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FE: Maximilian Günther nach elektrisierenden Heimsieg: „Ein unglaubliches Gefühl“, die Stimmen aus Berlin

Max Günther , BMW ©BMW,Sam Bloxham

Maximilian Günther schaffte es, in die Phalanx von Antonio Felix da Costa – drei Siege hintereinander-  einzubrechen und feierte beim achten Saisonrennen in Berlin seinen zweiten Sieg.

„Das ist ein unglaubliches Gefühl. Ich freue mich wahnsinnig für mich und das gesamte Team, hier in Berlin mein Heimrennen gewonnen zu haben“, so Günther nach seiner taktischen Meisterleistung.

 

 

Einer der Schlüssel zum Erfolg war, dass es BMW nach den zwei enttäuschenden Rennen während der Woche gelungen ist, die Pace im Qualifying zu verbessern.

Günther schaffte als Sechster den Sprung in die Superpole und hielt dann lange die Bestzeit, die lediglich Vergne noch unterbieten konnte.

Günther: späterer Angriff auf Vergne geplant

Eine taktische Meisterleistung bescherte dem „Elektro-Schumi“, wie Günther in der ‚Berliner Morgenpost‘ tituliert wird, seinen Sieg in der deutschen Bundeshauptstadt. Im Rennen lag der 23-Jährige lange Zeit hinter Vergne auf Platz zwei und sparte dabei so viel Energie wie möglich.

Fünf Runden vor Schluß dann die entscheidende Attacke gegen den bis dahin souveränen Vergne. Dem Franzosen ging im Fight gegen den Deutschen etwas die Akkuleistung aus, Günther rauschte mit der Effizienz seines BMW iFE.20 vorbei und ging in Führung.

GUE vor Frijns Zieleinlauf Berlin ©FIAFormulaE

„Es war bis zum Schluss ein unglaublich intensives Rennen“, erklärte der Deutsche. „Ich hatte geplant, meinen Angriff auf Jean-Eric Vergne spät zu setzen, aber dann kam Robin Frijns mit etwas mehr Energie noch einmal sehr nah an mich heran.

Ich musste alles geben, um dem Druck standzuhalten und ihn in der letzten Runde nicht mehr vorbeiziehen zu lassen. Letztlich ist unser Plan aber perfekt aufgegangen. Einer der Schlüssel dafür war sicher, dass es uns anders als bei den beiden Rennen zuvor diesmal gelungen ist, uns weit vorn zu qualifizieren“, resümierte der Allgäuer.

Günther verteidigte sehr routiniert und nervenstark gegen den heranstürmenden Virgin-Piloten Frijns. Im Sprint zur Ziellinie hatte Günther um 0,128 Sekunden die Nase vorn.

Für die weiteren anstehenden Rennen in Berlin hat der BMW-Pilot nur ein Ziel. „Jetzt gilt es, weiter fokussiert zu bleiben, um bei den nächsten drei Rennen weitere Erfolge einzufahren“, hofft Günther.

BMW-Teamchef Roger Griffiths: Unglaubliche Trendwende

Höchstes Lob zollte BMW-Teamchef Roger Griffiths, der nur staunend in der BMW-Box den Galaauftritt seines Schützlings verfolgte. „Das Team hat eine unglaubliche Trendwende von nirgendwo zum Sieg geschafft. Noch vor 48 Stunden standen wir hier alle mit langen Gesichtern. Nun bin ich unglaublich stolz auf jedes einzelne Teammitglied.

Wir haben seit Donnerstag sehr hart gearbeitet und unsere Probleme analysiert. Das hat sich ausgezahlt. Mit dem Heimsieg für Maximilian und BMW i Motorsport ist es ein ganz besonderer Tag für das Team – aber auch für mich persönlich. Maximilian ist einmal mehr unglaublich clever und ruhig gefahren, hat im Windschatten von Vergne Energie gespart und dann ein tolles Manöver gesetzt“, sagte der Brite.

Teamkollege Alexander Sims kam auf Platz zehn ins Ziel, damit hat das Team BMW i Andretti Motorsport mit nun 118 Zählern Rang zwei in der Teamwertung gefestigt.

Guenther und sein Team um Teamchef Roger Griffiths feiert ©FIAFormulaE

Porsche:

Gutes Ergebnis brachte auch Porsche-Pilot Andre Lotterer nach Hause. Der Duisburger erreichte Platz fünf. Während Lotterer seine siebte Position am Start verteidigen konnte, sorgten die „Attack Modes“ nach dem Restart für jede Menge Action im Feld.

Lotterer behielt jedoch kühlen Kopf und hielt zunächst seine Top-Ten-Position. In den letzten Minuten des Rennens gelangen ihm schließlich noch zwei sehenswerte Überholmanöver, so dass Lotterer als Fünfter weitere Punkte aus Berlin mitnehmen konnte.

„Von Platz sieben habe ich im Rennen schnell meinen Rhythmus gefunden“, sagte Lotterer. „Es hat Zeit gekostet, um an den Autos vor mir vorbeizukommen. Aber die Schlussphase war dann stark. Für das Podium hat es leider nicht mehr gereicht, aber Platz fünf bringt uns weitere Punkte. Morgen werden wir versuchen, es noch besser zu machen“, so der Deutsche.

Hier die weiteren Stimmen

Neel Jani (Porsche- Ausfall): „Das Auto hat sich heute gut angefühlt. Deshalb ist das Ausscheiden natürlich schade. Ich konnte am Anfang Druck auf die vor mir liegende Konkurrenz machen und mich verbessern. Dann gab es vor mir eine Karambolage, rechts und links drehten sich Autos.

Leider ist eines davon dann genau vor mir stehen geblieben. Das habe ich dann erwischt. Es war ein Rennunfall, so ist es im Racing manchmal. Jetzt müssen wir schauen, dass wir morgen weiter vorn stehen, dann kann ich so etwas hoffentlich umgehen.“

Amiel Lindesay, Einsatzleiter Porsche: „Das Qualifying war nicht ideal, wir haben ein wenig Zeit liegengelassen. Allerdings wussten wir, dass wir im Rennen ein gutes Auto haben würden.

André hat wirklich hart gekämpft und eine super Leistung abgeliefert. Wir haben wichtige Punkte für die Meisterschaft gesammelt und sind zufrieden mit dem Ergebnis. Wenn wir im Qualifying zwei oder drei Plätze weiter vorn stehen, haben wir eine gute Chance auf einen Podestplatz.“

Nico Müller (Dragon, P12): “ Ich machte mir das Leben heute schwer, da ich nach einem Fehler in der Quali-Runde von P23 starten musste. Ich hatte aber ein gutes Rennen, kam noch auf P12. Versuche morgen alles zusammenzubringen.“

Robin Frijns (Virgin, P23): „“Es ist wirklich toll, wieder auf dem Podium zu stehen, denn es ist das erste Mal in dieser Saison. Es war ein gutes Rennen, und wir hatten gegen Ende viel Energie, da wir immer das Geduldsspiel mitgemacht haben. Ich konnte sehen, wie Max [Günther] und JEV hart um die Plätze kämpften, also sah ich eine Gelegenheit, JEV zu überholen und dann von hinten Max unter Druck zu setzen. Am Ende gewann ich an Geschwindigkeit auf Max, aber am Ende bin ich mit P2 froh, einige gute Punkte geholt zu haben.“

Jean-Eric Vergne (DS Techeetah, P3): „Es war toll, heute wieder auf der Pole Position zu stehen, und nach zwei schlechten Tagen hatte ich im Qualifying ein so gutes Gefühl im Auto.

Es war auch ein schöner Auftrieb, wieder auf dem Podium zu stehen. Leider nicht auf der obersten Stufe.

Ich habe im ‚Attack Mode‘ viel Energie verloren, da wir glaubten, dass mein Regenerationspaddel nicht richtig funktioniert hat. Gegen Rennende konnte ich nicht mehr um den Sieg kämpfen.“

Antonio Felix da Costa (DS Techeetah, P4): „Was die Formel E so spannend macht, sind die superkleinen Reserven, die man gewinnen muss, um an der Spitze zu starten. Leider waren sie heute nicht auf meiner Seite, aber ich habe es geschafft, während des gesamten Rennens nach oben zu klettern und als Vierter ins Ziel zu kommen, worüber ich sehr glücklich bin.

Es geht nur darum, die Punkte zu holen, das war das Ziel für heute, und wir haben es gesichert. Der Plan für morgen ist ein sauberes Rennen, das ist alles, worauf ich mich konzentrieren werde.“

Nyck de Vries (Mercedes, P18): „Mein Start war gut, aber es ist schwierig, gut durch die ersten Kurven zu kommen, wenn man mitten im Feld steckt. Deshalb verhielt ich mich zunächst eher etwas konservativ und zurückhaltend.

In der Folge hatte ich mit blockierenden Vorderrädern zu kämpfen, versuchte aber trotzdem, mit den anderen Fahrern bestmöglich mitzuhalten. Leider verpasste ich dann die Aktivierungsschleife für den ‚Attack Mode‘, was den weiteren Verlauf unseres Rennens stark beeinträchtigte. Das war mein Fehler und tut mir für das gesamte Team sehr leid.

