tollen Boxenstopp, mit dem ich an René (Rast) vorbeikam. Danke dafür ans Team!

Ich freue mich für die Jungs und auch meinen Teamkollegen Robin, der bei seinem Heimrennen seinen ersten Sieg geschafft hat – und das völlig verdient. Er hat schon oft gezeigt, dass er das Zeug dazu hat. Jetzt hat er ihn endlich“, gratulierte der frischgebackene Vater seinem Teamkollegen, mit dem er auch privat eng befreundet ist.

Titelverteidiger Rene Rast, der im Schlussspurt noch von Markenkollege Mike Rockenfeller auf Platz fünf veriesen wurde, verlor gegenüber Müller Boden in der Meisterschaft. 42 Punkten beträgt mittlerweile der Rückstand  von Rast auf den Schweizer.

Interne Abt-Meisterschaft?

Dafür schob sich Frijns auf Platz zwei und ist schärfster Verfolger seines Teamkollegen. Probleme ob des aufkommenden Titelduells der beiden Abt-Piloten wischt Abt-Teamchef Thomas Biermeier vom Tisch.

„Wir sahen es heute nach den Boxenstopps“, so Biermeier. „Sie kämpfen hart und fair gegeneinander. Bis jetzt haben wir es unter Kontrolle. Um ehrlich zu sein, beide Fahrer haben es ebenfalls unter Kontrolle, das sehr wichtig ist.

Zuerst müssen wir gegen alle anderen gewinnen, bevor wir intern gewinnen. Derzeit ist es ein Luxusproblem, hoffentlich können wir da weitermachen, wie es in den sieben Rennen bisher gelaufen ist“, erklärte Biermeier gegenüber ‚Bildpresse2010.blog‘.

Weitere Audi-Stimmen:

Mike Rockenfeller: „Für Rene (Rast) hat es gereicht, der Rückstand auf die ersten drei war nach dem ersten Stint aber etwas zu groß.“

Rene Rast: „Das war ein schwieriger Tag für mich. Im Qualifying habe ich auf meiner schnellsten Runde einen Fehler gemacht. Von Startplatz sechs kam ich gut nach vorn, aber am Ende haben die Reifen einfach aufgegeben, obwohl ich sie geschont habe. Das müssen wir erst einmal verstehen.“

Rückschlag für BMW:

Nach dem Doppel-Triumph beim Sonntagrennen auf dem Lausitzring vor zwei Wochen musste die BMW-Armada einen gehörigen Rückschlag hinnehmen.

Die Audi-Piloten fuhren in einer anderen Liga, BMW konnte da nur eine Statistenrolle einnehmen.

Der Südafrikaner Jonathan Aberdein wurde mit Rang sechs bester BWM-Pilot vor seinem Landsmann Sheldon van der Linde.

Jonathan Aberdein BMW©BMW

„Ich bin als Sechstplatzierter bester BMW Fahrer, und auch für mich persönlich war es das beste Ergebnis des Jahres“, sagte Aberdein.

„Aber damit können wir wirklich nicht zufrieden sein, vor allem mit dem Rückstand, den wir auf Audi haben. Wir müssen unsere Köpfe zusammenstecken und hart daran arbeiten, dass wir die Lücke schließen.“

Sheldon van der Linde konnte im Schlusspurt noch Audi-WRT-Pilot Ferdiannd Habsburg auf Platz acht verweisen. „Es sah nach einem Reifenmanagement-Rennen aus“, so van der Linde.

„Zu Anfang war wirklich Geduld gefragt. Es ging darum, die Reifen zu schonen, denn ich wusste, dass wir gegen Ende in Fahrt kommen werden. Ich war anfangs auf den Plätzen 13, 14 unterwegs. Am Ende habe ich viele Positionen gutgemacht und kam bis auf Platz sieben vor.“

Weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Marco Wittmann: „Nach dem Dreher in der Anfangsphase war mein Rennen bereits gelaufen. Mein Heckflügel war beschädigt, und ich bin eher um die Strecke gerollt.

Das war natürlich sehr enttäuschend. Aber generell war für BMW heute hier nicht viel zu holen. Jetzt müssen wir schauen, was wir für morgen besser machen können.“

Marco Wittmann ©BMW

Timo Glock: „Wenn du von so weit hinten losfährst, ist es schwer, überhaupt nach vorn zu kommen. Der Start war sehr, sehr gut, dann hatten wir untereinander ein Duell in Kurve fünf, bei dem mein Auto beschädigt wurde.

