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DTM: Audi mit Traumstart in neue Saison, enttäuschende Leistung von BMW -die Stimmen

René Rast, Nico Müller, Audi,DTM Spa 2020 ©Audi

René Rast, Nico Müller

Audi war am Wochenende ganz klar der Dominator beim Saisonauftakt in Spa-Francorchamps.

Nach dem Fünffach-Erfolg vom Samstag setzten die Ingolstädter am Sonntag einen drauf und wiederholten das Samstag-Ergebnis: erneuter Fünffach-Erfolg. BMW blieb in Belgien chancenlos.

Am Sonntag meldete sich DTM-Titelverteidiger Rene Rast eindrucksvoll zurück und gewann in einem spannenden Finish vor Samstagsieger Nico Müller und Robin Frijns.

„Es war ein sehr gutes Rennen, viel besser als gestern, als ich mit den Reifen zu kämpfen hatte“, sagte Rast nach seinem ersten Saisonsieg.

„Wir haben ein paar Dinge am Auto verbessert, aber ich mich auch fahrerisch. Dafür haben wir heute den Lohn bekommen. Es war ein cooler Fight mit Nico und Robin – fair und gut. So, wie es sein soll. Das Racing mit DRS und Push-to-Pass in der DTM ist großartig“, lobte der Mindener die neuen Überholungstools, der in Spa seinen insgesamt 18.DTM-Sieg feierte.

René Rast, Audi,DTM Spa 2020 ©Audi

Entsprechend euphorisch zeigte sich Audi-Motorsportchef Dieter Gass nach dem neuerlichen Triumph der Vier Ringe. „Das war ein unglaublicher Saisonstart mit zwei fantastischen Ergebnissen für Audi“, sagte Gass nach dem neuerlichen Triumph der Vier Ringe.

„Gefühlt waren wir heute sogar noch etwas stärker als gestern. Es ist toll, dass wir dort weitermachen können, wo wir im vergangenen Jahr aufgehört haben.

Spa ist eine sehr spezielle Strecke, auf der gutes Reifenmanagement wichtig ist. Aber in Spa braucht man auch Motorleistung. Wir haben an diesen beiden Tagen klar gesehen, dass wir den besten Motor haben“, so der Audi-Boss.

Nico Müller, der in der Schlussrunde Rene Rast mit einer vorbereiteten Attacke dank DRS und Push-to-Pass noch düpieren wollte, die aber mißlang, durchlief ein Wechselbad der Gefühle. „Insgesamt ist das Wochenende super verlaufen“, so der Schweizer.

„Ich führe die Meisterschaft an. Aber ich war noch nie so unglücklich über einen zweiten Platz. Wir hätten auch heute gewinnen müssen. Ich hatte das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben“, resümierte der 28-jährige Abt-Pilot nach seinem zweiten Platz.

Müllers Teamkollege Robin Frijns komplettierte das Audi-Podium. „Leider hatte ich einen schlechten Start“, ärgerte sich der Niederländer. „Und meine Strategie, mit dem ersten Reifensatz besonders lange zu fahren, hat sich nicht ausgezahlt, weil mein Rückstand nach dem Boxenstopp einfach zu groß war.“

Dennoch zeigte Frijns ein starkes Wochenende in Spa, der mit dieser Performance im Titelkampf mitmischen wird.

Schallmauer durchbrochen: Fabio Scherer knackt 300 km/h

Ein Stück DTM-Geschichte schrieb das Audi-Kundenteam WRT Team: Fabio Scherer durchbrach im Rennen als erster Fahrer mit einem Class-1-Rennwagen die Schallmauer von 300 km/h.

Fabio Scherer,Audi,DTM Spa 2020 ©WRT,Audi

Der Rookie verpasste mit Platz 12 knapp seine erste Top Ten-Platzierung, zwischenzeitlich lag Scherer aussichtsreich auf Platz neun.

„Wir müssen uns besser qualifizieren und unser Potenzial, das vorhanden ist, nutzen können“, sagte Scherer. „Heute, in Rennen 2, hatte ich einen recht guten Start, aber leider war es sehr schwierig, zu überholen.

