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Formel E: Meldet sich Mercedes in Marrakesch zurück? Energiemanagement entscheidende Rolle

S6_Mexiko, Samstag ©Mercedes, LAT Images

Mercedes hat bisher einen ansprechenden Saisonstart in der Formel E hingelegt.

Zuletzt erlitt der deutsche Automobilhersteller einen kleinen Dämpfer beim Mexico City E-Prix mit der Nullnummer von Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries.

„Nach dem enttäuschenden Doppelausfall in Mexiko haben wir die Ereignisse genau analysiert und in unserer Vorbereitung auf das Rennen in Marrakesch darauf geachtet, wie wir uns zukünftig weiter verbessern können“, gibt sich Teamchef Ian James optimistisch vor dem fünften Saisonlauf in Marrakesch.

„Glücklicherweise müssen wir nicht lange auf das nächste Rennen warten. In Marrakesch erwartet uns eine neue Chance, um auf unserem ansonsten ordentlichen Saisonstart aufzubauen“, blickt James nach vorne.

Die 2,971 Kilometer lange Strecke auf dem Circuit International Automobile Moulay El Hassan, die nach dem Kronprinzen von Marokko benannt ist, stellt eine Mischung aus einer permanenten Rennstrecke und öffentlichen Straßen dar. Der Kurs weist sieben Links- und fünf Rechtskurven auf und bietet im Laufe einer Runde mehrere gute Überholmöglichkeiten. Alles in allem ist es eines der Rennen mit den meisten Überholmanövern im Rennkalender.

Strecke Marrakesch E-Prix ©Mercedes

„Wir gehen davon aus, dass die Strecke viele Überholmöglichkeiten bieten wird“, so James, der das Energiemanagement als Schlüsselfaktor für ein positives Abschneiden in Nordafrika ausgemacht hat. „Dadurch wird der richtigen Strategie für den Attack Mode eine entscheidende Rolle zukommen.

Die schnelle Streckennatur belohnt zudem ein gut ausbalanciertes Energie-Management. Alles in allem ist es eine großartige Gelegenheit für Nyck, Stoffel und das gesamte Team, um sich gestärkt zurückzumelden“, hofft der Brite auf Wiedergutmachung.

Einer der Schlüsselfaktoren in Marrakesch ist also das Energiemanagement, an das die Strecke hohe Anforderungen stellt. Insgesamt werden 57 Prozent einer Runde, genau 1.693 Meter mit Vollgas gefahren, was gewöhnlich für einen relativ hohen Energieverbrauch sorgt. Aus diesem Grund müssen die Fahrer noch effizienter mit der ihnen zur Verfügung stehenden Energiemenge umgehen. Das führt dazu, dass die richtige Nutzung des Attack Modes einen gehörigen Einfluss auf das Rennen haben wird.

S6_Santiago de Chile, Donnerstag - ©Mercedes,LAT Images

Stoffel Vandoorne: Desaster im Vorjahr

„Auf dieser Strecke kommt es erneut stark auf das Energie-Management an, was im Rennen eine schwierige Aufgabe wird“, weiß Vandoorne. „Warten wir ab, wie wir uns dort schlagen“, fügt der Belgier hinzu, der bereits in der letzten Saison mit HWA in Marokko antrat, dort aber ein rabenschwarzes Wochenende erlebte.

Nach genau einer Runde war Feierabend für Vandoorne, der beim Start ausgerechnet mit Teamkollege Gary Paffett kollidierte. Ein Desaster, das sich diesmal nicht wiederholen sollte. Vandoorne hat die Enttäuschung von Mexico-Stadt abgehakt, als der Belgier kurz vor Rennende selbstverschuldet in der Mauer landete und die tabellenführung verlor.

„Das vergangene Rennen in Mexiko endete leider nicht, wie wir es uns vorgestellt hatten“, so der 27-Jährige, der hinzufügt: „Aber es ist gut, dass es schon zwei Wochen danach in Marrakesch wieder weitergeht. Das Team hat im Laufe der Saison schon viel gelernt und es wird interessant sein zu sehen, wie sich das in Marrakesch darstellen wird.“

Teamchef James nimmt seinen belgischen Schützling Vandoorne für den Fehler in Schutz und sieht beim Mercedes-Team eine gewisse Nachlässigkeit. „Stoffel wurde von den sich verschlechternden Streckenbedingungen überrascht und berührte in Kurve drei die Mauer. Da er nicht der einzige Fahrer war, den es an dieser Stelle erwischte, hätten wir ihn vorab besser informieren und warnen können“, sagt James.

Vandoorne kommt bestens gelaunt nach Marokko. Der Ex-Formel-1-Pilot von McLaren wurde von Mercedes als Ersatzfahrer für das Formel-1-Team berücksichtigt und verfolgte das Geschehen bei den ersten Testfahrten der Formel 1 in Barcelona.

Nyck de Vries:

Beim Ausfall des zweiten Sterne-Piloten Nyck de Vries in Mexico, der beim Anbremsen in der ersten Kurve mit blockierten Bremsen zu kämpfen hatte und mit Virgin-Pilot Robin Frijns kollidierte, gab es offenbar Software-Fehler im Mercedes-System.

„Nyck hat spät gebremst, um seine Position im Rennen zu verteidigen“, sagt Teamchef Ian James. „Dabei blockierten seine Räder, was zu seinem Abflug und dem vorzeitigen Rennende führte. Die Situation wurde durch die Reaktion der Fahrzeugsysteme bei einem so starken Bremsmanöver noch verschlimmert. Wir haben Verbesserungen an der Software vorgenommen, um dieses Verhalten in Zukunft zu vermindern“, begründet James den Abflug seines niederlädischen Schützlings.

De Vries hat die Enttäuschung von Mexico ebenso abgehakt und fiebert seiner Premiere auf dem afrikanischen Kontinent entgegen. „Ich bin heiß darauf, wieder im Rennauto zu sitzen“, so de Vries. „Zum Glück müssen wir nach dem zurückliegenden Rennen in Mexiko nicht lange auf das nächste warten. Mexiko war für uns alle im Team eine enttäuschende Erfahrung, aber ich hoffe, dass wir uns an diesem Wochenende in Marrakesch gestärkt zurückmelden werden.

Wir werden das Rennen mit dem gleichen Ansatz angehen, auf den wir seit Saisonbeginn setzen: wir gehen Schritt für Schritt vor und bauen so hoffentlich unsere Punkteausbeute weiter aus“, hofft der 25-jährige Niederländer in die Erefolgsspur zurückzukehren.

Juncadella feiert Premierensiegt in Brands Hatch 2018 (c)DTM

Rookie-Test:

Ein bekanntes Mercedes-Gesicht geht beim Formel-E-Rookie-Test einen Tag nach dem Marrakesch E-Prix an den Start. Ex-DTM-Pilot Daniel Juncadella (siehe Foto) greift für die Schwaben ins Lenkrad. An seiner Seite fährt der Brite Jack Hughes den zweiten Silber Arrow 01.

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