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Formel E: Historischer BMW-Doppelsieg, Sims gewinnt vor Günther in Diriyya

 BMW Doppelsieg in Diriyya ©courtesy by FormulaE

Riesenerfolg für BMW Motorsport beim zweiten Saisonlauf der Formel E in Saudi-Arabien. Alexander Sims feierte seinen Premierensieg im BMW iFE.20 vor seinen Teamkollegen Maximilian Günther und Lucas di Grassi (Audi).

Premiere für BMW i Andretti Motorsport in doppelter Hinsicht. Sims feierte seinen ersten Formel-E-Sieg, Günther erreichte zum ersten Mal einen Podestplatz in der Elektro-Rennserie.

„Ich wusste, dass es unvorhersehbar sein würde, aber ich hätte nie gedacht, dass ich heute einen Podiumsplatz hätte“, freute sich Günther bis über beide Ohren.

„Ich freue mich sehr, dass ich mein erstes Podium in der Formel E und mit BMW i Andretti Motorsport erreicht habe. Auch ein Doppelsieg für das Team ist ein fantastisches Ergebnis und herzlichen Glückwunsch an meinen Teamkollegen“, sagte der Deutsche kurz nach dem Rennen.

Wiedergutmachung im Audi-Lager. Nach der gestrigen Schlappe zum Saisonauftakt feierte di Grassi eine bärenstarke Rückkehr auf Platz 3. Teamkollege Daniel Abt schaffte es mit Platz 9 ebenfalls in die Top Ten.
Für Mercedes ging die Sternstunde beim zweiten Formel-E-Rennen weiter. Zwar gelangen den Schwaben kein Podestplatz wie gestern, doch mit Platz 4 für Stoffel Vandorne und Platz 7 für Teamkollegen Nyck de Vries erzielte der Newcomer erneut viele Punkte.

Enttäuschung pur dagegen bei Porsche. Andre Lotterer lag beim Schwenken der Zielflagge  auf einen starken sechsten Platz. Der Deutsche überholte kurz vor Rennende in einer Safety-Car-Phase und bekam dafür eine Zeitstrafe aufgebrummt – Punkte weg, Platz 16. Teamkollege Neel Jani kam auf Platz 15, keine Punkte für den Schweizer.

 

Für Pascal Wehrlein im Mahindra lief es ebenfalls nicht rund zum Saisonauftakt. Der Deutsche kam als 17. ins Ziel. Pech hatte Teamkollege Jerome d’Ambrosio, der sich mit einem starken vierten Platz im Qualifying eine gute Ausgangsposition verschaffte, doch am Start technisch bedingt nicht vom Fleck kam und das Rennen erst gar nicht antreten konnte. Kein guter Auftakt für den indischen Rennstall.

Vorläufiges Ergebnis Rennen 2 Diriyyah EPrix:

Ergebnis Renne 2 Diriyya ©courtesy by FormulaE

Rennverlauf:

BMW-Pilot Sims holte sich erneut die Pole-Position und teilte sich sein Rennen viel besser ein als noch am Samstag, als der Brite Platz 8 erreichte. In jeder Sekunde des Rennens kontrollierte Sims das Geschehen und feierte einen souveränen Start-Ziel-Sieg. Auch zwei Safety-Car-Phasen konnten Sims zu seinen ersten Formel-E-Sieg nicht aufhalten.

Teamkollege Günther ging von Startplatz 9 ins Rennen. Der junge Allgäuer legte bis dato sein bisher bestes Formel-E-Rennen seiner Karriere ab und feierte am Ende einen überragenden zweiten Platz. Der Doppelsieg für die Münchner war damit perfekt.

BMW feiert Doppelsieg FE, Alexander Sims und Max Gütnher ©courtesy by FormulaE

„Das war so ziemlich ein Traumrennen“, freute sich Sims über seinen Premierfensieg und ergänzte: „Wir haben alles sehr gut ausgeführt und die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen. Die Ziellinie als Erster zu überqueren, war ein unbeschreibliches Gefühl. Wir lernen ständig so viele Lektionen und es werden in naher Zukunft noch viele weitere folgen. Das Team hat sich viel Mühe gegeben und jetzt einen Sieg erreicht. Es ist wirklich cool.“

Am Start sorgte Mahindra-Pilot d’Ambrosio für den ersten Aufreger. Sein Arbeitsgerät blieb auf der Stelle liegen, das bittere Aus für den Belgier.

Sims legte einen Zauberstart hin und führte das Feld in die erste Kurve. Hingegen kehrte Titelverteidiger Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) an die Box, um sich seine 10 Sekunden-Strafe aus der Qualifikation abzuholen.

Sims lag vor Nissan-Pilot Sebastien Buemi und di Grassi, dahinter lauerten Antonio Felix da Costa (DS Techeetah), Jaguar-Pilot Mitch Evans und Sam Bird im Virgin. Günther reihte sich auf Platz 8 ein.

In Runde 6 schnappte sich di Grassi den Drittplatzierten Felix da Costa, doch der Portugiese konterte umgehend, um sich seine Position zurückzuerobern.

Während Bird an Evans vorbeizog, bekam Abt im Audi eine Durchfahrtstrafe aufgebrummt,. Nächster Aufreger war Runde 8 , als Felix da Costa bei seiner Attacke gegen Buemi zu ungestüm heranging und den Schweizer einmal herumdrehte -Durchfahrtsstrafe für den Newcomer bei DS Techeetah.

Mercedes-Pilot Vandoorne, der am Samstag noch Dritter wurde, zeigte sich bei einem Manöver gegen Günther, der zum ‚Attack-Mode‘ ausholte, und schob sich auf Position 7.

In Runde 13 gab es die erste Safety-Car-Phase. Evans beförderte Bird in die Mauer-das Aus für den Samstag-Sieger. Der Deutsche Wehrlein beschädigte sich bei dem Evans-Malheur seine Frontnase und musste sich in der Box eine Neue holen. Dagegen arbeitete sich Günther kontinuierlich nach vorne- Platz 5. Der Oberstdorfer kam den Top 3 immer näher.

Nachdem das Rennen in Runde 16 wieder freigegeben wurde, holte sich di Grassi seinen ‚Attack-Mode‘ ab. Das nutzte Günther und schob sich vorbei an den Brasilianer auf Platz 3.

Doch einen Umlauf später drehte di Grassi den Spieß um und überholte Günther-Platz 3 für den Audi-Piloten.

In der Zwischenzeit durften sich Vandoorne, de Vries, Buemi, Felix da Costa und Lotterer über den FanBoost freuen.

In Runde 19 folgte eine weitere Safety-Car-Phase. Virgin-Pilot Robin Frijns verlor das Heck und krachte in die Mauer- das Aus für den Niederländer. Kein guter Renntag für beide Virgin-Piloten.

Pech hatte auch Venturi-Pilot Felipe Massa, der an siebter Stelle liegend eine Durchfahtsstrafe aufgebrummt bekam, da er einen Frühstart hinlegte. Eine sehr späte Entscheidung der Rennleitung.

Rennleiter Scot Elkins trat noch einmal in Erscheinung. Da nach dem Frijns-Unfall das Rennen zu früh freigegeben wurde, obwohl der Virgin noch nicht sicher geborgen war, entschied der US-Amerikaner sekundenschnell auf Full Course Yellow. Eine kluge Entscheidung, um Schlimmeres zu verhindern.

Zu diesen Zeitpunkt lag Günther auf Platz 2 und festigte die BMW-Doppelführung. Als das Rennen erneut freigegebn wurde, setzte di Grassi alles auf eine Karte. Der Brasilianer holte sich seinen zweiten ‚Attack-Mode‘ mit 35 kWh-Zusatzschub ab und attackierte den jungen Deutschen. Doch Günther behielt die Nerven, hielt den Audi-Piloten auf Distanz und verteidigte geschickt bis zum Ende Platz 2. Grenzenloser Jubel im BMW-Lager. Ein historischer Renntag für die Münchner.

Aufatmen im Audi-Lager, denn di Grassi und Abt konnte die schwache Vorstellung vom Vortag mehr als wettmachen. „Es war das 60. Rennen in der Formel E und mein 31. Podiumsplatz. Ich bin sehr glücklich“, fiel di Grassi ein Stein vom Herzen.

„Nach einem turbulenten Wochenende sind wir heute mit diesem Podium wieder ganz oben. Der Kampf um den Titel beginnt jetzt! Das Team arbeitet ununterbrochen, obwohl wir Tools aktuell nicht haben, werden wir sie haben, wenn die Saison zu Ende geht. Jetzt müssen wir hart an uns arbeiten, um die nächste Phase der Saison bewältigen zu können“, fügte der Formel-E-Champion von 2016/2017 hinzu.

In der Meisterschaft übernahm Sims nach zwei Rennen die Führung mit 35 Punkten, dahinter folgt Mercedes-Pilot Vandoorne (27) und Bird (26). Beste Deutsche sind Günther und Lotterer mit je 18 Punkten.

In der Teammeisterschaft das gleiche Bild. BMW mit 53 Punkten in Führung vor Mercedes mit 41 Punkten, dahinter Virgin mit 36 Zählern. Porsche und Audi teilen sich Platz 5 mit je 18 Punkten.

Nächster Lauf ist am 18.Januar 2020 die chilenische Haupstadt Santiago de Chile.

 

 

 

 

 

 

 

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