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FE: Titel rückt in weite Ferne: Rückschlag für Audi in Bern

Lucas di Grassi, Formula E, Bern E-Prix 2019 ©Audi

Nach dem glanzvollen Heimsieg in Berlin durch Lucas di Grassi, erhielt der Brasilianer beim Swiss E-Prix in Bern einen deutlichen Dämpfer. Platz 9 für den Audi-Piloten bedeuteten zwar zwei Punkte, doch im engen Titelkampf war es eine magere Ausbeute.

Tabellenführer Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) gewann sein drittes Saisonrennen in Bern vor 130.000 Zuschauern und baute seinen Vorsprung in der Meisterschaft auf komfortable 32 Punkte auf di Grassi aus. Beim ersten E-Prix in der Schweizer Hauptstadt Bern holte Audi Sport ABT Schaeffler mit beiden Autos Punkte, im Titelkampf der Formel E musste das Team allerdings einen Rückschlag hinnehmen.

Daniel Abt und Lucas di Grassi belegten in Bern die Plätze 6 und 9. In der Teamwertung liegt Audi Sport ABT Schaeffler vor den letzten beiden Rennen 43 Punkte hinter DS Techeetah. 94 Punkte kann ein Team beim Finale in New York am 13./14. Juli maximal noch holen.

Es war nicht der Rennsamstag der Audi-Mannschaft. „Es war für uns ein ziemlich frustrierendes Wochenende, vor allem in Hinblick auf den Titelkampf bei den Fahrern und bei den Teams“, sagte Teamchef Allan McNish nach dem elften Saisonrennen der Elektrorennserie.

„Das Überholen war auf dieser Strecke extrem schwierig. Trotzdem hat Lucas von Startplatz 19 noch zwei Punkte geholt. Er ist damit weiter im Titelrennen. Daniel hat sich den sechsten Platz heute hart erkämpft. Wir haben in New York noch zwei Rennen. Jeder weiß, dass wir nie aufgeben.“

Di Grassi kam im Qualifying nicht über Startplatz 19 hinaus. „Mir ist keine gute Runde gelungen, ich hatte null Grip“, sagte der Brasilianer. „Das Rennen lief wesentlich besser. Ich habe viele Autos überholt und angesichts meiner Startposition das Maximum herausgeholt.“ Dennoch ärgerte sich di Grassi über die Rennleitung ob des Rennabbruchs in der Startphase. „Der Renndirektor hat uns erklärt, er habe die Regel angewandt, nach der er die Position von jedem einzelnen Auto kennen müsse. Weil er das nicht tat – die Hälfte des Feldes steckte ja in der Schikane fest – entschied er sich dazu, wieder zur Startaufstellung zurückzukehren“, sagte di Grassi gegenüber ‚e-Formel.de‘.

Was war passiert: Nach einer Massenkarambolage in der ersten Schikane, in der neun Autos involviert waren, erfolgte der Rennabbruch für 39 Minuten, um die Unfallstelle zu räumen – und um das Rennen in der ursprünglichen Startreihenfolge wieder aufzunehmen. Dagegen wehrte sich di Grassi, der an den verunfallten Autos vorbeischlüpfte und mit einem Schlag in den Top Ten lag.

„Jemand verursacht einen Crash in Kurve 1, sorgt für eine Rennunterbrechung und darf zur Box zurückfahren, um das Auto reparieren zu lassen. Und dann darf er auch noch wieder von seiner ursprünglichen Position starten. Ich finde, das ist einfach nur extrem unfair“, ärgerte sich di Grassi. Dennoch weiß der Brasilianer,dass er das Ruder in New York noch herumreißen kann. Bei seinem Formel-E-Titel 2017 schnappte sich der 34-Jährige in Montreal in letzter Sekunde den Titel vor Sebastien Buemi.

Daniel Abt,Formula E, Bern E-Prix 2019 ©Audi

Daniel Abt verpasste als Siebter des Qualifyings nur um 119 Tausendstelsekunden die Super Pole der schnellsten Sechs. „Dadurch habe ich die Chance auf einen besseren Startplatz verloren“, sagte der Deutsche. „Im Rennen waren wir dann einfach nicht schnell genug.“

Am Wochenende wurde zudem bekannt, dass Abt ein Karriere-Ende in Betracht zieht, sollte sein Audi-Vertrag in der Formel E nicht verlängert werden. Bisher hat der Kemptener noch keinen Vertrag für Saison 6, die Ingolstädter halten sich offenbar alle Optionen offen.

„Ich hoffe weiterhin, dass ich bei Audi bleiben und weitermachen kann“, so Abt gegenüber ‚eRacing Magazine‘. „Wenn man sich umsieht und ehrlich ist, gibt es sonst nicht viele vakante Plätze. Audi hat bewiesen, ein Topteam zu sein, daher möchte ich hier bleiben“, sagt der Bayer.
Mit Ersatzpilot Nico Müller stünde ein potentieller Kandidat für das zweite Audi-Cockpit in den Startlöchern, sollte Abt tatsächlich pausieren.

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