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Formel E: „Race-At-Home-Eklat“: Daniel Abt disqualifiziert & saftige Geldstrafe

Daniel Abt,Formula E, Hong Kong E-Prix 2017 (c)Audi

Audi-Pilot Daniel Abt leistete sich beim virtuellen Formel-E-Lauf in Berlin-Tempelhof einen bösen Fehltritt. Der 27-jährige Allgäuer fuhr nämlich gar nicht selber das Heimrennen beim fünften Saisonrennen, das er hinter Sieger Oliver Rowland und Stoffel Vandoorne zunächst als Dritter beendete. 

Abt ließ einen E-Simprofi, den Österreicher Lorenz Hörzing, unter seinem Namen antreten- mit eklatanten Folgen.

Der Schwindel flog auf, Abt wurde nachträglich disqualifiziert, verliert alle Punkte in der Meisterschaft und muss zudem eine Spende in Höhe von 10.000 Euro an eine Wohltätigkeitsorganisation seiner Wahl leisten.

Abt entschuldigte sich am Sonntag öffentlich in einer Pressemitteilung der Formel E. „Ich möchte mich bei der Formel E, allen Fans, meinem Team und meinen Fahrerkollegen dafür entschuldigen, dass ich während des Rennens am Samstag externe Hilfe hinzugezogen habe“, bedauerte der Audi-Pilot seinen Fehltritt.

„Ich habe das nicht so ernst genommen, wie ich es hätte tun sollen. Das tut mir besonders leid, weil ich weiß, wie viel Arbeit von Seiten der Formel E-Organisation in dieses Projekt gesteckt wurde. Ich bin mir bewusst, dass mein Vergehen einen bitteren Nachgeschmack hat, aber es war nie in böser Absicht gemeint.

Natürlich akzeptiere ich die Disqualifikation vom Rennen. Darüber hinaus werde ich 10.000 Euro für ein wohltätiges Projekt spenden“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Die „Race at Home Challenge“ hat den Zweck, Spendengelder für Unicef im Kampf gegen den Coronavirus zu sammeln. Daher bestreiten alle aktuellen Formel-E-Piloten jeden Samstag bis einschließlich 7. Juni die virtuellen Formel-E-Saison.

Daniel Abt Audi ©courtesy by FormulaE

Der Fehltritt könnte Abt noch teuer zu stehen kommen. Unabhängig von der Geldspende, die der Kemptener zu entrichten hat, wird Abts Arbeitgeber Audi nicht gerade von dessen Aktion begeistert sein.

Ein dummer Lausbubenstreicher, ein verspäteter Aprilscherz, ein schlechter Schabernack oder Respektlosigkeit, die Reaktionen in den Medien waren teilweise schon heftig, die der Audi-Pilot über sich ergehen lassen musste.

Der Betrug kam ans Tageslicht, da sich einige Formel-E-Piloten wie Stoffel Vandoorne oder Jean-Eric Vergne über Abts virtuelle Leistung verwundert zeigten, da er sich in den vorhergehenden Rennen nicht entscheidend in Szene setzen konnte. Dazu war das Gesicht des Audi-Fahrers während der Live-Übertragung im Livestream, der sie im Simulator zeigt, permanent verdeckt. Der Faux-Pas Abts flog letztendlich auf, in den Sozialen Medien hüllt sich der Bayer bisher in Schweigen. Auch von Seiten Audis gab es keine Stellungnahme zu dem Vorfall.

In der korrigierten Wertung des Berlin-Rennens rutsche Tabellenführer Pascal Wehrlein auf Platz 3 vor, der damit seinen Vorsprung in der Meisterschaft auf sieben Zähler vor seinem schärfsten Verfolger Stoffel Vandoorne ausbaute. BMW-Pilot Maximilian Günther wurde Sechster vor Porsche-Fahrer Andre Lotterer. Großer Nutznießer von Abts Fehlverhalten wurde Neel Jani (Porsche), der mit Platz 10 den letzten Wertungspunkt mitnahm.

Übrigens wurde der Sim-Profi Lorenz Hörzing, der normalerweise im Challenge-Rennen der Formel E am Start ist, aus dem laufenden Wettbewerb ausgeschlossen.

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