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DTM: Harrison Newey überrascht, Rene Rast mit Bestzeit, BMW bei der Musik dabei

DTM Nuerburg, Nürburgring, ©DTM,Hoch Zwei

„Lass dich überraschen“ lautete das Motto beim DTM-Testfinaltag am Nürburgring.

Harrison Newey, Sohn von Red-Bull-Technikchoryphäe Adrian Newey, stieg zur Überraschung aller erstmals in einen DTM-Boliden und war auf Anhieb schnell.

Der 21-jährige Brite erzielte mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:19,761 Minuten im WRT-Audi die neuntschnellste Zeit und war damit 0,733 Sekunden langsamer als der Tagesschnellste Rene Rast.

Auch wenn ein Zeitenvergleich wegen der unbekannten Programme der Teams mit Vorsicht zu genießen ist, war Newey immerhin schneller unterwegs als Teamkollege Fabio Scherer, der Rang 11 erreichte.

Newey spulte 140 Runden in Audis Kundenteam WRT ab und hatte sichtlich Spaß bei seiner DTM-Premiere.

„Ein Anruf in allerletzter Minute hat mich auf eine lange Fahrt zum Nürburgring gebracht“, sagte Newey via Twitter über seinen Abstecher in die Eifel. „Es hat sich mehr als gelohnt. Den Audi DTM zu fahren ist etwas ganz Besonderes und ein Vergnügen, in die Pedale zu steigen“, zeigte sich der Youngster angetan.

Bestzeit für Rene Rast, Audi zufrieden

Der amtierende DTM-Champion Rene Rast wollte sich nicht lumpen lassen und schloss am Finaltag der viertägigen DTM-Tests mit der Bestzeit ab. Mit seiner persönlichen Bestzeit von 1:19,028 Minuten setzte der Titelverteidiger ein Ausrufezeichen für die am 01. August in Spa-Francochamps beginnende Saison.

René Rast,DTM Test Nürburgring ©DTM

„Ich bin Montag und Donnerstag gefahren, dazwischen haben wir Medien-Termine absolviert und die Arbeit der Teamkollegen analysiert“, so Rast. „Am letzten Tag ging es also darum, das Gelernte umzusetzen“, fasste der 33-jährige Champion sein Testprogramm zusammen.

Audi konnte an drei der vier Testtage die Bestzeit herausfahren, zweimal war Ferdinand Habsburg im Kunden-Audi von WRT der Schnellste. Entsprechend zufrieden zeigte sich Andreas Roos, Audis DTM-Projektleiter, mit dem Audi RS5 DTM.

„Nach der langen Pause waren wir alle hoch motiviert, wieder an die Rennstrecke zurückzukehren“, so Roos. „Die ITR-Tests sind für die Teams und die Fahrer besonders wichtig, um einen Rhythmus für die Saison zu finden und alle notwendigen Abläufe eines Rennwochenendes zu testen.

Und genau das ist uns hier am Nürburgring gelungen. Ich freue mich schon sehr darauf, unsere DTM-Fahrzeuge beim Saisonauftakt in Spa durch Eau Rouge fahren zu sehen“, fiebert Roos dem Saisonauftakt entgegen.

Loic Duval-trotz Handicap Longruns absolviert

Sein Schützling Loic Duval musste mit einem gehörigen Handicap am Nürburgring sein DTM-Testprogramm abspulen. Vor zwei Wochen hat sich der Franzose beim Mountainbiken in Genf das Schlüsselbein gebrochen. Am Dienstag schaffte Duval 29 Runden- vorwiegend Shortruns. Dann wurden die Schmerzen zu groß, überließ sein Cockpit Mike Rockenfeller für einen halben Testtag.

Am Donnerstag ließ es sich Duval trotz Schmerzen nicht nehmen, auch Longruns zu fahren, um für Spa bestens vorbereitet zu sein. Immerhin erreichte der 37-Jährige 39 Runden, seine persönliche Bestzeit von 1:20,045 Minuten reichte für Position 10.

„Leider hatte ich noch Probleme mit dem Schlüsselbein, das ich mir vor etwa zwei Wochen gebrochen habe“, gab Duval offen zu. „Aber ich konnte kurze Runs absolvieren, und dabei ans Limit und auf Rundenzeiten gehen. Das war cool“, blickt der Audi-Pilot zuversichtlich nach vorne.

Dank der teilweise idealen Bedingungen während der vier Tage unterbot übrigens Habsburg als insgesamt Schnellster der viertägigen Testfahrten den aktuellen Rundenrekord der DTM. Seine 1.18,911 Minuten am Mittwoch sind die beste jemals auf dem Sprintkurs gemessene Zeit eines DTM Fahrzeugs. Insgesamt präsentierten sich die beiden Hersteller Audi und BMW auf Augenhöhe.

BMW: bei der Musik dabei

BMW hat über den Winter ihre Hausaufgaben ordentlich gemacht. Das zeigten die Münchner auch am Donnerstag, den hinter Rast kamen Timo Glock und Neuzugang Jonathan Aberdein auf die Plätze Zwei und Drei.

„Ich habe mich sehr gefreut, wieder im Auto zu sitzen – vor allem in meinem BMW M4 DTM, dessen Design einfach klasse ist“, so Glock. „Wir hatten hier gute Testtage und sind recht gut durch unser Programm gekommen. Ich bin sehr zufrieden, es fühlt sich gut an, und es war ein produktiver Test.

Es hat alles gepasst. Zudem hatten wir alle Wetterbedingungen, es hat zwischendurch auch einmal kurz geregnet. Es war gut, dass wir somit auch im Regen noch etwas fahren konnten. Ich bin happy und freue mich auf den Saisonauftakt. Zumal wir in Spa-Francorchamps in die Saison starten. Diese Strecke ist immer etwas Besonderes, und mit dem DTM-Auto wird das ein absolutes Highlight“, kann der Ex-Formel-1-Pilot den Saisonauftakt in Belgien kaum mehr erwarten.

Timo Glock BMW ©BMW

Ins gleiche Horn blies Aberdein, der ob der Reisebeschränkungen in seiner Heimat Südafrika lange Zeit um seinen Testeinsatz in der Eifel bangen musste. „Es ist unglaublich toll, nach der langen Pause wieder im Auto zu sitzen“, sagte der BMW-Neuzugang.

„Ich denke, jeder ist dankbar dafür, dass wir wieder an die Rennstrecke zurückkehren konnten. Der Test ist für uns sehr erfolgreich verlaufen. Wir haben mit dem Auto gute Fortschritte gemacht, und ich persönlich habe mich recht schnell an den BMW M4 DTM gewöhnt.

Ich liebe den BMW M4 DTM. Ich denke, er ist das schönste Auto auf dem Grid und er ist – das ist das Wichtigste – wirklich großartig zu fahren. Ich bin zuversichtlich und freue mich auf die ersten Rennen.“, so der 22-jährige Aberdein, der mit 166 Runden am Donnerstag die meisten Runden aller Fahrer abspulte.

Philipp Eng: Bestzeit am Montag

Am ersten Testtag am Montag brannte Philipp Eng die Bestzeit in den Asphalt des Nürburgrings. Der Aufwärtstrend der Münchnewr war unübersehbar.

„Es war cool, dass wir wieder fahren konnten“, so der Salzburger. „Es war ein erfolgreicher Test, wir haben sehr viele Hausaufgaben erledigt und unsere Programme abgespult.

Vor allem aber war es einfach extrem klasse, wieder an der Rennstrecke zu sein, wieder Benzinluft zu schnuppern, mein ganzes Team zu sehen.

Mein Dank geht an alle Beteiligten, die das Hygienekonzept ausgearbeitet und damit dafür gesorgt haben, dass wir überhaupt testen konnten. Jetzt fühle ich mich für den Saisonauftakt in Spa gut vorbereitet.

Nun gilt es natürlich noch, den Test aufzubereiten und zu analysieren, doch ich bin sehr zuversichtlich für die ersten Rennen“, hofft der Österreicher auf eine gute Saison.

BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt: Tolle Rennaction für Fans

BMW-Motorsportdiektor Jens Marquardt geht jedenfalls optimistisch in die neue DTM-Saison und war happy, dass der Test überhaupt stattfinden konnte.“Die vergangenen Monate waren für uns alle schwierig“, sagte der Schwabe.

Jens Marquardt BMW ©BMW

„Keiner von uns hat eine solche Situation zuvor erlebt, weder im privaten noch im beruflichen Bereich. Und so war es großartig, dass wir dank all der ergriffenen Sicherheitsmaßnahmen in der Lage waren, mit dem DTM-Test auf dem Nürburgring auf die Rennstrecke zurückzukehren.

Ein großer Dank geht an die ITR, die es uns mit ihrem Sicherheitskonzept möglich gemacht hat, hier zu sein. Alles dafür zu tun, dass die Sicherheit und Gesundheit aller gewährleistet ist, steht an erster Stelle, und die ITR und alle Beteiligten haben in dieser Hinsicht einen großartigen Job gemacht.

Es ist fantastisch, den Sound der Motoren wieder zu hören und zu sehen, wie die Fahrer und die Teams arbeiten – auch wenn die Arbeitsweise für uns alle nun ganz anders ist als wir es bisher kennen. Doch wir haben uns sehr schnell daran gewöhnt. Es kehrt eine gewisse Normalität ein, wenngleich auch eine andere als bisher.

Aber wir sind zurück und freuen uns nun umso mehr auf den Saisonstart im August in Spa-Francorchamps. Bis dahin haben wir noch etwas Arbeit vor uns, aber ich denke, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir möchten den Fans, die ebenfalls lange warten mussten, am TV und im Stream tolle Rennaction bieten.“

Gesamtübersicht Bestzeiten aller Piloten:

01. Ferdinand Habsburg, Audi RS 5 DTM, 1.18,911 Min.
02. Nico Müller, Audi RS 5 DTM, 1.18,944 Min.
03. René Rast, Audi RS 5 DTM, 1.19,028 Min. 

04. Jamie Green, Audi RS 5 DTM, 1.19,037 Min. 
05. Sheldon van der Linde, BMW M4 DTM, 1.19,070 Min. 
06. Timo Glock, BMW M4 DTM, 1.19,157 Min.
07. Philipp Eng, BMW M4 DTM, 1.19,204 Min.
08. Robin Frijns, Audi RS 5 DTM, 1.19,214 Min.
09. Jonathan Aberdein, BMW M4 DTM, 1.19,230 Min. 

10. Mike Rockenfeller, Audi RS 5 DTM, 1.19,286 Min.
11. Lucas Auer, BMW M4 DTM, 1.19,476 Min. 

12. Robert Kubica, BMW M4 DTM, 1.19,493 Min.
13. Fabio Scherer, Audi RS 5 DTM, 1.19,511 Min. 

14. Marco Wittmann, BMW M4 DTM, 1.19,581 Min.
15. Loïc Duval, Audi RS 5 DTM, 1.19,587 Min. 

16. Harrison Newey, Audi RS 5 DTM, 1.19,761 Min. 

Audi und BMW: Kilometerfresser

Die mit Abstand meisten Trainingsrunden der DTM-Piloten absolvierte Mike Rockenfeller (Audi). Der Champion von 2013 sprang für seinen Teamkollegen Loïc Duval ein und kam deshalb auf 569 Runden und 2.064,901 Kilometer- beeindruckende Werte.

Hinter Rundenkönig „Rocky“ sammelten Robert Kubica (BMW) mit 541 Runden (=1.963,289 km) und Ferdinand Habsburg (Audi) 529 Runden (=1.919,741 km) die meisten Kilometer auf der 3,629 Kilometer langen Sprintstrecke.

In Summe spulten die Werksteams von Audi 1.964 Runden (=7.127,356 km) und BMW 1.737 Runden (=6.303,573 km) ab.

Kombiniertes Resultat Donnerstag– vormittags und nachmittags

01.  René Rast,Audi

02. Timo Glock, BMW

03. JonathanAberdein, BMW

04. Mike Rockenfeller, Audi

05. Robin Frijns, Audi

06. Nico Müller, Audi

07. Lucas Auer, BMW

08. Robert Kubica, BMW

09. Harrison Newey, Audi

10. Loic Duval, Audi

11. Fabio Scherer, Audi

12. Ferdinand von Habsburg, Audi

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