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Formel E: Mercedes – Leidenschaftliches Teamwork vor Premiere in Diriyya

Mercedes EQ Formel E, Valencia ©Mercedes,Sebastian Kawka

Jetzt wird’s ernst. Das Mercedes-Benz EQ Formel-E-Team startet am Freitag beim Diriyya E-Prix in seine erste Saison in der ABB FIA Formel E Meisterschaft. Nach 125 Jahren Motorsport-Geschichte schlägt Mercedes beim Saisonauftakt der Formel E in Saudi-Arabien am kommenden Wochenende ein neues Kapitel in seiner erfolgreichen Rennsportgeschichte auf.

Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries haben die große Ehre, den Mercedes-Benz EQ Silver Arrow 01 zur Premiere zu pilotieren. Teamchef Ian James fiebert der Premiere bereits heftig entgegen. „Endlich ist der Tag da, auf den jeder im Team hingearbeitet hat“, so James, der ergänzt: „Zum ersten Mal gehen unsere beiden Autos in dieser Woche an den Start. Wir haben das letzte Jahr hart daran gearbeitet, das bestmögliche Setup und die nötige Konstanz für das Renndebut in Diriyya zu schaffen.

Mercedes-Benz EQ Formel E Team Launch©Mercedes, Sebastian Kawka

James weiß, dass Mercedes als Neueinsteiger besonders unter Beobachtung steht und hält daher den Ball flach. „Der Saisonauftakt ist aber nicht das Ende dieser Reise, sondern vielmehr der Anfang“, so der Brite.

„Wir sind uns unserer Position als Einsteiger bewusst. Wir müssen daher schnell aus auftretenden Fehlern lernen und uns kontinuierlich weiterentwickeln. Dementsprechend geht es für uns zunächst darum, dass unsere Lernkurve so steil wie möglich ist. Wir freuen uns sehr auf den Wettbewerb mit den anderen Teams und die beiden Rennen mit einem Ergebnis in den Punkten abzuschließen, wäre natürlich großartig.

Aber egal, wie das erste Rennen ausgeht. Schon jetzt will ich gerne der gesamten Mannschaft meinen Dank für ihren unermüdlichen Einsatz aussprechen. Was ich in den letzten Monaten erleben durfte, war der Inbegriff von leidenschaftlichem Teamwork“, sagt der Mercedes-Verantwortliche, der erst vor kurzem seinen 42. Geburtstag feierte.

Ein Ergebnis in den Top Ten wäre sicherlich eine Überraschung, zumal die Schwaben bei den offiziellen Formel-E-Testfahrten in Valencia im hinteren Zeitentableau zu finden waren. Doch gegen ein schönes, nachträgliches Geburtstagsgeschenk in Form von Punkten bei der Rennpremiere hätte der Brite nichts einzuwenden.

Stoffel Vandoorne (BEL), HWA Racelab, 3rd position, sprays champagne on the podium,2019 Rome E-prix (c)FiaFormulaE

Seine beiden Schützlinge Vandoorne und de Vries brennen schon auf ihren Einsatz. „Endlich geht es wieder los“, sagt Vandoorne, der bereits in der letzten Saison mit Mercedes-Vorhut HWA Erfahrungen in der Elektrorennserie sammelte. „Hinter uns liegt eine lange Sommerpause, in der wir viel zu tun hatten. Wir haben viel getestet und uns als Team auf den Saisonstart vorbereitet.

Jetzt kann ich es kaum noch erwarten, wieder Rennen zu fahren. Testfahrten sind schön, aber es ist gut, wieder in den Rennmodus zu schalten und zu sehen, wo wir im Vergleich zu den anderen Teams stehen. Es wird nicht einfach und es ist schwer, eine Vorhersage zu treffen. Wir müssen konzentriert bleiben und versuchen, keine Fehler zu machen. Wenn uns das gelingt, sollten wir eine Chance auf ein gutes Ergebnis haben“, hofft der Belgier auf ein Erfolgserlebnis mit den Silberpfeilen.

Nyck de Vries, Mercedes EQ Formel E ©EHirsch

Teamkollege de Vries stößt als Rookie in die Formel E. Der Formel-2-Champion strotzt vor Selbstvertrauen und hofft in der Formel E eine gute Figur abzugeben. „Ich bin sehr gespannt darauf, endlich unser erstes gemeinsames Rennwochenende in der Formel E zu bestreiten und zu erfahren, wie wir uns bei unserem Debüt schlagen werden“, so der Niederländer. „Nach den Testfahrten und der Vorbereitungszeit habe ich das Gefühl, dass wir uns in den vergangenen Wochen als Team gut gefunden haben. Jetzt bin ich bereit, wieder Rennen zu fahren und gegen die anderen auf der Strecke zu kämpfen“, ergänzt de Vries.

Warum startet Mercedes in der Formel 1 und der Formel E?

Mercedes ist der einzige Automobilhersteller, der sich sowohl in der Formel 1 als auch der Formel E engagiert. Ein Widerspruch? Nicht für die Marke mit dem Stern. Denn ihr Ansatz besagt ganz klar: Die Formel 1 und die Formel E sind keine Rivalen. Ganz im Gegenteil: Die beiden Rennserien gehen Hand in Hand und befruchten sich gegenseitig.

So baut das Formel-E-Programm auf den Erfahrungen auf, die Mercedes in den vergangenen Jahrzehnten in der Formel 1 gesammelt hat. Das perfekte Beispiel dafür ist die Antriebseinheit des Formel-E-Fahrzeugs, die genau wie die Hybrid Power Unit aus der Formel 1 bei Mercedes AMG High Performance Powertrains (HPP) entwickelt wurde. In diesem Bereich lässt sich viel Wissen und Erfahrung aus der Formel 1 auf das Formel-E-Projekt übertragen.

Gleichzeitig fließt dieses Know-how aus den beiden Säulen des Rennsportsprogramms natürlich in den Mutterkonzern zurück und beeinflusst dadurch das Design und die Produktion zukünftiger Serienfahrzeuge. So ist der Rennsport schon seit Jahrzehnten eine perfekte Spielwiese, um unter Wettbewerbsbedingungen mit neuen Technologien zu experimentieren. Zum Beispiel im Bereich der Batterien oder des Energie-Managements.

Wichtig ist dabei: Beim Wissens- und Technologietransfer geht es nicht darum, eine Komponente eines Rennwagens unverändert in ein Straßenauto zu integrieren. Vielmehr geht es um den Lernprozess, die Methoden und die Erkenntnisse, die in der Formel 1 und der Formel E gesammelt werden und wie diese dann in die Welt der Straßenfahrzeuge übertragen werden können.

Mercedes Valencia Tests ©Mercedes,LAT_Images

Was ist neu in der Saison sechs?

Das Mercedes-Benz EQ Formel E Team betritt in der Elektrorennserie Neuland. Aber auch für die anderen Teams gilt es in dieser Saison, einige Neuerungen im Reglement zu beachten. So wird jedem Rennwagen ab dieser Saison pro Minute während einer Unterbrechung (Safety Car, Full Course Yellow) 1 kWh von der zur Verfügung stehenden Energie abgezogen. Dadurch rückt die Energie-Effizienz noch mehr in den Vordergrund. Außerdem wird die Rennzeit im Falle einer Unterbrechung angehalten, was sicherstellen soll, dass ein E-Prix über die volle Distanz geht. Die übliche Renndauer beträgt in der Formel E 45 Minuten plus eine Runde.

Auch der sogenannte Attack-Mode wird in dieser Saison leicht verändert. Wenn die Überhol-Hilfe durch das Überfahren von drei Aktivierungsstreifen abseits der Ideallinie aktiviert wird, erhält der Fahrer für eine gewisse Zeit mehr Power. Die maximale Leistung des Zusatz-Boosts beträgt nach der Aktivierung künftig 235 kW anstatt 225 kW. Gleichzeitig darf der Attack-Mode nicht mehr während einer Safety-Car-Phase oder einer „Full Course Yellow“ eingesetzt werden.

Auch bei der Punktevergabe gibt es eine Neuerung: die schnellsten Fahrer der jeweiligen Qualifying-Gruppen erhalten einen Extra-Punkt. Der Pole-Setter darf sich weiterhin über drei Zusatz-Zähler freuen. Im Rennen werden die Punkte nach dem aus der Formel 1 bekannten Schema von Platz eins bis zehn vergeben. Einen weiteren Zusatzpunkt gibt es für die schnellste Rennrunde, allerdings nur, wenn der jeweilige Fahrer innerhalb der Top-10 ins Ziel gekommen ist.

Was ist das Besondere an der Formel E?

Die Formel E ist mehr als spannender Motorsport: Innerhalb kürzester Zeit etablierte sich die Elektrorennserie als Pionier für technologische Innovationen, Nachhaltigkeit und Elektromobilität. Die Rennen finden auf eigens entworfenen Straßenkursen in den Stadtzentren großer Metropolen statt. Auf diese Weise wird das Event direkt zu den Zuschauern gebracht – und nicht umgekehrt.

Die Elektrorennserie stellt für die Automobilindustrie eine riesige Spielwiese dar, auf der Mercedes auch im Motorsport die Leistungsfähigkeit seiner batterieelektrischen Antriebe demonstrieren und die Marke EQ positiv aufladen kann.

Besonders brisant ist der Neueinstieg von Mercedes für die deutschen Motorsportfans, da mit den Neulingen Mercedes und Porsche und den etablierten Herstellern Audi und BMW gleich vier deutsche Premiummarken in der Formel E gegeneinander Rennen bestreiten.

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