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DTM: Rast siegt, Müller führt, Glock entschuldigt sich- die Stimmen aus der Lausitz

René Rast, Audi RS 5 DTM #4 (Audi Sport Team Abt Sportsline), Robin Frijn,DTM Lausitzring II 2020 © Audi

Titelverteidiger Rene Rast machte die Komkurrent wieder nass und setzte seine Aufholjagd im Titelkampf fort. Der Audi-Pilot gewann das fünfte Saisonrennen der DTM auf der 4,570 Kilometer langen Grand-Prix-Strecke des Lausitzrings.

Es war ein hochgradig packendes Rennen, das von mehrfachen Führungswechseln und harten Positionskämpfen auf abtrocknendem Asphalt geprägt war.

Tabellenführer Nico Müller, der das Qualifying mit 38 Tausendsteln hauchdünn vor Rast für sich entschieden hatte, musste sich am Ende mit Rang zwei begnügen.

Nico Müller, René Rast,DTM Lausitzring II 2020 (c)Audi

Nico Müller, René Rast

Robin Frijns, der nach einem tollen Start lange Zeit das Rennen angeführt hatte, wartet weiter auf seinen DTM-Premierensieg, wurde Dritter.

Eine bärenstarke Leistung zeigte Timo Glock, der sich nach einem Fehler im Qualifying von der 14. Startposition bis auf den vierten Rang vorkämpfte und damit bestplatzierter BMW-Pilot des Rennens war.

„Was für ein verrücktes Rennen“, sagte Rast unmittelbar ins Sat.1-Mikrophon nach Rennende. „Auf Regenreifen gestartet, dann auf Slicks gewechselt, kurz im Kiesbett gewesen, wieder zurückgekommen und am Ende gewonnen.

Ich bin natürlich happy mit dem Ergebnis, keine Frage. Hundertprozentig zufrieden sein können wir aber nicht, wir müssen weiter an unserer Performance arbeiten und das Fahrverhalten verbessern.

Es ist ein Auf und Ab, die Saison ist noch jung, und die Konkurrenz bleibt stark“, resümiert der zweifache DTM-Champion.

Müller und Frijns©Audi

Müllers Boxenstrategie nicht optimal

Der Start auf Regenreifen verlief für einige Piloten nicht optimal. Rast büßte Plätze ein, Audi-Pilot Frijns entdeckte die „goldene Mitte“ und schoss direkt vor auf Rang zwei hinter Müller, der seine Führung zunächst behaupten konnte.

Mit den Pflichtboxenstopps, bei dem alle Fahrer von Regenreifen auf Slicks wechselten, wendete sich das Blatt, denn Müller´s Abt-Team hatte zu lange gewartet.

„Mein Start war in Ordnung, aber natürlich nicht so stark wie der von Robin Frijns, der mir sofort am Heck klebte“, so Müller.

„Unser Stopp kam dann natürlich mindestens eine Runde zu spät. Ich war überrascht, wie schnell die Konkurrenz ihre Slicks auf Temperatur hatte. Wir befinden uns in einer Situation, in der man noch gar keine Tendenz ausmachen kann.

Ich erwarte noch viele spannende Positionskämpfe, und auch die BMW haben heute starke Leistungen gezeigt“, sagte der Tabellenführer.

Müller, der zunächst nach seinem Stopp die Führung behaupten konnte, hatte mit kalten Reifen das Nachsehen und wurde wenig später zunächst von Frijns, dann auch von Eng kassiert.

Im Anschluss ging auch Rast vorbei am Schweizer, der zwischenzeitlich nur noch auf Rang fünf lag. Robin Frijns versuchte den heranstürmenden René Rast abzuwehren, doch auch die Kampflinie brachte am Ende nichts – Rast war der schnellste Mann im Feld und konnte am Ende der Start-Ziel-Geraden leicht vorbeiziehen.

Robin Frijns und der Lausitzring: keine echte Liebe

„Ich bin natürlich enttäuscht, dass ich das Rennen nicht gewinnen konnte“, ärgerte sich Robin Frijns, der lange Zeit das Feld anführte. „Unser Start war super, aber in der Schlussphase ließen die Reifen zu schnell nach. Mir fehlte einfach der nötige Grip, um vorne zu bleiben.

Ich habe jetzt auch kein Patentrezept für das Sonntagrennen in der Tasche, hoffe einfach, den Lausitzring gut zu überstehen. Vielleicht sind die Chancen auf meinen ersten DTM-Sieg bei meinem Heimrennen in Assen in zwei Wochen besser“, so der Niederländer.

Audi-Motorsportchef Dieter Gass happy

„Das ist ein weiteres fantastisches Ergebnis für Audi, auch wenn in der Rennstrategie heute noch etwas Luft nach oben war“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass nach dem zwölften Sieg für Audi in Folge in der DTM.

„Es standen nur Audi-Fahrer auf dem Podium. Wir haben tollen Motorsport und ein spannendes Rennen mit schönen Zweikämpfen gesehen“, so Gass.

BMW: Glock mit imposanter Aufholjagd

Timo Glock hat das Rennen nach einer bärenstarken Aufholjagd als bestplatzierter BMW Pilot auf Rang vier beendet. Der Deutsche machte von Position 14 gestartet im Rennen zehn Plätze gut. Damit sicherte sich Glock sein bestes Saisonresultat.

Timo Glock (c)BMW

„Ich habe mich heute schon mehrfach beim Team und auch bei BMW entschuldigt, aber jetzt auch nochmal offiziell: Der Fehler heute Morgen war der blödeste, den ich je gemacht habe“, ärgerte sich Glock.

„In der dritten Runde darf man bei solchen Wetterverhältnissen das Auto nicht parken. Ich war kurz unaufmerksam, habe die Kontrolle verloren und einen Fehler gemacht. Dann gab es für mich im Rennen nur eine Devise: Payback und alles geben für die Jungs.

Das haben wir geschafft. Das Überholmanöver gegen Mike Rockenfeller war hart, musste aber sein. Ich musste vorbei und habe die Chance genutzt. Das Rennen hätte in meinen Augen noch zwei Runden länger gehen können, dann hätte ich vielleicht Robin (Frijns) noch einholen können.

Am Ende bin ich mit Platz vier aber happy. Wir müssen überlegen, was wir hätten ausrichten können, hätten wir weiter vorne gestanden. Aber hätte, wäre, wenn gibt es nicht. Wir haben gute Punkte geholt, und das war wichtig“, so Glock.

Timo Glock (c)BMW

Hinter Glock erreichte Marco Wittmann den fünften Platz.Rang. Ebenfalls in die Punkteränge kamen Philipp Eng und Sheldon van der Linde auf den Plätzen acht und neun.

„Platz fünf im Qualifying und Platz fünf im Rennen, das Fazit ist also ziemlich normal“, sagte Wittmann. „Die Audis sind nach wie vor die dominierende Macht, auch hier. Wir konnten zwischenzeitlich durch eine gute Boxenstopp-Strategie mitmischen, aber effektiv muss man sagen, dass der Abstand, der schon im Qualifying vorhanden war, sich auch im Rennen widerspiegelte.

Während wir am Limit fahren, können die Jungs von Audi mit den Reifen velleicht einfach etwas besser haushalten. Das merkt man am Ende des Rennens, wenn der Verschleiß stärker ist und der Reifen einbricht. Für uns ist das eine ganz schwierige Situation, wir müssen zusehen, dass wir so schnell wie möglich Performance gewinnen. Aber wir geben nicht auf“, so der zweifache DTM-Champion.

Rudolf Dittrich (Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung): Audi zu schnell

„Wir haben ein spannendes Rennen erlebt“, sagte Dittrich. „Beim diesem dritten Rennen am Lausitzring haben wir zum dritten Mal sehr unterschiedliche, tückische Wetterbedingungen vorgefunden: Zunächst die sehr nasse und rutschige Strecke im Qualifying, dann langsam abtrocknender Asphalt im Rennen.

Philipp Eng hatte einen sehr guten Start, auch Marco Wittmann konnte sich vorn behaupten. Andererseits haben wir beim Start auch Plätze im Getümmel im Nassen verloren. Doch das Rennen verlief für alle weitgehend fehlerfrei, dadurch haben wir wieder Plätze gewonnen.

Auf dem abtrocknenden Asphalt war entscheidend, wann von Regenreifen auf Slicks gewechselt wird. Hier haben wir mit unserer Strategie viel Zeit und in der Folge Plätze gewonnen. Besonders beeindruckend war die Aufholjagd von Timo Glock, der von Startplatz 14 bis auf vier vorgefahren ist. Aber insgesamt konnten wir die Pace der schnellsten Audis nicht mitgehen. Daran müssen wir weiter arbeiten, um morgen im Qualifying und im Rennen besser aufgestellt zu sein“, so der BMW-Verantwortliche.

Weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Lucas Auer,P12:
„Das Qualifying war gut, das Rennen war schlecht. Wir sind zu lange draußen geblieben. Da bekommst du dann die Quittung, wenn alle vorbeiziehen. Die Pace war dann gut, aber das Überholen schwierig.“

Philipp Eng, P8:
„Perfekter Start, perfekte Stopprunde, perfekter Boxenstopp. Wir haben das Rennen wirklich gut exekutiert. Nach zehn Runden hatte ich aber keinen Grip mehr auf den Hinterreifen. Woran das lag, müssen wir noch klären. Am Ende hat es nicht so viel Spaß gemacht.“

Jonathan Aberdein, P14:
„Es war ein sehr hartes Rennen. Es ist immer schwierig, mit dem Mix aus Regen und Trockenheit zurechtzukommen. Ich bin nicht ganz sicher, wie ich so viel Zeit verlieren konnte.

Vielleicht mehr in der Outlap als beim Boxenstopp. Wir müssen das ganz detailliert analysieren und sicherstellen, dass wir für morgen bereit sind.“

Sheldon van der Linde, P9:
„Das Rennen war nicht ideal. Ich hatte einen wirklich schlechten Start, habe mich davon aber gut erholt und konnte einige Positionen gutmachen.

Dann hat das DRS nicht richtig funktioniert, was sehr frustrierend war. Ich denke, es wäre mindestens Platz sechs möglich gewesen. Ich muss das jetzt aber akzeptieren und mich auf morgen fokussieren.“

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