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Formel E: Mercedes-Faux-Pas kostet Nyck de Vries Podestplatz beim Marrakesch E-Prix

Nyck de Vries, Mercedes ©Mercedes,LAT Images

Pech für Mercedes. Beim Marrakesch E-Prix gab es für den deutschen Neueinsteiger zum zweiten Mal en suite keine Punkte. Nyck de Vries wurde Elfter, Teamkollege Stoffel Vandoorne kam über Platz 15 nicht hinaus.

Lange Gesichter im Mercedes-Lager, denn Nyck de Vries hätte durchaus das Potential besessen, auf das Siegespodest zu klettern- zumindest der Pace nach. Nach einem bärenstarken Auftritt im Qualifying, bei dem der Formel-E-Rookie Startplatz 4 eroberte, bremste ihn eine frühe Durchfahrtsstrafe im Rennen aus. Ein Fehler im Mercedes-Team sorgte für kurzen Unmut bei de Vries.

Ein Softwareproblem am Auto des jungen Niederländers, der bei fast voller Batterie zu viel Energie rekuperierte, macht Mercedes momentan zu schaffen. „Heute war nicht unbedingt einer unserer besten Tage“, gestand Teamchef Ian James ein. „Nyck erhielt eine Durchfahrtsstrafe, weil zu viel Energie rekuperiert und damit das erlaubte Limit überschritten wurde. Das war absolut nicht sein Fehler und hat ihn um ein viel besseres Ergebnis gebracht, das er heute verdient gehabt hätte“, ärgerte sich der Brite.

Das Problem konnte zwar lokalisiert, doch eine Lösung noch nicht gefunden werden. „Der Grund dafür scheint ein Problem mit der Kontrollsoftware des Motors gewesen zu sein, aber das müssen wir noch genauer untersuchen, um exakt zu verstehen, was passiert ist“, sagte James. „Denn wir haben zwischen den Freien Trainings und dem Rennen nichts daran verändert. Wir beginnen umgehend, das Problem zu untersuchen und eine Lösung zu finden“, zuckte James mit den Schultern.

Besonders ärgerlich für de Vries, der schon beim Santiago E-Prix eine Strafe aufgebrummt bekam, für die er nicht verantwortlich zeichnete. Ursache war ein Fehler in der Batteriekühlung, der auf die Kappe des Mercedes-Team ging. Der Niederländer, der in Chile als Dritter ins Ziel kam, verlor so wegen einer nachträglich ausgesprochenen Zeitstrafe seinen ersten Podiumsplatz. Statt Champagnerdusche gab es ’nur‘ Rang 5 für de Vries.

Nichtsdestotrotz konnte der 25-jährige de Vries mit seiner Leistung zufrieden sein. Die Pace stimmte, schon zum dritten Mal in seiner Rookie-Saison fuhr de Vries in die Super Pole. Von Startplatz 4 legte der Mercedes-Neuling einen sauberen Start hin und angelte sich gleich Platz 3, als er Porsche-Pilot Andre Lotterer hinter sich ließ.

Nach der frühen Durchfahrtsstrafe mischte de Vries das Feld von hinten auf, startete eine furiose Aufholjagd und beendete letztendlich den E-Prix auf Position 11. „Es gibt viel Positives, dass wir von diesem Wochenende und aus diesem Rennen mitnehmen können“, sage de Vries, nachdem der erste Ärger verflogen war.

Nyck de Vries , Mercedes ©Mercedes,LAT Images

„Angefangen mit unserer starken Performance im Qualifying bis hin zu einem guten Start. Im Rennen war unser Paket sehr stark, aber leider habe ich eine Durchfahrtsstrafe für einen technischen Verstoß zu Rennbeginn erhalten. Das werden wir uns auf jeden Fall noch einmal genau ansehen, um es in der Zukunft zu vermeiden. Danach hatte ich aber eine sehr starke Aufholjagd und meine Pace war richtig gut.

