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FE: Swiss E-Prix: Jean-Eric Vergne gewinnt im Fotofinish in Bern

Vergne gewinnt 2019 Bern E-prix ©FormulaE,Andrew Ferraro / LAT Images

Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) siegte in einem spannenden Rennen in Bern hauchdünn vor Mitch Evans (Jaguar) und Lokalmatador Sebastien Buemi (Nissan).

Bester Deutscher wurde Maximilian Günther als Fünfter, der die Gunst der Stunde nutzte und im Dragon eine bärenstarke Leistung zeigte. Dahinter landete Daniel Abt (Audi) auf Platz 6. Andre Lotterer (DS Techeetah), der das Rennen nach einer sehenswerten Aufholjagd  auf Platz 4 beendete, wurde nachträglich bestraft und kam nur auf Platz 14, Pascal Wehrlein im Mahindra schied technisch bedingt aus.

Mit seinem dritten Saisonsieg baute der amtierende Formel-E-Champion Vergne seinen Vorsprung in der Meisterschaft zwei Rennen vor Saisonende komfortabel auf 32 Punkte vor seinem schärfsten Verfolger Lucas di Grassi, der im Audi auf Platz 9 kam, aus.

Es war ein hartes Stück Arbeit für den Franzosen Vergne, den Swiss E-Prix als strahlender Sieger unter Dach und Fach zu bringen. Denn Evans machte Vergne das Leben während des gesamten Rennens schwer, jagte den Franzosen, lauerte im Heck des Techeetah-Piloten und setzte mehrmals zu einer Überholattacke an. Doch Vergne behielt die Nerven und verteidigte dank seiner Erfahrung die Führung, die er als Pole-Sitter nicht mehr hergab. Am Ende gab es ein Fotofinish, das der Franzose mit nur 16 Hundertstel vor dem Neuseeländer für sich entschied. Der drittplazierteste Buemi hatte ebenfalls nur einen Rückstand von 72 Hundertstel auf Vergne.

„Das Team arbeitete so gut, und es hätte heute kein besserer Tag sein können“, jubelte der Sieger. „Am Ende mit dem Regen war es dann wirklich stressig. Ich musste vorsichtig sein, weil ich im Hinblick auf die Meisterschaft das Rennen lieber als Zweiter beende als in der Wand zu landen. Natürlich versuchte ich das Rennen zu gewinnen, war aber auch besonders vorsichtig. Alles in allem ein fantastisches Wochenende für das Team, Pole-Position, Sieg und Ausbau der Führung in beiden Meisterschaften. Es lief sehr gut und ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit, die wir geleistet haben“ strahlte Vergne.

Pressekonferenz Bern E-Prix 2019 ©EHirsch

Dabei fing der Bern E-Prix mit einem Paukenschlag an. Kaum schalteten die Startampeln von Rot auf Grün, krachte es in der engen Schikane der Kurven 1, 2 und 3 gewaltig. Alle vier deutsche Piloten waren an einer Massen-Karambolage involviert. Pascal Wehrlein wurde am Heck getroffen und landete in der Streckenbegrenzung, worauf Maximilian Günther, der keine Chance zum Ausweichmanöver hatte,da es einfach zu eng war, unter das Heck des Mahindra-Piloten glitt. Dazu waren Andre Lotterer und Daniel Abt in dem Unfall verstrickt, ebenso Sam Bird (Virgin) und Wehrleins Teamkollege Jerome d’Ambrosio, der Birds Teamkollegen Robin Frijns entgegen der Fahrtrichtung umdrehte.

Während Frijns mit gebrochener Antriebswelle ausschied, schlüpften einige Fahrer wie di Grassi, Felipe Massa oder Antonio Felix da Costa durch und machten wertvolle Plätze gut -vorest. Die Rennleitung entschied sofort auf Abbruch, 39 Minuten dauerte die Unterbrechung, ehe das Rennen neu gestartet wurde.

Die Rennleitung entschied das Rennen in der Reihenfolge des Starts hinter dem Safety Car wieder wiederaufzunehmen, da zum Zeitpunkt des Rennabbruchs noch keine Zeiten gemessen wurden. Sehr zum Ärgernis von di Grassi, Massa und da Costa, die minutenlang wild gestikulierend mit der Rennleitung diskutierten. Doch es half alles nichts.

Nach dem Neustart blieb Vergne vor Evans und Buemi vorne, diese Reihenfolge änderte sich auch nicht, als die Zielflagge geschwenkt wurde. Es kam eine Runde vor Rennende nochmals Spannung auf, da der erwartete Regen einsetzte, doch das Führungstrio behielt die Nerven und brachte das Ergebnis nach Hause.

Mit seinem zweiten Sieg bei den fünf Europarennen gewann Vergne übrigens die Wertung der ‚voestalpine European Races‘, die mit einer schönen Trophäe belohnt wurde.

Hinter dem Führungstrio setzte Lotterer zu sehenswerten Überholmanövern an. Innerhalb von zwei Runden kassierte der Deutsche seine beiden Landsmänner Abt und Günther. Kurz vor Einsetzen des Regens schlüpfte Lotterer auch an Bird vorbei, der sich einen Verbremser leistete. Für Marc Surer, der für das Schweizer Fernsehen das Rennen kommentierte, war Lotterer der Fahrer des Tages, der von Startplatz 8 gleich vier Positionen gutmachte.

Es nützte dem Deutschen alles nichts, denn nach Rennende wurde Lotterer eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, die in eine 22-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Der Grund: Eine unerlaubte Ausfahrt aus der Boxengasse bei roter Ampel. So kam Lotterer nur auf Plartz 14, sehr ärgerlich für den Teamkollegen von Vergne, der damit fast keine Titelchancen mehr hat.

Dagegen beeindruckte insbesondere Günther im Dragon, der trotz beschädigter Frontpartie und Lenkung seines Penske EV-3, verursacht durch die Startkollision, mit der Spitzengruppe locker mithalten konnte. Der junge Bayer hielt die hinter ihm liegenden Abt und Lynn (Jaguar) souverän auf Distanz und beendete wie schon in Paris das Rennen auf Platz 5.

Enttäuschung pur bei BMW, die über Platz 11 (Alexander Sims) und 12 (Felix da Costa) nicht hinauskam, für HWA rettete Stoffel Vandoorne als Zehnter immerhin noch einen Meisterschaftspunkt.

Vor dem großen Showdown in New York (13.7./14.7.) führt Vergne die Meisterschaft mit 130 Punkten an, dahinter lauern di Grassi (98 Punkte) und Evans (87 Punkte). In der Teamwertung führt DS Techeetah mit 216 Punkten vor Audi Sport ABT Schaeffler, die 173 Punkte auf ihrem Konto verbuchen konnten.

Endergebnis Bern E-Prix:

  1. Jean-Eric Vergne, DS Techeetah
  2. Mitch Evans, Jaguar
  3. Sebastien Buemi, Nissan
  4. Sam Bird, Virgin
  5. Maximilian Günther, Dragon
  6. Daniel Abt, Audi
  7. Alex Lynn, Jaguar
  8. Fdelipe Massa, Venturi
  9. Lucas di Grassi, Audi
  10. Stoffel Vandoorne

 

 

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