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Formel E: Audi-Teamchef Allan McNish: „Vermisse das Gefühl des Sieges mit dem Podium und dem Champagner“

Allan McNish,Formula E, New York E-Prix 2019 ©Audi

Vor zweieinhalb Jahren hat Audi sein Werksengagement in der Formel E und Allan McNish als Teamchef bekannt gegeben. 2015 wurde McNish Koordinator aller Motorsportaktivitäten des Audi-Konzerns.

In dieser Funktion bereitete der mittlerweile 50-jährige Schotte federführend das Werksengagement von Audi in der Elektrorennserie Formel E vor, ehe er 2017 mit dem offiziellen Einstieg in die Meisterschaft zum Teamchef des Audi Sport ABT Schaeffler Formula E Team berufen wurde.

Seine Karriere als Rennfahrer begann 1981 im Kartsport und führte McNish bis in die Formel 1. Für Toyota betritt McNish im Jahr 2002 insgesamt 16 Formel-1-Rennen. Platz 7 beim Malaysia GrandPrix  war sein bestes Resultat in der Königsklasse.

Seine größten Erfolge feierte der Schotte mit Sportprototypen der Marke Audi. Dazu zählen zwei seiner drei Siege bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans, der Gewinn der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC), drei Meistertitel in der American Le Mans Series (ALMS) und je vier Siege beim 12-Stunden-Rennen in Sebring und beim Langstreckenrennen „Petit Le Mans“ in Road Atlanta. Beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans stand McNish insgesamt neunmal auf dem Podium.

McNish, der inm schottischen Dumfries geboren wurde, lebt mit seiner Frau Kelly und den beiden Kindern Finlay und Charlotte in Monaco. Im Interview spricht der 50-jährige Schotte über seine ersten Berührungen mit dem Elektromotorsport, die besonderen Herausforderungen, seine Zukunftswünsche, über das, was er vermisst und warum die Serie so perfekt zu Audi passt.

Zunächst die wichtigsten Fragen dieser Tage: Wie geht es Ihnen und wie verbringen Sie und Ihre Familie im Moment Ihre Zeit?

Ich habe mich schon immer für neue Technologien interessiert und wollte immer wissen, welche neuen Dinge ich in meinem Auto haben könnte, um Rennen zu gewinnen. Also, als es um Elektroautos ging: Ja, es war ein neues Auto, ein neuer Rennstil und neue Tools, die zur Verfügung standen, aber das Konzept ist immer noch dasselbe: Man muss alle anderen schlagen, um zu gewinnen.“

Können Sie sich an Ihre erste Erfahrung mit der Formel E erinnern?
McNish: „Ich kann mich definitiv an einen lustigen Moment erinnern, als ich in der dritten Saison mein erstes Rennen als Gast in Hongkong besuchte. Ich habe im Cateringzelt Tee getrunken und fast das gesamte Training verpasst, weil ich die Autos nicht hörte.

Aber von diesem Moment an war es ganz einfach, sich an die Formel E zu gewöhnen.“

Können Sie einen Moment aus den zweieinhalb Jahren nennen, den Sie nie vergessen werden?
McNish: „Jeder würde wahrscheinlich jetzt einen unserer Siege erwarten. Aber für mich ist es ein anderes Ereignis, das einen harten Tag zu etwas Besonderem gemacht hat: Ich werde nie vergessen, wie das gesamte Team nach Daniels Unfall in Mexiko zusammengearbeitet hat.

Die Jungs wechselten in Rekordzeit das Chassis, tauschten die Batterie, gingen zur Technischen Abnahme und haben das Auto dann im Laufen zurück an die Box geschoben, um das Parc Fermé einzuhalten – alles, um das Auto rechtzeitig zum Qualifying für ihren Fahrer bereit zu haben. In diesen fast drei Stunden hat jeder eindrucksvoll gesehen, welche Leidenschaft und Hingabe unser Team auszeichnet.“

Allan McNish, Daniel Abt, Lucas di Grassi, Dieter Gass,Audi Formula E Team Presentation ©Audi

Warum passt die Formel E so perfekt zu Audi?
McNish: „Weil sie genau zu dem passt, was wir bei Audi auf der Straße machen. Seit den alten Auto-Union-Tagen ist der Motorsport ein großer Teil der DNA der Marke. Und das bleibt auch so, weil Audi immer Rennkategorien wählt, die den Transfer von Renn- auf Straßentechnologie ermöglichen.

Wenn man etwa auf den Sommer der vierten Saison zurückblickt: In New York City gewannen wir glücklicherweise den Teamtitel, und zwei Monate später wurde in San Francisco der erste vollelektrische Audi für die Straße vorgestellt. Die Formel E passt perfekt zu den Geschichten, die wir erzählen, aber auch zu den Technologien, die wir entwickeln.“

Wie sehen Sie den Weg und den Erfolg der Formel E bisher?
McNish: „Es ist eine unglaubliche Reise. Als ich mich 2013 aus dem Rennsport zurückzog, wurde ich gefragt, ob ich daran interessiert sei, in der Formel E zu fahren. Abgesehen davon, dass ich meine Entscheidung getroffen hatte, war ich skeptisch, denn ich habe viele neue Meisterschaften kommen und gehen sehen.

Aber was ich bisher nicht gesehen hatte, war die Dynamik und die Start-up-Mentalität, die diese Formel-E-Jungs hatten. Es ist sehr beeindruckend zu sehen, wie sie in der Lage sind, mit all den Anforderungen umzugehen, die die Hersteller und die Rennen in den Stadtzentren mit sich bringen, und wie sie dieses starke Fahrer-Line-up zusammenstellen.

Und man muss immer daran denken: Wir sind keine etablierte Motorsport-Kategorie mit jahrzehntelanger Geschichte, wie einige der anderen, mit denen wir manchmal verglichen werden. Wir sind ein sechsjähriges Kind, das gerade erst zur Schule geht. Ich bin gespannt, wie es sich entwickelt – und auch, wie wir als Audi uns mit entwickeln.

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