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FE: Casino Royal beim Monaco E-Prix: Audi-Team heiß auf Sieg im Fürstentum

Lucas di Grassi ©Twitter,Lucas di Grassi

Im Spielcasino von Monte-Carlo alles auf Rot oder Schwarz zu setzen und zu gewinnen, ist relativ einfach. Den Sieg beim Monaco E-Prix davonzutragen ungleich schwieriger. 22 E-Prix-Piloten haben am kommenden Wochenende das besondere Ziel, im Fürstentum Monaco ganz oben auf dem Siegerpodest zu stehen. Da schmeckt der Sieges-Champagner besonders gut.

Mittendrin, statt nur dabei: Das deutsche Team Audi Sport ABT Schaeffler mit ihren beiden Titelkandidaten Daniel Abt und Lucas di Grassi, die die Marke von 40 Podiumsplätzen für ihr Team knacken wollen.

Acht Rennen, acht Sieger und noch immer nicht die kleinste Vorentscheidung im Titelkampf: Die Formel E bietet in ihrer fünften Saison Dramatik pur.

Formula E, Monaco E-Prix 2019 (c)Audi

 „Ich bin immer wieder erstaunt, wie eng die Formel E in dieser Saison ist, wie schwer es ist, auf dem Podium zu stehen, und wie viele Teams und Fahrer um Siege und den Titel kämpfen“, sagt Teamchef Allan McNish, der genau wie Lucas di Grassi im Fürstentum lebt und den Aufbau der temporären Strecke tagtäglich mitbekommt.

„Es ist schön zu sehen, wie die Spannung in der ganzen Stadt steigt. Auch örtliche Schulen engagieren sich und bringen damit schon die nächste Generation mit der Formel E in Kontakt.“ Aus sportlicher Sicht zählt für McNish vor allem das Qualifying. „Überholen ist besonders hier in Monaco schwierig, deshalb wollen wir uns eine gute Startposition schaffen. Daniel, Lucas und das ganze Team freuen sich auf Samstag.“

Das Rennen in Monaco wechselt sich mit dem historischen Grand Prix ab und gehört alle zwei Jahre zum Kalender. Wie in der ersten und dritten Saison nutzt die Formel E eine kurze Variante der Formel-1-Strecke, die sowohl den Bogen um das Casino als auch den Tunnel auslässt.

Stattdessen führt der Kurs hinter der ersten Kurve Sainte Dévote runter zum Hafen und mit einer Spitzkehre zurück auf die bekannte Streckenführung entlang der Luxusjachten. Mit 1,765 Kilometern ist der Kurs der kürzeste im Formel-E-Kalender.

Bei beiden bisherigen Rennen stand Lucas di Grassi als Zweiter auf dem Podium – oder besser: in die königliche Loge. Vielleicht liegt das am Heimvorteil: Von der Haustür des Brasilianers, der mit seiner Frau Bianca und Sohn Leonardo im Fürstentum lebt, bis zu seinem Rennauto in der Box sind es gerade einmal 350 Meter.

„Nicht nur deshalb hat Monaco für mich ein ganz besonderes Flair“, sagt Lucas di Grassi. „Die neue Boxenanlage direkt am Hafen, die Strecke entlang vieler Orte, die für mich zum täglichen Leben gehören, und jede Menge Freunde machen dieses Rennen einzigartig.“

Sportlich hat der Brasilianer klare Ziele: „Die Meisterschaft ist völlig offen. Mit meinem vierten Platz in Paris habe ich mir eine gute Ausgangsposition verschafft, um anzugreifen. Wir haben das Team und das Auto, um in Monaco zu gewinnen.“

Teamkollege Daniel Abt feierte in Frankreichs Hauptstadt zum zweiten Mal auf dem Podium und liegt damit weiter in Schlagdistanz zur Tabellenspitze.

„Dieses Momentum aus Paris möchte ich jetzt mit nach Monaco nehmen und dort einen sauberen Renntag erwischen. Das Ziel ist eindeutig, das Rennen zu gewinnen“, sagt Daniel Abt, der vor seiner Formel-E-Karriere schon mit der GP2- und der GP3-Serie in Monaco fuhr und dabei auch auf dem Podium stand. „Monaco gehört für mich zu den Höhepunkten im Kalender. Ich mag die Strecke und das besondere Flair.“

Apropos Daniel Abt: bevor der Allgäuer ins Fürstentum Monaco reist, unterstützte der 26-Jährige am Wochenende das Audi-Team Abt Sportsline beim DTM-Saisonauftakt in Hockenheim, wo er gemeinsam mit Ex-DTM-Champion Mattias Ekström am Grid seinen Spaß hatte.

Besonders für die beiden Abt-Piloten Nico Müller und Robin Frijns drückte Abt die Daumen. Es hat offensichtlich geholfen: Müller, der bei Audi auch Ersatzpilot in der Formel E ist, belegte im Sonntagsrennen einen hervorragenden zweiten Platz. Frijns eroberte gleich zweimal einen Podestplatz mit Platz 3.

Spaß gab es auch am Sonntag in München für den Bayer, als der deutsche Formel-E-Star am Steuer eines Catcher Cars im Rahmen des Wohltätigkeitslaufs ‚ Wings for Life World Run‘ saß. Abt mußte sich mit Geschwindigkeiten zwischen 15 und 34 km/h zufriedengeben, schneller lief das Catcher Car bei der Jagd auf die Lauf-Teilnehmer nicht.

Neben dem Werksteam Audi Sport ABT Schaeffler ist auch das Kundenteam Envision Virgin Racing mit Sam Bird und Robin Frijns mit dem von Audi und Technologiepartner Schaeffler entwickelten e-tron FE05 unterwegs. Die britische Mannschaft liegt in der Teamwertung auf dem zweiten Platz, Frijns führt nach seinem ersten Sieg in Paris die Fahrerwertung an.

Besonders der Niederländer Frijns ist derzeit in bestechender Form. Nach seinem Premierensieg in Paris, feierte der Formel-E-Tabellenführer beim DTM-Saisonauftakt in Hockenheim mit dem Abt-Team zweimal Podestplätze (Platz 3) und nimmt viel Schwung und Selbstvertrauen mit nach Monaco.

„Das Qualifying wird in Monaco extrem wichtig werden. Raushalten aus dem ganzen Verkehr und viele Punkte sammeln“, so Frijns, der seinen knappen Vorsprung von einem Punkt auf den Deutschen Andre Lotterer (DS Techeetah) verteidigen muss.

Monaco E-Prix im TV:

Der neunte Saisonlauf der Formel E startet in Paris am Samstag um 16:30 Uhr Ortszeit und führt wie gewohnt über 45 Minuten plus eine Runde. Zum ersten Mal in dieser Saison zeigt die ARD ein Rennen live: Die Übertragung aus dem Fürstentum im Ersten beginnt pünktlich zum Rennstart um 16:30 Uhr. Wie immer zeigt auch Eurosport das Rennen live.

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