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DTM: BMW: Licht und Schatten in Misano,Ausfall im Jubiläum

Glock und Wittmann mit Jubiläumstorte ©BMW

Licht und Schatten gab es für BMW beim DTM-Wochenende in Misano. Besonders zwei Fahrer stachen  in Italien heraus. DTM-Champion Marco Wittmann und Philipp Eng.

Nach einem technischen Problem im Qualifying war Wittmann am Samstag vom letzten Startplatz ins Rennen gegangen – und sicherte sich dank einer perfekten Strategie, einer fehlerlosen Fahrt und dem nötigen Glück in Form einer Safety-Car-Phase dennoch seinen 13. DTM-Triumph. Mega-Marco holte wieder den Hammer raus.

Am Sonntag fuhr Wittmann dann sein 100. Rennen in der DTM, schied allerdings früh nach einer Kollision mit Audi-Pilot Rene Rast aus. „Das war in vielerlei Hinsicht ein besonderes Wochenende für mich. Samstag haben wir ein grandioses Rennen erlebt“, sagte Wittmann.

„Nach dem Pech in Zolder in beiden Läufen haben wir endlich wieder das Glück auf unserer Seite gehabt. Wir haben früh gestoppt, ohne sicher zu sein, ob wir mit nur einem neuen Reifensatz über die komplette Renndistanz kommen werden. Die letzten fünf, sechs Runden waren natürlich kritisch, aber am Ende hat es geklappt. Wir haben den Sieg nach Haus gebracht. Danke an mein Team: Das war einfach super!“, freute sich der Franke.

„Sonntag folgte dann mein 100. Rennen in der DTM. Eine solche Statistik bedeutet mir nicht unbedingt viel. Sie belegt aber, wie heimisch ich mich in dieser Serie fühle. Es ist extrem ärgerlich, dass wir im zweiten Rennen keine weiteren Punkte mitnehmen konnten“, so der zweifache DTM-Champion, der in der Tabelle mit 68 Punkten auf Position 4 liegt.

Wittmann feierte Jubiläum in Misano 10..Rennen ©Schaeffler

Matthias Zink, Vorstand Automotive OEM bei Schaeffler, gratulierte Wittmann zu dessen Show.“„Herzlichen Glückwunsch an Marco Wittmann zum zweiten Sieg im Schaeffler BMW M4 DTM in dieser Saison – und natürlich auch zum Jubiläum am Sonntag. Er hat in Misano einmal mehr gezeigt, was ihn seit mittlerweile 100 Rennen zu einem der erfolgreichsten Fahrer in der DTM macht“, so Zink.

„Seine fahrerische Klasse kennen wir alle, aber am Samstag hat ihn vor allem sein Kampfgeist zum Sieg getragen. Er hat sich zu seinem 100. Rennen das schönste Geschenk selbst gemacht“, fügte der Schaeffler-Vorstand hinzu. Am 6./7. Juli stehen die nächsten beiden DTM-Läufe des Jahres in Nürnberg auf dem Programm. Auf dem Norisring feiert Wittmann sein DTM-Heimspiel und hofft erneut eine große Show zu bieten.

Peng! Erneut ein ganz starkes Wochenende verzeichnete auch Philipp Eng. Der Salzburger war von Rang neun in den sechsten Saisonlauf gestartet und kam nach einer starken Aufholjagd und gutem Reifenmanagement als Zweiter ins Ziel. Für Eng war es der dritte Podesterfolg des Jahres, für BMW der 290. in der Geschichte der Tourenwagenserie.

„Ich bin unheimlich stolz auf alle“, so Eng. „Es gibt keine Garantie, dass man von Startplatz neun noch auf den zweiten Rang fährt. Daher bin ich super-happy mit dem Ergebnis. Wir haben alles richtig gemacht. Rückblickend hätte ich vielleicht früher pushen können, denn meine Reifen waren gut.

Dann hätte ich eine Attacke setzen können auf Nico Müller. Aber wahrscheinlich war er zu weit weg. Wir müssen uns anschauen, ob mein DRS immer richtig funktioniert hat. Eventuell wäre sonst noch mehr drin gewesen. Aber insgesamt bin ich extrem glücklich“, fasste der Österreicher sein Misano-Wochenende zusammen, der mit den Plätzen 7 und 2 auf Platz 2 hinter Rast (Audi) in der Meisterschaft liegt.

Philipp Eng Misano ©BMW

Mit 83 Punkten ist Eng schärfster Verfolger von Rast. Eng weiß ganz genau, dass der Weg zum Titelgewinn nur über Konstanz mit Punktesammlungen führt. Kommendes Wochenende gibt es das Saisonhighlight für Eng: Das weltberühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

„Le Mans ist natürlich der Klassiker schlechthin“, so Eng. „Es ist mitunter, in meinen Augen, das größte Autorennen der Welt. Nach unserem großen Triumph in Daytona wäre es eine unglaublich schöne Geschichte, mit BMW in Le Mans zu gewinnen. Das wäre natürlich ein Wahnsinnshighlight, nicht nur in meinem Jahr 2019, sondern überhaupt in meiner Karriere, und dann auch noch gemeinsam mit BMW. Ich bin unglaublich froh und stolz über diese Chance. Ich freue mich schon sehr auf die gesamte Rennwoche in Le Mans“, sagt  Eng, der in 2019 bisher ein außergewöhnliches Rennsportjahr erlebt.

Zurück nach Misano. Insgesamt schafften vier BMW Fahrer den Sprung in die Top-10. Joel Eriksson belegte die sechste Position. Bruno Spengler beendete das Rennen auf dem achten Rang. Sheldon van der Linde wurde Neunter.

Kein Glück brachte das Jubiläumsrennen für Wittmann und Timo Glock: Beide Fahrer bestritten am Sonntag das jeweils 100. DTM-Rennen ihrer Karriere. Beim Saisonauftakt 2013 in Hockenheim hatten beide BMW Piloten gemeinsam ihr Debüt in der Tourenwagenserie gegeben. Sie waren damit sowohl im BMW M3 DTM als auch im BMW M4 DTM unterwegs.

Wittmann hat seither 13 Siege sowie zwölf Polepositions und zwei DTM-Fahrertitel gefeiert. Glock erzielte bis dato fünf Polepositions und stand fünf Mal auf der obersten Stufe des Podests. Sowohl für Wittmann als auch für Glock war das Jubiläumsrennen jedoch frühzeitig beendet. Wittmann schied nach einer Kollision in Runde eins unverschuldet aus. Glock musste sein Arbeitsgerät mit technischen Problemen frühzeitig abstellen.

„Wir hatten von Anfang an Probleme“, so Glock. „Dann war auf einmal die Motorleistung weg, und wir haben es versucht, zu reparieren. Das hat auch geklappt, aber es hat mich auch weit zurückgeworfen. Ich wollte aber einfach schauen, ob es funktioniert. Aber dann hat das Auto angefangen, im zweiten Gang in den ersten zurückzuschalten. Von da an war es vorbei. Jetzt hilft wohl nur noch ein kaltes Bier am Strand“, meinte der Jubilar.

Hier weitere Reaktionen aus Misano:

Rudolf Dittrich (Leiter BMW Motorsport Fahrzeugentwicklung):
„In Summe war es ein Wochenende mit viel Licht und Schatten. Das absolute Highlight war natürlich der Triumph von Marco Wittmann im Samstagslauf, als er vom letzten Startplatz zu einer Aufholjagd ansetzte, die in einem sensationellen Sieg gipfelte.

Und auch der starke Auftritt von Philipp Eng am Sonntag mit sehenswerten Überholmanövern und einem tollen Reifenmanagement war Werbung für die DTM. Aber wir hatten in Misano auch mit Problemen zu kämpfen. Unsere Performance in beiden Qualifyings war nicht optimal.

Zudem sind Wittmann und Timo Glock in ihren 100. DTM-Rennen am Sonntag viel zu früh ausgeschieden. Marco wurde in der Frühphase unnötig abgeräumt und aus dem Rennen genommen. Timo musste früh mit technischen Problemen in die Box. Wir hätten uns für die beiden einen anderen Ausgang ihres Jubiläumsrennen gewünscht. Insgesamt haben wir am Samstag aber fünf und Sonntag vier Autos in die Top-10 gebracht, das ist ein respektables Ergebnis. Glückwunsch an Nico Müller und Audi zum Sieg.“

Bart Mampaey (Teamchef BMW Team RBM):
„Es war ein aufregendes Rennen – das erste im Trockenen ohne Safety Car. Aufgrund unserer Grid-Positionen hätte man nicht unbedingt erwartet, dass wir im Rennen so einen Sprung nach vorne machen. Daher bin ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis, dem Podesterfolg für Phillip Eng und guten Punkten für die Meisterschaft.

Joel Eriksson hat sich ebenfalls vorgearbeitet und kam als Sechster ins Ziel. Sheldon van der Linde war auf einem superlangen Stint und hat es auch in die Punkte geschafft. Gut gemacht, Jungs!“

Joel Eriksson:
„Es war ein ziemlich gutes Rennen. Am Anfang hatten wir etwas zu kämpfen. Deshalb haben wir die Reifen gewechselt. Nach dem Boxenstopp hatten wir zwar nach wie vor ein paar Schwierigkeiten mit den Reifen, aber ich habe es geschafft, das im Blick zu behalten.

In der letzten Runde ist mir dann noch ein gutes Manöver gelungen, sodass ich an Jonathan Aberdein vorbeigehen konnte. Insgesamt sind es gute Punkte für BMW, und nun freue ich mich auf das nächste Rennwochenende.“

Sheldon van der Linde:
„Ich bin zufriedener als gestern, auch wenn das Ergebnis das nicht ganz widerspiegelt. Die Pace war heute richtig gut. Wir haben früh gestoppt, ich habe dann bis zum Schluss gekämpft und die anderen versucht, hinter mir zu halten. Nach Platz neun gestern und heute noch einmal bin ich zufrieden.“

Stefan Reinhold (Teamchef BMW Team RMG):
„Heute hat sich das Glück von gestern wieder ins Gegenteil verkehrt. Bei Timo Glock hatten wir technische Probleme am Auto. Was mit Marco Wittmann passiert ist, hat man gesehen. Ich denke, er wäre sicher auf das Podium gefahren.

Mit einem so unnötigen Unfall kann man natürlich kein Rennen bestreiten. Bruno Spengler haben wir im Rennen nach vorne gebracht, darüber sind wir natürlich glücklich. Das Team hat am Wochenende wieder einen super Job gemacht.“

Bruno Spengler:
„Von Platz 13 auf acht – ohne besondere Vorkommnisse wie ein Safety Car – war richtig gut. Noch mehr herauszuholen, war schwer möglich. Ich wurde zwischenzeitlich ein wenig von Mike Rockenfeller geblockt. Das hat mich etwas Zeit gekostet.

Platz sieben oder sechs wäre vielleicht möglich gewesen. Aber so ist das. Wir hatten heute Morgen im Qualifying ein paar Schwierigkeiten. Das müssen wir analysieren und für das nächste Mal verbessern. Wenn es uns dann gelingt, weiter vorne zu stehen, sieht es wahrscheinlich noch einmal anders aus.“

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