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DTM: Coronakrise- Infektionsschutzkonzept der DTM machte Testfahrten erst möglich

BMW Physio-Therapeuten Alessio Erra und Isreal Sanchez Hernandes ©BMWBMW

Voller Erfolg für die DTM. Die viertägigen Testfahrten der DTM auf dem Nürburgring wurden inmitten der Covid-19-Pandemie dank eines detaillierten und präzisen Infektionsschutzkonzepts ermöglicht.

Die beiden Hersteller Audi und BMW sowie die Privat-Teams WRT (Audi) und ART GP (BMW) konnten so erfolgreiche und intensive Testfahrten absolvieren. Gemeinsam sammelten der DTM-Troß rund 19.000 Testkilometer und über 5.200 Runden.

Möglich war die Durchführung des Tests dank eines umfassenden Hygienekonzepts, das im Fahrerlager und an der Rennstrecke für die nötige Sicherheit aller Beteiligten sorgte.

Bei der Umsetzung der Maßnahmen – etwa das Einhalten von Abständen, das Tragen von Schutzausrüstung und das regelmäßige Überprüfen der Körpertemperatur – zogen alle beteiligten Organisationen konsequent an einem Strang.

Oberste Regel: Vermeidbare Begegnungen werden so weit wie möglich umgangen. Dazu werden den beteiligten Organisationen Zonen zugewiesen, etwa den Herstellern Audi und BMW oder dem Reifenlieferanten Hankook.

Hier greifen Unterzonen, etwa für die Teams – hierfür sind die Hersteller und deren Hygienebeauftragten zuständig. In jeder Zone gelten die üblichen Hygiene-Regeln, OP-Masken sind permanent zu tragen.

Bei Bedarf: Schutzstatus wird erhöht 
Sollten jemand seine Zone verlassen und in einer anderen Zone tätig werden müssen, erhöht sich automatisch sein Risikostatus und somit die Schutzmaßnahmen – etwa Fahrer, die die Zone ihres Herstellers verlassen und für Interviews und Medientermine in die ITR-Zone kommen.

Für die betreffende Person gilt dann: Eine FFP-2-Maske ist Pflicht, Schutzhandschuhe ebenfalls.

Im Falle eines Falles: Schnelltest gibt Klarheit
Alle beim Test am Nürburgring anwesenden Personen bekamen von ihrem Hygienebeauftragten die Körpertemperatur gemessen.

Zeigte jemand Anzeichen von Fieber oder andere typische Symptome, wurde er isoliert und ein in ganz Europa zugelassener Schnelltest durchgeführt. Dieser kann Antikörper der ersten Immunreaktion des Körpers unmittelbar nach der Inkubationszeit nachweisen und solche, die zum „Immungedächtnis“ des Körpers zählen.

Anhand der ermittelten Werte lässt sich beurteilen, ob eine Covid-19-Erkrankung akut oder schon Wochen zuvor aufgetreten ist. Das Ergebnis des Tests liegt nach acht Minuten vor. Die DTM ist die erste Rennserie, die diesen schnellen und äußerst zuverlässigen Test eingeführt hat.

Wie gingen Fahrer und Teams mit der neuen Situation um?

„Natürlich gibt es Neuerungen für uns wie zum Beispiel die Maskenpflicht, aber ich denke, dass wir das vor Ort alles sehr gut umsetzen konnten“, sagte Marco Wittmann (BMW).

Zu den digitalen Medienrunden erscheinen die Fahrer mit Mundschutz. Beim Sprechen wird er abgenommen, nach Ende der Fragerunde wieder aufgezogen. Die gewohnten Abläufe waren vöillig anders als in den früheren Jahren. Die Coronakrise veränderte den Umgang der Beteiligten am Nürburgring extrem- auch untereinander.

Timo Glock, BMW ©BMW

„Schon sehr ungewohnt“, gibt Timo Glock (BMW) zu. „Wenn du deine Mechaniker und Ingenieure nicht persönlich mit Handschlag begrüßen kannst, hinzu kommt der Sicherheitsabstand oder das Tragen verschiedene Masken, das ist schon alles sehr extrem“, fährt der BMW-Pilot fort.

Markenkollege Philipp Eng, der am Montag die Bestzeit in den Asphalt des Nürburgrings brannte, zeigt sich erleichtert, dass es wieder auf einer realen Rennstrecke möglich ist, zu fahren.

„Mein Dank geht an alle Beteiligten, die das Hygienekonzept ausgearbeitet und damit dafür gesorgt haben, dass wir überhaupt testen konnten“, zeigt sich Philipp Eng (BMW) dankbar.

Audi-Teamchefs Ernst Moser, Thomas Biermeier und Kimmo Liimatainen: ‚Nichts Neues‘

Doch allen war klar. Die auferlegten Maßnahmen waren dringend erforderlich, um den wichtigen ITR-Test vor dem am 01. August in Spa-Francochamps beginnenden Saisonstart erst durchführen zu können.

Ernst Moser,DTM Test Nürburgring 2020 ©Audi

„Von meiner Seite her war es keine große Sache“, sagte Ernst Moser, Phoenix-Audi-Teamchef, der parallel zum DTM-Engagement mit seiner GT-Abteilung Kundensport betreibt, im Gespräch mit ‚Bildpresse2010.blog‘.

„Wir haben schon viele Tests vorher durchgeführt, vor allem hier am Nürburgring mit den korrekten Vorschriften. Bei der DTM ist es noch viel einfacher, weil wir mit allen Teams und Fahrern wirklich allein sind. Das macht es einfacher, sich an diese Regeln zu halten. Mein Gefühl ist gut und ich warte auf weitere Lockerungen“, zeigte sich Moser ob der Durchführung der ITR-Tests erleichtert.

Für Abt-Geschäftsführer Thomas Biermeier war die ungewöhnte Situation am Nürburgring nichts Neues, wie er  gegenüber ‚Bildpresse2010.blog‘ sagt. „Es war nichts Besonderes für uns, denn wir sind schon an all die Vorschriften gewöhnt, die wir zu Hause hatten oder die wir daheim organisiert haben“, so Biermeier, der seit 20 Jahren für Abt tätig ist.

„Wir arbeiten seit März mit diesen Regeln, sind an all diese Dinge gewöhnt und üben uns in Disziplin. Zu Hause ist es eine große Veränderung, wenn man zehn Stunden lang Masken tragen muss, besonders für die Mechaniker. Es ist eine Herausforderung, aber jeder ist motiviert, wieder auf die Rennstrecke zurückzukommen“, erklärt der Bayer.

Thomas Biermaier bei Formula E Test ©Audi

Ähnlich reagiert Kimmo Liimatainen, Teamchef bei Audi-Rosberg, auf die neue Situation. „Wir sind es auch schon gewohnt“, sagt der Finne. „Mit den Masken ist es für die Mechaniker nicht angenehm, aber es schützt sie und alle anderen. Das ist der Preis, den wir dafür zahlen und so ist es halt“, fügt Liimatainen hinzu, der seit 01. Februar die sportliche Leitung bei Rosberg übernommen hat.

Physio-Therapeuten in Raumanzügen
Dass Sicherheit und Hygiene höchste Priorität bei den DTM-Testfahrten haben, gilt vorallem dann, wenn man sich gezwungenermaßen nahe kommt.

Der Anblick war für Eng & Co. zunächst gewöhnungsbedürftig. „Physio-Therapeuten in Raumanzügen“: Ausgerüstet mit FFP-2-Masken, Schutzbrille, Schutzhandschuhen und Einmal-Overalls führten die Physios Alessio Erra und Isreal Sanchez Hernandes ihre Behandlungen mit den Fahrern durch.

Philipp Eng BMW ©BMW

BMW-Teamchefs Stefan Reinhold und Bart Mampaey

Die beiden BMW-Teamchefs Stefan Reinhold und Bart Mampaey lobten das Hygienekonzepts der DTM in den höchsten Tönen und bereiteten sich entsprechend auf die neuen Gegebenheiten vor. „Natürlich haben sich unsere Arbeitsprozesse durch die Hygieneauflagen verändert, aber diese Auflagen waren notwendig und gut“, sagt  Stefan Reinhold, Teamchef BMW Team RMG.

„Wir haben uns bereits im Vorfeld gut auf diese neuen Maßnahmen vorbereitet, unter anderem durch andere Sitzordnungen in den LKW und in der Garage. Ein großes Lob an das gesamte Team, sie haben das super umgesetzt“, findet Reinhold Lob für seine Truppe.

Für BMW-RBM-Teamchef Bart Mampaey gab es keine Beeinträchtigung hinsichtlich der intensiven Testprogramme, die seine Schützlinge zu absolvieren hatten. „Die Gesundheit aller ist das Allerwichtigste, und es war gut zu sehen, dass es uns dank des Hygienekonzepts möglich war, wieder auf die Strecke zu gehen“, so Mampaey.

Bert Mampaey, Teamchef BMW-RBM-Team (c)Erich Hirsch

„Die Regeln und Auflagen waren gut umzusetzen, und sie haben keinerlei Beeinträchtigungen für unsere Testarbeit mit sich gebracht. Es ist lange her, seit wir zum letzten Mal mit unseren BMW M4 DTM an der Rennstrecke waren, und deshalb freue ich mich mit dem gesamten Team, dass wir nun wieder zurück sein können“, ergänzte der Belgier.

Ein Sonderlob zollte BMW Motorsport-Direktor Jens Marquardt der ITR für ihr erfolgreiches und umfassenden Hygienekonzept. „Ein großer Dank geht an die ITR, die es uns mit ihrem Sicherheitskonzept möglich gemacht hat, hier zu sein“, sagte Marquardt. „Alles dafür zu tun, dass die Sicherheit und Gesundheit aller gewährleistet ist, steht an erster Stelle, und die ITR und alle Beteiligten haben in dieser Hinsicht einen großartigen Job gemacht.“

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