Mein Splitter vorne war kaputt. Ich hatte relativ viel Untersteuern im Auto. Am Anfang bin ich nur hinterhergefahren, habe auch im zweiten Stint gemerkt, dass durch den Schaden vorne die Balance ein bisschen dahin ist.

Ich habe versucht, etwas Abstand zu halten, Reifen zu schonen, und darauf zu hoffen, dass bei dem hohen Reifenverschleiß zum Schluss alle einbrechen.

Das ist dann bei einigen passiert, auch dem einen oder anderen BMW Kollegen. So habe ich wenigstens zwei Punkte mitgenommen. Aber es ist enttäuschend, wenn wir mit 30 Sekunden Rückstand ins Ziel kommen.“

Philipp Eng: „Das Qualifying war ganz gut, der Start und der erste Stint auch. In meinen Augen haben wir zu früh gestoppt.

Im zweiten Stint habe ich von der einen auf die andere Runde extremes Blistering an den Reifen bekommen und bin einfach durchgereicht worden.“

Lucas Auer: „Das war insgesamt ein harter Tag. Im Qualifying lief es noch gut, aber das Rennen war leider nichts.

Vielleicht hätten wir uns BMW intern mit Blick auf das Reifenmanagement etwas mehr freie Fahrt geben sollen. Das ist sicher ein Learning für das morgige Rennen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Südafrikaner Aberdein als bester BMW-Pilot Sechster: Rückschlag für die Münchner

Nach dem Doppel-Triumph beim Sonntagrennen auf dem Lausitzring vor zwei Wochen musste die BMW-Armada einen Rückschlag hinnehmen: Der Südafrikaner Jonathan Aberdein wurde mit Rang sechs bester BWM-Pilot vor seinem Landsmann Sheldon van der Linde. Timo Glock (GER, BMW), der auf dem Lausitzring mit einem tollen zweiten Platz glänzte, musste sich mit Platz neun zufrieden geben. Dessen Markenkollege und früherer Formel-1-Fahrer Robert Kubica (POL) erzielte als Zehnter seinen ersten Meisterschaftspunkt in der DTM. Vorjahressieger Marco Wittmann (GER, BMW) erwischte keinen guten Assen-Auftakt und kam nach einem unverschuldeten Dreher nur auf Rang 14 ins Ziel.

» Stimmen – 1. Rennen, Assen

„Ich habe drei Jahre gebraucht, um den ersten DTM-Sieg zu erzielen. Ich war einige Male nah dran, und ich hatte häufiger das Gefühl, dass ich auch die Pace habe, um es zu schaffen. Irgendetwas hat mich immer zurückgeworfen. Ich habe einige Podiumsplatzierungen erzielt. Jetzt bin ich wirklich happy, dass es hier in Assen passiert ist, wo die Fans endlich wieder auf die Tribünen durften. Es hätte an keinem besseren Ort passieren können als in Assen.“

Robin Frijns (NED), Audi, Sieger
„Natürlich ist es eine Enttäuschung, wenn man das Rennen so lange angeführt hat und dann doch nur Zweiter wird. Wir waren uns etwas unsicher mit unserer Strategie. Vielleicht haben wir etwas zu früh gestoppt. Anderenfalls hätte ich Robin Frijns vielleicht ein, zwei Runden länger hinter mir halten können, und dann wäre es eventuell anders ausgegangen. Zum Schluss waren noch Reserven übrig, so dass wir noch einmal dicht herangekommen sind – aber Aufschließen und Überholen sind nun einmal zwei Paar Schuhe. Letzten Endes war es ein Mix aus verschiedenen Faktoren. Aber die Performance stimmt, und am Sonntag werden wir alles daran setzen, noch besser zu werden.

