Zum Inhalt springen

DTM: Premierensieg für Lokalmatador Robin Frijns in Assen? – „Wir sind eine Maschine“

Robin Frijns_Zandvoort (c)DTM

Am Wochenende lautet die nächste DTM-Station Assen. Auf dem berühmten TT Circuit träumt Lokalmatador Robin Frijns vom Premierensieg in der DTM. Zusätzliche Motivation für den Niederländer: erstmals in dieser Saison sind Zuschauer zugelassen.

„Dass es zuletzt auf dem Lausitzring so gut lief, lässt mich hoffen“, sagt Frijns. „Der Lausitzring lag mir noch nie besonders gut. Assen ist dagegen genau mein Ding, auch wenn ich dort im vergangenen Jahr Pech hatte.

Die Strecke ist sehr flüssig, vergleichbar mit Spa. Sie ist hart zu den Reifen, aber diesbezüglich haben wir inzwischen viel Erfahrung. Dass Fans dabei sein dürfen, ist großartig“, so der Audi-Pilot, der vier der bisherigen Pole-Positions in dieser Saison für sich entscheiden konnte.

Für einen Sieg hat es für den Abt-Piloten bisher nicht gereicht, doch vor heimischer Kulisse brennt der 29-jährige endlich ganz oben auf dem Siegespodest zu stehen. „Denn wenn man auf der Startaufstellung steht und es ganz leise ist, weil keine Fans da sind, ist das schon sehr komisch“, meint Frijns, der sich wie alle weiteren 15 DTM-Piloten darüber freut, dass endlich Besucher ein DTM-Rennen vor Ort erleben können.

Robin Frijns: „Wir sind eine Maschine“

Frijns hat ein wahres Mammutprogramm hinter sich. Nach dem DTM-Saisonauftakt in Spa Anfang August kam das Berliner Sixpack in der Formel E, danach folgten vier DTM-Rennen auf dem Lausitzring. Wer gedacht hatte, der Niederländer legt vor dem Heimspiel in Assen eine kleine Verschnaufspause ein, irrt gewaltig. Letztes Wochenende fuhr Frijns für Audi am Nürburgring ein GT3-Rennen im Rahmen der Langstreckenserie, nunmehr kommt der DTM-Heimauftritt in Assen. Und eine Woche später folgt der DTM-Doubleheader am Nürburgring. Teamkollege Nico Müller und DTM-Champion Rene Rast „genossen“ ein ähnliches Programm, wenngleich ohne GT3-Rennen.

DTMRobin frijns, 2020, Lausitzring Sprint ©Audi

„Wir sind eine komplette Maschine“ schmunzelte Frijns auf Nachfrage von ‚bildpresse.blog‘ ob seines Mammutprogramms in den letzten Wochen. „Irgendwann gewöhnt man sich daran. Es war für mich etwas schwieriger, da ich vor den ITR-Tests drei Monate lang in keinen Rennauto gesessen bin und dann vier Tage lang am Stück am Testen war. Der Körper ist es gewohnt, Rennen zu fahren.

Natürlich war es ein bisschen anstrengend, was die mentale Sache angeht. Vom DTM-Auto ins Formel-E-Auto zu springen, dann zrück wieder ins DTM-Auto. Es ist eine ganz andere Art, die Autos zu fahren, an den Systemen zu lernen. Klar, letzte Woche das GT3-Rennen ist wiederum ein ganz anderes Rennauto. Wenn man es gewöhnt ist, sehe ich darin für mich aber keine Probleme“, führt der Audi-Pilot weiter aus.

„Ja, Robin ist eine Maschine“, pflichtet BMW-Rivale Marco Wittmann mit einem Augenzwickern bei.

Audi-Sportchef Dieter Gass: „Assen Highlight im DTM-Kalender“

Bei Audi kann Motorsportchef Dieter Gass sehr zufrieden mit seinen Schützlingen sein. Müller, Rast und Frijns führen die Meisterschaft klar an, auch in der Hersteler und teammeisterschaft stehen die zeichen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung. Die Premiere mit Zuschauern in Assen erfreut nicht nur die Fahrer, auch Audi-Boss Gass ist darüber happy.

„Assen war bei der Premiere im vergangenen Jahr auf Anhieb eines der Highlights im DTM-Kalender“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Der Promoter hat einen hervorragenden Job gemacht. Es waren viele Fans vor Ort.

Die Atmosphäre war klasse und beide Rennen spannend. Auch wenn die riesigen Tribünen wegen der strengen Hygienevorschriften nicht ganz so voll sein dürfen wie im vergangenen Jahr, ist es toll, dass wir mit der DTM erstmals wieder vor Zuschauern fahren“, so der Audi-Verantwortliche.

DTM Assen 2019 ©Audi

Duell Müller gegen Rast geht weiter

Wer kann den Premierensieg Frijns‘ streitig machen? An vorderster Front Teamkollege und Tabellenführer Nico Müller, der letzte Woche Vater eines Sohnes geworden ist. Müller, auf Wolke sieben schwebend, kommt mit ungemein viel Selbstvertrauen und Glück nach Assen.

„Holland hat sehr enthusiastische Fans, die Racing lieben“, sagt Müller. „Dass erstmals in diesem Jahr bei der DTM Zuschauer vor Ort sein dürfen, macht die Rennen in Assen für uns zu ganz besonderen Rennen.

Die DTM ist jahrelang in Zandvoort gefahren. Mit Assen hat die DTM in den Niederlanden eine tolle neue Heimat gefunden. Die Strecke ist spektakulär und sehr flüssig. 2019 habe ich in beiden Rennen um den Sieg gekämpft – das möchte ich auch dieses Jahr“, lautet die Kampfansage des Schweizers in Richtung Titelverteidiger Rene Rast.

Rene Rast: Schwierige Premiere in Assen, Zandvoort der Auslöser für eine Erfolgsstory

Titelverteidiger Rast erlebte im vergangenen Jahr zwei schwierige Rennen in Assen. Im Regen am Samstag wurde er hinter Marco Wittmann (BMW) und Nico Müller Dritter. Am Sonntag lag er souverän in Führung, ehe er durch einen Reifenschaden auf Platz neun zurückfiel. Am Ende reichte es noch zu Platz fünf.

„Ich hoffe, es läuft in diesem Jahr besser“, sagt Rast. „Ich mag schnelle Strecken. Assen hat eine der schnellsten Kurven im Kalender, die wir mit rund 255 km/h fahren. Und dass pro Tag 10.000 Zuschauer an der Strecke sein dürfen, ist ein gutes Zeichen für den Motorsport.“

René Rast,DTM Zandvoort 2018 (c)Audi

Die Niederlande werden für Rast immer eine ganz besondere Bedeutung haben: 2016 feierte er in Zandvoort ein unverhofftes DTM-Debüt, als Adrien Tambay am Sonntag verletzungsbedingt ausfiel. Der Anruf, der Rasts Karriere verändern sollte, kam am Samstagabend.

„Wir haben den 30. Geburtstag meiner Freundin gefeiert, als gegen neun, halb zehn mein Handy klingelte“, erinnert sich der Audi-Pilot. „Ob ich nicht Lust habe, DTM zu fahren. Natürlich habe ich sofort zugesagt. Zum Glück hatte ich noch meinen Helm im Kofferraum liegen.“

Rast war den Audi RS 5 DTM nie zuvor gefahren und hinterließ bei seinem DTM-Debüt ohne jegliche Vorbereitung einen so guten Eindruck, dass er beim Finale als Vertretung für Mattias Ekström erneut einspringen durfte. Das Ergebnis: ein sechster Platz, erste Punkte und die klare Empfehlung für eine volle DTM-Saison. Es folgte der Titel im Rookie-Jahr 2017, der zweite in der Saison 2019 plus mehrere Rekorde in der DTM.

Auch Loic Duval, Jamie Green und Mike Rockenfeller freuen sich auf die beiden DTM-Rennen in der „Cathedral of Speed“. Rockenfeller gewann im vergangenen Jahr in Assen das Sonntagsrennen, in dem das Reifenmanagement eine entscheidende Rolle spielte. „Vor Fans zu fahren sind wir gar nicht mehr gewohnt“, sagt Rockenfeller. „Ich hoffe, es funktioniert alles gut und die Fans werden für eine schöne Atmosphäre sorgen“, hofft der DTM-Champion von 2013.

Teamkollege Duval schwärmt ebenfalls von der „coolen, flüssigen“ Strecke. „Im vergangenen Jahr war sie für uns alle Neuland“, sagt der Franzose. „In diesem Jahr wissen wir mehr. Ich freue mich sehr auf Assen und die Niederlande. Dieses Land liebt den Motorsport“, so der Franzose.

Jamie Green hatte im vergangenen Jahr zwei schwierige Qualifyings. „Im Regen am Samstag konnte ich mich gut nach vorne arbeiten“, sagt der Brite, der einer von acht Audi-Piloten ist, die in den Niederlanden bereits ein DTM-Rennen gewinnen konnten: 2016 gewann Green das Sonntagsrennen in Zandvoort, einer seiner absoluten Lieblingsstrecken.

„Audi war in Zandvoort sehr erfolgreich“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „In Assen konnten wir im vergangenen Jahr daran anknüpfen. Wir haben gesehen, dass die Strecke extrem hart für die Reifen ist. Darauf werden wir uns bei der Vorbereitung fokussieren.“

Spannend bleibt die Frage, wie Audi die Niederlage gegen BMW am Lausitzring verkraftet hat? War es nur eine Eintagsfliege der Münchner oder können Auer & Co in den Niederlanden weiter zu Audi aufschließen?

Die beiden DTM-Rennen in Assen beginnen am Samstag und am Sonntag zur gewohnten Zeit um 13.30 Uhr. SAT.1 überträgt an beiden Tagen jeweils ab 13 Uhr live aus Assen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: