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Formel E: Sam Bird gewinnt Saisonauftakt, Porsche und Mercedes überzeugend, Audi enttäuschend

 Andre Lotterer (DEU), Tag Heuer Porsche, celebrates on the podium Sam Bird (GBR), Envision Virgin Racing, on the podium ©courtesy by FormulaE

Fulminanter Saisonauftakt der Formel E in Diriyya (Saudi-Arabien) . Sam Bird gewinnt mit Virgin das Auftaktrennen vor Andre Lotterer (Porsche) und Stoffel Vandoorne (Mercedes).

Glänzendes Renndebüt also für die beiden deutschen Newcomer Porsche und Mercedes. Wer hätte das gedacht? „Erstes Rennen, erstes Podium: das ist eine unglaubliche Leistung des gesamten Teams“, jubelte Vandoorne nach der gelungenen Premiere mit dem Silberpfeil.

Enttäuschung dagegen bei BMW, das sich nach der Pole-Position von Alexander Sims mehr als Platz 8 erhofft hatte. Immerhin die ersten Punkte für die Münchner. BMW-Neuling Maximilian Günther lag lange Zeit auf Punktekurs, mußte nach einer Durchfahrtsstrafe zu Rennende mit Platz 18 vorliebnehmen – Debüt mißlungen.

Lange Gesichter auch im Audi-Lager, das über Platz 15 von Lucas di Grassi nicht hinauskam. Teamkollege Daniel Abt erlebte einen rabenschwarzen Tag, schied kurz vor Rennschluß nach einem Crash in die Mauer aus. Die Kastanien aus dem Feuer holte für Audi das Kundenteam Virgin, das nicht nur den Erfolg von Bird feiern konnte, Teamkollege Robin Frijns kam im zweiten Virgin-Boliden auf Platz 5.

Pascal Wehrlein im Mahindra verpasste bei seiner Diriyya-Premiere als Elfter knapp die Punkteränge. Pech hatte Rookie Nico Müller im Dragon, der nach einem Crash im Qualifying gar nicht erst das Rennen antreten konnte- mißglückte Premiere für den Schweizer.

Sam Bird (GBR), Envision Virgin Racing, Audi e-tron FE06 Andre Lotterer (DEU), Tag Heuer Porsche ©courtesy by FormulaE

BMW-Pilot Sims machte in Diriyya dort weiter, wie er beim Saisonfinale in New York im Juli aufgehört hatte. Der Brite holte sich die Pole-Position- seine zweite in seiner Formel-E-Karriere. Dementsprechend ging der 31-jährige ans Werk, ließ am Start nichts anbrennen und führte lange Zeit das Feld an. Bird, der als Fünfter ins Rennen ging, attackierte früh den vor ihm liegenden Edoardo Mortara (Venturi), doch der Genfer ließ zunächst den Briten abblitzen.

Formel-E-Vizemeister Sebastien Buemi (Nissan) sorgte früh für den ersten Zwischenfall, der Schweizer mußte sein Arbeitsgerät bereits in Runde 2 in der Box abstellen. Technisches Gebrechen- kein Wasserdruck im Nissan-Auto.

Während in den ersten Runden Sims,Vandoorne und Teamkollege Nyck de Vries (Mercedes) das Feld kontrollierten, arbeitete sich Bird weiter nach vorne. Der Brite ließ Mortara hinter sich und machte Jagd auf das Führungstrio. Im Mittelfeld mußte Günther Frijns Platz machen, der sich auf Platz 9 schob. Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne ging an den Deutschen Wehrlein vorbei und nahm Position 11 ein. Die beiden Audi-Piloten di Grassi und Abt kamen im hinteren Mittelfeld nicht von der Stelle. Ein enttäuschendes Qualifying mit den Plätzen 15 (Abt) und 19 (di Grassi) raubten den deutsch-brasilianischen Audi-Duo alle Chancen auf ein Top-Resultat.

