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Formel E: Porsche vor Premiere: Reise ins Ungewisse

Porsche Logo ©FiaFormulaE

Der Saisonauftakt der Formel E steht unmittelbar vorbei. Am 22. und 23. November 2019 startet die Elektrorennserie in Diriyyah (Saudi-Arabien) in ihre bereits sechste Saison.

Mit Hochspannung wird die Premiere der beiden deutschen Neueinsteiger Porsche und Mercedes erwartet. Während Mercedes mit der Vorhut von HWA in der letzten Saison Erfahrungswerte besitzt, betritt Porsche komplettes Neuland in der Formel E.

Die Vorfreude bei Porsche wächst von Tag zu Tag. Neel Jani und Andre Lotterer haben sich mit ihrem Porsche 99X Electric optimal auf die Porsche-Premiere vorbereitet. „Natürlich freue ich mich sehr darauf. Es ist schön, dass es nun endlich losgeht“, sagt der Schweizer Jani und ergänzt: „Wir wissen aber auch, dass damit eine Reise ins Ungewisse beginnt, was das Ganze natürlich sehr spannend macht. Wir sind bestens vorbereitet, doch den Ernstfall an der Rennstrecke kann man nicht simulieren. Wir werden hochkonzentriert in unsere erste Formel-E-Saison starten.“

Jani geht für Porsche mit Startnummer 18 an den Start, Teamkollege Lotterer hat Startnummer 36 ausgewählt. Nach den offiziellen Testfahrten der Formel E in Valencia absolvierten die beiden Porsche-Piloten viel Simulatorarbeit im Hinblick auf das Debüt-Rennen. „Mein erster Eindruck von der Strecke in Diriyah ist durchaus positiv. Auffällig sind die Auf- und Ab-Passagen und die damit verbundenen Höhenunterschiede“, so Jani.

Neel Jani ©Porsche

„Der erste Teil der Strecke umfasst schnelle Kurven und eher fließende Übergänge, wohingegen der zweite Abschnitt mit langsamen und engen Kurven eher einem klassischen Formel-E-Kurs ähnelt. Außerdem gibt es kaum Bodenwellen, was für einen Formel-E-Stadtkurs eher untypisch ist. Alles in allem ist die Strecke technisch anspruchsvoll, da von jeder Kurvenart etwas dabei ist“, fügt der 35-jährige Schweizer hinzu.

Der 2,494 km lange Straßenkurs in Diriyah zählt zu den anspruchsvollsten Strecken im gesamten Formel-E-Rennkalender. Der Kurs besteht aus 21 Kurven und hat zudem eine der längsten Geraden. Lotterer kennt den Kurs in Diriyyah aus dem Effeff. Im Vorjahr belegte der Deutsche, damals noch im DS Techeetah-Auto, Platz 5 und legte zudem die schnellste Rundenzeit im Rennen hin. „Der Straßenkurs in Diriyya ist aus meiner Sicht eine der anspruchsvollsten Strecken im Rennkalender“, sagt Lotterer.

„Das Layout weist viele Kurvenkombinationen auf, insbesondere von Turn 1 bis Turn 14 gibt es einen ständigen Wechsel von Links- und Rechtskurven. Dieser Abschnitt ist recht schnell. Man muss sehr präzise fahren und darf sich keinen Fehler erlauben. Hinzu kommen die unterschiedlichen Höhenprofile, was den Kurs im Vergleich zu anderen Formel-E-Strecken einzigartig macht. Es macht großen Spaß, dort zu fahren, daher gehört sie auch zu meinen Lieblingsstrecken“, hofft der Deutsche sein Erfolgserlebnis aus dem Vorjahr zu wiederholen.

Andre Lotterer, Porsche ©Porsche

Lotterer, der mit Formel-E-Champion Jean-Eric Vergne bei DS Techeetah in der letzten Saison die Teammeisterschaft gewann, hat sich akribisch auf den Saisonstart vorbereitet. „Die Testarbeit auf der Rennstrecke wurde mit dem offiziellen Formel-E-Test abgeschlossen. Im Anschluss daran ging die Simulatorarbeit weiter“, so der 37-jährige gebürtige Duisburger und ergänzt: „Ich war außerdem eine Woche in den Bergen und habe an meiner Fitness gefeilt. Darüber hinaus tausche ich mich regelmäßig mit meinem Renningenieur aus. Ein rundum volles Programm also.“ Lotterer nahm übrigens seinen Renningenieur Fabrice Roussel vom erfolgreichen DS Techeetah-Team zu Porsche mit.

Der deutsche Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen fand sich bei den Valencia-Tests im hinteren Zeitentableau wieder. Doch kein Grund zur Sorge im Hause Porsche. Im Gegenteil, Porsche Gesamtprojektleiter Werksmotorsport Pascal Zurlinden träumt zur Premiere mit Punkten. „Der Formel-E-Test in Valencia war für die kommende Saison nicht wirklich repräsentativ. Daher wissen wir nicht, wo wir stehen“, so Zurlinden, der weiter ausführt: „Grundsätzlich reisen wir sehr gut vorbereitet zu unseren ersten beiden Rennen. Natürlich würden wir uns über Punkte mit dem Porsche 99X Electric freuen. Generell treten wir immer mit demselben Ziel an: Rennen zu gewinnen. Allerdings wissen wir auch um die Stärke unserer Konkurrenz – insgesamt treten in Saison 6 zehn Hersteller und zwölf höchst professionelle Formel-E-Teams gegeneinander an. Davor haben wir natürlich Respekt, freuen uns aber auch auf diese Herausforderung.“

Pascal Zurlinden, Porsche ©Porsche

Beim Saisonauftakt in Saudi-Arabien kommt das neue sportliche Reglement der Formel E in Sachen Energiemanagement erstmals zum Einsatz. Die Energieeffizienz in der anstehenden Saison kommt eine noch größere Bedeutung zu. Alle 12 Formel-E-Teams fangen mit dem neuen Reglement bei Null an.

„Beim Formel-E-Auftaktrennen der Saison 6 kommt erstmals das neue sportliche Reglement zum Einsatz“, so der 37-jährige Zurlinden, der weiter ausführt: „Bisher konnten die Fahrer während einer Gelbphase auf der gesamten Strecke (Full Course Yellow) und einer Safety-Car-Phase die verfügbare Energie einsparen. Mit dem neuen Reglement ist dies nicht mehr der Fall. Es wird nun eine Kilowattstunde pro Minute von der zur Verfügung stehenden Energie abgezogen. Diesen Vorgang muss der Fahrer am Lenkrad mittels Tastenkombinationen durchführen, der von der Rennleitung überwacht wird. Dadurch wird das Energiemanagement zunehmend an Bedeutung gewinnen. Grundsätzlich bietet die Strecke in Diriyah auf den Geraden drei Überholmöglichkeiten. Die Fahrer müssen sich die Energie so einteilen, dass sie an diesen Stellen ihre Gegner angreifen oder sich gegen Angriffe verteidigen können.“

Wie das Formel-E-Debüt von Porsche und Mercedes am kommenden Freitag und Samstag endet, können die deutschen Formel-E-Fans im ZDF-Livestream jeweils am Freitag und Samstag ab 12:45 Uhr live verfolgen. Am Mikrofon sitzt Gari Paubandt, der bereits in der Saison 2018/19 die Formel-E-Rennen im ZDF im Livestream und im TV-Hauptprogramm  kommentierte. Eurosport wird beide Rennen jeweils ab 13:00 Uhr und beide Qualifyings jeweils ab 08:55 Uhr im Free-TV mit Kommentator Oliver Sittler ausstrahlen.

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