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Formel E: Jens Marquardt (BMW): „Sind für die kommenden Formel-E-Events gut aufgestellt“

Jens Marquardt BMW Motorsport Direktor ©BMW

BMW hat zuletzt ein ereignisreiches Rennwochenende mit Bravour bestanden. Rund um den Globus war BMW Motorsport bei fünf Events  am Start – und stand jedesmal auf dem Siegespodest. Besonders eindrucksvoll war der Premierensieg von Formel-E-Pilot Alexander Sims, der beim Saisonauftakt in Diriyya zweimal die Pole-Position eroberte und das zweite Rennen in beeindruckender Manier für sich entschied.

Dazu gab es zeitgleich im 8.600 Kilometer entfernten Fuji (Japan) das ‚Dream Race‘ der DTM, das erste gemeinsame Rennen der japanischen Super GT und der DTM. Marco Wittmann feierte in Japan nicht nur seinen  30. Geburtstag, er erreichte im Sonntagsrennen Platz 2 für die Münchner – ein tolles Geburtstagsgeschenk für den zweifachen DTM-Champion.

Wittmanns DTM-Markenkollege Philippe Eng war beim Sim-Racing in Monaco für BMW erfolgreich, der Österreicher erreichte bei den FIA GTC World Finals in Monte Carlo einen ausgezeichneten zweiten Platz. In Kyalami (Südafrika) war BMW in der Intercontinental GT Challenge mit dem BMW M6 GT3 unterwegs und erfolgreich.

BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt kann mit der Ausbeute seiner Schützlinge daher sehr zufrieden sein und lässt im Interview die Ereignisse des ‚BMW Motorsport Mega-Wochenende‘ noch einmal Revue passieren.

Herr Marquardt, das vergangene ‚BMW Motorsport Mega-Wochenende’ ist mehr als erfolgreich verlaufen. Wie fällt Ihre Bilanz aus?

Jens Marquardt: „Das war für uns wirklich ein Mega-Wochenende. Angeführt wurde unsere Erfolgsliste von Alexander Sims und BMW i Andretti Motorsport. Mit zwei Polepositions und dem Sieg am Samstag hat Alexander dem Saisonauftakt der Formel E eindrucksvoll seinen Stempel aufgedrückt.

Dazu kam das ‚Dream Race‘ in Fuji, bei dem DTM und SUPER GT Championship erstmals ein gemeinsames Rennwochenende in Japan bestritten haben. Hier konnte Marco Wittmann an seinem 30. Geburtstag den zweiten Platz feiern. Und auch im Sim-Racing gab es Grund zum Jubeln: Unser DTM-Fahrer Philipp Eng konnte bei den FIA GTC World Finals in Monaco den zweiten Platz im ProAm-Rennen feiern. Diese Bilanz zeigt, wie breit und erfolgreich wir insgesamt bei BMW Motorsport unterwegs sind.“

Sieger Alex Sims BMW ©BMW

Beginnen wir mit dem Formel-E-Auftakt in Diriyya. Wie wichtig war ein guter Start in die Saison?

Marquardt: „Sehr wichtig. Nach den Tests in Valencia wussten wir, dass unsere Pace mit dem neuen BMW iFE.20 grundsätzlich da sein würde. Allerdings gab es auch eine Menge Unbekannte vor dem ersten Rennwochenende – mit neuen Konkurrenten und weiteren Veränderungen.

Was das Team von BMW i Andretti Motorsport dann abgeliefert hat, war richtig stark. Alexander Sims hat sich nach der Poleposition am Freitag nicht davon beeindrucken lassen, dass er im ersten Rennen nicht bis zum Schluss um das Podium kämpfen konnte. Stattdessen hat die Mannschaft die nötigen Rückschlüsse gezogen, um es im zweiten Rennen dann besser machen zu können. Das hat perfekt funktioniert, und Alexander hat sich seinen ersten Sieg mehr als verdient.

Auch Maximilian Günther hat einen sehr guten Eindruck hinterlassen, konnte jedoch aufgrund von zwei Strafen nicht die guten Rennergebnisse einfahren, die auch er verdient gehabt hätte. Aber ich bin sicher: Wir sind für die kommenden Formel-E-Events gut aufgestellt.“

Das ‚Dream Race‘ von DTM und SUPER GT hat ebenfalls für positive Reaktionen gesorgt. Wie haben Sie das Wochenende in Fuji erlebt?

Marquardt: „Das Event hat wirklich alles gehalten, was wir uns davon vorher versprochen hatten. Vor allem das zweite Rennen am Sonntag war ein echter Leckerbissen, mit großartigen Duellen, jeder Menge Action und einem strahlenden Geburtstagskind Marco Wittmann auf Rang zwei.

Wir haben erstmals gezeigt, wie ein gemeinsames Rennwochenende mit DTM- und SUPER-GT-Herstellern in Japan aussehen könnte. Und ich denke, das ‚Dream Race‘ macht definitiv Lust auf mehr. Dass es nicht möglich sein würde, alle Fahrzeuge im Feld auf das exakt gleiche Leistungsniveau zu bringen, war uns vorher bewusst. Dennoch hat das der Qualität des Racings am Ende keinen Abbruch getan. Wenn die Reglements der DTM und der SUPER GT ab 2020 miteinander verschmelzen, sieht die Sache noch einmal anders aus. Das ‚Dream Race‘ darf keine Eintagsfliege bleiben.“

Wittmann jubelt über P2 ©BMW

Der BMW M6 GT3 hat ebenfalls wieder gezeigt, dass er um Siege kämpfen kann – ganz gleich, wo er antritt…

Marquardt: „Ja, definitiv. Beim Finale der Intercontinental GT Challenge in Kyalami wollten wir mit dem BMW Team Schnitzer und mit Walkenhorst Motorsport noch einmal ein starkes Rennen abliefern. Das hat funktioniert. Das BMW Team Schnitzer kämpfte lange um den Sieg. Und als die schwierigen Wetterbedingungen gegen Ende das Klassement noch einmal durcheinander brachten, war Walkenhorst Motorsport zur Stelle und sicherte sich mit dem BMW M6 GT3 Rang zwei. Das war ein tolles Ergebnis bei unserer Rückkehr nach Südafrika.“

Welchen Stellenwert hat Philipp Engs Podium im ProAm-Rennen der FIA GTC World Finals in Monaco?

Marquardt: „Dieses Ergebnis ist gewissermaßen ein Symbol für unser stark gewachsenes Engagement im Sim-Racing. Bei den FIA GTC World Finals in Monaco kamen die besten Gran-Turismo-Fahrer der Welt zusammen.

Jene, die auf virtuellen BMW Rennwagen unterwegs waren, wurden von Philipp Eng unterstützt und angefeuert. Philipp ist selbst ein begeisterter Sim-Racer und wollte unbedingt selbst auch an den Start gehen. Dazu bekam er im ProAm-Rennen die Gelegenheit – und fuhr prompt mit seinem Teamkollegen auf Rang zwei. BMW Motorsport hat seine Präsenz in dieser Disziplin zuletzt kontinuierlich gesteigert, eigene Renn-Events ausgerichtet und viele Akzente gesetzt.

Diesen Weg werden wir weiter gehen. Simulationen spielen für uns bei BMW Motorsport und für die BMW Group insgesamt eine sehr große Rolle. Deshalb macht es für uns definitiv Sinn, diese Kompetenz über ein Engagement im Sim-Racing greifbar zu machen. Und Siege und Podestplätze zu feiern, das macht auch virtuell großen Spaß.“

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