Ich hätte noch einige Plätze gutmachen können, denn ich war schneller als einige der vorderen Autos. Wir hatten ein gutes Tempo, wahrscheinlich sind wir zwei Runden zu früh an die Box gegangen und haben am Ende des Rennens Positionen verloren. Es ist traurig, weil wir keine Punkte geholt haben“, ärgerte sich der WRT-Pilot ob der verpassten Zähler.

Teamkollege Ferdinand Habsburg versuchte mit einer Zwei-Stopp-Strategie die Konkurrenz zu überraschen, der Plan ging nicht auf. Am Ende Platz 15 für den Österreicher. „Vieles ist schlecht gelaufen, was keine Punkte und ein schlechtes Ergebnis bedeutet“, so Habsburg.

„Aber es gibt auch Positives zu verbuchen: Wir haben als Team gut gearbeitet, die Moral in schwierigen Momenten hochgehalten und bewiesen, dass wir schnell sein können, wenn die Dinge in Ordnung sind.“

BMW: erneut von Audi vorgeführt, Reifenmanagement die Schwachstelle

Ein ganz anderes Bild zeigte sich bei BMW. Das Reifenmanagement der Münchner funktionierte nicht wie gewünscht. Sheldon van der Linde war noch der Einzige, der den Ingolstädtern etwas entgegensetzen konnte. Mehr als Platz sechs am Sonntag war aber für den Südafrikaner nicht drin.

„Das war ein gutes Rennen für uns“, so van der Linde. „Wir haben das Maximum aus unserem Paket heute herausgeholt. Leider konnten wir nicht noch mehr ausrichten.

Ich hatte ein richtig gutes Qualifying, vielleicht eine meiner besten Runden, die ich je gefahren bin. Ich bin mit mir zufrieden heute. Nach meinen Problemen im Rennen gestern war es für mich wichtig, mir mein Selbstvertrauen zurückzuholen. Ich wollte zeigen, wozu wir in der Lage sind. Das ist uns gelungen.

Die Audis sind offensichtlich sehr schnell. Wir werden alles geben, um im nächsten Rennen zu ihnen aufzuschließen“, zeigte sich van der Linde ob der Überlegenheit von Audi beeindruckt.

BMW-Boss Jens Marquardt gab auch offen zu, dass Audi in einer eigenen Liga unterwegs war. „Wie erwartet war es auch heute wieder schwierig für uns hier in Spa“, so Marquardt.

„Im Qualifying ist es etwas besser gelaufen, und wir hatten mit Sheldon van der Linde einen Fahrer in den ersten beiden Startreihen. Auch dahinter sah es etwas besser aus.

Im Rennen haben wir dann im ersten Stint zu viel Zeit verloren. Das konnten wir im zweiten Stint auch mit einer etwas anderen Strategie wie bei Marco Wittmann, der etwas später zum Reifenwechsel kam, einfach nicht mehr wettmachen.

Das Reifenmanagement ist uns heute erneut sehr schwergefallen, daran müssen wir arbeiten. Zuverlässigkeit und Top-Speed haben gepasst, die Pace im ersten Stint vor allem in den Sektoren zwei und drei nicht. Das müssen wir analysieren.

Bis zum Lausitzring müssen wir generell unser Paket noch verbessern, auch wenn die Reifen dort keine so große Rolle spielen sollten wie hier in Spa. Gratulation an René Rast und Nico Müller. Die beiden sind in einer eigenen Liga gefahren. Wir müssen zusehen, dass wir besser werden und schon bald da vorne dabei sind“, hofft der BMW-Verantwortliche näher an Audi aufschließen zu können.

Timo Glock an der Box ©BMW

Einen gelungen Einstand bei BMW gab die beiden Newcomer Lucas Auer und Jonathan Aberdein, die beide Male in die Top Ten fuhren. Am Samstag Platz sieben für Auer, am Sonntag mit Platz acht zweitbester BMW-Pilot, das gibt dem Österreicher sicherlich Auftrieb.

