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Formel E: Holpriger Saisonauftakt für DS Techeetah

Felix da Costa,DS Techeetah,2019 Diriyah E-prix © (Photo by Zak Mauger / LAT Images),DS Techeetah

Der Start der neuen Formel E-Saison 2019/2020 am vergangenen Wochenende im saudi-arabischen Diriyya lief nicht nach dem Geschmack des Titelverteidigers DS Techeetah. Weder Champion Jean-Eric Vergne als auch Neuzugang Antonio Felix da Costa sammelten fette Punkte für die Meisterschaft- ein holpriger Saisonauftakt für das hoch gehandelte französisch-chinesische Team.

Beim Freitagsrennen ging so alles schief, was auch nur schiefgehen kann. Null Punkte für DS Techeetah zum Saisonauftakt, das gab es schon lange nicht mehr in einem E-Prix für DS Techeetah.

Im Qualifying lief es schon nicht optimal für Vergne und Felix da Costa , zumal beide Piloten in Gruppe 1 auf Zeitenjagd gehen mußten. Platz 11 für den Titelverteidiger und Platz 21 für den Teamkollegen waren keine optimalen Vorraussetzungen auf Spitzenplätze. Während Vergne bereits früh sein Arbeitsgerät mit technischen Problemen (mechanischer Defekt)  an der DS Techeetah-Box abstellen mußte, erreichte Neuzugang Felix da Costa immerhin Platz 14.

„Der erste Arbeitstag mit meinem neuen Team war leider kein einfacher Start“, stellte Felix da Costa fest. „Der heutige Tag sah vielversprechend aus, da wir im freien Training recht schnell waren. Aber als wir in das Qualifying gingen, hatten wir ein Problem mit dem Brake-by-Wire-System. Ohne Assistenten mußte ich gleich in meine fliegende Runde gehen – im Ergebnis lag ich hinten. Im Rennen bin ich gut vorwärts gekommen, für Punkte hat es aber nicht gereicht“, sagte der Portugiese enttäuscht.

Über Nacht konnten die technischen Probleme aussortiert werden und schon lief es am Samstag deutlich besser. Felix da Costa knallte sowohl im Freien Training als auch im Qualifying eine Fabelzeit hin und war jeweils Schnellster. In der Super Pole übertrieb es der Portugiese etwas mit der Pace, war mehr am Rutschen als am Fahren und kam schließlich auf Platz 5.

Im Rennen zeigte dann Felix da Costa, warum ihn Teamchef Mark Preston zu DS Techeehtah lotste. Lange Zeit kämpfte der Neuzugang um einen Podiumsplatz, lag  rundenlang auf Platz 2 und kämpfte um den Sieg. Doch eine Durchfahrtsstrafe nach einer Kollision mit Nissan-Pilot Sebastien Buemi verhinderte ein Top-Resultat für den 28-Jährigen.

Am Ende mußte sich Felix da Costa mit Platz 10 begnügen. „Auch wenn wir nicht dort gelandet sind, wo wir hinwollten, gibt es heute viele positive Aspekte“, sagte Felix da Costa, der hinzufügte: „Der Schnellste im freien Training und im Qualifying und die Aufholjagd auf Platz 2. Der Kampf um den Sieg im Rennen war wirklich ein guter Beleg dafür, dass wir ein gutes Tempo hinlegten und einen effizienten Antriebsstrang besitzen.“

Für den weiteren Saisonverlauf stimmt die Leistung des DS Techeetah-Boliden  den Portugiesen zuversichtlich. „Es zeigt auch, dass wir eine sehr gute Waffe haben, mit der wir in dieser Saison kämpfen können. Leider hatte ich zu Beginn des Rennens eine Durchfahrtsstrafe für einen Vorfall, der meiner Meinung nach nicht zu vermeiden war. Dennoch bin ich sehr zuversichtlich und freue mich auf das nächste Rennen“, gab sich der Neuzugang optimistisch.

Jean Eric Vergne, DS Techeetah,2019 Diriyah E-prix II©DS Techeetah,(Photo by Sam Bagnall / LAT Images)

Teamchef Preston zeigte sich zufrieden ob der Leistung seines portugiesischen Schützlings. „Heute sah Antonio nach dem Qualifying wirklich gut aus, so dass es wirklich schade ist, dass er seinen Sieg vom letzten Jahr hier nicht wiederholen konnte“, bedauerte Preston.

Formel-E-Champion Vergne machte aus seiner aussichtlosen Situation vom letzten Startplatz aus das Beste und feierte einen unerwarteten achten Platz. Schützenhilfe gab es für den Franzosen durch die beiden Safety-Car-Phasen und den nachträglichen Bestrafungen für Max Günther (BMW), Nyck de Vries (Mercedes) und Oliver Turvey (NIO), die ihn schließlich bis auf Platz 8 nach vorne spülten.

„Es war von vornherein klar, dass das Rennen extrem schwierig werden würde“, so Vergne. „Ich musste aufgrund einer harten Strafe von ganz hinten an den Start gehen und zusätzlich noch eine 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe verbüßen. Dank des Safety Cars konnte ich wieder zum Feld aufschließen und schnell bis auf den elften Platz vorfahren. Die Überholmanöver haben großen Spaß gemacht. Es war ein toller Moment, als ich zwei Runden in Folge zwei Fahrzeuge gleichzeitig in der selben Kurve überholen konnte. Dennoch hatte ich mir von diesem Wochenende mehr erwartet. Wir werden nun sehr hart arbeiten und diese schwierige Phase gemeinsam meistern“, sagte der Titelverteidiger.

Zufrieden zeigte sich Teamchef Preston ob der gezeigten leistungen seiner beiden Fahrer. „Beide Fahrer haben gezeigt, zu welchen Leistungen wir in der Lage sind und dass wir ein gutes Tempo vorlegen können“, so der Australier. „Jean-Éric gelang es in den letzten Runden an gleicher Stelle sogar zweimal in Folge zwei Fahrzeuge auf einmal zu überholen. Wir machen uns also keine Sorgen.

Als klar wurde, dass Jean-Éric von hinten ins Rennen gehen würde, setzten die Ingenieure alles auf eine Karte. Dies hat sich im Rennen letztendlich ausgezahlt. Es wäre zwar schön gewesen, noch ein paar Punkte mehr mitzunehmen, aber jeder Punkt zählt. Die Saison ist lang und wir werden noch viele Gelegenheiten haben, in der Fahrerwertung aufzuholen“, erklärte Preston.

Auch DS Performance-Direktor Xavier Mestelan Pinon sprach von einem holprigen Start. „Das heutige Ergebnis entspricht nicht unseren Ansprüchen“, so Pinon, der weiter ausführte: „Trotzdem können wir zwei Dinge aus dem Saisonauftakt mitnehmen: Unsere Piloten haben sowohl im Qualifying als auch im Rennen gezeigt, dass wir ein sehr gutes Fahrzeug haben, mit dem wir Siege einfahren können. Allerdings dürfen wir uns keine Fehler erlauben – diese zu vermeiden wird unser oberstes Ziel für das kommende Rennen in Santiago sein.“

 

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