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Formel E: Mercedes mit erneut starker Vorstellung beim Santiago E-Prix

Nyck de Vries, Santiago E-Prix ©mercedes,LAT Images

Mercedes bot beim Santiago E-Prix erneut eine starke Vorstellung. Beide Silberpfeil-Piloten Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne fuhren in die Top-6 und holten somit Punkte. Der Niederländer de Vries kam auf Platz 5, Vandoorne erreichte Platz 6.

„Ich freue mich über die Plätze fünf und sechs, die genau innerhalb unserer Zielsetzung liegen“, zeigte sich Mercedes-Teamchef Ian James hocherfreut. “ Wir befinden uns als Team weiter auf dem richtigen Weg und ich bin froh, dass wir an das anschließen konnten, was wir in Riad begonnen haben. Zum Glück spiegelt sich das auch in der aktuellen Teamwertung wider“, so der Brite.

 

Nach dem unerwartet erfolgreichen Debüt des Teams in Saudi-Arabien mit zwei Podestplätzen (Vandoorne), mussten Vandoorne und de Vries in Qualifying-Gruppe 1 respektive 2 antreten, in denen die Streckenbedingungen noch nicht optimal waren. De Vries zeigte im Qualifying mit Platz 8 eine starke Leistung und schuf sich eine gute Ausgangsposition für das Rennen. Vandoorne war einen Wimpernschlag langsamer und beendete die Zeitenjagd auf Platz 9.

Der Niederländer zeigte in der Hitzeschlacht (39 Grad Außentemperatur) von Santiago eine fabelhafte Leistung und verbesserte sich von Startplatz 8 im Laufe der 40 Rennrunden um fünf Positionen. Der Mercedes-Rookie  überquerte die Ziellinie nach einem spannenden Finish auf Platz 3. Aufs Siegespodest durfte der Niederländer jedoch nicht, denn dem 24-Jährigen wurde nachträglich eine 5-Sekunden-Zeitstrafe von der Rennleitung aufgebrummt. Die vom Reglement vorgeschriebene Mindestkühltemperatur der Einheitsbatterie von McLaren Applied Technologies konnte beim Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 des Niederländers nicht eingehalten werden. Die Folge: de Vries wurde auf Platz 5 zurückversetzt.

Mercedes Team Santiago de Chile ©Mercedes, LAT Images

„Wir haben ohne Zweifel einen Fehler bei der Kühlung von Nycks Batterie gemacht. Das hat seine vortreffliche fahrerische Leistung heute untergraben. Daran müssen wir in Zukunft arbeiten“, gab Mercedes-Teamchef den Fehler offen zu. Schon vor dem Shakedown am Freitag hatte Mercedes offensichtlich mit der Kühlung an den Batterien zu kämpfen. Bei Vandoornes Auto wurde nämlich dasselbe Dilemma wie bei de Vries festgestellt- Nichteinhaltung der Mindestkühltemperatur. Die Rennleitung brummte dem Mercedes-Team eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro auf.

De Vries war ob des verpassten Podestplatzes ein wenig enttäuscht- verständlich. „Ich bin als Dritter ins Ziel gekommen und als Fünfter gewertet worden – alles in allem war es aber ein gutes Rennen“, so de Vries. „Ich hatte keinen perfekten Start auf der Innenseite, konnte den Schaden aber begrenzen. Danach ist es mir in der Anfangsphase des Rennens gelungen, ruhig zu bleiben und einige Fehler der anderen Fahrer auszunutzen.

Meine Pace war gut und ich konnte mich durch das Feld nach vorne kämpfen. Leider habe ich dann noch eine Strafe erhalten, das ist schade. Aber insgesamt war es ein gutes Rennen. Auch das Qualifying war alles in allem in Ordnung. Natürlich gibt es immer hier und da noch etwas Verbesserungspotential, aber insgesamt war es positiv“, resümierte der junge Niederländer seine starke Vorstellung. Der Rookie erzielte damit das bislang beste Ergebnis in seiner noch jungen Formel-E-Karriere.

Vandoorne und de Vries, Santiago de Chile©Mercedes, Sebastian Kawka

Direkt hinter de Vries belegte sein Teamkollege Vandoorne den sechsten Platz. Für den Belgier war es nach zwei dritten Plätzen in Diriyah die dritte Punkteankunft im dritten Saisonrennen – erfreulicher Nebenaspekt: Vandoorne ist neuer Tabellenführer in der Formel E. Mit 38 Punkten führt Vandoorne die Meisterschaft mit drei Zählern Vorsprung vor Alexander Sims (BMW) an.

„Stoffel hat ebenfalls eine ordentliche Performance gezeigt und ich bin stolz darauf, dass er nun die Fahrerwertung anführt“, zeigt sich Temachef James hochzufrieden. „Das Team hat sich unter den extremen Bedingungen, die hier heute geherrscht haben, sehr gut geschlagen. Wir konnten viele Informationen sammeln und werden nach unserer Rückkehr daran arbeiten, uns weiter zu verbessern“, so James.

Der 27-jährige Vandoorne war froh darüber, in die Top 6 zu kommen. „Das war ein hartes, sehr ereignisreiches Rennen für mich“, so der Belgier.  „Mein Auto wurde von allen Seiten berührt und fuhr danach nicht mehr hundertprozentig gerade. Deshalb war es sehr schwierig, es bis ins Ziel zu tragen. Ich bin aber froh, dass es mir gelungen ist, denn es gab heute viele Zwischenfälle und es ist wichtig für uns, erneut eine gute Punkteausbeute mitzunehmen. Darauf kommt es in dieser Meisterschaft an.

Das Qualifying ist für uns gut verlaufen, obwohl uns der Sprung in die Super-Pole nicht gelungen ist. Realistisch betrachtet hatten wir von Anfang an ein wenig damit gerechnet. Wichtig ist, dass ich mit einem guten Vorsprung der Schnellste in meiner Qualifying-Gruppe war und wir aus den Top-10 starten konnten. Vielleicht haben wir heute ein paar Zähler liegen gelassen, aber jetzt müssen wir unseren Blick nach vorne richten und es beim nächsten Rennen besser machen“, lautete das Fazit des Belgiers, der übrigens wie Teamkollege de Vries den FanBoost in Chile erhielt.

In der Teamwertung belegt das Mercedes-Benz EQ Formel E Team mit 56 Punkten Platz 2, nur vier Zähler Rückstand auf Tabellenführer BMW.

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