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DTM: Karten auf dem Lausitzring neu gemischt, wer kann Audi stoppen?

Österreicher-Duell Eng gegen Habsburg,DTM Lausitzring 2020 ©DTM

Kurze Pause für die DTM. Schon am Wochenende steigt erneut auf dem Lausitzring das fünfte und sechste Saisonrennen.

Während vergangenes Wochenende die Kurzanbindung des Lausitzring zum Einsatz kam, gehen diesmal Tabellenführer Nico Müller & Co auf die lange Variante des EuroSpeedway mit 4,570 Streckenkilometer auf Zeitenjagd.

Nach seinem Sieg beim Samstagsrennen und Platz zwei am Sonntag kommt Audi-Pilot Müller als Top-Favorit in die Lausitz. Kann BMW der Audi-Übermacht Paroli bieten?

Jedenfalls hat der Schweizer bereits einen ansehnlichen Punktevorsprung.  Müller liegt nach vier Rennen deutlich an der Spitze. Schon das Auftaktrennen am ersten August-Wochenende in Spa-Francorchamps hat der 28-jährige Schweizer souverän gewonnen. Im zweiten Rennen wurde er nur von Titelverteidiger Rene Rast geschlagen, bekam den Sieg aber am Grünen Tisch zugesprochen, weil sich der Deutsche als Führender einen unerlaubten Vorteil (Push-to-Pass-Einsatz als Führender) verschafft hatte.

Am Lausitzring wiederum siegte Müller im ersten Durchgang, den zweiten Lauf entschied dann Rast mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,089 Sekunden für sich.

Nico Müller ,DTM Lausitzring 2020 ©DTM

Müller erwartet Nachwuchs

Gleich nach dem Rennen am Lausitzring eilte der Abt-Pilot zurück nach Bern, wo seine Lebensgefährtin in diesen Tagen das erste gemeinsame Kind erwartet. Wer nun aber auf die alte Rennfahrer-Weisheit setzt, dass jedes Kind eine Zehntelsekunde langsamer macht, der könnte sich im Fall von Nico Müller irren. Hochkonzentriert und motiviert fokussiert sich der siebenmalige DTM-Sieger auf den Gewinn dieser Meisterschaft. 2019 hat er den prestigeträchtigen DTM-Titel im Schlussspurt noch verpasst, 2020 soll ihm das nicht mehr passieren.

Seine stärksten Gegner kommen aus dem eigenen Audi-Lager, wo er vor allem Titelverteidiger Rast zu fürchten hat. Dieser war zwar nicht optimal in die neue Saison gestartet, sollte aber nie unterschätzt werden, wie sein Sieg am Sonntag zeigte. Mit 18 Siegen – genauso viele wie der Italiener Nicola Larini als Sechster der Bestenliste – ist der 33 Jahre alte Mindener der aktuell erfolgreichste Pilot im Feld.

Rast und Frijns in Schlagdistanz

In der aktuellen Tabelle der DTM 2020 liegt Rast mit 61 Zählern an zweiter Stelle, allerdings 39 Punkte hinter dem klar führenden Müller. Der Dritte Robin Frijns, ebenfalls in Diensten von Audi, kommt auf 58 Zähler.

Der Niederländer konnte bisher drei von vier möglichen Pole-Positions erobern, diese aber noch nicht zu seinem ersten DTM-Sieg nutzen. Mit den Plätzen zwei und drei schaffte Müllers Teamkollege aber schon zweimal auf das Podium. Doch der 28-Jährige aus Maastricht ist heiß auf seinen ersten DTM-Sieg.

„Mir persönlich gefällt die lange Streckenvariante des Lausitzrings besser, da sie mehr Überholmöglichkeiten bietet“, sgat Frijns. „Anstelle von Kurve 6 des Sprintkurses geht es weiter geradeaus und nach der Schikane und der Linkskurve auf die Gegengerade – zwei zusätzliche Chancen also Positionen gut zu machen.

Zudem könnte ich mir vorstellen, dass die Reifen nicht so stark abbauen werden wie auf der Sprintvariante, da sie auf den Geraden weniger beansprucht werden. Das sollte mir entgegenkommen. Daher hoffe ich, dass am Wochenende auch das Wetter mitspielt und ich erneut aufs Podium fahren kann“, hofft der Abt-Pilot, der den Lausitzring trotz seiner zwei Poles am letzten Wochenende nicht gerade zu seinen Lieblingsstrecken zählt.

Zweimal Lausitzring: Körperliche und mentale Herausforderung für Fahrer und Teams

Für die Teams bedeuten die Double-Header des diesjährigen Rennkalenders jede Menge Stress. Mit Assen und zweimal Nürburgring folgt im September sogar ein Triple-Header, mit zweimal Zolder im Oktober ein weiterer Double-Header.

Dabei bleiben nur Tage, um die bis zu 640 PS starken DTM-Boliden in ihre wesentlichen Bauteile zu zerlegen und mit größter Akribie wieder perfekt vorzubereiten. Keine Zeit für Lagerkoller, auch nicht für die Fahrer, die größtenteils gleich in der Lausitz geblieben sind.

