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FE: Felix da Costa:“Bin sprachlos“ nach zweiten Galaauftritt, die Stimmen aus Berlin

Antonio Felix da Costa ,2020 Berlin E-prix ©DS Techeetah,Sam Bloxham

Antonio Felix Felix Da Costa ist nicht aufzuhalten. Der DS Techeetah-Pilot dominierte das zweite Rennen beim Saisonfinale in Berlin in eindrucksvoller Art und Weise. Zweite Pole-Position geholt, einen souveränen Start-Ziel-Sieg eingefahren, Tabellenführung ausgebaut. So einfach kann Motorsport sein.

Wer soll Felix da Costa in dieser Form aufhalten? „Ich bin sprachlos“, sagte der 28-Jährie nach seiner Galavorstellung. „Ganz ehrlich, von dem, was wir jetzt gemacht haben, nämlich dreimal hintereinander zu gewinnen und zweimal von der Pole-Position ins Ziel zu kommen, kann man nur träumen.

Es wird so wichtig sein, dass wir in den letzten vier Rennen mit der gleichen Mentalität weitermachen, die wir jetzt haben, damit wir sie auf der Ziellinie nicht verlieren. Ich vertraue voll dem Team und dass wir uns bis zum 13. August und dem letzten Renntag gegenseitig über die Runden kommen werden“, ist sich Felix da Costa schon sicher, seinen ersten Formel-E-Titel zu holen.

Der Portugiese musste sich zwar diesmal in der Gruppenphase Nissan-Pilot Sebastien Buemi geschlagen geben, in der Superpole eilte Felix da Costa der Konkurrenz auf und davon. Über vier Zehntel Sekunden betrug der Vorsprung des Tabellenführers auf den Zweitplatzierten Buemi-eine Hausnummer in der Formel E.

Antonio Felix da Costa ,2020 Berlin E-prix ©DS Techeetah,Sam Bloxham

Mit der Pole-Position und drei weiteren Meisterschaftspunkten im Gepäck machte Felix da Costa dort weiter, wo er am Mittwoch aufgehört hatte. Ein perfekter Start, kühlen Kopf behalten und das Rennen sicher nach Hause fahren.

Lob gab es für den Neuling bei DS Techeetah von höchster Stelle. „Was soll ich sagen, dieses Team ist nichts anderes als hervorragend, und Antonio ist es auch“, lobte Teamchef Mark Preston sein Schützling. „Dritter Sieg in Folge, zwei davon von der Pole-Position bis zum Sieg, man könnte nicht mehr dominieren, wenn man es wollte.

Wir werden den ganzen Schwung von heute mitnehmen, morgen eine gute Pause einlegen und die Batterien buchstäblich wieder aufladen, um am Samstag und Sonntag in der gleichen Form zurückkommen zu können. Es wird für uns alle ein echter Härtetest sein, und wir müssen bis zum Schluss bestehen, um beide Meisterschaften nach Hause bringen zu können“, so der DS Techeetah-Teamchef, der neben der Fahrerwertung auch die Teammeisterschaft verteidigen will.

Nissan: Sebastien Buemi nach Platz zwei zufrieden

Nissan-Pilot Sebastien Buemi schnupperte ansatzweise mal in das Heck des Portugiesen, gefährden oder attackieren war jedoch nicht möglich. Dennoch zeigte sich der Schweizer mit dem Rennverlauf und Platz zwei zufrieden, den er sich hart gegen Audi-Pilot Lucas di Grassi erarbeiten musste.

„Das Rennen war enger als ich dachte, so Buemi. „Ich hatte Pech mit dem ersten Attack Mode, denn es gab eine Full Course Yellow-Phase und ich verlor den Vorteil – das hätte wohl einiges geändert. Ich musste Lucas überholen und habe dort etwas Zeit verschwendet, aber in Bezug auf das Tempo waren wir nicht allzu weit davon entfernt – heute haben wir uns deutlich verbessert.

Der zweite Platz in der Qualifikation und im Rennen bedeutet viele Punkte für das Team. Wir sind jetzt P3 in der Teammeisterschaft. Ich freue mich schon sehr auf den Rest des Finales in Berlin. All die harte Arbeit, die das Team geleistet hat, zahlt sich aus, deshalb bin ich froh, dass wir diese Trophäe haben. Ich werde morgen einen freien Tag genießen und am Samstag in Runde acht stark zurückkommen“,fasste der Schweizer zusammen.