Loïc Duval (FRA), Audi, 2. Platz
„Es gab viele Überraschungen im Rennen. Ich habe natürlich gehofft, meinen dritten Startplatz zu verteidigen. Es war dann aber in Kurve eins etwas rutschig, so dass ich Plätze verloren habe. Was die Reifen angeht, hatte ich eigentlich mit zwei Stopps gerechnet, am Ende hat einer gereicht. Das war dann noch eine Überraschung. Nach meinem Stopp hatte ich als Drittplatzierter das Problem, dass Loïc vor mir auch DRS benutzen konnte, um Robin zu attackieren. Das war am Ende das entscheidende Problem. Aber ich freue mich sehr für Robin und natürlich für das Team.“

Nico Müller (SUI), Audi, 3. Platz

» Ergebnis – 1. Rennen, Assen

01. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 36 Runden in 53:45,729 Minuten
02. Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, + 0,505 Sek.
03. Nico Müller SUI), Audi RS 5 DTM, + 0,950 Sek.
04. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, + 3,188 Sek.
05. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, + 13,735 Sek.
06. Jonathan Aberdein (RSA), BMW M4 DTM, + 26,768 Sek.
07. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, + 31,336 Sek.
08. Ferdinand Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, + 31,604 Sek.
09. Timo Glock (GER), BMW M4 DTM, + 36,888 Sek.
10. Robert Kubica (POL), BMW M4 DTM, + 43,576 Sek.
Schnellste Rennrunde: Fabio Scherer (SUI), Audi RS 5 DTM, 1.26,123 Min.
Pole-Position: Loïc Duval (FRA), Audi RS 5 DTM, 1.23,341 Min.
Wetter: 18°C, bewölkt
Strecke: 21°C, trocken

 

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie waren bei einem DTM-Rennen wieder Zuschauer zugelassen. Die Audi-Piloten ließen diese schon vor dem Start jubeln, als sie vor der Haupttribüne Schilder mit einer emotionalen Botschaft hochhielten: „DTM fans, welcome back! We have really missed you!“

Nach 36 Runden hatten die niederländischen Fans erneut Grund zum Jubeln: Lokalmatador Robin Frijns vom Audi Sport Team Abt Sportsline überquerte die Ziellinie nach einem spannenden Duell mit Loïc Duval vom Audi Sport Team Phoenix erstmals in seiner DTM-Karriere als Sieger. „Auf diesen Moment musste ich fast drei Jahre warten“, sagte Frijns. „Ich war oft ganz nah dran, aber irgendetwas kam immer dazwischen. Ich stand in der DTM schon häufig auf dem Podium, aber noch nie ganz oben. Umso schöner ist es, dass es ausgerechnet hier in Assen geklappt hat, wo erstmals wieder Fans dabei sein durften. Es hätte wirklich keinen besseren Ort für meinen ersten DTM-Sieg geben können.“

Erst in Runde 30 gelang es Frijns, den bis dahin führenden Loïc Duval zu überholen. Der Franzose war mit seinem Audi RS 5 DTM auf zunächst feuchter Strecke von der Pole-Position ins Rennen gegangen. „Wenn du so lange führst, willst du das Rennen auch gewinnen“, sagte Duval. „Aber ich hatte mit den Reifen zu kämpfen. Im ersten Stint haben die Vorderreifen abgebaut, im zweiten die Hinterreifen. Mit Push-to-Pass und DRS konnte Robin aufschließen und mich kurz vor Schluss überholen. Ich konnte bis zum Schluss dranbleiben, war aber nie nahe genug, um ohne Risiko zu attackieren. Dass ein Niederländer in den Niederlanden gewinnt, ist eine tolle Story, aber morgen möchte ich ganz nach oben aufs Podium.“

Nico Müller verteidigte mit Platz drei in seinem ersten DTM-Rennen als Papa seine Führung in der Fahrerwertung. Der Schweizer fiel in der Startrunde vom zweiten auf den sechsten Platz zurück. „Ich war neben Robin (Frijns) eingeklemmt“, sagte Müller. „Wenn man am Anfang so viele Plätze verliert, ist Platz drei noch ein gutes Ergebnis. Der Reifenverschleiß war nicht so hoch, wie wir alle erwartet hatten. Ich hatte einen tollen Boxenstopp, mit dem ich an René (Rast) vorbeikam. Danke dafür ans Team! Ich freue mich für die Jungs und auch meinen Teamkollegen Robin, der bei seinem Heimrennen seinen ersten Sieg geschafft hat – und das völlig verdient. Er hat schon oft gezeigt, dass er das Zeug dazu hat. Jetzt hat er ihn endlich.“

