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Formel E: Mercedes-Teamchef Ian James: Franco Chiocchetti wird entscheidend sein

Ian James, Teamchef Mercedes ©Daimler

Das neue deutsche Formel-E-Team Mercedes-Benz EQ Formel E stellte auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt nicht nur ihren elektrischen ‚Silberpfeil’, den Mercedes-Benz EQ Silber Arrow 01, und ihre beiden Fahrer Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne vor, sondern präsentierte gleichzeitig mit Ian James ihren neuen Teamchef.

Der 41-jährige deutschsprachige Brite arbeitet seit 2005 in verschiedenen Positionen für den Daimler-Chrysler-Konzern und fungiert seit diesem Jahr als Managing Director und Team-Chef bei Mercedes. James wohnt im englischen Marlow und ist Familienvater zweier Kinder.

‚Bildpresse-Blog‘ hat sich mit James in Frankfurt unterhalten und wollte wissen, welche Rolle Franco Chiocchetti von HWA bei Mercedes einnimmt, warum sich der schwäbische Automobilhersteller für Nyck de Vries als Fahrer entschieden und auf welche Location er sich im Formel-E-Rennkalender besonders freut.

In der neuen Saison stehen mit Audi, BMW, Mercedes und Porsche gleich vier deutsche Formel-E-Teams am Start, was denken Sie darüber?

Ian James: „Das ist brillant. Es zeigt aktuell das große Interesse an der Serie. Zum ersten Mal gibt es überhaupt einen Wettbewerb der vier deutschen großen Marken, es ist einfach phänomenal. Ich begrüße das sehr.

Aber am Ende des Tages möchten wir jeden Konkurrenten auf der Rennstrecke besiegen. Für die Medien besteht deswegen sicherlich ein steigendes Interesse, das für unseren Sport förderlich ist.“

Können Sie erklären, wie wichtig die wertvolle Arbeit von HWA im Vorgriff für den Formel-E-Einstieg von Mercedes war?

James: „Wir sollten nicht unterschätzen, was HWA letzte Saison abgeliefert hat. Sie hatten ein herausforderndes und erfolgreiches Jahr und stellten ein schlagkräftiges Team auf die Beine. Wir haben viel von HWA gelernt, wir können von ihrer großen Erfahrung profitieren.

Man bekommt ein Gefühl dafür, wie die Formel E funktioniert. Die Formel E funktioniert grundsätzlich ganz anders wie alle anderen Motorsportserien. HWA war ein Kundenteam, wir kommen jetzt mit einem Werksauto in Saison 6 in die Formel E. Wir können als Werksteam das Auto weiterentwickeln, das ist eine ganz andere Perspektive als vorher. Die Lernkurve verläuft relativ steil.“

Gibt es für den früheren HWA-Formel-E-Teamchef Ulrich Fritz eine Rolle im Mercedes-Team?

James:“ Wir genossen es sehr, mit Uli in Saison 5 zusammenzuarbeiten. Er bringt ebenfalls sehr viel Erfahrung aus seinem motorsportlichen Background mit. Wir werden Uli auch in unserer Box antreffen. Und solange er möchte, kann er uns seine Einschätzungen mitteilen.“

Welche Rolle übernimmt Franco Chiocchetti von HWA im neuen Mercedes-Team?

James: „Franco bleibt in seiner bisherigen Rolle bei HWA tätig. Er ist Head of Formula E und übernimmt das Projektmanagement bei HWA.  Franco bringt ungemein viel Erfahrung aus der Formel E mit. Sein Part wird für uns entscheidend sein. HWA übernimmt für Mercedes den Formel-E-Betrieb und die Fahrwerksentwicklung.

Hatte Herr Chiocchetti Einfluss auf die Entscheidung über die beiden neuen Mercedes-Piloten Stoffel Vandoorne und Nick de Fries?

James: „Als Team schauen wir nach Möglichkeiten und Optionen, die es im Fahrerfeld innerhalb der Formel E und auch außerhalb der Formel E gibt. Ich habe das Glück, dass wir die Erfahrung von Franco besitzen, dazu Tony Ross, unseren und natürlich Toto Wolff.

Für mich sind das sehr zuverlässige Expertisen, um schließlich eine endgültige Entscheidung zu treffen. Ich fühle mich sehr wohl mit der Entscheidung, die wir mit Stoffel Vandoorne und Nick des Vries gefällt haben.“

 

Warum haben Sie sich für Nyck de Vries entschieden und gegen Eduardo Mortara, der bereits einen E-Prix gewonnen hat?

James: „Ich glaube, es war eine sehr schwierige Entscheidung. Wir sahen uns alle möglich unterschiedlichen Aspekte an. Der Charakter des Piloten ist wichtig. Nick liefert aktuell sehr, sehr gute Leistungen in der Formel 2 ab. Wenn man sich seine Karriere ansieht, erkennt man, dass er sehr sehr schnell lernt. Das ist ein wichtiger Schlüsselfaktor in der Formel E.“

Auf welche Location in Saison 6 freuen Sie sich am meisten? Gibt es eine Stadt im Rennkalender, in der Sie noch nie waren?

James: „Ja, ich war noch nie in Seoul, darauf freue ich mich schon sehr. Mein Lieblingsrennen wird London sein. Ich komme aus London und liebe sie. Es wird mein Heimrennen, darauf freue ich mich auch sehr.

Alle Rennstrecken aus Saison 5, die in der neuen Saison wieder dabei sind, besitzen einen eigenen einzigartigen Charakter und auch einen einzigartigen Wettbewerb. Das wird mir viel Spaß machen.“

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