Lucas di Grassi: Berlin bleibt ein gutes Pflaster- Platz drei

Audi-Pilot Lucas di Grassi meldete sich im Titelkampf zurück. Berlin ist und bleibt ein gutes Pflaster für den Brasilianer. Di Grassi setzte seinen fantastischen Rekord in Berlin fort und sicherte sich in der deutschen Hauptstadt den sechsten von acht Podiumsplätzen.

Lucas di Grassi,2020 Berlin E-prix ©Audi

Nach Platz acht zum Auftakt meldete sich Lucas di Grassi eindrucksvoll zurück. Im Qualifying gelang ihm der Sprung in die Super Pole, wo er Sechser wurde. Im Rennen machte di Grassi gleich in der Anfangsphase zwei Positionen gut und lieferte sich anschließend ein spektakuläres Duell mit Robin Frijns (Virgin), das der Brasilianer knapp für sich entschied.

„Wenn man in der Formel E auf dem Podium steht, dann war es ein guter Tag“, sagte di Grassi. „Wir haben über Nacht hart gearbeitet und das Auto gegenüber gestern deutlich verbessert. Trotzdem war das Rennen erneut ein hartes Stück Arbeit. Wir werden weiterarbeiten, um noch schneller zu werden. Dass wir den Kurs in Berlin ab Samstag andersherum fahren, sollte uns auch entgegenkommen“, hofft der Audi-Pilot seinen Aufwärtstrend fortsetzen zu können.

„Das heutige Rennen hat uns gezeigt, wie hoch das Niveau ist. Früher haben in den ersten zwei oder drei Saisons vielleicht drei von vier Teams gekämpft, aber jetzt sind es so ziemlich alle. Ich kämpfe seit der ersten Saison gegen Seb [Buemi], aber jetzt hat jeder ein sehr gutes Auto und fährt auf einem sehr hohen Niveau. Jedes Team ist sehr professionell und optimiert alles, so dass es sehr, sehr schwer ist, auf das Podium zu kommen, deshalb bin ich sehr glücklich, dass ich Dritter geworden bin“, zeigte sich di Grassi erleichtert.

Rene Rast: Von der Boxengasse  auf Platz 13

Rene Rast passierte an seinem zweiten Auftritt für Audi ein ähnliches Missgeschick wie Lucas di Grassi am Mittwoch. „Ich habe im Qualifying etwas zu viel riskiert“, sagte Rast. „Beim Anbremsen von Kurve 1 blockierte das rechte Vorderrad. Dadurch habe ich den Scheitelpunkt der Kurve komplett verpasst und war Letzter“, stellte der DTM-Champion fest.

Rast startete aus der Boxengasse und machte im Rennen zehn Plätze gut- eine solide Leistung des 33-Jährigen. Sicherlich wird Rast die Daten über den freien Tag heute analysieren und auswerten, um für das Wochenende mit zwei weiteren Rennen noch stärker gerüstet zu sein.

Mercedes: Vandoorne mit Überholmanöver des Rennens

Mercedes erlebte ein Rennen mit Ups and Downs. Stoffel Vandoorne erreichte mit einer starken Aufholjagd Platz fünf. Der Belgier ging von Startplatz 13 ins Rennen und machte mit einer starken kämpferischen Leistung acht Plätze gut.

Vandoorne sorgte für das wohl imposanteste Überholmanöver des Tages. Auf der langen Gegengeraden lagen Sam Bird (Virgin), Oliver Rowland (Nissan) und Vandoorne nebeneinander. Der Mercedes-Pilot überholte dank Attack-Mode beide auf einmal außen herum- ein Wahnsinnsmanöver.

„Das war heute wieder ein super Rennen für mich“, sagte Vandoorne. „Alles in allem ist es relativ ähnlich wie gestern gelaufen und ich konnte mich von Startplatz 13 bis auf P5 nach vorne kämpfen. Das Auto hatte heute eine gute Pace, ich glaube sogar noch mehr als gestern.

Ich fühlte mich darin wohl und hatte volles Vertrauen ins Auto. Wir konnten pushen, haben wieder die richtigen Entscheidungen getroffen und mit dem Attack Mode konnte ich einige Autos überholen. Alles in allem war es eine gute Aufholjagd. Zwischenzeitlich dachte ich, dass vielleicht sogar ein Podestplatz drin sein könnte, aber wir sind keine unnötigen Risiken eingegangen. Am Ende bedeutet P5 für uns erneut eine gute Punkteausbeute“, resümierte der Belgier.

Nyck de Vries, Mercedes ©Mercedes,LAT

Teamkollege Nyck de Vries musste aufgrund eines technischen Defekts das Rennen vorzeitig beenden. Sehr schade für den Niederländer, der mit Platz vier zum vierten Mal in seiner Rookie-Saison aus der zweiten Reihe ins Rennen ging.

„Wir haben die Verbindung zu Nycks Auto verloren, und es ist komplett ausgegangen. Wir untersuchen gerade genau, was passiert ist, haben die Ursache dafür aber noch nicht gefunden“, ärgerte sich Mercedes-Teamchef Ian James.

Bis zum Ausfall verbesserte sich de Vries am Start auf Rang drei, bis zur Rennmitte lag er durchgängig in den Top-5. Da der Niederländer ohne die Erlaubnis aus seinem Auto ausstieg und es persönlich an den Streckenrand schob, bekam er eine 5.000 €-Geldstrafe aufgebrummt. Ärgerlich für den 25-Jährigen.

„Wir hatten einen guten Start in den Tag und mit Startplatz vier auch eine gute Ausgangslage für das Rennen“, sagte der Niederländer. „Zu Beginn konnte ich einen Platz gutmachen, mich danach aber nicht von meinen Verfolgern absetzen, da ich mit Untersteuern zu kämpfen hatte. Ich versuchte, mich nach der Full-Course-Yellow-Phase zu verteidigen, hatte aber keine Chance. Danach konnte ich ihnen sehr gut folgen und an ihnen dranbleiben. Leider war dann zur Rennhälfte schon alles vorbei. Das ist schade, aber so etwas gehört zum Rennsport dazu“, so de Vries.

Porsche: Lotterer holt erneut Punkte- Platz neun

Andre Lotterer (Porsche) kam nach seinem zweiten Platz vom Mittwoch diesmal auf Platz neun. Der 38-Jährige sammelte zum insgesamt fünften Mal in dieser Saison Punkte.Lotterer ging von Startplatz 12 ins Rennen, und kam als 13. aus der ersten Runde. Der Deutsche eroberte in den letzten Sekunden seines zweiten „Attack Modes“ den zehnten Platz und sicherte sich mit einem starken Überholmanöver kurz vor Schluss noch Platz neun.

Andre Lotterer Porsche R2 ©Porsche

„Ich bin vom zwölften Platz gestartet und habe es geschafft, in die Punkte zu fahren“, sagte Lotterer. „Trotzdem wäre ich natürlich lieber etwas weiter vorn gelandet. Wenn man sich die gestrige Pace anschaut, sah es eigentlich vielversprechend aus. Das Auto hat sich heute jedoch nicht so gut angefühlt wie gestern. Wir konnten aber viele Daten sammeln“, resümierte der Porsche-Pilot

Für Teamkollege Neel Jani verlief das zweite Rennen in Berlin enttäuschend. Verpasste der Schweizer noch am Mittwoch mit Platz elf knapp seinen ersten Meisterschaftspunkt, lief beim zweiten Auftritt nicht viel zusammen. Nach einem verkorksten Qualifying-Platz 20- machte Jani im Rennen fünf Plätze gut und wurde Fünfzehnter.

„Im Qualifying habe ich im ersten Sektor einen Fehler gemacht, so dass ich von recht weit hinten starten musste“, so der Schweizer. „Ich konnte dann ein paar Plätze gutmachen, kam jedoch im Rennverlauf mit dem Fahrverhalten nicht mehr optimal zurecht. Wir müssen uns die Gründe dafür anschauen. Das Gute ist, dass vier weitere Rennen vor uns liegen“, erklärte Jani.

