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DTM: Marco Wittmann kämpft für Norisring- Crowdfunding-Kampagne geplant

Marco Wittmann,BMW ©Foto Welker

Der DTM-Saisonauftakt 2020 erfolgt in Spa-Francochamps (01./02.August). Zehn Events mit je zwei Rennen waren zunächst geplant, als die ITR den angepassten Rennkalender wegen der Coronakrise am 3. Juni veröffentlichte.

Der Norisring sollte eigentlich den Startschuss für die neue Saison geben, es herrschte anfangs große Freude bei den DTM-Piloten. Doch nur einen Tag nach der Präsentation des neuen DTM-Kalenders erfolgte die überraschende Absage des DTM-Klassikers am Dutzendteich.

Die Stadt Nürnberg erteilte unter Bezug auf die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung keine Genehmigung für das geplante Geisterrennen.

Vor allem Lokalmatador Marco Wittmann traf die Absage des Norisring-Rennens besonders hart.

Der zweifache DTM-Champion, der im benachbarten Fürth lebt und Mitglied des veranstaltenden Motorsport Club Nürnberg (MCN) ist, muss auf sein Heimspiel vor seinen vielen tausenden Fans und seines lokalen Sponsors Schaeffler verzichten.

„Es ist sehr schade und für mich eine große Enttäuschung“, sagt Wittmann gegenüber ‚Bildpresse2010.blog‘.

„Wir haben in den letzten Wochen sehr hart gearbeitet, damit dieses Event irgendwie stattfinden kann. Wir haben ziemlich gepusht, und ich glaube, wir haben etwas vorgelegt, das auch ohne Zuschauerbeteiligung vielversprechend aussah“, so der Franke.

„Klar, der Norisring lebt von den Zuschauern, aber ich denke, wir hätten trotzdem eine gute Show, eine gute Unterhaltung im Fernsehen geboten“, ist sich Wittmann ganz sicher.

Doch die Stadt Nürnberg entschied sich dagegen, das Risiko war der Frankenmetropole offenbar zu groß. Die Gesundheit der Teams, Fahrer und der Besucher hat in Zeiten von Corona oberste Priorität.

Wittmann-Sieg am Norisring 2018 ©BMW

„Sicherlich können wir darüber diskutieren, ob dies die richtige Entscheidung ist oder nicht, aber es führt uns nicht ans Ziel. Letzendlich haben wir es zu akzeptieren. Das es eine schwierige Entscheidung war, wußten wir alle. In Bayern wird es etwas strenger gehandhabt, was die Regeln wegen Covid-19 betrifft, da wir ein oder zwei Wochen hinter einigen anderen (Ländern; Anmerkung der Redaktion) zurückliegen“, so der BMW-Pilot.

Besonders hart trifft der negative Bescheid der lokalen Behörde auch den Veranstalter MCN. Die erste Absage des Klassikers seit 1959 sorgt für einen finanziellen Engpass des Vereins. Kein Rennen, keine Ticketverkäufe, keine Einnahmen- ein Teufelskreis für den örtlichen Veranstalter, der besonders von den Ticketerlösen abhängig ist. Und Sponsoren in Zeiten von Corona aufzutreiben, ist momentan kein leichtes Unterfangen.

Der MCN muss nämlich jährlich rund 140.000 Euro Betriebskosten aufbringen, Lagerkosten für Material verschlingen einen Großteil der Ausgaben.

Tweet Wittmann Marco ©Twitter,WittmannRacing

„Ich hoffe nur, dass vor allem der Norisring das überleben wird, weil die Jungs dort ziemlich hohe laufende Kosten haben, um das Material zu lagern oder die Strecke aufzubauen“, sorgt sich Wittmann um den MCN, der selbst aktives Vereinmitglied ist.

„Ich werde mein Bestes tun und ihnen so gut wie möglich helfen, damit sie überleben. Wir haben sogar darüber nachgedacht, vielleicht eine Crownfunding-Kampagne zu starten, um ihnen irgendwie unter die Arme zu greifen, damit sie überleben. Da stehen wir aber noch am Anfang“, verrät der Fürther sein Vorhaben.

Wehmut auch bei Nico Müller und Rene Rast

Wehmut ob der Absage des Norisring-Rennens herrschte aber nicht nur beim zweifachen DTM-Champion Wittmann, die beiden Audi-Speerspitzen Nico Müller und Titelverteidiger Rene Rast bedauern ebenso den Ausfall des Klassikers.

„Ich bin sehr traurig“, schrieb Vizemeister Müller auf seinen Instagram-Kanal. Der Schweizer hat eine ganz besondere Beziehung zum Norisring, feierte dort seinen DTM-Premierensieg 2016. „Diese Strecke sorgt für die höchsten Hochs und die tiefsten Tiefs. Wir werden dich und deine leidenschaftlichen Fans, deine tolle Atmosphäre und die verrückten Rennen schrecklich vermissen“, so Müller.

Nico Müller, Hildegard Wortmann, René Rast, Norisring ©Audi

„Der Norisring war immer eine der besten Veranstaltungen des Jahres“, formulierte Rast seine Gedanken auf seinen Instagram-Kanal. „Im Vorjahr war das eines der verrücktesten Wochenenden. Diese Erinnerungen bleiben für immer“, so der Titelverteidiger, der im Vorjahr mit Markenkollege Müller, seinen schärfsten Titelrivalen, kollidierte.

Immerhin richtet sich der Blick des MCN bereits nach vorne. Der Verein plant für das nächste Jahr vom 02.07.2021 bis 04.07.2021 wieder ein Norisring-Rennen.

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