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Formel E: Zögerliches Strategiespiel kostete DS Techeetah Doppelpodium in Mexico

Felix da Costa P2,2020 Mexico City E-prix © DS Techeetah,Photo by Sam Bloxham / LAT Images

Das amtierende Formel-E-Meisterteam DS Techeetah hat beim Mexico City E-Prix die meisten Punkte gesammelt. Antonio Felix da Costa wiederholte seinen zweiten Platz vom Santiago E-Prix und musste sich in Mexico-Stadt nur Jaguar-Pilot Mitch Evans geschlagen geben.

Der amtierende Champion Jean Eric Vergne verpasste mit Platz 4 knapp das Podium.“Danke an Antonio, Jean-Éric und das Team für die hervorragende Arbeit“, sagte Teamchef Mark Preston zum Abschneiden seiner Schützlinge.

„Wir konnten wichtige Punkte gewinnen und darauf wollen wir aufbauen. Wir fahren nach Marokko mit dem Ziel, den ersten Sieg der Saison zu holen“, zeigte sich der Australier zufrieden. Und dennoch herrscht eine angespannte Atmosphäre im Meisterteam. Felix da Costa läuft Vergne derzeit den Rang ab und mischt im Titelkampf gehörig mit.

 Jean-Eric Vergne (FRA), DS Techeetah, DS E-Tense FE20, leads Antonio Felix da Costa (PRT), DS Techeetah, DS E-Tense FE20 during the Mexico City E-prix at Autodromo Hermanos Rodriguez on February 15, 2020 in Autodromo Hermanos Rodriguez, Mexico ©DS Techeetah, Dom Romney / LAT Images

Vergne ärgerte sich über die seiner Meinung nach misslungene Strategie, die sein Team in Mexico zeigte. Zweimal mussten der Franzose und sein portugiesischer Teamkollege die Plätze tauschen, wodurch Nissan-Pilot Sebsteine Buemi, der Dritter wurde, Vergne entwischen konnte.

„Es war klar, dass das Team zu lange auf eine Lösung gewartet hat und [da Costa] viel mehr Energie als ich zur Verfügung hatte‘ beklagte sich Vergne auf ‚motorsport.com‘. „Zumindest hat er einige gute Punkte für das Team erzielt, aber für mich war es eindeutig nicht die beste Strategie“, kritisierte der zweifache Formel-E-Champion sein Team für die Zögerlichkeit.

Teamchef Preston nahm die Kritik zur Kenntnis und betonte: „Wir versuchen herauszufinden, wie wir am Besten damit umgehen können.“ Schon beim Santiago E-Prix kam es bei Felix da Costa und Vergne zu Unstimmigkeiten, als beide Piloten ähnlich wie jetzt in Mexico das Feld von hinten aufrollten. „Offensichtlich haben in Santiago einige Dinge nicht ganz so funktioniert, wie wir wollten“, gab Preston bei ‚motorsport.com‘ zu.

Während sich Felix da Costa noch den Schweizer Buemi schnappen konnte und Virgin-Pilot Sam Bird in der Schlussphase des Rennens in einen Fehler zwang – Bird verbremste sich und landete in der Mauer-, hatte Vergne keine Reserven mehr, um den Nissan-Piloten entscheidend zu attackieren.

Felix da Costa war es egal und nahm die Kritik gelassen, viel wichtiger war ihm sein zweiter Podestplatz. „Der E-Prix ist für uns sehr gut gelaufen“, so der Portugiese. „Wir haben einen fantastischen Rennwagen, mit dem wir noch viel erreichen können. Ich freue mich, zum zweiten Mal in Folge einen Podestplatz erreicht zu haben“, sagte der Neueinsteiger von DS Techeetah. Der Portugiese DS Techeetah-Pilot hofft beim nöchsten Rennen in Marrakesch ganz oben zu stehen. „Es ist nicht einfach, von Startplatz 9 in ein Rennen zu gehen – daran müssen wir arbeiten. Das Team hat im Hintergrund einen super Job gemacht und die Energie optimal verwaltet. Ich freue mich über die gute Zusammenarbeit und auf die kommenden Rennen“, so Felix da Costa.

Dabei erlebten die beiden DS Techeetah-Piloten ein durchwachsenes Qualifying. Beide gingen von den Plätzen 8 und 9 ins Rennen und lieferten wie schon zuletzt in Chile Seite an Seite eine furiose Aufholjagd. Dabei unterstützten sie sich gemeinsam bei Windschattenspiele, wie Felix da Costa zugab. „Wir spielten ein kleines teaminternes Windschattenspiel auf der Strecke“, betonte der Portugiese bei ‚motorsport.com‘ und ergänzte: „Es war alles geplant. Wir standen in Kontakt – natürlich nicht direkt mit [JEV], sondern mit den Ingenieuren – und wir wussten genau, was alle taten“, so Felix da Costa.

Am Ende war Felix da Costa eindeutig der Schnellere von Beiden, für die Jagd auf den späteren Sieger Evans war der Abstand allerding zu groß. Doch mit seinem zweiten Podestplatz war der 28-jährige Portugiese sehr zufrieden, setzte im Titelkampf ein dickes Ausrufezeichen, wo er auf Platz 3 liegt. Für Vergne wird es im Kampf um die Titelverteidigung eng, denn mit 16 Punkten liegt der Franzose nur auf Platz 12 in der Meisterschaft. Jetzt müssen endlich Siege für den Franzosen folgen. Und mit seinem sehr starken Teamkollegen wird es für Vergne nicht einfacher.

Antonio Felix da Costa, DS Techeetah,2020 Mexico City E-prix ©DS Techeetah,Sam Bloxham / LAT Images

„Ein weiterer zweiter Platz für Antonio und ein vierter Platz für Jean-Éric sind ein ausgezeichnetes Ergebnis für unser Team“, freute sich Xavier Mestelan Pinon, Direktor DS Performance. „Wir haben 30 Punkte eingefahren und können somit ganz vorne im Rennen um die beiden Meisterschaftstitel mitmischen. Der DS E-TENSE FE20 hat perfekt funktioniert – das ist für die nächsten Rennen sehr vielversprechend“, betonte der Franzose.

Schon übernächstes Wochenende beim Marrakesch E-Prix (29.Februar) wird man sehen, wie sich das Verhältnis der beiden DS Techeetah-Piloten weiter entwickelt. Kein einfacher Job für Preston und Pinon.

 

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