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FE: Acronis: Cyber Protection in der Formel 1 und Formel E: Ein Besuch in Hockenheim

 

Robert Kubica,Williams Racing ©Thorsten Horn

Was haben die renommierten englischen Fußballklubs Manchester City und Arsenal London mit der Formel E und der Formel 1 gemeinsam? Auf den ersten Blick gar nichts. Auf den zweiten Blick findet sich dann doch ein gemeinsamer Nenner: Der Fußball und der Motorsport greift auf die Expertise des Unternehmens Acronis in Form von Cyber Protection zu.

Das in der Schweiz und Singapur angesiedelte Unternehmen stellt innovative Cyber Protection-Lösungen im Bereich Backup-, Storage- und Disaster Recovery zur Verfügung, mit denen die Ausfallsicherheit verbessert und effizientere sowie sicherere Arbeitsabläufe im Rennsport-Team geschaffen werden. Acronis ist ein weltweit führender Anbieter im Bereich Cyber Protection und Datenspeicherung in der hybriden Cloud und wurde 2003 in Singapur gegründet.

Als weltweit am schnellsten wachsende Motorsportart bildet die Formel E einen idealen Einsatzbereich für innovative und zukunftsorientierte Technologien. Die Formel 1 vertraut schon etwas länger auf die Expertise von Acronis.

IT-Infrastruktur und Kommunikation gehören zu den wichtigsten Prioritäten in der Rennsport-Szene.

An jedem Renn-Wochenende erfassen die Formel-E bzw. Formel-1-Teams hunderte Gigabyte an Telemetrie-Daten und produzieren in der Fabrik Terabytes an Engineering- und Testdaten. Datenanalyse fördert Innovation und technologischen Fortschritt. Die Fähigkeit, diese Daten zu interpretieren und fundierte Entscheidungen zu treffen, kann im Vergleich den Unterschied ausmachen und Daten werden somit zum wertvollsten Kapital im Rennen um den Sieg.

Der Motorsport ist inzwischen zu einem datengestützten Sport geworden, in dem die Möglichkeit zum schnellen und zuverlässigen Zugriff auf Daten für den Erfolg entscheidend ist. Die Datenmengen werden immer größer, eine Innovation jagt die andere.

Lance Stroll,Racing Point F1 ©Thorsten Horn

Die Teams investieren sehr viel Zeit und Ressourcen in die Analyse der zuvor erfassten Daten, um die Rennautos zu verbessern. Gleichzeitig müssen diese Daten sicher gespeichert, vor Cyberangriffen geschützt und archiviert werden. Kernaufgabe von Acronis ist das Backup, der Cyberschutz und die Gefahrenabwehr der IT-Infrastruktur der Rennställe.

In der Formel 1 vertrauen die Teams Williams und Racing Point F1, in der Formel E die Teams NIO, DS Techeetah und Venturi auf die Expertise von Acronis.

Die Formel-1- und Formel-E-Rennställe bilden eine strategische Technologiepartnerschaft mit Acronis, das den Teams Cyber-Protection für ihre Werke in Grove, Silverstone, Paris oder Monaco, und die Infrastruktur an den Rennstrecken dieser Welt sowie für Geschäftsanwendungen bereitstellt.

„Wir stehen in Bezug auf technologische Innovation für die gleichen Werte und Überzeugungen und diese Partnerschaft wird auf vielfältige Weise sofortige und unmittelbare Vorteile für das Team bieten“, sagt Susie Wolff, Teamchefin bei Venturi zur Partnerschaft mit Acronis.

„Im Motorsport steht Leistung an erster Stelle und die Formel E macht da keinen Unterschied. Wir streben kontinuierlich danach, technologische Neuerungen und Lösungen bestmöglich für unser Team zu nutzen“, ergänzt Wolff.

Susie Wolff,Venturi (c)Venturi

Beim monegassischen Rennstall sammeln beide Formel-E-Autos an die 20 GB Daten. In die Cloud kommen weitere 640 GB hinzu. Gigantische Daten, die da verarbeitet werden müssen. Noch krasser sind die Datenmengen in der Formel 1. Laut Gaidar Magdanurov, CMO & Chief Cyber Strategy Officer von Acronis, generiert das Formel-1-Team Mercedes mit ihren Top-Piloten Lewis Hamilton und Valteri Bottas je 400 GB Daten pro Auto pro Rennwochenende.

Im Schnitt übermittelt ein Formel-1-Auto 2 GB Daten pro Runde, laut Acronis generieren die Rennboliden 3 Terrabyte an Daten an einem Rennwochenende. Und diese wertvollen Daten müssen effektiv gesichert und geschützt werden.

„Unser Ziel ist es, leicht anwendbaren Cyberschutz zu liefern, noch effizienter und noch einfacher“, sagt Magdanurov. „Wir testen das mit Sportteams, die gut für uns sind, da es eine sehr datenintensive und zeitintensive Umgebung bietet. Die Teams haben nie viele IT-Mitarbeiter in ihren Reihen gehabt. Die Effizienz und die leichte Anwendbarkeit ist daher sehr wichtig.

Sicherheit wird wegen der Cyber-Bedrohungen wichtiger denn je. In der Vergangenheit war es sehr schwierig, Systeme zu hacken. Heute können Studenten oder Schüler Hack-Tools im Internet downloaden, um damit Unangenehmes zu machen. Rund um die Uhr sind Attacken möglich. Die Motorsport-Teams haben einen Wettbewerb mit wenigen IT-Mitarbeitern, dessen IT-Infrastruktur rund um den Erdball funktionieren muss. Unser Ziel ist es, die Teams zu schützen und ihnen leichtere Anwendbarkeit an die Hand zu geben“, erklärt der Acronis-Verantwortliche das Engagement im Rennsport.

Williams Box ©Ehirsch

Ortswechsel: Ich bin auf Einladung von Acronis zu Gast beim Freien Training der Formel 1 in Hockenheim. Acronis betreut in der Königsklasse die beiden Teams Williams und Racing Point F1. In dieser Saison lief es bisher nicht rund für beide Teams. Vor dem Grand Prix in Deutschland liegen beide Teams an letzter und vorletzter Stelle in der Meisterschaft. Williams hat noch keinen einzigen Punkt erzielen können.

„Es ist immer gut, ein Siegerteam zu unterstützen, da wir dadurch mehr Aufmerksamkeit bekommen“, sagt Magdanurov auf die Frage, wie wichtig Acronis der Erfolg eines Formel-1-Teams ist. „In dem Moment, in dem das Team gewinnt, bekommen wir mehr Aufmerksamkeit und dadurch haben wir mehr Markenbekanntheit. Die Leute im Fahrerlager sind einfach glücklicher, wenn sie das Siegerteam besuchen“, ergänzt der Acronis-Verantwortliche.

Aktuell keine glückliche Zeit für Acronis, den Williams fährt der Konkurrenz im Moment weit hinterher. Immerhin erzielte Robert Kubica beim Rennen am Sonntag mit Platz 10 seinen ersten F1-Punkt nach über acht Jahren Abstinenz in der Königsklasse. Und der erste Punkt für das Team Williams. Besser noch lief es bei Racing Point, als Lance Stroll mit Platz 4 knapp das Siegespodest verpasste.

Magdanurov kennt den Schlüssel zum Erfolg. „Um als Fahrer erfolgreich zu sein, muss der Fahrer mit den Ingenieuren als ein Team harmonieren. Welche Anpassungen werden am Auto vorgenommen, welche Strategien eingesetzt und mit welchen Partnern arbeitet ein Team zusammen. Der Erfolg ist immer gekennzeichnet von Teamwork und Ingenieurwesen.“

Sahara-Hitze am Freitag beim Freien Training in Hockenheim, 39 Grad Celsius zeigt das Thermometer. Hitzewelle im Motodrom. Eine Garagenführung in der Williams-Box steht auf dem Programm. Zuvor treffe ich Ex-Formel-1-Weltmeister Jacques Villeneuve, der sich jahrelang mit Michael Schumacher um die Titelkrone duellierte.

Jacques Villeneuve und ich©€ªirsch

Zusammen mit sieben weiteren Journalistenkollegen- und Kolleginnen dürfen wir einen Blick in die Reifenabteilung des britischen Traditions-Teams Williams werfen. Weiche Reifen, harte Reifen, mittlere Reifen, da sind die Künste der Reifenflüsterer gefragt.

Pirelli Reifen©€ªirsch

Das Reifenmanagement in der Formel 1 ist generell eine schwierige Angelegenheit. In Heizdecken eingehüllt werden die schwarzen Gummis für das zweite freie Training vorgewärmt. Das Vorbereiten und Aufheizen der Reifen scheint eine Herausforderung für die Williams-Mannschaft zu sein. Das Arbeitsfenster der Pirelli-Reifen ist schließlich schmal.

Vordereifen Williams©EHirsch

Auf kleinen Monitoren wird die Reifentemperatur überwacht. Ganz genau im Visier, ob es sich um Vorder- oder Hinterreifen handelt. Auch hier werden Daten gesammelt. Wenn die beiden Williams-Piloten George Russell und Robert Kubica in den nächsten Minuten auf die Strecke gehen, muss alles für eine schnelle Runde zusammenpassen.

Reifen-Ueberwachung_Williams ©EHirsch

Nach der Reifen-Besichtigung geht es in die direkt in die Williams-Box. Zuvor wird uns freundlich, aber bestimmt erklärt, Fotos und Videos in der Box sind absolutes Tabu- Betriebsgeheimnis in der Formel 1.

Die Williams-Mechaniker schrauben eifrig unter der Haube des Williams FW42. Aufgebockt auf vier Trägern wird der Williams-Renner, der mit Mercedes-Power ausgestattet ist, einer genaueren Prüfung unterzogen. Der Blick fällt auf die wuchtigen Bremsscheiben. Sie imponieren mir, mehr noch aber beeindruckt mich der geschwungene Seitenkühler, der ästhetisch in den Rennwagen einfließt.

Links und rechts von den beiden Rennautos entfernt befinden sich in der Mitte zahlreiche Computer mit Monitoren, die mit Daten des Williams FW 42 gefüttert werden. Hier kommt wieder Acronis ins Spiel. Das Logo von Acronis und weiterer Partner finden sich prominent auf der Motorhaube, den Leitblechen, den Heckflügel und den Frontflügel, die teilweise draußen vor der Box aufgestellt sind.

Williams-Frontflügel ©Ehirsch

Lange kann ich mich in der Garage nicht aufhalten, die Vorbereitungen auf das Training laufen auf Hochtouren. Ich könnte mich jetzt stundenlang hier umsehen, so ein Formel-1-Bolide fasziniert jeden Motorsport-Fan. Draußen vor der Box stehen zwei Frontflügeln des Williams FW 42 mit seiner Knubbel-Nase mit S-Schacht Lufteinlass aufgereiht, die von den Fotographen hinter den Absperrungen ins Visier genommen werden.

Williams-Juwel George Russell kommt auf einen Sprung bei uns vorbei – in Badeschuhen. Der Formel-1-Rookie lässt sich gutgelaunt mit den Journalisten ablichten. Der 21-jährige Mercedes-Junior gilt als das größte Talent, das die Motorsport-Welt aktuell zu bieten hat. Ein Highlight der Tour.

George Russell und ich©€ªirsch

Die Williams-Führung geht zu Ende, ich kann noch einige Minuten an der Boxengasse entlangschlendern. An jeder Box werden die letzten Vorbereitungen für das Training getroffen. Interessant ist dabei, dass sich die Ferrari-Box direkt neben der Mercedes-Box befindet.

So kann die Vettel-Mannschaft gleich um die Ecke beim haushoch überlegen Formel-1-Seriensieger Mercedes einen Blick hineinwerfen, welche Anweisungen Mercedes-Teamchef Toto Wolff seiner Crew für das Heimrennen erteilt. An diesen Rennwochenende allerdings keine Empfehlung, da es beim Chaosrennen am Sonntag in der Mercedes-Box öfters drunter und drüber ging. Vettel kletterte nach einer imposanten Aufholjagd noch auf Platz 2.

Ferrari_Mercedes_Box©EHirsch

Apropos Toto Wolff: In einer eigens eingerichteten Interview-Zone gibt der erfolgreiche Mercedes-Motorsportboss Fernsehteams erste Interviews, gegenüber spricht Haas-Teamchef Günther Steiner ins Mikrophon von Sky.

Günther Steiner Hass im Interview©EHirsch

Unsere Journalistenrunde bekommt eine weitere Garagenführung bei Racing Point F1, dessen Team aus Force India hervorgegangen ist. Die Führung fällt ob des straffen Zeitplans kürzer aus. In die Nähe der Formel-1-Boliden von Sergio Perez und Lance Stroll dürfen wir diesmal nicht. Stattdessen nehmen wir Platz in einer kleinen Innenraumkabine, die einen Blick auf die Box erlaubt. Wie bei Williams wird hier am Auto fleißig geschraubt.

Bevor wir uns vom Fahrerlager der Formel 1 Richtung Ausgang verabschieden müssen, dürfen wir noch kurz in die Hospitaliy-Paläste von Williams und Racing Point, um uns mit Getränken gegen die Hitze abzukühlen.

Dann geht es schon los mit dem zweiten Freien Training. Die Motoren heulen auf, ich sitze auf der Haupttribüne des Motodroms- im Schatten. Der Blick von hier oben ist grandios, der von der Nordkurve bis Südkurve, von der Einfahrt Motodrom bis in die Boxengasse reicht. Hamilton, Vettel & Co rasen vorbei, jeder Pilot dreht seine Runden um den Ring -und sammelt Daten.

Kurz vor Ende des Trainings werde ich Zeuge, wie Red-Bull-Pilot Pierre Gasly die Kontrolle über sein Auto verliert und in die Streckenbegrenzung donnert. Rote Flagge- Gaslys Auto sieht ziemlich mitgenommen aus und wird geborgen, der Franzose selbst bleibt Gott sei Dank unverletzt.

Pierre Gasly Hockenheim ©EHirsch

Ein unvergesslicher Formel-1-Tag neigt sich dem Ende zu. Während wir vor der Hitze fliehen und ins Hotel zurückkehren, analysieren die Teams jetzt intensiv die gewonnenen Daten auf der Strecke- mit Hilfe von Acronis.

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