BMW: aus dem Titelkampf verabschiedet

BMW i Andretti Motorsport erlebte am zweiten Renntag des Berlin-Finals eine herbe Enttäuschung. Nach Problemen blieben Maximilian Günther und Alexander Sims im siebten Saisonrennen ohne Punkte. Am BMW iFE.20 von Sims wurde die Batterie gewechselt, was einen Start aus der Boxengasse und eine zusätzliche Durchfahrtstrafe zur Folge hatte. Sims kam auf Platz 19 ins Ziel.

„Das war aus der Boxengasse und mit der Strafe natürlich ein ziemlich einsames Rennen“, erklärte Sims. „Unsere einzige Chance wäre gewesen, wenn ein Safety Car raus gekommen wäre. Aber das ist nicht passiert. Generell müssen wir verstehen, warum wir im Training eine gute Pace haben, die jedoch im Qualifying nicht halten können“, so der Brite, der sich damit wie Teamkollege Günther aus dem Titelkampf verabschiedet hat.

Max Günther, BMW,2020 Berlin E-prix ©BMW,Andrew Ferraro

Günther beschädigte sich auf Platz acht liegend im Zweikampf mit Bird den Frontflügel und den Reifen. Der folgende Boxenstopp warf ihn ans Ende des Feldes zurück. Der Allgäuer fuhr zunächst weiter, schied dann aber aus.  Am Wochenende stehen die Rennen drei und vier in Berlin-Tempelhof auf dem Programm.

„Das Rennen hat sehr gut angefangen“, so Günther, der von Startplatz eld ins Rennen ging. „Ich konnte drei Plätze gutmachen und danach Energie sparen. Ich habe mich im Auto gut gefühlt. Leider kam es dann zu dem Zwischenfall mit Sam Bird. Ich habe im Zweikampf die Mauer getroffen und mir dabei das Fahrzeug beschädigt. Das ist natürlich enttäuschend, aber so läuft es leider manchmal“, sagte Günther.

Weitere Reaktionen:

Jean-Eric Vergne, DS Techeetah (Platz 10): „Nun, es ist nur fair zu sagen, dass heute ein weiterer Tag war, den ich gerne vergessen würde. Es war wichtig, heute ein paar gute Punkte zu holen, und ich habe mich darauf gefreut, mich bis zu den guten Punkten durchzukämpfen, aber ich habe erst nach der Hälfte des Rennens Leistung verloren. Jetzt stehen noch vier Rennen vor uns, und es wird von größter Wichtigkeit sein, dass wir alles geben, was wir haben.“

Mitch Evans, Jaguar (Platz 12): „Es war heute ein durchschnittlicher Tag für uns. Wir hatten nicht das beste Qualifying und ich hatte nicht das Gefühl, das ich im Auto brauchte. Im Rennen haben wir gehofft, durch das Feld zu kommen, aber uns fehlte die Pace. Wir sind mit großen Hoffnungen hierher gekommen, und wir haben viel Arbeit hineingesteckt. Offensichtlich haben die anderen große Sprünge gemacht, also müssen wir uns für die nächsten vier Rennen verbessern.“

Edo Mortara, Venturi (Platz 8): „Das heutige Rennen wird für mich als eines der schwierigsten der Saison. Ich hatte mehr Tempo und mehr nutzbare Energie als die Autos um mich herum, aber Bremsprobleme und ein langsamer Reifenschaden führten dazu, dass ich sie nicht überholen konnte. In den letzten Runden habe ich meine Vorderräder stark blockiert, und das hat mich stark verlangsamt. Für mich fühlt sich das wie ein Rennen an, das hätte sein können, aber am Ende ist es nicht das Ende der Welt, vier Punkte zu holen. Ich hatte mir mehr erhofft, aber es ist, was es ist. Ich freue mich darauf, am Wochenende wieder ein Rennen zu fahren, bei dem wir sicher mehr erreichen können.“

Sam Bird, Virgin (Platz 6): „Konstanz ist der Schlüssel in der Formel E, und es ist uns gelungen, viele Punkte für das Team zu erreichen – das ist bei den nächsten vier Rennen noch alles, worum es geht, und ich denke. Wir haben gute Chancen, in der nächsten Woche wieder an der Spitze zu kämpfen. Die Mannschaft hat in den letzten Tagen bereits harte Arbeit geleistet, und mit nur einem Tag zwischen den Doppelspielen ist es definitiv hart, aber wir werden tief in uns gehen und weiterhin unsere starke Leistung zeigen.“

 

 

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