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Formel E: Audi greift hart durch- Daniel Abt mit sofortiger Wirkung suspendiert

Daniel Abt,Formula E, Santiago E-Prix 2019 (c)Audi

„The game is over.“ Audi Sport zieht den Stecker und setzt Daniel Abt vor die Tür.

Als Konsequenz nach dem Betrugs-Eklat um das virtuelle Formel-E-Rennen in Berlin-Tempelhof, bei dem Abt einen professionellen Sim-Racer einsetzte, an seiner Stelle den fünften Wertungslauf zu absolvieren, zog Audi die Reißleine.

Abt wird in der laufenden Saison für das Audi Sport Team Abt Schaeffler nicht mehr im Cockpit sitzen, falls die Formel E nach der Corona-Zwangspause ihre Rennen weiter fortführt.

„Daniel Abt fuhr beim fünften Rennen der Race At Home Challenge am 23. Mai sein Auto in Qualifikation und Rennen nicht selbst, sondern überließ dies einem professionellen Simracer. Hierfür hat er sich direkt am folgenden Tag entschuldigt und die Disqualifikation akzeptiert.

Integrität, Transparenz und die konsequente Einhaltung geltender Regeln haben für Audi oberste Priorität – dies gilt ausnahmslos für alle Aktivitäten, an denen die Marke beteiligt ist. Aus diesem Grund hat Audi Sport entschieden, Daniel Abt mit sofortiger Wirkung zu suspendieren“, begründet Audi die Suspendierung Abts.

Daniel Abt hat sich gestern abend dazu und zu den Vorfällen rund um das virtuelle Berlin-Rennen in einem knapp 15-minütigen Youtube-Video geäußert.

Der Kemptener räumte seinen Fehltritt ein und übernahm die volle Verantwortung für diese folgenreiche Aktion. Die Idee, die dahinter steckte, einen anderen Fahrer für sich fahren zu lassen, war einfach seine Fans zu unterhalten. Am Schluß sollte es mit einer Video-Dokumentation aufgelöst werden.

Doch dazu kam es nicht mehr, der Schwindel flog vorab auf. Abt wurde von der Formel E neben der Disqualifikation des virtuellen Rennens zusätzlich eine 10.000 Euro Geldstrafe auferlegt, die er an eine Behinderteneinrichtung in seiner Allgäuer Heimat spendete. Der 27-jährige Deutsche musste in den sozialen Medien einen regelrechten Shitstorm nach Bekanntwerden des Fehltritts über sich ergehen lassen.

„Ich kann es verstehen, dass wir mit dieser Idee zu weit gegangen sind. Im Nachhinein betrachtet haben wir nicht genug über die Ernsthaftigkeit und die Konsequenz, die das Ganze mit sich bringt, nachgedacht und haben einen riesen-, riesengroßen Fehler begangen. Und zu diesem Fehler stehe ich und akzeptiere es und trage alle Konsequenzen für das, was ich gemacht habe.“

„Man macht Fehler im Leben und ich fühle mich gerade so, als wenn ich tiefer nicht fallen kann“, so Abt. „Ich bin am Boden. Aber ich werde wieder aufstehen, ich werde mich nicht unterkriegen lassen. Ich brauche mit Sicherheit mal jetzt etwas Zeit für mich, um Dinge zu reflektieren, über meine Zukunft nachzudenken“, sagte der Allgäuer über seine momentane Gefühlslage.

Abt gilt als Pioneer der Formel E, der seit der Premierensaison in der Elektrorennserie gemeinsam mit Lucas di Grassi zunächst für das Audi Privatteam Abt, später für das Werksteam der Ingolstädter tätig war. 63 Formel-E-Rennen gehen auf das Konto von Abt, der zwei Rennen gewann und zehn Podestplätze erreichte.

Audi reagierte empfindlich nach Bekanntwerden des Schwindels von Abt. Im Zuge der brodelnden Abgas-Affäre um VW blieb dem deutschen Hersteller mit den Vier Ringen offenbar keine andere Wahl, sich von Abt zu trennen.

Wer das Cockpit von Abt übernehmen wird, gab Audi noch nicht bekannt. Nach der Verkündung des DTM-Ausstiegs 2021 stehen einige Audi-Werkspiloten auf der Warteliste der Ingolstädter für ein neues Engagement.

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