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DTM: Spannung bis zur letzten Kurve: Marco Wittmann feiert in Brands Hatch vierten DTM-Saisonsieg

Marco Wittmann strahlender Sieger in Brands Hatch ©BMW

BMW-Pilot Marco Wittmann hat in Brands Hatch den elften DTM-Lauf der Saison 2019 gewonnen und in der Fahrerwertung weiter Boden gut gemacht.

Die drei Männer der Stunde in der DTM: Marco Wittmann hat das Samstagsrennen der DTM in Brands Hatch äußerst knapp für sich entschieden – vor seinen Meisterschaftsrivalen aus dem Audi-Lager, Rene Rast und Nico Müller.

In einem Renn-Thriller, der auf einen Qualifying-Krimi folgte, setzen sich damit die drei konstantesten Piloten der Saison durch. Dabei reichte es für Wittmann – erfolgreichster BMW-Pilot in der DTM-Geschichte – um gerade einmal drei Zehntelsekunden zum Sieg. In der Schlussrunde machte der Meisterschaftsführende Rast um ein Haar einen Fünf-Sekunden-Rückstand gut.

„Das Reifenmanagement ist in dieser Saison ein ganz wichtiger Punkt, da der Reifenverschleiß durch den mit über 100 PS stärkeren Turbomotor wesentlich höher ist als im vergangenen Jahr“, sagte Wittmann. Wir haben das gut hingekriegt, konnten mit den Hankook Rennreifen von Beginn an pushen und einen Vorsprung herausfahren. Das war die richtige Taktik, auch wenn es zum Schluss noch einmal knapp wurde. Es hat für den Sieg gereicht und darüber bin ich sehr glücklich“, freute sich der Franke.

Marco Wittmann,DTM Brands Hatch 2019 ©DTM

Der 29-Jährige legte nach seinem Pflicht-Boxenstopp in Runde 14 auf der anspruchsvollen Strecke die restlichen zwei Drittel der Gesamtdistanz mit einem Satz Reifen zurück. Mit dieser erfolgreichen Strategie sicherte sich Wittmann den vierten Saisonsieg und den insgesamt 15. Erfolg seiner DTM-Karriere.

„Meine Reifen sind am Ende etwas in die Knie gegangen, nachdem wir früh gestoppt hatten. Die Nachfolgenden dürfen zudem am Ende eines Rennens Push-to-pass und DRS frei benutzen, der Führende nicht. Bis dahin hatte ich den Abstand gut verwaltet. Schön, dass Aston Martin das Rennen zu Beginn angeführt hat. Kompliment“, so Wittmann.

Den besten Start beim Samstagslauf in Brands Hatch erwischte allerdings nicht der Pole-Setter Wittmann, sondern der Schotte Paul Di Resta. Einen Hauch zu früh, wie die Rennleitung nach der Videoanalyse entschied und ihn zur 5-Sekunden-Boxenstopp-Strafe zitierte.

Das hielt den Schotten bei seinem Heimspiel nicht davon ab, das Feld im ersten Renndrittel nicht nur anzuführen, sondern auch der Konkurrenz von BMW und Audi Stück für Stück davonzufahren. Die bravouröse Fahrt blieb am Ende unbelohnt – Di Resta musste seinen Aston Martin Vantage DTM kurz vor Schluss in der Box abstellen.

Von da an diktierte Wittmann, der sich in Runde 14 einen neuen Satz Rennreifen geholt hatte, das Geschehen. Im letzten Umlauf schloss der auf Platz 2 liegende Rast (Audi) noch einmal auf, der Schlussspurt kam jedoch zu spät. Zu einer Attacke gegen den führenden BMW-Fahrer reichte es nicht mehr.

DTM Brands Hatch 2019,René Rast, Audi; Marco Wittmann, BMW; Nico Müller, Audi ©DTM

„Das war wirklich ein super Rennen von Marco Wittmann“, freute sich BMW-Motorsportboss Jens Marquardt. „Er hat schon im Qualifying unter schwierigen Bedingungen eine tolle Runde hingelegt und sich die Poleposition gesichert. Dann hat er auch nach dem Blitzstart von Paul di Resta auf Platz 1 die Ruhe behalten und sich früh entschieden, die Reifen zu schonen.

Nachdem wir seinen Boxenstopp etwas vorgezogen haben, ist er ohne Verkehr fantastisch gefahren und hat sich einen Vorsprung herausgearbeitet, den er am Ende souverän verteidigen konnte. So kommt er langsam aber sicher näher an die Spitze in der Fahrerwertung heran“, so der BMW-Verantwortliche.

Hinter Sieger Wittmann belegten mit Rast, Nico Müller, Robin Frijns und Loic Duval vier Audi-Piloten die Ränge 2 bis 5, mit Philipp Eng folgte auf Platz 6 der zweitbeste BMW-Fahrer. Erfolgreichster Mann bei Aston Martin war Daniel Juncadella als Zehnter.

Hier weitere Stimmen:

Paul di Resta (Aston Martin): „Heute war ein Rennen, bei dem leider einiges schiefgegangen ist. Zunächst bin ich mir sicher, dass ich keinen Frühstart hingelegt habe. Es war toll, 14 Runden lang mit einem Aston Martin Vantage DTM vor meinen britischen Landsleuten in Führung zu liegen.

Leider spürte ich gegen Rennende einen totalen Leistungsverlust. Deshalb habe ich das Auto sicherheitshalber an der Box abgestellt. Obwohl wir hier noch einmal ein Zuverlässigkeitsproblem hatten, wissen wir doch, dass es aufwärts geht. Für uns ist jedes Rennen ein Test und wir haben heute gezeigt, dass wir immer besser aufgestellt sind und Schritt für Schritt nach vorne kommen.“

Rene Rast (Audi): „Im Qualifying war die Reifenwahl bei teils nassen Verhältnissen schwierig, im Rennen aber bei den trockenen Bedingungen mit Slicks eindeutig. Die Rennreifen haben gut funktioniert und ich hätte früher mit ihnen attackieren müssen. Dann wäre noch mehr drin gewesen. Aber am Ende ist man immer schlauer.“

Jake Dennis (Aston Martin): „Das Rennen war für mich schon nach wenigen Metern vorbei. Ich hatte nicht den besten Start. Meine Räder drehten ein wenig durch und dann hat mich Timo Glock von links getroffen.

Dadurch bin ich in der Mauer gelandet und das Auto war leider zu beschädigt, um weiter zu fahren. Davon abgesehen hatte der Tag gut begonnen und unsere Pace scheint im Vergleich zu den letzten beiden Rennen besser zu sein. Jetzt müssen wir das Auto über Nacht reparieren und morgen gestärkt zurückschlagen.“

Nico Müller (Audi): „Ich bin mit einem angefahrenen Reifensatz aus dem Qualifying gestartet. Das war nicht leicht, denn alle anderen Fahrer um mich herum waren mit frischen Rennreifen unterwegs. Im zweiten langen Stint konnte ich mit einem neuen Reifensatz Druck machen und bin über das Rennen und meinen dritten Platz happy.

Nach dem schwierigen Qualifying und nur Platz 8 für uns, ist ein Podiumsresultat ein starkes Ergebnis. Mehr wäre nicht drin gewesen. Wir haben mit einem frühen Stopp wohl die richtige Taktik gewählt.“

Daniel Juncadella (Aston Martin): „Ähnlich wie in Assen wird der Reifen hier Brands Hatch stark belastet. Aber mit diesem völlig normalen Verschleiß muss man als Fahrer zurechtkommen und sich darauf einstellen. Ich konnte viele Plätze gut machen, weil ich mit dem guten Rennreifen von Hankook richtig umgegangen bin.“

Dieter Gass, Audi Motorsportboss: „Mit Platz 2, 3, 4 und 5 war es ein weiteres sehr gutes Teamergebnis für uns. Natürlich wollten wir auch den Sieg, und am Ende war es ganz knapp. Aber für einen Rennsieg muss halt alles passen und das war heute nicht der Fall. Insgesamt können wir heute zufrieden sein. Wir führen weiter alle drei Meisterschaften an. Darauf werden wir aufbauen, um morgen zurückzuschlagen.“

Dr. Florian Kamelger, Teamchef R-Motorsport: „Nach den Qualifying-Plätzen 4 und 7 haben wir uns für das Rennen weit mehr ausgerechnet als auf Rang 10 ins Ziel zu kommen. Am Start wurde Jake in die Boxenmauer abgedrängt, worauf sein Rennen beendet war. Paul musste nach 14 Führungsrunden beim Boxenhalt eine 5-Sekunden-Standstrafe absitzen, nachdem die Stewards entschieden hatten, dass er einen Frühstart gemacht hatte.

Leider verlor er zwei Runden vor Schluss stark an Leistung und stellte das Fahrzeug ab. Trotz Durchfahrtstrafe als Folge des Zwischenfalls mit Jake erzielte Dani mit Platz zehn noch einen Punkt. Ferdinands Boxenstopp ging leider schief, weil der Luftheber des Fahrzeugs nicht funktionierte. Alles in allem ein Rennen mit Höhen, aber leider auch mit einem enttäuschenden Ausgang.“

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