„Wir hätten uns heute natürlich einen anderen Saisonstart für Daniel und Lucas gewünscht“, sagt Teamchef Allan McNish und fügte hinzu: „Beide mussten aufgrund ihrer guten Vorsaison in den ersten beiden Gruppen ins Zeittraining gehen. Aus der schwierigen Ausgangsposition haben sie dann das Beste gemacht, blieben aber dennoch ohne Punkte. Wir werden jetzt hart arbeiten, denn morgen ist ein neuer Renntag und wir sind alle hochmotiviert, schnell zurückzuschlagen.“

Einen Schreckmoment erlebte Formel-E-Champion Vergne, der mit technischen Problemen sein Auto in der DS Techeetah-Box abstellen mußte. Die Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Teamkollege Felix da Costa feierte einen mißlungenen Einstand beim japanisch-französischen Championsteam- lediglich Platz 14.

Die beiden Mercedes-Piloten Vandoorne und de Vries mußten in Runde 13 ihren ersten ‚Attack-Mode‘ zünden , um sich gegen den heranstürmenden Bird zunächst zu verteidigen. Vandoorne erhielt neben de Vries, Antonio Felix da Costa (DS Techeetah), Buemi und Lotterer den FanBoost der Saison. Allerdings wirkte sich die Zusatzenergie im weiteren Rennverlauf überhaupt nicht aus.

In Runde 23 gab es den ersten Führungswechsel. Sims hatte offenbar zuviel Energie eingesetzt, um sich gegen das Verfolgerduo mit Vandoorne und Bird zu wehren. Der Mercedes-Pilot holte sich Platz 1 und führte beim Debütrennen für die Schwaben erstmals das Fahrerfeld an.

Bird ließ Sims ebenfalls hinter sich und schob sich auf Platz 2. Die Gunst der Stunde nutzte auch Lotterer, der mit dem Porsche 99X Electric ein glänzendes Debüt für Porsche hinlegte und an Sims vorbeiging- der Deutsche auf Podiumskurs. Wenig später der nächste Führungswechsel: Bird schob sich an Vandoorne vorbei, der sich außerhalb der Ideallinie den zweiten Attack-Mode abholte.

Andre Lotterer (DEU), Tag Heuer Porsche ©courtesy by FormulaE

Wer gedacht hatte, der Belgier startete einen weiteren Angriffsversuch auf Bird, wurde eines Besseren belehrt. Abt sorgte nach seinem Abflug in die Mauer wenige Runden vor Schluß für eine Safety-Car-Phase. Da kam erstmals das neue Reglement zum Tragen, ganze 4 Kilowatt an Energie wurden den Piloten abgezogen. Es hatte für die letzten Rennminuten jedoch keine Folgen. Bird schaukelte seinen ersten Saisonsieg souverän nach Hause und führt als neuer Gesamtführender die Meisterschaft an.

Große Freude herrschte im Mercedes-Lager nach den Plätzen 3 (Vandoorne) und 6 (de Vries). „Wow, was für ein Debüt“, frohlockte Mercedes-Teamchef Ian James. „Die Plätze 3 und 6 in unserem ersten Rennen sind weit mehr, als wir erwartet hatten. Das ist eine riesige Belohnung für das gesamte Team. Das Rennen hat gezeigt, dass wir in den zurückliegenden Monaten mit unseren Autos ein gewisses Niveau an Konstanz erreicht haben. Aber der Rennverlauf hat ebenfalls gezeigt, dass zwischen allen Teams eine hohe Wettbewerbsdichte herrscht. Das Feld hatte eine schnelle Pace und lag das gesamte Rennen über sehr eng zusammen. Ich bin überzeugt, dass wir morgen ein ganz anderes Rennen erleben werden. Dann geht es für alle von Neuem los. Deshalb müssen wir weiter konzentriert bleiben und dürfen uns nicht von diesem sehr schönen Ergebnis heute ablenken lassen“, so der Brite.

Ergebnis Rennen 1 Diriyya:

Round 1 Diriyya ©ZDF,FormulaE

 

 

 

 

 

 

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