Unter normalen Umständen hätten wir damit sicherlich auf das Podium fahren können. Das ist sehr schade, aber es überwiegen dennoch die positiven Aspekte“, bilanzierte der Niederländer, der in der Fahrerwertung mit 18 Piunkten Position 13 einnimmt.

Stoffel Vandoorne:

Teamkollege Stoffel Vandoorne konnte das Rennwochenende auf dem Circuit International Automobile Moulay El Hassan nicht glänzen. Nach seinem brillanten Saisonstart mit je zwei dritten Plätzen in Diriyya und Rang 6 in Santiago de Chile, der zwischenzeitlich für die Meisterschaftsführung sorgte, kam Vandoorne inzwischen etwas aus der Spur. Nach der Nullnummer in Mexico gab es auch in Marokko nichts Zählbares für den 27-jährigen Belgier. „Mir fehlte das gesamte Wochenende über die Pace“, so Vandoorne.

Stoffel Vandoorne vor Nyck de Vries Marrkesch ©Mercedes,LAT Images

Die Probleme am Auto des Belgier fingen bereits am Freitag beim ersten Freien Training an, das sich am Renntag am Samstag in den weiteren Sessions fortsetzte. Zudem sammelte Vandoorne eifrig Geldstrafen in den einzelnen Trainigssessions. Im zweiten Freien Training rief Vandoorne mehr als die maximal erlaubten 250 kW Leistung aus der Batterie ab – 1.000 Euro Strafe. Für Teamkollege Nyck de Vries gab es übrigens dieselbe Geldstrafe wegen des gleichen Vergehens. Im Qualifying raste der Ex-Formel-1-Pilot mit 55 km/h durch der Boxengasse – weitere 500 Euro wurden fällig.

Insgesamt kein gutes Rennwochenende für Vandoorne. „Wir hatten im ersten Training ein paar Probleme, aber heute fühlte sich das Auto besser an“, erklärte Vandoorne. „Mir fehlte aber trotzdem noch etwas das Vertrauen. In der ersten Qualifying-Gruppe habe ich dann leider nicht alles perfekt auf die Reihe bekommen. Alles in allem war es ein sehr schwieriges Wochenende für mich. Ich hatte in jeder Session Schwierigkeiten und war nie auch nur ein bisschen bei der Pace dabei. Das ist sehr merkwürdig, weil mir das zum ersten Mal passiert ist.

Jetzt muss ich verstehen, woran das gelegen hat. Derzeit kenne ich den Grund dafür noch nicht. Wir haben mit dem Auto alles Mögliche ausprobiert, es aber nicht geschafft, mehr aus ihm herauszuholen“, begründete Vandoorne seine schwache Vorstellung.

Der Belgier war froh, dass zumindest sein niederländischer Teamkollege de Vries die Stärke des Mercedes Silver Arrow 01 demonstrierte. „Wenigstens konnte Nyck an diesem Wochenende eine normale, solide Pace zeigen“, sagte Vandoorne und fügte hinzu: „Nun erwartet uns glücklicherweise eine lange Pause, um all das zu analysieren.“

Teamchef James nahm den Belgier in Schutz. „Für Stoffel setzte sich im Rennen fort, was wir leider schon in allen Sessions zuvor gesehen hatten. Er fand einfach keine Pace, obwohl er ein ordentliches Rennen gefahren ist. Auch diesen Sachverhalt werden wir in den kommenden Wochen genau analysieren“, sagte der Brite. In der Meisterschaft liegt Vandoorne mit 38 Punkten auf Position 6.

Die lange Pause bis zum Auftakt der ‚voestalpine European Race‘ kommt den Mercedes-Verantwortlichen entgegen. „Aus dem heutigen Rückschlag können wir viel lernen“, erklärt James. „Wir müssen unsere eigenen Fehler abstellen, damit sich die entscheidenden Momente dort abspielen, wo sie hingehören: auf der Rennstrecke. Jetzt werden wir alles geben und uns bis zum nächsten Rennen wieder formieren“, gibt sich der Brite kämpferisch.

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