Neben dem obligatorischen Fitness-Programm tüfteln sie in detaillierten Analysen mit ihren Ingenieuren an der optimalen Fahrzeug-Abstimmung. Denn Lausitzring ist nicht gleich Lausitzring, auf den Sprintkurs folgt die Grand-Prix-Variante, also 4,570 statt 3,478 Kilometer pro Runde. Das bedeutet, dass 30 Prozent der Strecke wieder neu sind, vor allem aufgrund der längeren Gegengerade und einem längeren Abschnitt im Infield. Das Set-up vom vergangenen Wochenende passt also nicht zwingend auf den GP-Kurs mit seinen 13 Kurven.

„Die DTM kommt jetzt in einen ungewohnten, schnellen und gnadenlosen Rhythmus mit vielen Rennen in kurzer Zeitspanne“, so Marcel Mohaupt, Managing Direktor der ITR. „Das fordert die Fahrer und ihre Teams heraus und erhöht den Druck. Ich hoffe auf genauso viel Spannung wie am Sonntag. Denn das war Motorsport, wie er mir und sicherlich auch den erfreulich vielen Zuschauern gefällt, mit einem Foto-Finish und vielen Positionskämpfen quer durchs Feld. Danach freuen wir uns alle auf Assen, wenn die Fans dann endlich wieder auf die Tribünen dürfen“, sagt Mohaupt.

BMW: Können die Münchner weiter aufschließen?

Für BMW geht es darum, den Rückstand auf Audi weiter zu verkürzen. Die Longruns der Münchner passt, da können Glock & Co mit Audi mithalten.

Das Qualifying ist noch die Achillesferse von BMW. Marco Wittmann & Co gehen zusehens mehr von den hinteren Startplätzen ins Rennen, der Kampf um das Podium wird dadurch schwieriger. Positive Erscheinung bisher war Sheldon van der Linde. Der erst 21 Jahre alte Südafrikaner steuerte am vergangenen Samstag seinen BMW clever auf den zweiten Platz und setzte Müller zeitweise stark unter Druck. Am Sonntag sorgte der zweimalige DTM-Champion Wittmann im BMW M4 DTM als Dritter für einen Erfolg. Damit konnten die Münchner ihre insgesamt 300. Podiumsplatzierung in der DTM einfahren.

Timo Glock BMW ©BMW

„Ich freue mich, dass es direkt weitergeht“, sgat Timo Glock. „Zwei Rennen direkt in Folge gibt es ja nicht so oft. Die kurze Zeit wollen wir nutzen, um weitere Verbesserungen fürs Wochenende umzusetzen. Der Fortschritt von Spa zum ersten Lausitzring-Wochenende war positiv, wir sind deutlich näher an Audi herangerückt. Aber wir haben noch viel Arbeit vor uns. Schon am Wochenende geht es jetzt wieder von vorne los“, hofft der Ex-Formel-1-Pilot auf weitere Top Ten-Plätze.

Mit Anlaufschwierigkeiten kämpft dagegen Robert Kubica, der aus der Formel 1 in die DTM gewechselt ist. Das erging allerdings einigen anderen F1-Fahrer vor ihm genauso. Es bleibt also spannend, wann sich der BMW-Pilot aus Polen auch in der DTM erstmals durchsetzen kann.

„Die Woche zwischen den beiden Lausitz-Rennen ist sehr kurz, aber sehr wichtig“, weiß Robert Kubica. „Das Team bleibt an der Strecke und arbeitet mit Unterstützung von BMW an Verbesserungen. Die längere Streckenvariante ist siebzig Prozent identisch zum vergangenen Wochenende, das ist ein Vorteil.

Wir sind alle sehr fokussiert, um vor allem im Qualifying weiter nach vorne zu kommen. Dann sind auch die Chancen im Rennen größer. Es ist schade, dass bei diesem Rennen so nah an der Grenze zu meinem Heimatland Polen die Fans wegen der Corona-Pandemie unverändert zuhause bleiben müssen“, sagt der Pole.

Rahmenprogramm mit DTM Trophy

Faszinierende Motorsport-Action liefern neben der DTM der Grand-Turismo-Cup (GTC-Race) und vor allem die DTM-Trophy. Der neugeschaffene Unterbau der DTM-Dachorganisation ITR präsentiert sich in der Lausitz mit einem Starterfeld aus 21 seriennahen GT-Sportwagen. Dabei sorgt das Debüt des neuen Toyota Supra für Aufsehen, mit dem die Japaner den dreimaligen Tourenwagen-Weltmeister José-María Lopez aus Argentinien ins Feld schicken.Lopez ist den deutschen Rennsport-Fans noch bekannt aus seiner Zeit bei Dragon Racing in der Formel E als Teamkollege von Maximilian Günther.

Sieger der Auftaktrennen in Spa waren die beiden britischen BMW-Piloten Ben Tuck und Ben Green, Tim Heinemann (Mercedes) geht als Tabellenführer an den Start.

TV und Livestream

SAT.1 überträgt beide Rennen wie gewohnt live (Samstag und Sonntag ab 13:00 Uhr) im Free-TV. Auf http://www.ran.de zeigt SAT.1 zudem die Action vom Lausitzring im Internet.

Die Streaming-Plattform DTM Grid (grid.dtm.com) bietet live und auf Abruf eine umfassende Berichterstattung zu den Qualifikationssessions, den Rennen der DTM Trophy und der GTC-Race sowie verschiedene Onboard-Perspektiven – direkt ins Wohnzimmer oder aufs Smartphone. Die Rennen am Lausitzring, südlich von Cottbus zwischen Berlin und Dresden gelegen, werden planmäßig ohne Zuschauer ausgetragen.

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