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DTM: ‚Adabei’ in Hockenheim: DTM-Saisonfinale mittendrin, statt nur dabei

Konnichiwa Super GT. In Hockenheim ging am letzten Wochenende die DTM-Saison 2019 zu Ende. Rennen 17 und 18 standen zum Abschluss der neuen Turbo-Ära auf dem Programm.

‚Bildpresse2010’ war mittendrin im badischen Motodrom und möchte euch auf einen ganz besonderen Ausflug mitnehmen.

Viele Fans, einige Medienvertreter und meine Wenigkeit hatten bis zuletzt gehofft, dass sich die DTM-Titelkampf 2019 erst im letzten Saisonrennen entscheidet.

Audi oder BMW, Rene Rast oder Nico Müller oder doch Marco Wittmann? Nein, Audi-Pilot Rast hatte etwa dagegen, spielte nicht mit. Der 32-jährige Westfale holte sich beim vorletzten Event am Nürburgring bereits vorzeitig die DTM-Krone.

Zugegeben, die Teammeisterschaft zwischen Audi Sport ABT Sportsline und Audi Sport Rosberg war noch nicht entschieden – doch das war von zweitrangiger Bedeutung.

DTM Grid 2019 Hockenheim ©EHirsch

Super-GT: Bereicherung für die DTM

Von Langeweile aber dennoch keine Spur im Motodrom Hockenheim. Einfacher Grund: Die japanische Super GT-Serie machte der DTM ihre Aufwartung.

Die Gäste vom Land der aufgehenden Sonne ließen drei Super-GT-Autos von Honda, Nissan und Lexus auf die Audis, BMWs und Aston Martins los. Mit großer Spannung wurde der Gaststart der japanischen Super GT in der DTM erwartet.

Das Sahnehäubchen war unumstritten der Auftritt von Ex-Formel-1-Superstar Jenson Button im Honda NSX, der die japanische Delegation anführte. Der Gegenbesuch erfolgt im nächsten Monat, wenn es das erste gemeinsame Rennen auf japanischen Terrain, das ‚Dream Race’ in Fuji vom 22.bis 24.November gibt.

Jenson Button Megastar:

Der Formel-1-Weltmeister von 2009, zog die ganze Medienlandschaft auf sich. Jeder Pressevertreter wollte die Nähe des Superstras spüren, etwas aus dem Briten herauskitzeln. Die Herzen der Fans hatte Button, der erst kürzlich frischegebackener Vater wurde, schon vorab gewonnen.

Bester Beweis: Die Autogrammstunde aller Piloten war eine One-Man-Show von Button, um ihn bildete sich die größte Schlange wartender Autogrammjäger. Auch in der Startaufstellung gab es noch das ein oder andere Selfie mit den Fans, ein Star zum Anfassen.

Auto Marco Wittmann in Hockenheim R1 ©EHirsch

Die DTM lebt. Sechs Hersteller mit insgesamt 21 Autos in der Startaufstellung beim Finalwochenende. Motorsportherz, was willst du mehr. Zugegeben, am Samstag fehlte Aston-Martin-Pilot Ferdinand Habsburg) am Start wegen irreparabler Schäden am Fahrzeug, wie es in der offiziellen Stellungnahme des Herstellers hieß. Das tat der Show aber keinen Abbruch.

Audi-Festspiele:

Sportlich war es mal wie schon so oft in der Saison eine klare Angelegenheit für Audi. DTM-Champion Rene Rast bleibt trotz vorzeitig gewonnen Titels hungrig nach Erfolgen. Der nüchterne Westfale feierte am Samstag seinen siebten Saisonsieg, eine Tag später ist Markenkollege Nico Müller dran. Der Schweizer gewann vor seinen beiden Audi-Kollegen Mike Rockenfeller und Rene Rast – Audi-Festspiele am Hockenheimring.

Einziger Spielverderber am gesamten Rennwochenende war das Wetter. Freitag und Sonntag Regen, keine optimalen Bedingungen für Material und Mensch. Button und seine japanischen Gaststarter mit Tsugio Matsuda und Ronnie Quintarelli im Nissan, Ryo Hirakawa und Nick Cassidy (beide Lexus) mussten den Hankook-Einheitsreifen Tribut zollen bzw. schafften nicht einmal eine Runde. Im Regen hatten sie gegen die DTM-Turboboliden keine wirkliche Chance.

Super GT in Hockenheim ©EHirsch

Umso mehr Spannung am Samstag. Der Wettergott hatte ein Einsehen, ließ trockene Bedingungen zu, die für reichlich Action auf der Strecke sorgten. Rast feierte seinen siebten Saisonsieg vor Marco Wittmann (BMW) und Mike Rockenfeller (Audi), doch der eigentliche Hero war Jenson Button. Der Honda-Pilot zeigte seine ganze Klasse im Motodrom, ließ sich auch durch einen unerwartet langen Pflichtboxenstopp nicht aus dem Konzept bringen und belegte nach 27 Runden einen beachtlichen neunten Platz – noch vor solchen Kalibern wie Nico Müller oder Jamie Green.

In der anschließenden Pressekonferenz wartete alles auf den Briten. Bevor Sieger Rast und Audi-Markenkollege Rockenfeller zur obligatorischen Sieger-Pressekonferenz auftauchten, unterhielt sich der Brite angeregt mit Marco Wittmann. Danach erklärte der Formel-1-Champion seinen langen Boxenstopp während des Samstagsrennen. „Ich habe zu Mittag gegessen und einen Tee getrunken“ witzelte Button lachend. Locker, lässig und souverän, ein Profi durch und durch, es war ein gelungener Auftritt des Formel-1-Champions von 2009, der während des Rennwochenende übrigens in einem Hotel in Heidelberg übernachtete.

Spätestens hier wurde der Wunsch laut, Button öfters in der DTM fahren zu sehen. Der Vertrag des Briten in der Super GT läuft ja bekanntlich aus, das Ende in der japanischen Serie naht. Also Audi, BMW oder Aston Martin, falls ihr noch ein DTM-Cockpit vergeben möchtet: Button wäre ein Glücksfall für die DTM.

Während sich alle noch auf Button stürzen und ein paar Sätze einfangen wollen, erwische ich BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt im Lift des Pressezentrums, mit dem ich ein kurzes Interview führe. Man muß in der DTM flexibel sein.

Rahmenprogramm: Back to the roots:

Doch nicht nur Button & Co gaben sich in Hockenheim die Ehre, die DTM bot den Fans zum Saisonausklang ein einzigartiges Rahmenprogramm. Eine Reise in die DTM-Vergangenheit sozusagen war der Auftritt der Tourenwagen Classics und der DRM Classics, dem DTM-Vorläufer.

Wer erinnert sich noch an den BMW 3.0 CSL, Porsche 911 Carrera RSR 3.0, Zakspeed Turbo Capri, Ford Capri RS 2600? Strahlende Gesichter im Fahrerlager, wo die Schmuckstücke von einst in einer Reihe aufgestellt waren.

Die Highspeed-Demorunden der DRM Classics fanden Anklang beim Publikum. Hans-Joachim Stuck pilotierte einen BMW M1, Jochen Mass trat aufs Gaspedal des Ford Capri RS 2600. Armin Hahne, Helmut Kelleners und der dreimalige DRM-Meister Hans Heyer kehrten zurück in ihre damaligen Sportgeräte.

Die Rennsport-Nostalgiker kamen gleich zweimal in den Genuss. Neben der DRM Classics ging die Tourenwagen Classics an den Start, wo DTM-Fahrzeuge der achtziger und neunziger Jahre zu bestaunen waren.

Tourenwagen Classics ©Peter Levay

Die ehemaligen Renn-Urgesteine ‚Mister DTM’ Bernd Schneider im Mercedes C-Klasse , Armin Hahne (Ford Sierra RS 500), Harald Grohs und Kris Nissen, Prinz Leopold von Bayern , Marc Hessel, Otto Rensing (alle im BMW M3 E30), Roland Asch im Mercedes 190E, Volker Strycek (BMW 635CSi) ließen es sich höchstpersönlich nicht nehmen, die Besucher in die Vergangenheit zu entführen.

Who is Who:

Hockenheim war überhaupt Schauplatz des ‚Who is who des Motorsports’. Die Rallye-Legenden Walter Röhrl und sein kongenialer Beifahrer Christian Geistdörfer, schauten vorbei. Röhrl und sein Co. machten in der 1980er Jahren den Rallye-Sport in Deutschland erst so richtig salonfähig. Das Duo genoss den Rummel mit Arno Zensen, Meistermacher und Teamchef von Audi Rosberg und Gerhard Berger in der Startaufstellung.

Arno Zensen, Walter Röhrl, Christian Geistdörfer,Gerhard Berger ©Peter Levay

Ex-Formel-E-Teamchef von HWA Ulrich Fritz, Formel-E-Pilot Jerome d’Ambrosio (Mahindra), Jochen Neerpasch (BMW), Herbert Schnitzer (BMW) , die drei Ex-Formel-1-Weltmeister Emerson Fittipaldi, Keke Rosberg und Sohn Nico Rosberg ließen sich das große DTM-Finale in Hockenheim nicht entgehen.

Nico Rosberg und Andrea Kaiser ©EHirsch

Im Fahrerlager tummelten sich viele Fans, hier kamen jung und alt zusammen. Sie machten Jagd auf Autogramme und Selfies ihren Idolen. Diverse Sitzgelegenheiten im gesamten Fahrerlager luden zum kurzweiligen Verweilen ein, auch wenn das Wetter nicht ganz mitspielte.

Auf der DTM-Showbühne heizte Pietro Lombardi dem Publikum musikalisch ein. Mir war es offen gesagt eine Spur zu laut, ich unterhielt mich in der Zwischenzeit lieber in der Media-Hospitality von Aston Martin mit Edgar Mielke, der für DTM-TV-Partner Sat.1 hinter dem Mikrofon sitzt.

Seit der Saison 2018 kommentiert Mielke die Rennen der DTM auf Sat.1 zusammen mit seinen beiden Ex-DTM-Champions und Experten Timo Scheider und Martin Tomczyk. Mit Mielke führte ich ein sehr interessantes und ausführliches Gespräch über seine Arbeit in der DTM, das demnächst hier im Blog erscheint.

Bevor wir uns vom Fahrerlager aus der DTM verabschiedeten, gibt es bei R-Motorsport noch ein weiteres Gespräch: Teamchef Dr. Florian Kamelger ließ die DTM-Rookie-Saison Revue passieren.

Mein Ausflug ging damit zu Ende. Die DTM muß auf das Saisonende 2019 noch ein klein wenig warten, ehe es in die lange Winterpause geht. Das ‚Dream-Race’ in Fuji steht noch auf dem Programm. Konnichiwa Japan.

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