Zum Inhalt springen

DTM: Super Sunday für Audi: Vierfachsieg, Rast mit Big Points in Brands Hatch

Audi feiert ausgelassen DTM Brands Hatch 2019 ©DTM

Audi-Festspiele in England: Vierfacherfolg, maximale Punkteausbeute, ein historisches Ergebnis im Qualifying, Führung in allen drei Meisterschaften der DTM ausgebaut: Audi ist in Brands Hatch ein wahrer „Super Sunday“ gelungen.

Rene Rast hat in Brands Hatch mit seinem vierten Saisonsieg einen Riesenschritt im DTM-Titelkampf genommen. Im Sonntagsrennen verwies der Audi-Pilot seinen Markenkollegen und ärgsten Meisterschaftsverfolger Nico Müller in einem packenden Zweikampf bis zum Ziel auf die zweite Position.

BMW-Speerspitze und -Titelkandidat Nummer eins, Marco Wittmann, kam nach einem ernüchternden Zeittraining und einer gewagten Zwei-Stopp-Strategie nur auf der zehnten Position ins Ziel.

Der Veranstalter des britischen DTM-Rennens hatte den zweiten Renntag als „Super Sunday“ beworben und damit Tausende von Zuschauern an die traditionsreiche Rennstrecke vor den Toren Londons gelockt. Diese erlebten schon im Qualifying eine eindrucksvolle Demonstration der Stärke von Audi. Alle acht Audi-Piloten sicherten sich die besten acht Startplätze.

Das Traumergebnis im Qualifying setzte die Mannschaft um Audi-Motorsportchef Dieter Gass in den ersten Vierfacherfolg eines Automobilherstellers in der neuen Turbo-Ära der DTM um. Damit gelang Audi in der Herstellermeisterschaft die an einem Renntag maximal mögliche Punkteausbeute von 76 Zählern.

Duval vor Müller,DTM Brands Hatch 2019 ©DTM

Tags zuvor hatte BMW-Pilot Wittmann Rast und Müller noch besiegt. Im Kampf um den DTM-Fahrertitel ist das Audi-Duo ein Stück weit enteilt: Rast hat 206 Punkte auf dem Konto, Müller 169. Wittmann, der wie Rast in dieser Saison vier Siege erzielt hat, kommt nach zwölf von 18 Rennen auf 147 Zähler.

„Die Pole-Position war heute ganz klar der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Rast nach dem insgesamt 14. Sieg seiner DTM-Karriere. „Meine Pace im Rennen war okay, aber nicht überragend. Trotzdem die maximale Punktzahl geholt zu haben und erstmals in diesem Jahr von der Pole gewonnen zu haben ist fantastisch“, so der DTM-Champion von 2017.

Insgesamt 24 Zusatzpunkte hat Rast anno 2019 nur durch das Qualifying bereits gesammelt – beinahe ebenso viele, wie ein Triumph in Rennen (25 Punkte) wert ist.

Audi souverän, Eng mischt Feld auf

Während Rast in dieser Saison seinen ersten Sieg von der Pole-Position feierte, sorgten seine Audi-Markengefährten für einen Audi-Vierfacherfolg. Hinter Müller auf der zweiten Position landete Robin Frijns auf Platz 3 und Loic Duval auf Platz 4 – nachdem die Marke im Zeittraining alle acht RS 5 DTM auf die ersten vier Startreihen gestellt hatte.

„Ich hatte auch heute kein gutes Qualifying“, sagte Nico Müller. „Mit meinem zweiten Reifensatz bin ich in den Verkehr geraten, deshalb kam nur Startplatz sechs heraus. Im Rennen waren wir schnell, die Chance mit Rene um den Sieg zu kämpfen habe ich durch einen langsamen Boxenstopp verloren. Trotzdem freue ich mich über die gute Punkteausbeute an diesem Wochenende“, so der Schweizer.

Dass das zwölfte Saisonrennen zu keiner reinen Audi-Show wurde, dafür sorgte Philipp Eng. Der Salzburger im BMW M4 DTM war von der neunten Position aus ins Rennen gegangen, entschied sich für eine Strategie mit spätem Reifenwechsel und arbeitete sich Zug um Zug bis auf die fünfte Position vor. In einem rundenlangen, äußerst spektakulären Duell fand er in Duval allerdings seinen Meister.

