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Formel E: Mercedes- Teamchef Ian James: Software eine Herausforderung in der Formel E

Ian James, Teamchef Mercedes ©Daimler

Das deutsche Team Mercedes-Benz EQ Formel E hat sich in Valencia zum ersten Mal mit der Konkurrenz gemessen.

Bei den dreitätigen Testfahrten der Formel E absolvierte Mercedes insgesamt 259 Runden. Teamchef Ian James zeigte sich trotz unerwarterter Schwierigkeiten letztendlich zufrieden mit den Testläufen. Alles ist bereit für die große Premiere des deutschen Automobilherstellers am 22./23.November in Diriyya.

Im Interview spricht James über die Lernkurve des neugegründeten Werksteams in Valencia, warum die Software so eminent wichtig ist und weshalb Gary Paffett als sportlicher und technischer Berater für das Formel-E-Abenteuer verpflichtet wurde.

Herr James, in Valencia hat das Team den ersten gemeinsamen Test mit den anderen Herstellern absolviert. Was hat das Team dabei gelernt und wie viel hat die Erfahrung mit HWA RACELAB aus der Vorsaison geholfen?

Ian James: „Der Auftakt in die Woche war ziemlich fordernd, aber glücklicherweise konnten wir den Test am Freitag mit einer guten Anzahl an Runden positiv abschließen. Wir bewältigen derzeit eine steile Lernkurve.

Aber ich bin zufrieden damit, wie wir unseren Einstieg in die Formel E organisiert haben. Es ist der ideale Zeitpunkt, um als Werksteam in die Meisterschaft einzusteigen. Natürlich hilft es, dass HWA RACELAB schon in der Saison fünf involviert war.

Aber ich würde sagen, dass der Vorteil eher die operative Seite betrifft. Das ist auch wichtig, weil die Formel E ganz anders funktioniert als andere Rennserien, insbesondere anders als das, was wir aus der Formel 1 und der DTM kennen.

Das Ein-Tages-Format spielt dabei eine große Rolle. Die Formel E ist ziemlich einzigartig. Es ist keine Meisterschaft, in die man einsteigt, und einfach allen davonfährt. Die letzte Saison hat uns einen guten Einblick in die Formel E gegeben. Aber wenn man als Werksteam eines Herstellers einsteigt, gibt es einige signifikante Unterschiede, die wir im vergangenen Jahr noch nicht kennengelernt haben.“

Mercedes-Benz EQ Formel E Team Launch©Mercedes, Sebastian Kawka

Welche Unterschiede sind das?
James: „In diesem Sport gibt es einige Aspekte, die in der Formel E absolut einzigartig sind. Wenn wir uns ansehen, welche Erfolge Mercedes in der Formel 1, der DTM und in anderen Serien erzielt hat, dann gab es dabei stets einen Faktor, der sie miteinander verbunden hat: einen Verbrennungsmotor.

Natürlich kann man die Power Unit, die wir in der Formel E einsetzen, auf eine gewisse Weise als eine Art größere MGU-K [Motor-Generator-Einheit – Kinetisch; sammelt kinetische Energie beim Bremsen und gibt sie frei] aus der Formel 1 ansehen.

Aber schlussendlich muss sie ganz anders funktionieren, weil es in der Formel E keinen Verbrennungsmotor gibt. In diesem Zusammenhang haben wir gelernt, dass die Software eine Schlüsselrolle einnimmt. Es geht darum, die Nuancen der Software und deren Entwicklung zu verstehen. Ich würde nicht sagen, dass dies eine Überraschung für uns gewesen ist, aber es ist definitiv eine andere Herausforderung als wir sie in der Vergangenheit in anderen Rennserien zu meistern hatten.“

Gary Paffett und Stoffel Vandoorne, HWA ©HWA

Gary Paffett war in Valencia zum ersten Mal in seiner neuen Rolle als sportlicher und technischer Berater an der Strecke. Wie kann er die Entscheidungen des Teams beeinflussen?
James: „Es ist gut, dass wir Gary im Team haben. Er hat ein Jahr Erfahrung in der Formel E und nimmt eine Rolle zwischen den Fahrern und den Ingenieuren ein. Dadurch übernimmt er eine wichtige Kontrollfunktion.

Diese Position ist neu für ihn, aber wir haben uns wegen seiner großen Erfahrung als Rennfahrer und wegen seines Erfolgs für ihn entschieden. Sein Charakter passt zu unserem Ansatz, Dinge in der richtigen Geschwindigkeit voranzubringen.

Bei den Testfahrten haben wir schon gesehen, wie er sich in dieser neuen Rolle zurechtfindet. Er hat sich in den Debriefings der Fahrer super eingebracht. Er hat Fragen gestellt, an die nicht jeder denken würde. Das ist der Weg, den wir für unsere Entwicklung einschlagen müssen. Ich bin froh, dass er uns zur Seite steht und weiterhin Teil der Mercedes-Motorsportfamilie bleibt.“

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