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DTM: Wenn’s läuft, dann läuft‘ s- Nico Müller im DTM-Flow, BMW mit starken Comeback-die Stimmen

Nico Müller,DTM 2020, Lausitzring Sprint ©Audi

Nico Müller hat einen Lauf. Der Abt-Pilot befindet sich in einem DTM-Flow. Drei Rennen, drei Siege.

Der Schweizer gewann nach seinem Doppelerfolg beim Saisonauftakt in Spa im Audi RS 5 DTM auch das Samstagsrennen auf dem Lausitzring vor Sheldon van der Linde im BMW M4 DTM und Teamkollege Robin Frijns.

„Der Erfolg heute geht zu einem großen Teil auf das Konto meines Teams“, sagte Müller überglücklich. „Wegen meines Einsatzes beim Formel-E-Finale in Berlin konnte ich bei der üblichen Vorbereitung des Rennwochenendes nicht dabei sein.

Die Jungs haben einen mega Job gemacht, mir erklärt, worauf ich hier achten muss und mir ein fantastisches Auto hingestellt. Ich hatte einen guten Start, konnte anschließend vorne bleiben und den Sieg nach Hause fahren. Ich bin sehr glücklich“, so der überlegen DTM-Tabellenführer.

Müller ist der erste Fahrer überhaupt, der die ersten drei DTM-Rennen einer Saison für sich entscheiden konnte. Saisonübergreifend ist der Audi-Pilot sogar seit vier Rennen ungeschlagen.

Müller befindet sich in der Form seines Lebens. Auch abseits der Strecke läuft alles bestens für den Abt-Piloten, demnächst erwartet der Schweizer mit Freundin Victoria Paschold erstmals Nachwuchs.

Nico Müller,DTM 2020, Lausitzring Sprint ©Audi

Nach Bestzeiten in beiden freien Trainings am Freitag ging Müller von Startplatz zwei ins erste der beiden Rennen auf dem Lausitzring. Nur Teamkollege Robin Frijns war schneller, schnappte sich die Pole-Position und damit drei Meisterschaftspunkte.

Der 28-jährige Müller legte einen Raketenstart hin, übernahm gleich nach wenigen Metern die Führung und konnte seinen Vorsprung im weiteren Rennverlauf auf 7,5 Sekunden auf BMW-Pilot Sheldon van der Linde ausbauen.

„Dann kam eine Slow Zone, und zwei überrundete Autos vor mir fuhren derart langsam, dass ich fast meinen gesamten Vorsprung eingebüßt habe. Sheldon (van der Linde) hing danach fast an meiner Stoßstange. Zum Glück konnte ich mich wieder absetzen“, sagte Müller, der auch die schnellste Rennrunde fuhr.

Markenkollege Duval musste sein Arbeitsgerät abstellen, technische Probleme am Getriebe mit dem fünften Gang zwangen den in den Top Ten liegenden Franzosen zur unfreiwilligen Aufgabe. Doch die Bergung Duvals dauerte, eine Slow-Zone war die Folge.

BMW-Neuzugang Jonathan Aberdein drückte den falschen Knopf, statt 80 km/h eierte der Südafrikaner sehr zum Missfallen Müllers mit nur 50 km/h um den Kurs. Aberdeins Markenkollege van der Linde schloss zum Abt-Piloten auf, der Sieg geriet nochmals ernsthaft in Gefahr.

„Nicos Leistung war heute wirklich herausragend“, zollte Audi-Motorsportchef Dieter Gass dem Schweizer ein dickes Lob. „Nur die Slow Zone konnte ihn bremsen. Aber auch da ist er cool und souverän geblieben. Er war heute der schnellste Fahrer im Feld und hat den Sieg absolut verdient“, so Gass.

Robin Frijns: Zweimal Pole-Position, wieder kein Sieg

Müllers Teamkollege Robin Frijns komplettierte den Erfolg des Abt-Teams mit Platz drei. Obwohl der Niederländer den Kurs in der Lausitz nicht so recht mag, brannte Frijns im Qualifying die Bestzeit in den Asphalt des Euro Speedway- genau wie beim Saisonauftakt in Spa.

„Das hat mich selbst überrascht, denn am Freitag fehlten mir noch vier Zehntelsekunden auf Nico, aber wir haben über Nacht hart gearbeitet“, sagte Frijns. „Wenn man aufs Podium kommt, darf man nicht unzufrieden sein. Am Anfang lief es gut und ich konnte Nico unter Druck setzen.

Doch nach zehn Runden haben meine Reifen offensichtlich stärker abgebaut als bei den anderen. Das müssen wir für morgen ändern“, resümierte Frijns, der weiter auf seinen ersten Saisonsieg wartet.

Audi-Boss Gass war mit dem Abschneiden seiner Schützlinge zufrieden. „Es war der zehnte in Folge für den Audi RS 5 DTM“, sagte Gass. „Das gab es in der DTM noch nie. Darauf dürfen bei Audi Sport alle stolz sein.

Aber wir haben auch gesehen, dass der Wettbewerb enger geworden ist. Es gab viele Zweikämpfe. Genau das wollen die Zuschauer sehen. Natürlich hoffen wir, dass wir unsere gute Form auch morgen halten können“, hofft der Audi-Chef die Siegesserie zu prolongieren.

Ferdinand Habsburg im WRT-Kundenaudi schneller als Rene Rast

Drittbester Audi-Pilot war Ferdinand Habsburg vom Kundenteam WRT auf Platz sechs. Der Österreicher wehrte sich in der Schlussphase vehement gegen die Angriffe von Rene Rast und hielt bravourös stand. Das bisher beste Ergebnis für den gebürtigen Salzburger in seiner DTM-Karriere.

DTM-Champion Rene Rast erlebte einen schwierigen Samstag. Es war der Wurm drin. „Ich kann mich nicht daran erinnern, in den letzten zwei, drei Jahren einen so harten Tag in der DTM gehabt zu haben“, sagte Rast, der als Siebter ins Ziel fuhr. „Wir sind hier bisher einfach zu langsam.“

Der DTM-Titelverteidiger wirkte in der digitalen Pressekonferenz müde und ausgelaugt. Das erfolgreiche Formel-E-Abenteuer von Rast mit sechs Rennen innerhalb von neun Tagen hinterließ doch Spuren beim zweifachen DTM-Champion.

BMW: dank Sheldon van der Linde zurück in der Erfolgsspur

BMW ist nach der bösen Schlappe beim Saisonauftakt in Spa wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Hauptverantwortlich für das tolle BMW-Comeback war Sheldon van der Linde.

Van der Linde mit Team jubelt ©BMW

Der BMW-Pilot lieferte ein bärenstarkes Rennen ab und überquerte als Zweiter im BMW M4 DTM die Ziellinie. Der 21-jährige Südafrikaner erzielte damit den ersten Podiumsplatz in seiner DTM-Karriere. Gleichzeitig ist van der Linde der erste Südafrikaner, der in der DTM den Sprung aufs Podium geschafft hat.

„Ich bin unglaublich happy über mein erstes DTM-Podium“ so van der Linde, der nach der Zieldurchfahrt seine ganze Freude ins Sat.1-Mikrophon schrie. „Im vergangenen Jahr in Zolder war ich schon mal nah dran, habe es dann aber in der letzten Runde noch verloren. Diesmal habe ich alles rausgeholt, was drin war.

Ich habe versucht, Nico Müller an der Spitze noch einzuholen, aber er war am Ende einfach einen Tick zu schnell. Dennoch haben wir mit unseren BMW M4 DTM einen klaren Schritt nach vorn gemacht und können die Audis nun herausfordern. Mein Fahrzeug war heute fantastisch – vielen Dank an das Team“, strahlte van der Linde.

Van der Linde P2 am Lausitzring ©BMW

Große Erleichterung herrschte bei BMW-Motorsportchef Jens Marquardt, der nach dem Desaster von Spa keine einfachen Tage hinter sich hatte. „Gratulation an unsere Jungs“, sagte Marquardt. „Sie haben einen tollen Job gemacht und gegenüber den Rennen in Spa-Francorchamps eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt.

Sheldon van der Linde ist ein sehr souveränes Rennen gefahren und wurde dafür mit dem ersten Podium seiner DTM-Karriere belohnt“, lobte der 53-jährige BMW-Verantwortliche besonders seinen südafrikanischen Schützling.

Es zeichnet sich bereits am Freitag im Freien Training ab, dass BMW seine Hausaufgaben seit Spa gründlich erledigt hat. Die Longruns verliefen vielversprechend.

Marco Wittmann und Timo Glock zeigten als Vierter und Fünfter ebenfalls eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber dem Saisonauftakt in Spa-Francorchamps, dazu erreichte Philipp Eng als Neunter ebenfalls Punkte für die Meisterschaft. Vier BMW-Fahrer in den Punkterängen, das kann sich sehen lassen.

„Wir haben uns an Audi herangekämpft“, erklärte BMW-Boss Marquardt. „Jetzt müssen wir auf dieser Basis weitermachen und noch schneller werden. Dann wird es richtig interessant. Glückwunsch an Nico Müller, der den Sieg an der Spitze wieder souverän nach Hause gefahren hat“, sagte der Schwabe.

Hier weitere BMW-Stimmen aus der Lausitz:

Marco Wittmann, P4:

„Ich denke, wir können mit dem Ergebnis heute sehr zufrieden sein. Wenn alles optimal läuft, kann ich vielleicht auch aufs Podium kommen, aber wenn man bedenkt, wo wir in Spa-Francorchamps standen, können wir auf unserer heutigen Leistung auf jeden Fall aufbauen.

Im Qualifying hatte ich noch ein wenig Pech mit dem Verkehr, aber über die gesamte Renndistanz konnten wir die Pace der Audis mitgehen. Hoffentlich können wir das in den kommenden Rennen bestätigen.“

Jonathan Aberdein, P14:

„Ich hatte ein schwieriges Qualifying und musste entsprechend weit hinten starten. Das müssen wir mit Blick auf morgen auf jeden Fall analysieren.

Im Rennen kam ich eigentlich ganz gut vom Start weg, doch dann hatte ich nach wenigen Runden einen Leistungsabfall, wegen dem ich viel Zeit verloren habe.“

Lucas Auer, P12:

„Wir haben schon das gesamte Wochenende Probleme, die nötige Pace zu finden. Daher haben wir uns für eine alternative Strategie mit einem frühen Boxenstopp entschieden.

Aber das hat leider auch nicht viel gebracht. Wir müssen jetzt schauen, wie wir uns auf das Niveau meiner BMW-Fahrerkollegen bringen können. Es wartet viel Arbeit auf uns, aber wir sind eine gute Truppe und werden das sicher hinbekommen.“

Timo Glock, P5:

„Das war eine gewaltige Steigerung gegenüber Spa-Francorchamps. Ich hatte vor allem zu Rennbeginn ein starkes Auto, hing aber hinter Rene Rast fest.

Daher kam ich etwas früher als geplant zum Boxenstopp. Das war nicht optimal, denn dadurch habe ich etwas den Anschluss an die Spitze verloren. Trotzdem bin ich happy mit dem Top-5-Resultat.“

Philipp Eng, P9:

„Es war wieder enttäuschend. Im Qualifying und im ersten Stint ging nichts, obwohl wir gestern im Training so konkurrenzfähig waren. Das Einzige, das wir zu gestern verändert haben, war der Reifen. Es fühlt sich für mich an wie eine Lotterie.“

 

 

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