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DTM: BMW: „Audi war in einer anderen Liga“- die Stimmen aus Spa

Mike Rockenfeller,DTM Spa 2020 ©Audi

Mit den Plätzen eins bis fünf im ersten Rennen in Spa-Francorchamps ist Titelverteidiger Audi ein Traumstart in die neue DTM-Saison gelungen.

Aber nicht DTM-Titelverteidiger Rene Rast war der Mann des Tages, sein schärfster Rivale aus dem Vorjahr stahl Rast die Show: Nico Müller

„Am Schweizer Nationalfeiertag mit der Schweizer Flagge auf dieses besondere Podium steigen zu dürfen, macht mich sehr stolz“, sagte Müller nach seinem fünften Sieg in der DTM.

„Spa ist eine magische Rennstrecke. Mit dem Audi RS 5 DTM auf ihr zu fahren, macht jede Menge Spaß. Mein Dank gilt Audi Sport und meinen Jungs bei ABT Sportsline.

Es gab hier am Freitag kein Training. Das Freie Training fand im Nassen statt. Wir wussten also erst im Qualifying, wo wir stehen. Dann beide Autos in die erste Reihe zu stellen und das Rennen so überlegen zu gewinnen, ist einfach mega“, jubelte der Schweizer in Diensten von Audi.

Nico Müller,DTM Spa 2020 ©Audi

Entsprechendes Lob gab es von höchster Stelle, Audi-Motorsportchef Dieter Gass war mit der Leistung seiner Schützlinge sehr zufrieden.

„Das Ergebnis ist einfach fantastisch für Audi“, so Gass. „Nach den Testfahrten vor Saisonbeginn haben wir das nicht erwartet. Heute ging es in erster Linie um gutes Reifenmanagement – und da war Nico Müller einfach eine Klasse für sich.“

Hinter Müller kamen mit Jamie Green (Rosberg)  und Loic Duval (Phoenix) zwei weitere Audi-Piloten auf das Siegertreppchen. Den Fünffach-Erfolg von Audi komplettierten Mike Rockenfeller und Rene Rast auf den Positionen vier und fünf.

Für DTM-Champion Rast lief es nicht wie gewohnt. Hoher Reifenverschleiß machte der Audi-Speerspitze zu kämpfen, der gar zweimal an die Box abbiegen musste, um sich neue Reifen zu holen.

Immerhin schaffte der amtierende Champion am Ende noch Platz fünf. Doch Zufriedenheit sieht anders aus. „Das Rennen war trotzdem ein Albtraum“, sagte der Champion. „Ich habe die Reifen am Anfang geschont, trotzdem gingen sie in den Keller. Im zweiten Stint habe ich sie noch mehr geschont, doch der Abbau war noch größer“, zeigte sich der 33-Jährige enttäuscht.

Dem Feld hinterher: BMW

Für BMW verlief der Auftakt auf der traditionsreichen Strecke nicht optimal. Keine Reifenflüsterer im BMW-Lager? Wer gedacht hatte, dass die Münchner nach den Testfahrten am Nürburgring mehr zu den Ingolstädter über die Winter- und Coronapause aufgeschlossen hätten, sah sich getäuscht.

Philipp Eng BMW ©BMW

Philipp Eng als Sechster war bestplatzierter BMW-Fahrer. Punkte gab es auch für BMW-Neuzugang Lucas Auer, Timo Glock und Jonathan Aberdein, ebenfalls BMW-Neuzugang, auf den Positionen sieben, acht und zehn.

Dagegen große Enttäuschung beim zweifachen DTM-Champion Marco Wittmann, der als Elfter knapp die Top-Ten verpasste und punktelos blieb.

Sheldon van der Linde, der im Qualifying mit Platz fünf groß auftrumpfte, ereilte gleich zu Beginn des Rennen großes Pech. Leistungsverlust wegen technischer Probleme, der Südafrikaner musste mehrfach die Box ansteuern.

Entsprechend unzufrieden zeigte sich BMW Motorsportboss Jens Marquardt. „Wie nach den Testeindrücken bereits erwartet, war das Reifenmanagement über die Renndistanz hier das große Thema.

Nach dem schwierigen Qualifying haben wir im Rennen versucht, das, was wir bei den Tests gelernt haben, umzusetzen. Wir haben bei Philipp Eng und Lucas Auer gesehen, dass man bei gutem Reifenmanagement im Rennen noch nach vorn kommen kann. Leider ist uns das nicht bei allen Fahrzeugen gelungen.

Das müssen wir uns jetzt genau anschauen und versuchen, es morgen besser zu machen. Gratulation an Nico Müller zu einem blitzsauberen Rennen. Hinter ihm hatten alle mit den Reifen zu kämpfen. Dieses Thema morgen in den Griff zu bekommen, wird der Schlüssel zum Erfolg sein.“

Hier weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Philipp Eng: „Als die Tür auf dem Grid zuging, war das Gänsehaut-Feeling pur. Genau in solchen Momenten weiß ich, warum ich immer Vollblut-Rennfahrer sein wollte.

Wir haben das Rennen vorab sehr gut durchgesprochen und uns gut darauf vorbereitet. Danke auch an Augusto Farfus, der beim Test wichtige Informationen zum Reifenmanagement gesammelt hat.

Im Qualifying war ich nicht ganz mit meinem Rhythmus zufrieden. Deswegen haben wir uns für das Rennen umso mehr vorgenommen, dieses gut durchzuziehen und das Material gut einzuteilen. Zwar sind wir bester BMW, aber natürlich will ich der Beste von allen sein, und dass wir als BMW komplett vorne stehen. Es ist noch ein bisschen Arbeit, aber wir werden da schon hinkommen.“

Lucas Auer: „Ich habe es sehr genossen, wieder im DTM-Fahrzeug zu sitzen und ein Rennwochenende mitzuerleben. Mit meiner Leistung bin ich auch sehr zufrieden.

Nach zwei Jahren Pause und nur zwei Testtagen direkt zweitbester BMW Fahrer zu sein, ist ein gutes Ergebnis. Zudem merke ich, dass ich noch jede Menge Verbesserungspotenzial habe.“

Lokalmatador Bart Mampaey, Teamchef RBM: „Dass die Strecke sehr aggressiv zu den Reifen ist, war uns schon nach den Tests klar. Dazu kamen heute aber noch extrem hohe Temperaturen.

Entsprechend groß war die Herausforderung für die Fahrer, die Reifen im Rennen zu managen. Das ist Philipp Eng sehr gut gelungen. Zudem hat er Push-to-Pass und DRS sehr klug eingesetzt. Leider hatten wir bei Sheldon van der Linde ein technisches Problem.

Wir haben es repariert und ihn trotz des großen Rückstands wieder auf die Strecke geschickt, damit auch er so viel wie möglich über die Reifen lernen konnte.

Für Jonathan Aberdein ist ein Top-Ten-Ergebnis bei seiner Rennpremiere im BMW M4 DTM gut. Mit Blick auf morgen ziehen wir hoffentlich die richtigen Lehren und sind näher an Audi dran.“

Jonathan Aberdein: „Insgesamt war es kein einfaches Rennen für alle BMW-Fahrer. Audi war heute in einer anderen Liga. Für mich persönlich war das Rennen ganz in Ordnung, nicht sehr ereignisreich. Insbesondere im zweiten Stint konnte ich meine Reifen gut über die Zeit bringen. Am Ende konnte ich auf Rang zehn einen Punkt holen. Insgesamt kein schlechter Start, aber natürlich möchte ich mich weiter verbessern.“

Timo Glock: „Schade, dass es nicht für mehr gereicht hat, denn eigentlich hatte ich im Auto ein gutes Gefühl. Im ersten Stint habe ich sehr auf meine Reifen geachtet und war vielleicht sogar ein wenig zu konservativ.

Im zweiten Stint lief es auch gut, bis ich Marco Wittmann überholt habe. Danach hatte ich schlagartig keinen Grip mehr auf der Hinterachse. Wir müssen uns jetzt anschauen, woran das gelegen hat.“

Sheldon van der Linde: „Mit meinem Qualifying war ich sehr zufrieden. Ich denke, ich habe das Maximum herausgeholt. Mein Start war auch ganz gut, aber schon in der zweiten Runde hatte ich dann ausgangs Eau Rouge keine Leistung mehr und musste in die Box kommen.

Wir haben das Problem dann behoben, und ich habe wenigstens noch wichtige Erfahrungen mit den Reifen gesammelt. Das war das Beste, was wir aus diesem Rennen noch herausholen konnten.“

Marco Wittmann: „Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend. Im ersten Stint lief es noch gut, und ich konnte mich an meinen BMW-Kollegen vorbeiarbeiten.

Auch die Reifen haben sich gut angefühlt. Im zweiten Stint ging dann leider gar nichts. Woran das lag, kann ich mir direkt nach dem Rennen nicht erklären. Das müssen wir analysieren.“

Sonntagsrennen: BMW stärkerer Reifenflüsterer?

Für das zweite Rennen am Sonntag (ab 12.55 Uhr live auf SAT.1) sind in Spa etwas kühlere Temperaturen vorhergesagt als am Samstag. Mal sehen, ob BMW der Audi-Truppe mehr Paroli bieten kann.

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