Zum Inhalt springen

DTM: BMW setzt erste Bestzeit bei Testfahrten am Nürburgring

Marco Wittmann (GER), iQOO BMW M4 DTM,BMW M4 DTM 2020 ©DTM

Die DTM 2020 ist los und hat endlich Fahrt aufgenommen. Seit gestern stehen insgesamt vier Tage offizielle Testfahrten der DTM am Nürburgring auf dem Programm.

Und: BMW ist zurück. Philipp Eng war Tagesschnellster mit einer Bestzeit von 1:19,203 Min. vor der Audi-Armada Robin Frijns, Ferdinand Habsburg, Mike Rockenfeller und Rene Rast.

 

Das Wichtigste vorweg: Fahrer und Teams sind heilfroh, dass sie nach der Corona-Zwangspause wieder auf eine reale Rennstrecke Gas geben dürfen. „Grundsätzlich ein großes Lob an diejenigen, die ein solches Sicherheitskonzept auf die Beine gestellt haben und dass wir hier offiziell testen können“, so der Tagesschnellste Eng. „Super, wieder in die Garage zu kommen, Benzin zu riechen“, freute sich der Österreicher über die DTM-Premiere 2020.

Viele neue Gesichter im Fahrerlager des Nürburgring. WRT, das Audi-Kundenteam, setzt in dieser Saison auf drei Rookies. Allerdings muss das belgische Privatteam ohne Neuzugang Ed Jones die Testfahrten bestreiten, der Brite sitzt in Dubai fest.Dafür traten die beiden anderen Neulinge positiv in Erscheinung.

Ferdinand Habsburg setzte mit der drittschnellsten Tagesbestzeit eine erste Duftmarke und war entsprechend zufrieden. „Ein spannender Tag, an dem ich nicht nur den Audi RS 5 DTM das erste Mal kennen lernen durfte, sondern auch das erste Mal mit dem Team WRT gearbeitet habe“, so der junge Österreicher, der seine Premiere im Audi RS5 DTM gab. „Ich war ein bisschen nervös, aber es ist gut gelaufen“, resümierte Habsburg.

Auch dessen Teamkollege Fabio Scherer war auf Anhieb schnell. Mit der achtschnellsten Tageszeit zeigte der Schweizer eine gute Performance. „Ein schöner Tag, nachdem man so lange nicht in einem Rennauto gesessen hat“, sagte Scherer. „Wir haben sicher noch einiges, an dem wir arbeiten und wo wir uns verbessern können. Aber für einen ersten Tag war es okay“, fasste der DTM-Rookie seinen ersten Arbeitstag an der Rennstrecke zusammen.

Mann des Tages: Philipp Eng

Sehr zufrieden zeigte sich natürlich der Schnellste des Tages Philipp Eng. „Ein guter Tag, bin gut zurechgekommen. Wir sind mit unseren Hausaufgaben fertig geworden“, lautete das Fazit des Salzburgers.

Robert Kubica DTM©DTM

Besonders gespannt war man auf das Auftreten von Robert Kubica gespannt. Der Pole tritt im einzigen BMW-Kundesteam ATT GP an und hielt sich noch zurück. „Zurück auf der Rennstrecke zu sein, seine Leidenschaft nach dem Lockdown wieder leben zu können, ist etwas Besonderes“, freute sich Kubica über die Premiere im BMW-DTM-Auto.

„Es wird meine erste Saison in der DTM, und ich muss viel Lernen: das Auto, die Abläufe“, so der Formel-1-Pilot, der neben seinem DTM-Engagement bei Alfa Romeo als Ersatzpilot in der Königsklasse Formel 1 fungiert. Kubica fuhr mit dem BMW M4 DTM die neuntschnellste Zeit.

„HYLO“ – erste sichtbare Neuerung an den DTM Fahrzeugen:

Um einen möglichen Abhebe-Effekt bei Highspeed-Drehern und Unfälle zu verringern, führt die DTM in der Saison 2020 ein sogenanntes HYLO-Device ein, dass einen „High Yaw Lift off“ verhindern soll.

Als Yaw bezeichnet man den Winkel um die Z-Drehachse des Fahrzeugs. Neue Heckflügelhalterungen mit größerer Oberfläche und stärkerem Profil sollen beim Ausbrechen des Fahrzeugs einen größere Rückstelleffekt bewirken.

Shoe-Box am Heck:

Dazu setzt die DTM auf ein weiteres neues Einheitsbauteil. Die Shoe-Box. Das Einheitsbauteil der DTM wird 2020 aus Natur- statt Kohlefaser hergestellt. Die sogenannte Shoe-Box am Heck der DTM Fahrzeuge wird aus diesem neuen Naturfasserverbundwerkstoff hergestellt.

Shoe-Box am Audi ©DTM

Mit mehreren positiven Effekten: Durch die geringere Temperatur, die beim Herstellungsprozess verwendet wird, sinken die CO2-Emissionen des Rohmaterials drastisch, die Steifigkeit der Bauteile steigt sogar und – gerade bei diese exponiernten Verschleißteil an den beiden hinteren „Fahrzeugecken“ – die Splittereigenschaften verbessern sich, um etwa im Falle eines Falles gefährliche Trümmerteile auf der Fahrbahn zu verhindern.

 

Weitere Stimmen Rene Rast & Co:

DTM-Champion Rene Rast, der im Juli einen Formel-E-Test bei Audi bestreitet, kam am Nürburgring auf Platz Sechs. „Nach einem halben Jahr wieder im DTM Auto zu sitzen, ist natürlich sehr besonders“, freute sich der amtierende DTM-Meister über seinen ersten Auftritt im Audi RS5 DTM. „Ich habe mich aber gleich wieder wie zuhause gefühlt. Das ist wie Fahrradfahren – das verlernt man nicht“, so Rast.

Markenkollege Mike Rockenfeller, der auf Platz 4 fuhr, weiß um die Bedeutung eines Testprogramms. „Beim Test zeigt niemand direkt alles“, so Rockenfeller.

„Gut, dass es wieder losgeht. Ich habe mich Fitness-mäßig gut vorbereiten können. Dennoch merkt man nach einem solchen Tag, was man getan hat. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter und konnten viele Runden abspulen“, sagte der DTM-Champion von 2013.

Am Besten im Audi-Lager schnitt der Niederländer Robin Frijns ab. Platz 2 war eine Bestätigung, dass der Audi RS5 DTM bei der Musik dabei ist. „Vom ersten Moment an fühlte sich das Auto gut an“, so Frijns. „Das hat mich ein bisschen überrascht. Die Strecke war in einem Top-Zustand. Wir haben viel probiert und sind durch unser Programm gut durchgekommen“, sagte der Niederländer, der am heute ma zweiten Testtag durch Teamkollege Nico Müller ersetzt wird.

 

Im BMW-Lager gab es ebenfalls strahlende Gesichter, die Kollegen wieder zu treffen. „Das Team, jeden bei BMW wiederzusehen, war einfach gut“, meinte Sheldon van der Linde. „Es ist ja auch eine Weile her und wir haben zwischenzeitlich viel Zeit im Simulator verbracht. Das Tempo wieder in der Realität zu erleben, ist ein gutes Gefühl“, so der Südafrikaner.

Dessen Landsmann Jonathan Aberdein bangt noch um den Einsatz bei den Testfahrten. Aberdein, der von Audis Kundenteam WRT zu BMW wechselte, sitzt in Südafrika fest und hofft trotz Coronakrise es rechtzeitig zum Nürburgring zu schaffen.

Der zweifache DTM-Meister Marco Wittmann, der im gelben Auto von Timo Glock saß, war einfach nur happy, wieder sein Arbeitsgerät bewegen zu dürfen. „Es macht natürlich super viel Spaß, wieder im Auto zu sitzen. Die Winterpause war für uns alle schließlich ganz schön lang. Einfach toll, dass es wieder losgeht“, sagte der Franke.

 

Ergebnis – Testfahrten Nürburgring, Montag

01. Philipp Eng (AUT), BMW M4 DTM, 1.19,203 Min.
02. Robin Frijns (NED), Audi RS 5 DTM, 1.19,214 Min.
03. Ferdinand von Habsburg (AUT), Audi RS 5 DTM, 1.19,311 Min.
04. Mike Rockenfeller (GER), Audi RS 5 DTM, 1.19,359 Min.
05. René Rast (GER), Audi RS 5 DTM, 1.19,406 Min.
06. Sheldon van der Linde (RSA), BMW M4 DTM, 1.19,511 Min.
07. Marco Wittmann (GER), BMW M4 DTM, 1.19,890 Min.
08. Fabio Scherer (SUI), Audi RS 5 DTM, 1.20,117 Min.
09. Robert Kuica (POL), Audi RS 5 DTM, 1.20,519 Min. 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: