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Formel E: Coronavirus: Gen2-EVO-Auto kommt ein Jahr später

Audi e-tron FE07 Konzeptdesign,Formel E Gen2 EVO ©Audi

In Zeiten von Corona hat die Formel E einschneidende Maßnahmen beschlossen. Die Vorstellung des Gen2-EVO-Modells wird um ein Jahr verschoben. In technischer Hinsicht dürfen die in der Formel E beteiligten Hersteller den Antriebsstrang in den kommenden beiden Saisons nur einmal homologieren. Kostensenkung lautet das oberste Gebot der Elektro-Rennserie.

Daher haben die Formel E, die FIA und alle Teams und Hersteller gemeinsam vereinbart, die Einführung des Gen2 EVO-Autos zur Saison 2021/22 zu verschieben.

„Wir haben auf das Feedback der Teams und Hersteller gehört und eng mit der FIA zusammengearbeitet, um die Einführung der Gen2 EVO zu verschieben und die Teams in den nächsten zwei Jahren auf eine einzige Homologation zu beschränken“, begründet Formel-E-Seriengründer Alejandro Agag die notwendigen Maßnahmen.

„Auf diese Weise haben wir die voraussichtlichen Kosten für die Fahrzeugentwicklung um die Hälfte gesenkt. Angesichts der Gesundheitskrise und des wirtschaftlichen Umfelds war dies eine notwendige Maßnahme, um die Kosten einzudämmen“, ergänzt der Spanier.

Nyck de Vries, Mercedes ©Mercedes,LAT Images

Mit der Einführung des Status einer Weltmeisterschaft zur kommenden Saison 2020/2021 hätte sich die Elektro-Rennserie ein Facelift der aktuellen Gen2-Generation verpasst. Zahlreiche Anpassungen wie die wegfallenden Radabdeckungen, neue Front- und Heckflügel standen im Vordergrund des überarbeitenden aktuell eingesetzten Formel-E-Autos. Die Planung sah vor, das Gen2-EVO-Auto beim Genfer Autosalon am 3. März der Öffentlichkeit vorzustellen. Doch darauf wurde nichts, die Coronakrise machte alle Pläne zunichte.

Entwicklungskosten senken:

Die Formel E versucht die Entwicklungskosten in den nächsten zwei Saisons zu halbieren. Eine Kostenexplosion soll auf Grund der aktuellen Lage verhindert und die finanzielle Stabilität der 12 Teams, zu denen mit Audi, BMW, Mercedes und Porsche vier deutsche Hersteller zählen, auf längerer Sicht gewährleistet werden. Weltweit stehen auf Grund der Corona-Pandemie die Autowerke still, vielerorts ist Kurzarbeit angesagt. Die Coronakrise macht der Automobilbranche schwer zu schaffen.

Als weitere Maßnahme einer Kostenreduzierung in der Elektro-Rennserie wird die Homologationsfrist verlängert mit der Folge, dass die Hersteller in den nächsten zwei Saisons nur einmal die Antriebsstrangkomponenten (E-Motor, E-Getriebe, Wechseltrichter und Bereiche der Hinterachse) ändern dürfen.

In einer Online-Abstimmung ratifizierte der FIA World Motor Sport Council (WMSC) diese einschneidende Entscheidung. Das bedeutet im Klartext: die Teams können entweder in der kommenden Saison 2020/2021 ein neues Auto für einen Zweijahreszyklus einführen oder die aktuell bestehende Technologie für die nächste Saison weiter verwenden, bevor sie ein neues Auto 2021/2022 für eine einzige Saison homologieren.

ZF-Produkte in einem Gen2-Auto (c)ZF

Damit könnten in der kommenden Saison Hersteller mit unterschiedlich homologierten Antriebsträngen womöglich auf Kosten der Leistungsdichte in der Formel E unterwegs sein. Doch in Zeiten von Corona geht die Formel E bewusst dieses Risko ein, eine Kostenspirale muss unter allen Umständen gestoppt werden.

„In diesen herausfordernden Zeiten haben wir einen flexiblen Ansatz gewählt. Nicht nur mit der schnellen und vernünftigen Entscheidung, die Saison vorübergehend zu unterbrechen, sondern jetzt auch mit der Umsetzung von Kostenmaßnahmen, um die Entwicklungskosten für die Teams zu senken“, betont Seriengründer Agag.

Zuvor hat die Formel E rechtzeitig auf die Coronakrise reagiert und eine zweimonatige Rennpause eingelegt. Die Rennen in Sanya, Jakarta, Seoul und die beiden europäischen Events in Rom und Paris wurden bereits gestrichen. Berlin soll nach den Planungen am 21. Juni nächster Gastgeber des Formel E sein, sofern die Coronavirus-Pandemie das zulässt.

FIA-Präsident Jean Todt steht voll hinter den Maßnahmen der Formel E. „In diesen schwierigen Zeiten hat die Anpassung der Kostenstrukturen im Motorsport Priorität, um seine Nachhaltigkeit zu sichern“, betont Todt. „Ich habe die Entscheidungen bezüglich der FIA-Formel-E-Meisterschaft, die der Weltmotorsportrat in dieser Hinsicht gebilligt hat, unterstützt. Sie stehen im Einklang mit den derzeit laufenden Diskussionen für die anderen FIA-Disziplinen“, so der Franzose.

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