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DTM: Serie steht vor dem Aus- Audi bestätigt Ausstieg

Motorsports: SUPER GT X DTM 2019 ©Audi

Audi ließ gestern Nachmittag die Bombe platzen- Ausstieg aus der DTM zum Ende des Jahres 2020.  Damit steht die DTM vor dem Aus. Die Corona-Krise hat sein erstes sportliches Opfer. Nach dem Ausstieg von R-Motorsport und dem Rückzug von Audi verbleibt BMW als einziger Hersteller in der Traditionsrennserie, damit ist die DTM kaum mehr zu retten.

„Auf seinem Weg zum Anbieter bilanziell CO2-neutraler Premiummobilität richtet Audi das Motorsport-Programm der Marke neu aus: Ihr Engagement in der Tourenwagen-Rennserie DTM werden die Vier Ringe nicht über die Saison 2020 hinaus verlängern. Dies hat der Vorstand der AUDI AG auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen infolge der Corona-Pandemie beschlossen und der Internationalen Tourenwagenrennen e.V. an diesem Montag mitgeteilt“, heißt es in der Pressemitteilung von Audi.

Der Hersteller mit den Vier Ringen fokussiert sich in Zukunft auf die Formel E und im Kundensport. „Audi hat die DTM geprägt und die DTM hat Audi geprägt. Das demonstriert, welche Power im Motorsport liegt – technologisch und emotional“, sagt Markus Duesmann, Vorsitzender des Vorstandes der AUDI AG. „Mit dieser Energie werden wir unseren Wandel zum Anbieter sportlicher, nachhaltiger Elektromobilität vorantreiben. Wir fokussieren uns deshalb auch auf der Rennstrecke und fahren konsequent um den Vorsprung von morgen. Die Formel E bietet dafür eine sehr attraktive Plattform. Ergänzend prüfen wir für die Zukunft weitere progressive Motorsport-Formate“, setzte Duesmann fort.

Die Coronakrise hat auch die Autoindustrie voll getroffen, und die Hersteller kämpfen mit den finanziellen Folgen. Ein Engagement in der DTM und der Formel E ist für Audi unter diesen Gegebenheiten nicht mehr tragbar.

Reaktion Gerhard Berger:

Wenig begeistert von Audis Abschied zeigte sich ITR-Chef Gerhard Berger. „Heute ist ein schwieriger Tag für den Motorsport in Deutschland und Europa“, sagte der Österreicher. „Ich bedaure die Entscheidung von Audi, sich 2021 aus der DTM zurückzuziehen, außerordentlich. Sie ist zu respektieren, auch wenn die Kurzfristigkeit, mit der diese Entscheidung mitgeteilt wurde, mich, unseren Partner BMW und alle weiteren Teams vor besondere Herausforderungen stellt.

Hier hätten wir uns – gerade in Corona-Zeiten – ein Vorgehen im Sinne unserer gemeinsamen Gesellschaft gewünscht. Nun ist die Situation zusätzlich verschärft, und die Zukunft der DTM wird sehr stark davon abhängen, wie die Partner und Sponsoren auf diese Entscheidung reagieren.

Umso mehr erwarte ich mir jetzt von Audi eine ordnungsgemäße, verantwortungsvolle und partnerschaftliche Abwicklung des geplanten Ausstiegs. Bis dahin gilt mein ganzes Engagement der Rennsaison 2020. Wir möchten so schnell wie möglich Planungssicherheit für die Teams, die hunderttausende Fans, die Sponsoren und alle Mitarbeiter schaffen, deren Arbeitsplätze an der DTM hängen“, führte Berger fort.

Was aus den sechs Audi-Piloten wird, die aktuell in der DTM vertreten sind, bleibt ungewiss. Enttäuschung machte sich via Social Media breit. DTM-Vizemeister Nico Müller hatte Mühe, Worte für den Ausstieg zu finden.

Loic Duval zeigte sich ebenfalls enttäuscht von der Entscheidung der Ingolstädter, der Franzose erlebt innerhalb von vier jahren bereits den zweiten Abschied von Audi. Jahrelang war Duval in der Langstreckenweltmeisterschaft (WEC) für Audi engagiert, ehe 2016 der Abschied von Audi erfolgte. „Traurige Nachrichten nach der Entscheidung von 2016, sich aus dem LMP1-Projekt zurückzuziehen“, sagte Duval. „Jetzt hoffen wir nur noch, dass wir so bald wie möglich Rennen fahren werden, um einen schönen Abschied zu feiern“, so der Franzose via Twitter.

Audi blickt auf eine überaus erfolgreiche Vergangenheit in der DTM zurück. Mit 23 Meistertiteln, darunter elf Fahrertiteln, sowie 114 Siegen, 345 Podiumsplatzierungen, 106 Pole-Positions und 112 schnellsten Runden hat Audi die DTM von 1990 bis 1992 und ab 2000 geprägt. Mit drei von drei möglichen Meistertiteln, zahlreichen Podiumsplatzierungen und vielen weiteren Rekorden war 2019 die bisher erfolgreichste DTM-Saison der Unternehmensgeschichte.

An diese Erfolge will Audi in der Saison 2020 anknüpfen und sich mit einer erfolgreichen Titelverteidigung in allen drei Meisterschaften von den DTM-Fans verabschieden. „Wir hoffen, dass sich die aktuell schwierige Situation schnell bessern wird und wir in diesem Jahr noch einige DTM-Rennen fahren können“, sagt Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler. „Das hätten die Fans verdient, die ITR, unsere Fahrer und auch unsere Teams und Partner, die nun ausreichend Vorlauf haben, um sich für die Zeit nach 2020 neu aufzustellen. Erfolgreicher Motorsport ist ein wichtiger Teil der Audi-DNA und wird dies auch bleiben.“

Für DTM-Konkurrent BMW kam die Entscheidung Audis überraschend, zumal beide Hersteller nach dem Ausstieg von Mercedes 2018 gemeinsam um den Erhalt der DTM kämpften. „Wir als BMW Group sind von dem angekündigten Audi-Ausstieg aus der DTM überrascht worden. Wir haben gemeinsam mit der ITR immer leidenschaftlich für die Zukunft und Weiterentwicklung der DTM gekämpft. Wir werden die Situation und mögliche Konsequenzen jetzt aus allen Blickwinkeln bewerten“, hieß es in einer ersten Stellungnahme von BMW.

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