Platz vier im Samstagsrennen ging an Mike Rockenfeller. Der Vorjahressieger zögerte seinen Reifenwechsel lange hinaus und nutzte in der Schlussphase den Vorteil der frischeren Reifen, um sich immer näher an die Spitzengruppe heranzuschieben. „Für René (Rast) hat es gereicht, der Rückstand auf die ersten drei war nach dem ersten Stint aber etwas zu groß.“

René Rast vom Audi Sport Team Rosberg wurde am Samstag Fünfter. „Das war ein schwieriger Tag für mich“, sagte der Titelverteidiger. „Im Qualifying habe ich auf meiner schnellsten Runde einen Fehler gemacht. Von Startplatz sechs kam ich gut nach vorn, aber am Ende haben die Reifen einfach aufgegeben, obwohl ich sie geschont habe. Das müssen wir erst einmal verstehen.“

Teamkollege Jamie Green konnte das Rennen wegen einer defekten Batterie nur mit Verspätung aufnehmen. Der Brite musste sich darauf beschränken, Erfahrungen für das zweite Rennen am Sonntag zu sammeln.

Ferdinand Habsburg holte als Achter bereits zum dritten Mal Punkte für das Kundenteam WRT Team Audi Sport. Im Qualifying glänzte der Österreicher mit der viertschnellsten Zeit.

„Dass Robin ausgerechnet hier in Assen gewinnt, wo der Reifenverschleiß immer besonders stark ist, habe ich nicht erwartet“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Umso mehr freue ich mich für ihn. Wir hatten vor diesem Rennen große Sorgen wegen der Reifen und hatten bei einigen Autos sogar zwei Boxenstopps eingeplant. Aber mit der feuchten Strecke am Anfang des Rennens war der Reifenverschleiß geringer als erwartet. Alle Fahrer haben es geschafft, mit einem Stopp durchzukommen. Wir haben fantastisches Racing gesehen, die 14. Pole-Position in Folge für Audi in der DTM und einen weiteren Fünffachsieg.“

BMW:

Die BMW DTM-Fahrer haben sportlich einen schwierigen Samstag in Assen (NED) erlebt. Zum Auftakt des vierten Rennwochenendes der DTM-Saison fuhr Jonathan Aberdein (RSA) im CATL BMW M4 DTM als bestplatzierter BMW Pilot auf Platz sechs. Auch Sheldon van der Linde (RSA, Shell BMW M4 DTM) und Timo Glock (GER, iQOO BMW M4 DTM) sammelten in einem Rennen, das im Zeichen des Reifenmanagements stand, als Siebter und Neunter Punkte. Auf Platz zehn kam Robert Kubica (POL) für das private BMW Kundenteam ART Grand Prix ins Ziel und notierte damit das erste Top-Ten-Ergebnis seiner DTM-Karriere.

Lucas Auer (AUT, BMW Bank M4 DTM), der im Sonntagsrennen auf dem Lausitzring (GER) noch triumphiert hatte, verpasste diesmal als Elfter knapp die Punkteränge. Philipp Eng (AUT, ZF BMW M4 DTM) kam als 13. vor Marco Wittmann (GER, Schaeffler BMW M4 DTM) ins Ziel. Dessen Hoffnungen auf ein gutes Resultat wurden bereits früh zunichte gemacht, als sein Fahrzeug von einem Konkurrenten am Heck getroffen und gedreht wurde.

Nach drei Rennwochenenden ohne Zuschauer waren in Assen zum ersten Mal in dieser Saison wieder Fans auf den Tribünen zugelassen und sorgten ein wenig für die in der DTM gewohnte Atmosphäre.

Reaktionen auf das siebte DTM-Rennen 2020 in Assen.

Rudolf Dittrich (Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung):
„Zunächst einmal war es fantastisch, endlich wieder zusammen mit den DTM-Fans ein Rennwochenende zu bestreiten. Sie sind Herz und Seele der DTM. Entsprechend froh sind wir, dass hier in Assen ein wenig Normalität zurückgekehrt ist. Sportlich konnten wir leider nicht an unsere Leistung vom Lausitzring anknüpfen. Bereits im Qualifying hatten wir nicht die Pace, die wir erwartet hatten. Im Rennen haben wir dann nach den Erfahrungen aus den Trainings zu Beginn sehr stark auf die Reifen aufgepasst. Wir müssen nun analysieren, ob wir eventuell sogar zu vorsichtig waren. Leider ist es uns nicht gelungen, uns wie im bisherigen Saisonverlauf im Rennen deutlich zu steigern. Mit Blick auf morgen müssen wir zusehen, bereits im Qualifying besser dazustehen. Glückwunsch an Robert Kubica zu seinem ersten Top-Ten-Resultat und an Robin Frijns zum Sieg.“

Marco Wittmann (#11 Schaeffler BMW M4 DTM, BMW Team RMG, Startplatz: 10., Rennergebnis: 14., Fahrerwertung: 8., 40 Pkt.):
„Nach dem Dreher in der Anfangsphase war mein Rennen bereits gelaufen. Mein Heckflügel war beschädigt, und ich bin eher um die Strecke gerollt. Das war natürlich sehr enttäuschend. Aber generell war für BMW heute hier nicht viel zu holen. Jetzt müssen wir schauen, was wir für morgen besser machen können.“

Timo Glock (#16 iQOO BMW M4 DTM, BMW Team RMG, Startplatz: 14., Rennergebnis: 9., Fahrerwertung: 5., 54 Pkt.):
„Wenn du von so weit hinten losfährst, ist es schwer, überhaupt nach vorn zu kommen. Der Start war sehr, sehr gut, dann hatten wir untereinander ein Duell in Kurve fünf, bei dem mein Auto beschädigt wurde. Mein Splitter vorne war kaputt. Ich hatte relativ viel Untersteuern im Auto. Am Anfang bin ich nur hinterhergefahren, habe auch im zweiten Stint gemerkt, dass durch den Schaden vorne die Balance ein bisschen dahin ist. Ich habe versucht, etwas Abstand zu halten, Reifen zu schonen, und darauf zu hoffen, dass bei dem hohen Reifenverschleiß zum Schluss alle einbrechen. Das ist dann bei einigen passiert, auch dem einen oder anderen BMW Kollegen. So habe ich wenigstens zwei Punkte mitgenommen. Aber es ist enttäuschend, wenn wir mit 30 Sekunden Rückstand ins Ziel kommen.“

Lucas Auer (#22 BMW Bank M4 DTM, BMW Team RMR, Startplatz: 7., Rennergebnis: 11., Fahrerwertung: 9., 35 Pkt.):
„Das war insgesamt ein harter Tag. Im Qualifying lief es noch gut, aber das Rennen war leider nichts. Vielleicht hätten wir uns BMW intern mit Blick auf das Reifenmanagement etwas mehr freie Fahrt geben sollen. Das ist sicher ein Learning für das morgige Rennen.“

Philipp Eng (#25 ZF BMW M4 DTM, BMW Team RBM, Startplatz: 8., Rennergebnis: 13., Fahrerwertung: 11., 20 Pkt.):
„Das Qualifying war ganz gut, der Start und der erste Stint auch. In meinen Augen haben wir zu früh gestoppt. Im zweiten Stint habe ich von der einen auf die andere Runde extremes Blistering an den Reifen bekommen und bin einfach durchgereicht worden.“

Jonathan Aberdein (#27 CATL BMW M4 DTM, BMW Team RMR, Startplatz: 9., Rennergebnis: 6., Fahrerwertung: 12., 19 Pkt.):
„Ich bin als Sechstplatzierter bester BMW Fahrer, und auch für mich persönlich war es das beste Ergebnis des Jahres. Aber damit können wir wirklich nicht zufrieden sein, vor allem mit dem Rückstand, den wir auf Audi haben. Wir müssen unsere Köpfe zusammenstecken und hart daran arbeiten, dass wir die Lücke schließen.“

Sheldon van der Linde (#31 Shell BMW M4 DTM, BMW Team RBM, Startplatz: 11., Rennergebnis: 7., Fahrerwertung: 10., 35 Pkt.):
„Es sah nach einem Reifenmanagement-Rennen aus. Zu Anfang war wirklich Geduld gefragt. Es ging darum, die Reifen zu schonen, denn ich wusste, dass wir gegen Ende in Fahrt kommen werden. Ich war anfangs auf den Plätzen 13, 14 unterwegs. Am Ende habe ich viele Positionen gutgemacht und kam bis auf Platz sieben vor.“

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