Durch die lange Safety-Car-Phase hatten wir am Ende leider nicht genügend Runden, um einen Puffer für den Attack Mode herauszufahren.“

Stoffel Vandoorne (Mercedes, Ausfall): „Da war heute viel Pech im Spiel und ich bin echt enttäuscht, das Rennen nicht beendet zu haben. Wir haben uns wieder in einer starken Position befunden und ich glaube fest, dass uns das Rennen gegen Ende erneut entgegengekommen wäre und wir dann stark gewesen wären.

Leider wurde ich in Kurve neun von hinten getroffen, was einen Reifenschaden zur Folge hatte. Aus diesem Grund musste ich das Rennen vorzeitig aufgeben und konnte nicht weiterfahren.

Das ist sehr enttäuschend, da wir uns mit Blick auf den Energie-Verbrauch in einer starken Position befunden haben. Das Auto fühlte sich gut an und ich glaube, dass wir noch einige Plätze hätten gutmachen können.

Man muss sich nur ansehen, auf welchem Platz Robin ins Ziel gekommen ist. Ich lag genau hinter ihm und war mit Blick auf die Energie gut aufgestellt. Das ist schade, aber morgen versuchen wir es erneut.“

Ian James, Teamchef Mercedes: „Nach starken Leistungen im Qualifying hatten wir uns vom Rennen mehr erhofft.

Leider hatte Stoffel einen Reifenschaden, nachdem er in Runde 16 von hinten angeschoben worden war. Wir haben entschieden, ihn aus dem Rennen zu nehmen, um weitere Schäden zu vermeiden. Derzeit überprüfen wir das Auto in Vorbereitung auf den morgigen Tag.

Obwohl Nyck sich zu Beginn des Rennens nach vorne arbeiten konnte, wurde es nach der langen Safety-Car-Phase ein harter Abend. Er verpasste die Schleife für den Attack Mode im ersten Versuch knapp und fiel dadurch weiter ins Mittelfeld zurück. Die folgende Aufholjagd verbrauchte mehr Energie, als wir wollten, und so konnte Nyck leider das Punkteergebnis auf der letzten Runde nicht mehr verteidigen und überquerte die Ziellinie auf P16. Der heutige Tag war ein Rückschlag für unser Team.“

Mitch Evans (Jaguar, P9): „“Nach einem enttäuschenden Qualifying auf P19 hatte ich im Rennen ein wirklich gutes Gefühl und konnte 10 Plätze gutmachen und P9 mit einer schnellsten Runde beenden, was ein gutes Gefühl ist.

Unsere ersten Punkte in Berlin, das ist ein schöner Schritt nach vorne. Hoffentlich ist das ein guter Weg für morgen, und wir können uns weiter vorne qualifizieren und wieder unser wahres Tempo zeigen.“

Edoardo Mortara (Venturi, P14): „Es war heute ein sehr schwieriger Tag. Im Freien Training hat es recht gut begonnen, und die Leistung im Qualifying war da.

Aber aus irgendeinem Grund konnten wir im Rennen keine Pace finden. Die Abstimmung des Autos machte es ziemlich schwierig, und auch in Sachen Energie haben wir unsere Strategie nicht richtig umgesetzt. Das machte es am Ende zu einem ziemlich schlechten Mix- es war ein enttäuschender Tag.

Ich denke, dass es uns im Vergleich zu den Teams um uns herum an Performance mangelt, und ich hoffe wirklich, dass wir über Nacht die richtigen Lösungen finden können, damit wir die Situation verbessern können, wenn wir morgen wieder ein Rennen fahren.“

Rene Rast (Audi, Ausfall): „Leider wurde ich kurz vor Schluss von einem anderen Fahrer (Nyck de Vries, Anmerkung der Redaktion) getroffen und musste an der Box aufgeben. Bis dahin kam ich gut vorwärts. Morgen geht es für mich darum, im Qualifying besser zu sein und weiter vorne zu starten.“

Lucas di Grassi (Audi, P8): „Doch dann wurde ich von Felipe Massa „umgedreht“. Ich bin auf Platz 13 zurückgefallen, habe mich wieder auf Platz acht nach vorn gekämpft und noch vier Punkte geholt. Das war ein harter Tag.“

Allan McNish, Teamchef Audi: „Bei dem Treffer durch Nyck de Vries wurde Renes Kühler beschädigt. Das war sehr schade, denn Rene ist ein starkes Rennen gefahren.

Es war ein ziemlich frustrierender Tag für uns, denn wir hatten den Speed und das Potenzial für bessere Ergebnisse. Positiv ist, dass Lucas in der Fahrermeisterschaft Dritter ist und wir in der Teammeisterschaft einen Platz gutgemacht haben.

 

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