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DTM: Die TV-Stimme der DTM: Edgar Mielke im Interview

Kommentator Edgar Mielke ©Mielke

Edgar Mielke ist die markante Stimme der DTM im TV. Seit 2018 kommentiert der 57-jährige Mielke die DTM beim neuen DTM-Fernsehpartner Sat.1.

Mielke, der zwei Söhne hat und mittlerweile Großvater geworden ist, kennen viele Motorsportfans aus der MotoGP-Serie, die er jahrlang begleitet und kommentiert. Daneben kommt er bei Fussballübertragungen für Magenta Sport zum Einsatz.

Beim DTM-Saisonfinale habe ich mich nach dem Samstagsrennen mit dem Kultreporter über die abgelaufene Saison unterhalten, welchen Verbesserungsbedarf die DTM noch benötigt, auf welche Locations er sich im neuen Rennkalender 2020 besonders freut, welche Gaststarter er sich wünscht und wie er seine markante Stimme pflegt.

Herr Mielke, Sie sind im zweiten Jahr Sat.1-Kommentator der DTM, können sie die beiden Jahre ein wenig vergleichen?

Edgar Mielke: “ Ja, man kann die beiden Jahre natürlich miteinander vergleichen. Es ist in diesem Jahr ein anderer Spannungsbogen. Im letzten Jahr hat sich die Meisterschaft erst in Hockenheim entschieden, das war natürlich toll.

Auf der anderen Seite haben wir dieses Jahr zum Abschluss die Super GT zum ersten Mal mit Jensen Button dabei. Ich finde, wie Button das macht, wie charismatisch er hier auftritt, egal ob bei uns im Interview oder den Fans gegenüber, das ist überragend und tut der Serie gut. Sportlich war es von ihm auch nicht so schlecht.

Ich finde, dass man es mit dem neuen Turboautos gespürt hat , der Slogan lautet ja ‚die schnellste DTM aller Zeiten‘. Von daher geht die Entwicklung genau in die richtige Richtung, es geht wirklich nach vorne. Zum ersten Mal waren sechs Hersteller dabei, allen voran Superstar Button. Und wenn man guckt, wer alles im Umfeld zu sehen und zu treffen war, Walter Röhrl, Jochen Maas, Emerson Fittipaldi, Nico und Keks Rosberg, also ein Staraufgebot. Die DTM schießt nach vorne und nach oben.“

Kommentator Edgar Mielke im Interview ©Mielke

Sie sind Insider der MotoGP, wo gibt es in der DTM noch Verbesserungsbedarf?

Mielke: „Naja, in der Internationalität gibt es schon noch Verbesserungsbedarf. Man sieht ja, was es für einen Aufruhr eaerzeugt, wenn jemand, wie Jensen Button hier vorbeikommt. Also da würde ich mir vielleicht den einen oder anderen Topstar im Feld wünschen, vielleicht auch als Gastfahrer.

Persönlicher Traum von mir wäre, wenn Valentino Rossi sein Versprechen wahrmacht, was er uns in Misano dieses Jahr gegeben hat und als Gastfahrer in der der DTM wie Andrea Dovizioso, der in Misano teilnahm, antritt. Monza wäre vielleicht eine ganz gute Gelegenheit. Das passt ja, da fährt er ja immer die Rallye Monza. I

Ich glaube, in diese Richtung muss es gehen. Also wenn ich Gerhard Berger richtig verstanden habe, operiert er in die Richtung. Und was ich heute ganz interessant fand in unserer SAT.1-Sendung, Nico Rosberg hat sich durchaus interessiert gezeigt, einmal in ein DTM-Auto zu steigen. Ich hoffe, die Verantwortlichen haben das genauso verstanden und gehört wie ich. Nico Rosberg wäre auch ein guter Gaststarter in der DTM.“

In Brands Watch mussten Sie sich sehr flexibel zeigen. Wegen des heftigen Windes zogen Sie von ihrer ursprünglichen Kommentatorenbox in das Paddock zum Kommentieren um. Wünscht man sich als Kommentator, öfters von dort aus Rennen zu kommentieren?

Mielke: „Ja, klar kann ich mir das vorstellen. Ich habe sogar meinen Chefs vorgeschlagen, die Kommentatorenkabine öffentlich zu machen und sie in einen Glaskasten ins Fahrerlager zu stellen. Dann können die Leute zuschauen. Das ließ sich auf Grund der Leitungswege leider nicht realisieren.

Man wünscht sich so etwas wie es in Brands Watch vorgefallen ist, eigentlich nicht. Es ist ja alles vorab geplant. In dem Fall war es so, dass ich umziehen musste, weil ein Aludach auf der doch recht alten Anlage in Brands Watch durch den extremen Wind derartige Vibrationen auslöste, dass es unsendbar gewesen wäre. Die Zuschauer hätten mich nicht verstanden. Dann haben wir einen Havarieplatz eingerichtet und schon saß ich zwischen den Gridgirls in irgendeiner Box. Wenn man dann kommentiert, ist es egal, wo man sitzt, ich bin dann sowieso in meinen Tunnel.“

Wie wichtig sind für Sie die Ergänzungen Ihrer beiden Co-Kommenatoren und Renn-Experten Timo Scheider und Martin Tomczyk?

Mielke: „Das ist total wichtig. Ich glaube, es ist auch wichtig für die TV-Zuschauer. Beide Renn-Experten sind DTM- Champions geworden, beide kennen die DTM aus dem Effeff und beide sind noch immer Profis.

Sind sprachlich sehr eloquent und haben Lust auf den Job, auf das Geschäft. Es gibt einfach mal Sachen, die nur ein ehemaliger DTM-Fahrer so gut erklären kann. Ich glaube, dass wir mit den beiden Experten eine perfekte Wahl getroffen haben. So viele ehemalige DTM-Champions, die auch gerne im TV reden, rennen jetzt auch nicht gerade rum.

Da sind wir sehr sehr gut aufgestellt. Für mich sind die beiden Co-Kommentatoren unerlässlich für ein gutes Programm. Das ganze Paket ist Teamwork, dazu gehört neben den beiden Experten auch Andrea Kaiser, Matthias Killing, aber auch beispielsweise unsere Kameraleute. Das müssen schon motorsportaffine Leute sein, die genau im richtigen Moment sehen, da ist jetzt in der Box irgendwie etwas los. Dann gehen sie dorthin und bieten die Bilder an. Wir haben ein sehr gutes Team, bei dem ich mich sehr sehr wohl fühle, zusammengestellt.“

Edgar Mielke im Interview mit Bernd Schneider ©Mielke

Als Gastfahrer wünschen Sie sich Valentino Rossi, gibt es dann auch einen Ex-Rennfahrer als Co-Kommentator, den Sie sich bei einem DTM-Rennen wünschen?

Mielke: „Ganz ehrlich gesagt im Moment ‚Nein‘, weil ich glaube, dass wir perfekt aufgestellt sind. Wenn ich die Liste so durchgehe, fällt mir momentan kein Ex-Fahrer ein, den ich anstatt Timo oder Martin gerne hätte. Die beiden sind die perfekte Lösung.“

Die DTM reist zum Abschluss nach Japan, um in Fuji gemeinsam mit der Super GT ein Rennen auszutragen. Wie wichtig ist dieser Schritt?

Edgar Mielke: „Das ist wichtig und außerdem ist es die Fortsetzung von der Zusammenarbeit, die hier in Hockenheim ihre Premiere feierte. Ich weiß mittlerweile von den japanischen Kollegen, das man sich in Japan ungeheuer auf die DTM freut. Das ist so ähnlich wie bei den Fußballvereinen, beispielsweise wie Bayern München ein Büro in New York eröffnet hat. Man muss sich zeigen, wenn man internationaler aufgestellt sein möchte. Japan ist eine motorsportverrückte Nation und das ist genau der richtige Weg.“

Jenson Button Honda ©EHirsch

Rene Rast hat über weite Strecken der Saison 2019 dominiert. Wie schwierig ist es für Sie, die Spannung da weiter aufrechtzuerhalten?

Mielke:  „Ich finde nicht, dass es schwierig ist. Es ging auch hier in Hockenheim noch um den Team-Titel. Ich bin auch jemand, der sich gerne im Mittelfeld umsieht. Wenn ich mich heute zurückerinnere, was für Kämpfe wir im Mittelfeld hatten, für Zweikämpfe, für Überholmanöver, beispielsweise Sheldon van der Linde im Duell mit Jensen Button.

Der Formel-1-Champion hat hinterher im Interview gesagt, was ist dieser junge Südafrikaner überhaupt für ein Typ, das ist der dreckigste Fahrer, den ich je erlebt habe. Aber mit einem Lächeln im Gesicht, also scherzhaft gemeint. Da ist es wirklich nicht schwierig, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten.“

Der Rennkalender 2020 umfasst neue Events in Schweden, Italien oder Russland. Auf welche Location freuen Sie sich denn am meisten?

Mielke: „Ich habe mit Hermann Teilte gesprochen, der die Strecke in Russland erschaffen hat und auch das Motorland Aragon in Spanien gebaut hat, eine fantastische Anlage. Er hat mir noch Details von der neuen Strecke in St. Petersburg erzählt.

Ich freue mich tatsächlich auf St. Petersburg am meisten, weil ich glaube, dass es eine richtungsweisende Anlage ist. Das sagen auch alle, die zuletzt bei der Pressekonferenz vor Ort waren. Ich freue mich darauf, auf die Höhenunterschiede und außerdem ist St. Petersburg eine phantastische Stadt.

Monza ist natürlich auch nicht so schlecht. Und dann freue ich darauf, dass wir nach Assen zurückkehren, wo wir in diesem Jahr waren, wo ich eine lange Historie durch die MotoGP besitze. Ich finde, Assen hat das sensationell gut gemacht.“

Kommentator Edgar Mielke mit Gerhard Berger ©Mielke

Gibt es eine Location, wo Sie gerne kommentieren würden?

Mielke: „Na klar. Monte Carlo wäre schon ganz gut. Ich könnte mir einige Strecken vorstellen wie Jerez de la Frontera oder Mugello. Ich finde aber, wir sind mit dem neuen Kalender gut aufgestellt.“

Und was halten Sie vom Salzburgring?

Mielke: „Salzburgring ist OK, aber der Ring hat aus meinem Kenntnisstand keine Zulassung und keine Abnahme. Diese eine Kurve ist halt gefährlich, um die es halt geht. Das weiß ich noch , weil ich schon vom Salzburgring von der Motorrad-WM berichtet habe. Salzburgring wäre schön, aber da muss erst die Homologation stattfinden.“

Was machen Sie jetzt in der DTM-freien Zeit bis die Saison 2020 Ende April wieder startet?

Mielke: „In der DTM-freien Zeit fahre ich in den Urlaub. Ich habe neben der DTM noch 12 MotoGP-Rennen für DAZN kommentiert und die internationale deutsche Motorradmeisterschaft begleitet.

Ich fahre erst in Urlaub und dann geht das im Januar 2020 schon weiter mit ein paar Fussballübertragungen für Magenta Sport, aber eben auch mit der Vorbereitung auf die neue DTM-Saison und mit der MotoGP, die bereits im März startet.“

Wie sieht denn bei Ihnen die Vorbereitung für die DTM aus?

Mielke: „Alles Lesen was es gibt und was rauskommt. Das mache ich auch, wenn ich frei habe oder wenn kein Rennen ansteht. Ansonsten bereite ich mich intensiv eine Woche vor dem Rennen vor, in dem man mit den Fahrern und Teamchefs spreche. Das ist Standardprogramm.“

Ihre Stimme ist Ihr wichtiges Kapital. Wie pflegen und schonen Sie Ihre Stimmbänder?

Mielke: „Ingwertee mit Zitronenglas am Morgen, so bekomme ich das gut hin. Es hat viel mit Atemtechnik zu tun, die man üben muß. Man merkt es auch, wenn’s raus ist.

Dann geht ich eben raus und trinke noch einen Ingwertee mehr. Ingwertee ist ein guter Tipp. Und wenn es ganz eng wird, dann gurgelt man mit Salzwasser. Da kann ich danach direkt wieder reden. Salzwasser ist ekelig und schmeckt beim Gurgeln überhaupt nicht, ist sehr unangenehm. Aber wenn man mit Salzwasser gurgelt, löst es sämtliche Knoten von den Stimmbändern und dann kann ich auch wieder reden.“

1 Kommentar »

  1. Sehr geehrte Damen und Herren Redakteure von SAT 1 RUN,
    ich bin ein großer DTM und F1 Fan. Leider ist es eine Qual die DTM zu schauen. Herr Mielke hat, zu meinem großen bedauern, keine Ahnung vom Motorsport. Er schreit und grölt, auch wenn es dazu keine Veranlassung gibt. Beim Hörfunk wäre er event besser aufgehoben. Er titulier die Fahrer als „die Herrschaften“ lässt keinen Boxenfunk frei stehen und kann die englischen Kommentare nicht übersetzen. Liebe Verantwortlichen…bitte schaut doch mal bei RTL F1 rein und orientiert Euch an Christian Danner und Heiko Waßer. Ruhige und gut informierte Kommentatoren, die ihr Handwerk verstehen und nicht mit dummen Kommentaren die F1 Piloten „nach vorne schreien müssen“. Edgar Mielke ist untragbar und nicht zuletzt auch der unfairste DTM Fahrer Timo Scheider.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Wally Köln

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