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DTM: Audi-Doppelsieg mit Fotofinish, Rast musste schwer kämpfen

Rene Rast,DTM Lausitzring 2020 ©DTM

Audi feierte beim Sonntagsrennen auf dem Lausitzring einen Doppelsieg. Titelverteidiger Rene Rast siegte im Fotofinish vor Tabellenführer Nico Müller.0,089 Sekunden trennten die beiden Audi-Piloten, der knappste DTM-Zieleinlauf der Geschichte.

„Das Rennen war ziemlich unterhaltsam“, sagte Rene Rast, der für seinen ersten Saisonsieg hart kämpfen musste – vor allem gegen den Trainingsschnellsten Robin Frijns. Es war ein beinhartes Duell des Rosberg- gegen den Abt-Piloten.

„Spektakulärer kann ein Rennen kaum sein“, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Es gab während des gesamten Rennens sehr harte Duelle und bis zur letzten Runde wusste man nicht, wer gewinnen würde. Es war zwischen Rene und Nico extrem eng.

Ich freue mich, dass uns ein weiterer Doppelsieg gelungen ist und wir mit sechs Autos auf den ersten sechs Startplätzen auch im Qualifying eine extrem starke Leistung gezeigt haben. Man darf in der DTM einfach nie aufhören, sich zu verbessern. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Wochenende hier“, so der Audi-Boss.

Rast und Frijns,DTM 2020, Lausitzring Sprint ©Audi,DTM

Schon in der ersten Kurve nach dem Start gerieten die beiden Markenkollegen heftig aneinander. Zweimal musste Rast (Runde eins und sieben) durch die Wiese brettern, um eine Kollision zu verhindern. Rast war nicht amused ob dieser prekören Situation.

„Ich musste in Kurve eins durchs die Wiese fahren, und auch danach war der Kampf mit Robin ziemlich hart“, sagte der zweifache DTM-Champion.

Dass Rast wegen des aufgewirbelten Schmutzes, der sich an seinem Kühler sammelte, Hitzeprobleme am Motor bekommen würde, verneinte er auf Nachfrage von ‚Bildpresse201.blog‘. „Nein, da gab es keine Probleme. Wir haben einen Schutz vor dem Kühler angebracht, der Gras und Schmutz sammelt. Beim Reifenwechsel haben wir das bereinigt“, sagte der Rosberg-Pilot.

Neben den Scharmützel mit Frijns, das beiden Piloten Zeit kostete, musste sich der DTM-Champion auch gegen Müller und Wittmann wehren, die von hinten aufschlossen.

„Wir sind früh an die Box gekommen, um auf einen Undercut von Robin und Marco (Wittmann) zu reagieren. Ich wusste, dass Nico am Ende mit den frischeren Reifen kommen würde. Unsere Strategie war gewagt und es wurde ziemlich eng. Zum Glück hat es ganz knapp gereicht“, Rast, der wie schon beim Saisonauftakt in Spa im Sonntagsrennen glänzte.

Müller vor Rockenfeller,DTM 2020, Lausitzring Sprint ©Audi

Nico Müller: nach späten Reifenwechsel Jagd auf die Führung

Tabellenführer Nico Müller erwischte von Startplatz zwei keinen optimalen Start. „Es war mehr Grip da, als ich erwartet hatte“, sagte der Schweizer. „Als Rene und Robin vor mir etwas Rallycross gefahren sind, hatte ich kurz die Nase vorn. Aber ich kam in Kurve drei auf die Außenbahn. Dadurch kam auch noch Marco Wittmann vorbei und ich fiel auf Platz vier zurück. Danach war es harte Arbeit – aber wir haben das Rennen gut gemanagt“, so der Abt-Pilot, der sich nach dem Rennen gleich Richtung Heimat machte- Müller erwartet ersten Nachwuchs.

Bewegende Wochen für den Schweizer, der nach seinem Doppelsieg in Spa sechs Rennen en suite mit Dragon in der Formel E absolvierte und von Berlin aus direkt zum DTM-Wochenende an den Lausitzring wanderte. Ähnlich wie Rast und Frijns.

Nach einem langen ersten Stint holte sich Müller erst in Runde 20 frische Reifen an der Box ab und kam auf Platz sieben zurück auf die Strecke. Die Jagd auf Spitzenreiter Rast war eröffnet. Zuerst schnappte sich Müller die beiden BMW-Piloten Sheldon van der Linde (Runde 23) und Timo Glock eine Runde später, danach konnte Teamkollege Frijns mit abbauenden Reifen Müller nicht mehr aufhalten.

Da der Tabellenführer frischere Reifen als der drittplatzierte BMW-Pilot Marco Wittmann hatte, war es für Müller ein leichtes Spiel, an den zweifachen DTM-Champion vorbeizugehen. Der Abt-Pilot hatte nur noch Rast vor sich.

„Am Ende hat nur ein Drittel Wagenlänge zum Sieg gefehlt“, sagte Müller. „Gestern kam mir das Rennen ewig lang vor – heute habe ich gebetet, dass es eine Runde länger dauert.“ Rast rettete mit dem Minimalvorsprung den Sieg vor Müller über die Ziellinie.

Rast vor Müller,DTM Lausitzring 2020 ©DTM

Robin Frins: schwieriges Reifenmanagement

Müllers Teamkollege Robin Frijns startete im vierten DTM-Rennen des Jahres zum dritten Mal von der Pole-Position. „Damit habe ich vor Saisonbeginn nicht gerechnet“, sagte der Holländer. „Die Qualifying-Performance stimmt, der Reifenverschleiß im Rennen noch nicht ganz.“ Nach einem frühen Boxenstopp musste Frijns erst René Rast, dann Nico Müller und zwei Runden vor Rennende auch Marco Wittmann vorbeilassen.

„Für mich war das Reifenmanagement am Lausitzring schwieriger zu verstehen als noch in Spa“ sagte Frijns auf Nachfrage von ‚Bildpresse2010.blog‘. „Das Auto gab mir nicht das Feedback, wann die Reifen verbraucht sind. Damit hatte ich zu kämpfen“, so der Niederländer, der wie Rast und Müller ein Mammutprogramm an Rennen hinter sich hat.

Mit Mike Rockenfeller- Platz fünf und Loic Duval-Platz acht (beide Team Phoenix) kamen zwei weitere Audi-Piloten in den Top Ten.

Pech hatte Jamie Green, der Getriebeprobleme hatte und sein Auto in der Rosberg-Box abstellen musste. Der Brite erlitt ein ähnliches Schicksal wie am Samstag Duval.

Ferdinand Habsburg im Kundenaudi: erneut Top Ten

Die harte Arbeit des Audi-Kundenteams WRT nach dem Saisonauftakt in Spa zahlte sich seit Beginn des Wochenendes auf dem Lausitzring aus. Ferdinand Habsburg im WRT-Kundenaudi gelang nach Platz sechs am Samstag als Zehnter eine weitere Top Ten Platzierung, direkt vor seinen Teamkollegen Fabio Scherer und Harrison Newey.

Der Österreicher beeindruckte am Sonntag mit Platz vier im Qualifying. „Ich bin froh, dass wir nächste Woche wieder hierher kommen und es noch einmal versuchen können, indem wir die Dinge, die nicht so gut funktioniert haben, verbessern und aus dem, was funktioniert hat, Kapital schlagen“, sagte Habsburg. „Der 4. Platz heute im Qualifying war großartig, vor allem, da dies erst der zweite Lauf ist. Es zeigt, dass ich viel besser lerne, wie ich mit dem Team und dem Audi RS 5 DTM zusammenarbeite“, so der gebürtige Salzburger.

Meisterschaft: Müller vor Rast und Frijns

Müller führt die Fahrerwertung nach vier von 18 geplanten Rennen mit 100 Punkten vor Rast (61) und Frijns (58) an. In der Herstellermeisterschaft steht es zwischen Audi und BMW 283:107.

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