„Gemessen an unserem Startplatz war es ein ganz gutes Rennen“, sagte Eng. „Ich war happy mit dem Paket in beiden Stints, speziell im ersten. Im zweiten bin ich einfach nicht an Loic Duval vorbeigekommen. Irgendwann war dann der Vorteil der frischen Reifen dahin. Trotzdem ein gutes Ergebnis“, zeigte sich der Österreicher happy über das Ergebnis.

Philipp Eng vor Marco Wittmann©BMW

„Für Audi war es heute wirklich ein ‚Super Sunday‘, sagte Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Das begann schon mit den ersten acht Plätzen im Qualifying. In einer solchen Situation hat man immer die Sorge, dass man im Rennen nur verlieren kann. Aber es hat alles gut geklappt.

Wir befinden uns mitten im Titelkampf, haben versucht, Rene und Nico so gut wie möglich zu helfen und unsere Strategie auf Marco Wittmann ausgerichtet. Das hat gut funktioniert. Am Ende wurde es knapp mit Philipp Eng, der auf frischeren Reifen unterwegs war und es spannend gemacht hat. Aber Loic hat sich toll verteidigt. So haben wir es geschafft, vier Autos auf den ersten vier Plätzen ins Ziel zu bringen. Das ist ein fantastisches Ergebnis! Danke an alle, die diesen Erfolg möglich gemacht haben“, freute sich Gass über die Audi-Festspiele.

Nicht ganz glücklich zeigte sich dagegen Jens Marquardt, BMW-Motorsportboss nach dem Sonntagsrennen. „Nach dem großartigen Sieg von Marco Wittmann gestern war uns nach dem ernüchternden Qualifying klar, dass es nicht leicht werden würde, noch ganz nach vorn zu kommen.“, so Marquardt. „Unsere Jungs haben aber im Rennen sowohl auf der Strecke als auch strategisch einen tollen Job gemacht. Kompliment an Philipp Eng, dass er es unter diesen Voraussetzungen dank einer sehr guten Rennpace noch auf Platz 5 geschafft hat.

Auch mit Sheldon van der Linde und Marco Wittmann konnten wir zumindest noch in die Punkteränge fahren. Letztlich ist das trotzdem keine gute Ausbeute. Wir waren im Rennen vielleicht sogar etwas schneller als Audi, aber man hat heute deutlich gesehen, dass man sich weiter vorne qualifizieren muss, um den Rennspeed dann auch umsetzen zu können. Warum uns das diesmal nicht gelungen ist, müssen wir uns genau anschauen und bis zum nächsten Rennwochenende am Lausitzring abstellen. Glückwunsch an Rene Rast zum Sieg“, sagte der BMW-Verantwortliche.

Doppelt Punkte für Aston Martin beim Heimspiel

Mit Daniel Juncadella und Jake Dennis auf den Plätzen 8 und 9 sammelte R-Motorsport/Aston Martin beim Heimspiel auf der britischen Insel am Sonntag doppelt Punkte, nachdem schon am Samstag Juncadella einen Punkt einfuhr und Paul Di Resta mit einer starken Anfangsphase von Startplatz vier beeindruckte.

„Mit den Punkterängen 8 und 9 haben wir das heute Mögliche erreicht“, sagte R-Motorsport-Teamchef Dr. Florian Kamelger. „Ermutigend dabei ist aber besonders, dass Dani und Jake nur 5,2 und 6,1 Sekunden hinter dem Sieger Rene Rast ins Ziel fuhren. Unsere Rundenzeiten zeigten, dass wir weiter Fortschritte gemacht haben, was uns beim Heimrennen von Aston Martin in England besonders freut“, so der gebürtige Südtiroler.

Zufrieden über das Gastspiel in Brands Hatch zeigte sich DTM-Boss Gerhard Berger. “ Das Rennwochenende hat gezeigt, dass wir mit der DTM in England einen großen Sprung nach vorn gemacht haben“, so der Österreicher. „Nachdem im vergangenen Jahr die Resonanz noch nicht so stark war, sind wir nun bei den englischen Fans angekommen. Der Zuschauerzuspruch, die Atmosphäre, das Rahmenprogramm – es war eine durchweg positive Veranstaltung.

Auf der sportlichen Seite haben wir wiederum je einen Sieg von BMW und Audi gesehen, und Neuling Aston Martin hat insbesondere am Samstag gezeigt, dass er ein weiteres Stück nähergekommen ist. Am Sonntag war Audi dominant. Um den Titelkampf spannend zu halten, müssen die BMW-Fahrer Wittmann und Eng am Lausitzring reichlich Punkte einfahren“, sagte der ehemalige Formel-1-Pilot.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: