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DTM: Sim-Racing- welche Hardware die Top-Piloten einsetzen

Alexander Voß und Timo Glock©Martin Hangen/hangenfoto

Heute Nachmittag gehen wieder die zahlreichen Sim-Racer und professionellen Rennfahrer auf die virtuelle Rennstrecke.

Sim-Racing ist aktuell die einzige Möglichkeit, Motorsport zu betreiben. Neben der Software ist insbesondere entsprechende Hardware erforderlich, um sich auf höchstem Niveau mit den Besten Sim-Racern messen zu können.

Sim Rig, Force Feedback, Direct Drive oder Widescreen: Mit solchen Begriffen kann jeder, der sich etwas intensiver mit Sim-Racing beschäftigt, sofort etwas anfangen. Sie stehen für einige der Hardware-Komponenten, mit denen virtuelle Rennen auf höchstem Niveau bestritten werden können.

Im wesentlichen besteht eine High-End-Ausrüstung aus einem massiven und stabilen Metallgestell, in das ein Rennsitz integriert ist – das so genannte Sim Rig. Zu solch einem Rig gehört in der Regel auch ein Bildschirm oder gleich drei Displays, am besten ein hochauflösendes.

Philipp Eng BMW Motorsport ©BMW

DTM-Pilot Philipp Eng nutzt als Bildschirm beispielsweise einen 49-Zoll-Widescreen-Monitor mit 144 Hertz. „Diese hohe Bildübertragungsrate ist enorm wichtig, damit ich Bewegungen, die ich am Lenkrad spüre, auch gleichzeitig am Bildschirm sehe, ohne eine Verzögerung zu haben“, sagt Eng.

Das ebenfalls in der Szene oft genutzte System mit drei Bildschirmen, die vor allem seitlich ein noch größeres Blickfeld bieten, hält Eng für nicht unbedingt nötig. „Im echten Rennfahrzeug schaue ich ja auch nicht durch das Seitenfenster“, so der Österreicher. Ein Lenkrad mit entspechendem Motor sowie eine Pedalerie sind ebenfalls obligatorisch.

So ausgestattet geht der Salzburger regelmäßig in virtuellen BMW-Rennfahrzeugen in der IMSA iRacing Pro Series oder dem BMW Z4 GT3 in der Digitalen Nürburgring Langstrecken-Serie powered by VCO an den Start.

Und das mit Erfolg: Vor wenigen Wochen hat er die iRacing 24h Nürburgring powered by VCO gewonnen und damit den bisher größten Erfolg seiner Sim-Racing-Karriere gefeiert.

Diese begann mit 17 Jahren, als er zu Hause seinen Schreibtisch in einen Rennsimulator umgebaut hat. „Ich habe die Schulhefte zur Seite geschoben, mein Lenkrad am Schreibtisch festgeklemmt, die Pedale am Boden fixiert – und los ging’s“, erinnert sich Eng.

Heute sind seine Ansprüche gestiegen. „Wichtig ist aus meiner Sicht ein stabiles Rig, das nicht wackelt. Ich lege zudem Wert darauf, dass die Sitzposition der Realität im Rennfahrzeug so nah wie möglich kommt”, sagt Eng. „Das Wichtigste ist für mich aber ein guter Lenkradmotor. Denn das Lenkrad ist für mich in einem statischen Simulator die einzige Verbindung zur Fahrbahn.

Nur über das Force Feedback fühle ich, wie sich das Auto bewegt, und eben nicht wie in der Realität am ganzen Körper. Dabei hilft mir das so genannte Direct Drive, bei dem die virtuelle Lenksäule direkt in den Motor führt, genauso wie im echten Rennfahrzeug auch. Das resultiert in einer deutlich direkteren Reaktion des Lenkrads.“

Markenkollege Timo Glock verrät, weshalb er Sim-Racing betreibt. „Man kann im Simulator vor allem Konstanz und Präzision sehr gut üben. Denn Topfahrer machen keine Fehler“, so Glock gegenüber ‚bmw.com‘.

