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DTM: Lucas Auer beendet lange BMW-Durststrecke-Doppelsieg am Lausitzring

Auer vor Glock, BMW ©BMW

Die lange Dursttrecke von BMW ist beendet. Lucas Auer durchbrach die Siegesserie von Audi und bescherte BMW den ersten DTM-Sieg seit einem Jahr und 13 Tagen.
„Wahnsinn. Mir fehlen immer noch die Worte“, konnte Auer sein Glück kaum fassen.

Timo Glock auf Platz zwei machte den Doppelsieg für die Münchner perfekt. Robin Frijns als bester Audi-Pilot komplettierte das Siegerpodest auf Platz drei.

Lucas Auer siegt DTM Lausitzring ©DTM„Der Lausitzring war wieder sehr nett zu mir. Ich bin schon etwas stolz auf diesen Sieg. Das Rennen war wohl das intensivste Rennen, das ich in der DTM gefahren bin – ein Fehler und du wirst nicht Dritter, sondern Siebter.

Ich konnte mir die Reifen sehr gut einteilen; Strategie, Boxenstopp und Auto waren absolut top. In der letzten Runde konnte ich das sehr gut umsetzen. Schöner geht es eigentlich nicht“, strahlte der Tiroler.

Ende der Audi-Dominanz

Damit endete für die Ingolstädter eine Serie mit zwölf Siegen in Folge. Für den letzten DTM-Sieg der Münchner hatte am 10. August 2019 der zweimalige Meister Marco Wittmann im britischen Brands Hatch gesorgt. Das vierte Rennen in der Lausitz zum Abschluss des ersten Double-Headers in der DTM war über die gesamte Renndistanz von packenden Duellen, Taktik und Strategie sowie Positionskämpfen bis zur Ziellinie geprägt.

Für Robin Frijns, der im sechsten Saisonrennen bereits zum vierten Mal von der Pole-Position startete, hatte das Rennen vielversprechend begonnen.

Der Niederländer erwischte einen perfekten Start und verteidigte zunächst seine Führung, dahinter rückte Rene Rast vorbei an Nico Müller an die zweite Position.

Dahinter sorgte der Südafrikaner Sheldon van der Linde für einen Schreckmoment, weil sein BMW zunächst stehen blieb, aber alle nachfolgenden Fahrzeuge dem Hindernis ausweichen konnten.

Schon nach wenigen Runden ging Rast an Markenkollege Frijns vorbei, aber auch die Führung des Titelverteidigers hielt nicht lange. Frijns setzte sich wieder in Front, wurde dann vom Markenkollegen Jamie Green abgelöst, bis schließlich BMW das Kommando übernahm.

Lange Zeit sah der ehemalige Formel-1-Pilot Timo Glock wie der mögliche Sieger aus, doch in der vorletzten Runde musste er Markenkollege Lucas Auer passieren lassen. Der Neffe von Gerhard Berger erzielte seinen fünften DTM-Sieg, den dritten auf dem Lausitzring.

Start, Robin Frijns,,DTM Lausitzring ©DTM

Timo Glock: nicht mehr alles riskiert

Glock war aufgrund des knapp verpassten Sieges keineswegs enttäuscht und freute sich vielmehr über das starke Comeback von BMW.

„Es tut natürlich weh, wenn du in der letzten Runde den Sieg weggeben musst“, so Glock. „In der Mitte habe ich versucht, ein bisschen wegzufahren, und den Abstand zu Lucas zu vergrößern.

Auf einmal habe ich ein wenig Pick-up aufgesammelt, weshalb das Auto untersteuert hat. Dadurch kam Lucas wieder ran, und mir war klar, dass er noch einen DRS-Schuss hat. Am Schluss hat er die Attacke noch setzen können.

Ich hätte zwar dagegen halten können, aber am Ende wollte ich an das große Ganze denken. Wenn ich mit Lucas zu kämpfen begonnen hätte, wären die Audis dahinter auf den frischen Reifen links und rechts an uns vorbeigefahren. Für mich war es wichtig, diesen Doppelsieg für BMW zu holen“, fasste Glock sein Rennen zusammen.

Hinter Frijns und Green auf den Plätzen drei und vier kamen Tabellenführer Müller und Titelverteidiger Rast auf den Plätzen fünf und sechs ins Ziel, nur 0,011 Sekunden trennten die beiden Titelrivalen. Somit konnte Müller seine Tabellenführung minimal wieder ausbauen.

„Das war ein sehr seltsames Rennen“, sagte Nico Müller. „Im ersten Moment habe ich nicht verstanden, was wir falsch gemacht haben.

Wir haben spät gestoppt und dadurch Plätze verloren. Aber das ist normal. Seltsam war nur, dass wir die Positionen trotz der frischeren Reifen nicht wieder gutmachen konnten. Alle haben sich mit DRS verteidigt.

So haben wir die Chance verloren, die beiden BMW an der Spitze einzuholen. Als René kein DRS mehr hatte, habe ich ihn quasi auf der Ziellinie noch überholt. Das war das einzige Highlight. Bis zum Boxenstopp dachte ich, dass wir auch heute um den Sieg kämpfen würden. Das war leider nicht der Fall“, erklärte der souveräne Tabellenführer.

Müller knapp vor Rast DTM Lausitzring II 2020 ©Audi

Boxenstrategie entscheidet

Anders als am Vortag, als das Rennen auf nasser Strecke gestartet wurde, ging das Sonntagrennen auf trockenem Asphalt und bei deutlich kühleren Temperaturen als an den Vortagen über die Bühne.

Im Rennen spielte die Boxenstopp-Strategie erneut eine entscheidende Rolle, weil niemand genau wusste, wie lange die einheitlichen Hankook-Slicks unter den neuen Bedingungen durchhalten würden. In Runde zehn war Glock der erste aus der Spitzengruppe, der seinen Pflichtstopp absolvierte, während Frijns, Rast und Müller bis zur 18. Runde auf der Strecke blieben.

Rast: zu sehr auf uns selbst konzentriert

„Im Kampf zwischen Robin, Nico und mir haben wir uns wohl zu sehr auf uns selbst konzentriert und dabei übersehen, dass die BMW sehr früh an die Box gekommen sind und ihnen ein Undercut gelungen ist“, sagte Rast. „Das ist wirklich schade, denn Nico, Robin und ich hätten heute alle gewinnen können“, so der zweifache DTM-Champion.

Robin Frijns: weiter warten auf den ersten DTM-Sieg

„Es war ein verrücktes Rennen“sagte der drittplatzierte Frijns. „Ich bin von der Pole-Position gestartet, und am Anfang war meine Pace okay, mit René Rast und Nico Müller hinter mir.

Wir haben spät gestoppt, und dann war ich weit hinten im Zug auf Platz sieben. So konnte ich den Vorteil der neuen Reifen zunächst nicht nutzen. Am Ende hatte ich noch mehr DRS zur Verfügung und konnte mich bis auf Platz drei vorkämpfen.

Mehr war heute nicht möglich. Ich nehme ein gutes Gefühl mit für mein Heimrennen in zwei Woche in Assen“, so der Niederländer.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass: „Schade, dass unsere Siegesserie zu Ende gegangen ist“

„Das war ein unglaubliches Rennen“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Von der ersten bis zur letzten Runde waren die Abstände unheimlich eng. Die ersten neun Autos lagen im Ziel innerhalb von 4,2 Sekunden.

Endlich haben wieder beide Marken um den Sieg gekämpft. Unser Spitzentrio hat heute etwas zu hoch gepokert. Wenn man spät die Reifen wechselt, muss man am Ende andere Autos überholen – das hat nicht funktioniert.

Es ist schade, dass unsere Siegesserie zu Ende gegangen ist. Wenn man drei Autos auf den ersten drei Startplätzen hat, möchte man natürlich gewinnen. Aber für die Fans war es ein fantastisches Rennen. Sie haben sich harte Duelle auch unter Markenkollegen gewünscht. Und genau die gab es heute“, resümierte Gass.

Hier weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Rudolf Dittrich (Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung):
„Packend bis in die letzte Runde – das war ein DTM-Rennen vom Allerfeinsten. Wir sind überglücklich über unseren ersten Saisonsieg. Herzlichen Glückwunsch an Lucas Auer, Timo Glock und das BMW Team RMG, die heute alles richtig gemacht haben.

Der Doppelsieg war ein wichtiges Zeichen für uns. Timo und Lucas waren mit einer sehr guten, konstanten Pace unterwegs. Entscheidend war aber auch unsere Strategie mit dem richtigen Zeitpunkt der Boxenstopps. Lucas hat recht früh gestoppt und ist entsprechend gut zusammen mit Timo nach vorne gekommen. Zusätzlich spielte das Reifenmanagement die nächste entscheidende Rolle.

Auch wenn Sheldon van der Linde leider seine Position aus dem Qualifying beim Start verloren hat, konnten in Summe fünf BMW Punkte einfahren. Dies ermutigt uns sehr für die kommenden Rennen. Wir freuen uns bereits auf Assen, und dort unsere Fans wieder an der Strecke begrüßen zu dürfen.“

Stefan Reinhold (Teamchef BMW Team RMG):
„Die Show hat heute gestimmt. Wir haben den Tag mit einem Doppelsieg beendet. Ein Riesenlob an das gesamte Team. Wir haben gesehen, dass wir in letzter Zeit mit der Performance etwas hinterhergehangen haben.

Im Rennen konnten wir aber immer zulegen, und wenn man nicht aufgibt, ist man irgendwann mal ganz vorne. Das freut mich riesig für BMW und die ganze Mannschaft. Ich denke, Lucas Auer und Timo Glock haben uns bis zum Schluss eine super Show geboten.“

Marco Wittmann, P9:
„Ich denke, dass wir am Ende die falsche Strategie gewählt haben. Wir haben zu spät gestoppt. Alle Fahrerkollegen vor mir sind früher reingegangen und auch rausgekommen.

Diesen Abstand dann zuzufahren, ist eigentlich unmöglich. Es ist schon enttäuschend, weil wir an sich gut dabei waren. Herzlichen Glückwunsch an Lucas und Timo!“

Philipp Eng, P12:

„Zunächst mal freut es mich sehr für Lucas, Timo und die gesamte BMW- Mannschaft. Bei mir ging leider gar nichts.

Ich habe keine Ahnung, woran es lag. Das müssen wir uns definitiv ganz genau anschauen.“

Jonathan Aberdein, P7:

Es war ein enttäuschendes Qualifying, aber ich bin sehr zufrieden mit unserer Performance im Rennen.

Ich denke, das war echt stark. Ich hatte teilweise das Gefühl, das schnellste Fahrzeug auf der Strecke zu haben. Wir müssen uns jetzt noch etwas weiter vorn im Qualifying positionieren, und dann können wir auch gewinnen.“

Sheldon van der Linde, P10:

„Beim Start habe ich extrem viel Zeit verloren. Das war sehr enttäuschend.

Ich weiß nicht genau, was passiert ist. Das müssen wir uns anschauen. Es ist wirklich sehr ärgerlich, wenn man von Platz vier startet.

Das Auto lief heute wirklich gut. Lucas hat gewonnen, und Timo ist Zweiter geworden. Herzlichen Glückwunsch an beide. Das hat gezeigt, dass es mit unseren Autos möglich ist.“

Ergebnis Lausitzring Rennen 2:

Lausitzring Rennen 2 ©wige,DTM

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