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Formel E: Lucas di Grassi verhindert Fehlstart für Audi-Platz 2 in Diriyya

Audi,Formula E, Diriyah E-Prix 2019 ©Audi

Lucas di Grassi hat für das Audi-Werksteam einen Fehlstart in die neue Formel-E-Saison verhindert. Der Formel-E-Champion von 2016/2017 erreichte nach der enttäuschenden Nullnummer vom Auftaktrennen am Freitag im zweiten Rennen einen hervorragenden zweiten Platz. Teamkollege Daniel Abt kam auf Platz 6.

Di Grassi überquerte als Dritter die Ziellinie, erbte Platz 2 des Deutschen BMW-Pilot Maximilian Günther, der eine nachträgliche Zeitstrafen aufgebrummt bekam und daher auf Platz 11 zurückversetzt wurde.

Abt fuhr als Neunter ins Ziel, profitierte aber nicht nur von Günthers Malheur, sondern auch von Strafen von zwei weiteren Piloten. Mercedes-Rookie Nyck de Vries erhielt eine ähnliche Zeitstrafe wie Günther und wurde von Platz 7 auf Platz 16 zurückversetzt, Nio-Pilot Oliver Turvey verlor Platz 8 nach einer nachträglichen Disqualifikation .

Lucas di Grassi,Formula E, Diriyah E-Prix 2019 ©Audi

Etwas Glück stand dem Audi-Duo bei, das insgesamt 26 Punkten für die Teammeisterschaft sammelte. Für den Brasilianer di Grassi war es der 31. Podiumsplatz, darunter 10 Siege, in der Formel E.

„Danke an meine Jungs in der Box“, strahlte der 35-jährige di Grassi nach seiner bärenstarken Vorstellung am Samstag und fügte hinzu: „Dieser Pokal ist ein schöner Lohn für die harte Arbeit des ganzen Teams nach dem schwierigen Auftakt gestern.“

Beim Saisonauftakt am Freitag enttäuschten sowohl di Grassi als auch Teamkollege Daniel Abt, die ohne Punkte blieben. Doch di Grassi krempelte für Samstag die Ärmel nach oben und wollte unbedingt eine weitere Pleite für Audi verhindern. „Das ist die Stärke unseres Teams: Wir geben nie auf. Wir werden jetzt alles analysieren, auswerten, uns weiter verbessern und zum nächsten Rennen noch stärker sein. Der Kampf um die Meisterschaft fängt erst noch richtig an“, so der Brasilianer.

Der Saisonauftakt am Freitag war aus Audi-Sicht schon verwunderlich: während Audis Kunden Envision Virgin durch Sam Bird den Debütsieg für den Audi e-tron FE06 feierte und Teamkollege Robin Frijns Platz 5 erzielte, lief beim Audi-Werksteam gar nichts zusammen. Allerdings muß dem deutsch-brasilianische Duo zu gutegehalten werden, dass sie wegen ihrer guten Meisterschaftspositionen aus der Vorsaison in den ersten beiden Qualifying-Gruppen auf Zeitenjagd gehen mußten, wo die staubige und rutschige Strecke noch nicht genügend Grip besaß. Das der neue Antriebsstrang des Audi e-tron FE06 auch auf nicht optimalen Streckenbedingungen funktionierte, bewies Virgin-Pilot Bird mit der Bestzeit im Qualifying, der wie Abt in Gruppe 2 auf Zeitenjagd ging.

Die Startplätze 15 (Abt) und 19 (di Grassi) waren entsprechend keine optimalen Vorraussetzungen für einen Top Ten-Platz. „Wir hätten uns heute natürlich einen anderen Saisonstart für Daniel und Lucas gewünscht“, gab Teamchef Allan McNish unumwunden zu. „Beide mussten aufgrund ihrer guten Vorsaison in den ersten beiden Gruppen ins Zeittraining gehen. Aus der schwierigen Ausgangsposition haben sie dann das Beste gemacht, blieben aber dennoch ohne Punkte“, so der Schotte.

