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ETCR: Neue elektrische Tourenwagenserie in den Startlöchern – anders als die Formel E

Hyundai Veloster N ETCR ©Austral, Hyundai Motorsport GmbH

Der Elektro-Rennsport hat sich in der Motorsportwelt fest etabliert. Die Formel E ist das Paradebeispiel schlechthin. Innerhalb von nur fünf Jahren hat sich die Elektro-Rennserie von Gründer Alejandro Agag zu einer Erfolgsgeschichte gemausert.

Pure ETCR ©Twitter, Pure ETCR

Mit der „Pure ETCR“ steht die erste international rein elektrische Tourenwagenserie in den Startlöchern. Ab 2021 soll die Pure ETCR ihre erste komplette Saison starten, für das laufende Jahr sind mehrere Demo-Läufe geplant- so die Coronavirus-Pandemie es zulässt.

Apropos Hersteller: bisher haben sich vier Hersteller für die neue Serie fix eingeschrieben. Die SEAT-Tochter Cupra, Hyundai, Alfa Romeo und die chinesische Firma Lisheng Shanghai Racing, die in der Formel E mit NIO333 vertreten sind, nehmen an der neue Elektro-Rennserie teil. Die ersten drei Hersteller haben mit dem Cupra e-Racer, Hyundai Veloster N ETCR und Alfa Romeo Giulia ETCR ihre entsprechenden Einsatzgeräte vorgestellt.

Bei Cupra steht die Fahrerpaarung bereits fix fest. Ex-DTM-Champion Mattias Ekström und der Spanier Jordi Gene bilden das Fahrerduo für die VW-Tochter Seat.

Veranstalter wählt eigenen Weg:

Dabei gehen die Veranstalter ganz bewusst einen ganz anderen Weg als die Formel E.

Die elektrischen Tourenwagen-Autos unterliegen keinen Einheitschassis, die Hersteller designen ihre elektrischen Autos in Eigenregie. Anders als in der Formel E sind die Hersteller verpflichtet, einen Einheitsantrieb in Form eines Mittelmotors, der mit einer Leistung von 500 kW – entspricht 680 PS- die Hinterachse antreibt, einzusetzen.

Als Batterieausrüster kommt Williams Advanced Engineering (WAE) zum Zug, das in den ersten vier Saisons die Einheitsbatterien für die Formel E produzierte. WAE ist eine Schwesterfirma des langjährigen britischen Formel-1-Rennstalls Williams F1. Die Akkuleistung umfasst eine Kapazität von 65 kWH.

Im Vergleich: die Formel E setzt mittlerweile Lithium-Ionen-Akkumulatoren des britischen Herstellers McLaren Applied Technologies mit einer nutzbaren Kapazität von 52kWH ein.

Goodyear Reifenpartner ETCR ©Goodyear

Als offizieller Reifenausrüster der neuen Elektro-Rennserie fungiert Goodyear.

Rennformat:

Die Rennen der Pure ETCR werden im Gegensatz zur WTCR oder Formel E nicht im Rundkurs abgehalten, vielmehr gehen Ekström & Co im Rallycross-Format in verschiedenen Gruppen und einem K.O.-System an den Start.

Je vier Elektro-Autos treten parallel an der Startlinie an. Die ersten beiden Umläufe sehen acht bis zehn Kilometer vor, danach erfolgt die dritte Runde in einem Zeitfahren. Das Finale erstreckt sich über zwölf bis 15 Kilometer, das wie ein klassisches Rennen ausgetragen wird.

Besonderer Clou: Jeder Pilot kann den „Flightback-Mode“ für Zusatzschub aktivieren, um sich gegen die Konkurrenz zu verteidigen oder selbst eine Überholattacke zu starten- FANBOOST lässt grüßen.

ETCR Instagram ©ETCR Instagram

Die Saison soll im Jahr 2021 acht Rennevents umfassen, 2022 sind zehn Rennen geplant.

Für das laufende Jahr planen die Veranstalter sechs Demo-Rennen. Im Juli feiert die Pure ETCR Premiere beim Goodwood Festival of Speed (9. Juli bis 12. Juli 2020). Angesichts der derzeit herrschenden Coronavirus-Pandemie insbesondere in Großbritannien muss allerdings mit einer Absage gerechnet werden.

Salzburgring: erstes komplettes Test-Rennen womöglich als Geisterrennen

Danach gastiert die Pure ETCR im Rahmen der FIA World Touring Car Cup (WTCR) auf dem Salzburgring in Österreich (25. Juli bis 26. Juli). Im Nesselgraben soll ein komplettes Test-Rennen stattfinden. Erstmals kommt auf die Naturstrecke mit langer Tradition – die Motorrad-Weltmeisterschaft trug dort von 1971 bis 1994 den Grand Prix von Österreich aus- eine Elektro-Rennserie.

Salzburgring-Geschäftsführer Ernst Penninger zeigt sich optimistisch, dass das Event tatsächlich Ende Juli stattfinden kann, zumal die österreichische Bundesregierung die Sanktionen im Sportbereich vor wenigen Tagen gelockert hat. „Es wird Mittel und Wege geben, zu diesem Zeitpunkt Rennen durchzuführen. Man muss sich allerdings dahingehend vorbereiten, sie ohne Besucher durchzuführen. Das ist eine Option und wir befinden uns in Gesprächen mit dem Promoter und der WTCR“, sagte Penninger gegenüber ‚motorsport-magazin.com‘.

Für zukünftige Elektro-Events zeigt sich der Salzburgring-Geschäftsführer aufgeschlossen. „Man muss sich überlegen, wie der Motorsport in Zukunft aussehen wird. Wir haben das Thema Elektromobilität sehr ernst genommen und beschäftigen uns auch mit anderen alternativen Antriebs Konzepten und deren Infrastruktur-Voraussetzungen“, so der Salzburgring-Geschäftsführer, der hofft, die eine oder andere Rennserie zu angeln- womöglich auch in Zukunft die Pure ETCR.

Nach dem Salzburgring stehen noch mit Kopenhagen (1. August bis 2. August), Inje (Südkorea, 17. Oktober bis 18. Oktober), Guangdong (China, Termin nicht fixiert) und das Finale in Daytona/Florida  (30. Januar bis 31. Januar 2021) weitere Demo-Läufe auf dem Programm.

Veranstalter:

Die neue Elektro-Tourenwagenserie Pure ETCR wird von Eurosport Events, dem zu Discovery gehörenden Promoter des FIA World Touring Car Cup (WTCR) veranstaltet.

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