BMW SIM LIVE 2019©Martin Hangen/hangenfoto

Für Formel-E-Pilot Alexander Sims bietet Sim-Racing die ideale Plattform, erste Schritte in den Motorsport zu machen. „Sim-Eacing ist ein guter Einstieg in die Motorsportwelt“, so der Brite.

Welches Equipment ist nötig, um mit den Besten mithalten zu können?
Generell stellt sich bei der Hardware für das Sim-Racing eine Frage: Welches Equipment ist nötig, um mit den Besten mithalten zu können? Muss der Rennsimulator mit allem Zubehör unbedingt einen fünfstelligen Betrag kosten?

Echte Experten in Sachen Equipment sind beispielsweise die Top-Racer Alexander Voß und Laurin Heinrich, die gemeinsam mit Eng das virtuelle 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife gewonnen haben. „Ein gutes Rig und gute Pedale machen aus meiner Sicht schon mehr als die halbe Miete eines Top-Equipments aus“, so Voß.

Sein Direct-Drive-Lenkrad ist noch Marke Eigenbau, denn als er es vor sechs, sieben Jahren bekommen hat, gab es diese Technologie noch nicht zu kaufen.

In diesem Punkt ist Heinrich einen etwas anderen Weg gegangen. „Ich habe kein selbst gebautes Lenkrad sondern mir vor kurzem ein neues Direct-Drive-Modell gekauft. Ich nutze ein Lenkrad im DTM-Style, weil ich damit am besten zurechtkomme.“

BMW SIM LIVE 2019©Martin Hangen/hangenfoto

In Sachen Monitor nutzt Heinrich wie Voß ein 49-Zoll-Display, um alles exakt im Überblick zu behalten. „Ein Monitor mit schneller Reaktionszeit macht extrem viel aus, denn er vermittelt ein sehr reales Geschwindigkeitsgefühl und schont die Augen“, erklärt Heinrich.

Von den Firmen LG, Dell, Samsung oder Philips gibt es inzwischen entsprechende Monitore zu einem akzeptablen Preis ab ca. 800 € zu kaufen.

Welches Equipment ist nötig, um mit den Besten mithalten zu können?
Generell stellt sich bei der Hardware für das Sim-Racing eine Frage: Welches Equipment ist nötig, um mit den Besten mithalten zu können?

„Teurer ist nicht gleich schneller“, sagt Eng. „Es gibt auch viele Pro-Sim-Racer, die kein ganz so hochwertiges Equipment haben und mir trotzdem um die Ohren fahren.“

„Ich denke nicht, dass ich mit einem hochwertigen Equipment deutlich schneller wäre, aber wahrscheinlich konstanter“, sagt Walkenhorst Motorsport-Fahrer Christian Krognes. “ Ein Triple-Stint bei einem Langstreckenrennen kann auf einem normalen Stuhl schon etwas ungemütlich werden“, weiß Krognes.

Das bestätigt auch Voß: „Du bist nicht automatisch eine halbe Sekunde schneller, nur weil du mehrere tausend Euro in einen guten Simulator investierst. Man gewöhnt sich an alles – auch an sehr einfaches Equipment. Gewohnheit spielt eine sehr große Rolle.

Nico Müller Sim-Racing-Fieber ©Müller,Instagram

Erst, wenn es darum geht, die letzten paar Zehntelsekunden herauszuholen, denke ich schon, dass man sich mit gutem Equipment leichter tut. Vor allem kann man aus meiner Sicht aber mit guten Pedalen und einem guten Lenkrad konstanter seine Leistung abrufen. Es ist intuitiver“, so Voß.

Die gute Nachricht für Hobby-Racer lautet also, dass man auch mit überschaubarem Budget eine Hardware bekommt, mit der man im Sim-Racing konkurrenzfähig ist.

Erst, wenn man viele Stunden am Tag am Lenkrad verbringt oder in der absoluten Spitze die letzten Zehntelsekunden finden will, macht es Sinn, in eine High-End-Ausrüstung zu investieren.

Das Wichtigste beim Sim-Racing ist allerdings: Üben, üben und nochmals üben. „Um wirklich Erfolg zu haben, muss man jedoch vor allem eines tun- viel trainieren“, weiß BMW-Pilot Philipp Eng bei ‚bmw.com‘.

 

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