„Mein Start war wieder super“, sagte Auer. „Ich denke auch, dass der erste Stint generell sehr stark war. Allerdings habe ich mit vielen Autos gekämpft. Danach waren die Reifen fertig. Aber trotzdem, den ersten Stint würde ich als gut beschreiben, der zweite war es nicht unbedingt.

Dadurch konnte ich zumindest nicht mehr nach vorn fahren. Ich bin trotzdem ganz zufrieden und denke, dass ich noch Potential habe. Jetzt heißt es: weiterkämpfen“, so der Tiroler.

Hier weitere Stimmen aus dem BMW-Lager:

Stefan Reinhold (Teamchef BMW Team RMG):
„Wir haben hier in Spa die Mischung aus Abtrieb und Set-up einfach nicht perfekt hinbekommen. Daher hat uns im Vergleich zur Konkurrenz die Pace gefehlt.

Trotzdem ein großer Dank an das gesamte Team, das auch bei den Boxenstopps einen perfekten Job gemacht hat. Wir müssen uns jetzt in der Vorbereitung auf den Lausitzring genau ansehen, wie wir uns verbessern können.“

Marco Wittmann (Platz 10):
„Sehr ernüchternd alles. Am Ende habe ich spät gestoppt und dadurch vielleicht noch einen Punkt geholt. Wir alle müssen das komplette Wochenende genau analysieren.

Das ist super-enttäuschend, wenn du 45 Sekunden hinter dem Führenden ins Ziel kommst. Das ist nicht unser Anspruch, das ist nicht das, was wir uns erhofft haben. Man muss das ehrlich sagen, das war keine gute Leistung von uns. Da muss man dran arbeiten.“

Timo Glock (Platz 13):
„Das war nicht das, was wir uns erhofft hatten. Es ist schwierig zu verstehen, denn im Qualifying hat sich das Auto gut angefühlt. Aber sobald wir ins Rennen gehen mit mehr Gewicht an Bord, wird der Reifen zu stark beansprucht. Er leidet zu stark.

Das ist ein Thema, in dem unser Hauptproblem liegt. Das hat nicht gepasst, vor allem heute im zweiten Stint. Ich weiß nicht, was mit dem vorderen rechten Reifen los war, aber da ging nichts. Der hatte von Anfang an keinen Grip, und ich hatte viel Untersteuern.

Ich habe viel Zeit verloren. Da hat nichts zusammengepasst. Wir müssen schauen, woran es liegen kann. Momentan habe ich keine Erklärung dafür.“

Bart Mampaey (Teamchef BMW Team RBM):
„Ich denke, unser Team hat unter schwierigen Bedingungen das Beste aus den Möglichkeiten herausgeholt. Mit Audi konnten wir hier in Spa nicht mithalten, das müssen wir uns eingestehen.

Glückwunsch zu ihren Leistungen. Sheldon van der Linde hatte heute sowohl im Qualifying als auch im Rennen eine gute Pace. Jonathan Aberdein hat leider durch einen unverschuldeten Dreher viel Zeit verloren, sich danach aber großartig zurückgekämpft. Ich bin mit seiner Leistung sehr zufrieden.

Bei Philipp Eng ist unsere Reifenstrategie nicht so gut aufgegangen wie gestern.“

Philipp Eng (Platz 11):
„Das war sehr enttäuschend. Heute lief es genau anders als gestern. Wir haben am Auto nichts umgebaut, einfach nur einen anderen Reifen genutzt.

Gestern habe ich ausgesehen, als wäre ich der Reifenflüsterer schlechthin, heute das genaue Gegenteil. Das kann im Moment keiner verstehen.“

Jonathan Aberdein (Platz 9):
„Insgesamt war der Tag ein wenig enttäuschend, aber wir haben definitiv einiges herausgeholt. Leider wurde ich in der Anfangsphase des Rennens gedreht, was uns Zeit gekostet hat.

Dank unserer guten Pace und des Reifenmanagements ist es uns trotzdem gelungen, uns zurück ins Spiel zu bringen. Am Ende ist es Platz neun geworden. Angesichts unserer Startposition und des Zwischenfalls zu Beginn können wir mit diesem Ergebnis zufrieden sein.“

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