Im Rennen machte di Grassi immerhin sechs Ränge gut und wurde 13. Auch Daniel Abt arbeitete sich kontinuierlich nach vorne, ehe der Kemptener in der Mauer landete. Trotz schnellster Rennrunde gab es keinen Punkt für den Allgäuer, da er nicht in die Top Ten landete. Für das Team Audi Sport ABT Schaeffler gab es zum ersten Mal seit Gründung der Serie bei einem Saisonauftakt keine Punkte. Doch Teamchef McNish zeigte Kämpferherz, so einfach wollte er die bittere Pille nicht schlucken. „Wir werden jetzt hart arbeiten, denn morgen ist ein neuer Renntag und wir sind alle hochmotiviert, schnell zurückzuschlagen“, lautete die Kampfansage des Audi-Verantwortlichen. Und das gelang eindrucksvoll.

Audi,Formula E, Diriyah E-Prix 2019 ©Audi

Samstagsrennen:

Im Samstagsrennen lief es deutlich besser für die Ingolstädter. Lucas di Grassi holte wieder einmal für Audi die Kastanien aus dem Feuer, der bereits im Qualifying mit Platz 5 und in der Super Pole mit Platz 3 ein erstes Ausrufezeichen setzte. Abt hingegen enttäuschte im Qualifying mit Platz 15.

Das zweite Saisonrennen vor den Toren der saudi-arabischen Hauptstadt Riad war geprägt von harten Duellen, zahlreichen Überholmanövern sowie zwei Safety-Car-Phasen, die das Feld immer wieder zusammenführten. Lucas di Grassi, der von Platz 3 ins Rennen gegangen war, behielt bei allen Zweikämpfen einen kühlen Kopf. An Günther (BMW) biss sich di Grassi zwar die Zähne aus. Rundenlang jagte der Audi-Pilot den zweitplatzierten BMW-Neuling, doch an ein Vorbeikommen war nicht zu denknen. Di Grassi kam als Dritter ins Ziel. Nach der nachträglichen Bestrafung Günthers wurde di Grassi Zweiter.

Teamkollege Abt sammelte mit Platz 6 ebenfalls wichtige Punkte für sich und die Teamwertung. Der Deutsche machte zunächst einige Positionen gut, wurde dann aber von einer Durchfahrtstrafe ans Ende des Felds zurückgeworfen. Mit der Hilfe des Safety-Cars und mit einigen mutigen Überholmanövern kämpfte er sich anschließend wieder zurück in die Punkteränge. „Diese Punkte waren heute wirklich hart erkämpft, haben aber nach einem schwierigen Wochenende gutgetan“, so Abt. „Vielleicht haben wir noch nicht so viel Zählbares auf unserem Konto, aber wir wissen, dass wir die Performance und das Auto haben, um damit um Siege zu fahren. Jetzt müssen wir nur alles zusammenbringen“, ergänzte der Bayer.

Teamchef McNish war die Erleichterung anzusehen. „Das war ein herrlich verrücktes Rennen – genauso, wie wir die Formel E kennen und lieben“. so der schotte. „Umso schöner, dass wir dann am Ende mit einem Pokal nach Hause fahren“, sagte der Audi-Teamchef. „Mich hat hier in Riad besonders beeindruckt, wie wir uns nach dem enttäuschenden ersten Rennen am Freitag zurückgekämpft haben. Das zeigt, wie entschlossen und leidenschaftlich unsere Mannschaft arbeitet. Lucas hat heute einen fehlerlosen Tag gezeigt und auch über Daniels Punkte nach einer tollen Aufholjagd freue ich mich“, strahlte der 49-jährige Audi-Verantwortliche, der diesmal ohne Audi-Motorsportboss Dieter Gass auskommen mußte. Gass war zur gleichen Zeit in Japan beim ‚Dream Race‘ in Fuji zugegen.

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