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FE: Venturi mausert sich zum Topteam: Edo Mortara feiert Premierensieg

Edo Mortara,2019 Hong Kong E-prix (c)FiaFormulaE

Es ist das Überraschungsteam der bisherigen Formel-E-Saison: Venturi

Das monegassische Team feierte beim Hongkong E-Prix ihren Premierensieg, ausgerechnet beim 50. Rennen der Formel E. Das Jubiläumsrennen der Formel E war gleichzeitig die Sternstunde für Edo Mortara, der seinen ersten Formel-E-Sieg erreichte.

Das Ergebnis heute ist fantastisch!“, jubelte Mortara bis über beide Ohren. „Platz 4 in Santiago, Platz 3 in Mexiko, und jetzt mein erster Sieg in Hongkong – ich bin so stolz. Zu erfahren, dass ich gewonnen habe, ist ein unbeschreibliches Gefühl“, so Mortara.

„Das Rennen war großartig, und ich hatte ein wunderbares Wochenende“, sagte der 32-Jährige. „Rennen in Asien haben mir schon immer viel Glück gebracht. Ich bin wirklich überglücklich und könnte nicht glücklicher sein. Das Team hat brillante Arbeit geleistet. Dieses Ergebnis ist ein Tribut an ihre harte Arbeit.

Wir haben die Saison mit großem Rückstand begonnen, aber die Jungs machen einen so tollen Job und verbessern sich von Rennen zu Rennen. Dieses Ergebnis widme ich ihnen – ich weiß, dass es sie noch mehr motivieren wird.

Ich kann es kaum erwarten, wieder auf die Strecke zu gehen“, konnte Mortara sein Glück kaum fassen, der übrigens seinen Rückflug aus Hongkong extra verschob, um mit dem Team den Premierensieg ausgelassen zu feiern.

Wer sich noch erinnert: An gleicher Stelle feierte Mortara in der Saison 2017/2018 seine Formel-E-Premiere in Hongkong und warf damals einen möglichen Sieg ohne Not weg.

Drei Runden vor Schluss drehte sich Mortara als Führender unbedrängt fiel durch das Malheur noch auf Platz 3 zurück. Mortara wollte als Formel-E-Rookie zu viel, weil er sich auch die Punkte für die schnellste Rennrunde sichern wollte. Doch der Venturi-Pilot hat aus seinen Fehlern schnell gelernt.

Einen gehörigen Anteil an den Erfolg hat der deutsche Technologiekonzern ZF. Seit der Saison 2016/2017 unterstützt ZF das monegassische Venturi Formula E Team in der Formel E als offizieller Technologiepartner. Im Rahmen der Partnerschaft hat ZF einen komplett neuen Antriebsstrang entwickelt, der neben dem Elektromotor und Inverter sowohl eine Leistungselektronik als auch ein Getriebe umfasst.

Die über zweijährige Entwicklungszeit für den Antriebsstrang zahlt sich jetzt für ZF und ihren Partner aus. Auch HWA bezieht als Kundenteam von Venturi den Antriebsstrang aus deutscher Schmiede.

Mortaras Teamkollege Massa hatte das Glück des Tüchtigen. Der ehemalige Formel1-Star wurde in der Anfangsphase im Getümmel am Heck getroffen, die Radaufhängung stark beschädift. Das Aus drohte. Doch der Rennabbruch nach Unfall von Dragon-Pilot Nasr mit den beiden Mahindra-Piloten Pascal Wehrlein und Jerome d’Ambrosio rettete Massa.

„Das war schon wieder so ein actiongeladenes Rennen, in dem extrem viel passiert ist“, so Massa. „Zuallererst freue ich mich riesig für das Team – Edos Ergebnis ist unglaublich.

Ich hatte einen fantastischen Start und konnte zwei Positionen gutmachen, bevor ich bei einem Rennunfall mehrere Positionen verlor, und das Heck meines Autos beschädigt wurde. Glücklicherweise konnten wir das Problem mit der Radaufhängung während der Rennunterbrechung beheben“, erklärte Massa weiter.

„Meine Mechaniker haben einen großartigen Job gemacht, alles so in Windeseile zu reparieren. Nach dem Re-Start war mein Rennen super. Ich habe zu Beginn Energie sparen und dann mit einer großartigen Pace mehrere Kontrahenten überholen können.

Platz 5 ist mein bislang bestes Ergebnis, aber es hätte auch noch besser für mich laufen können. Ich freue mich jedenfalls für mein Team – unser erster Sieg, und wieder mit beiden Autos in den Punkten. Da gehören wir hin!“, resümierte der Brasilianer.

Venturis Teamchefin Susie Wolff war ganz aus dem Häuschen. „Unser erster Rennsieg ist ein wirklich wichtiger Meilenstein für unser Team. Unser Präsident, Gildo Pastor, hat uns sehr viel Vertrauen entgegengebracht. Diesen Sieg für ihn errungen zu haben, ist für uns alle ein stolzer Moment“, sagte Wolff.

Susie Wolff, Venturi (c)FiaFormulaE2018 Santiago E-prix

„Beide Fahrer haben an diesem Wochenende einen tollen Job gemacht, und das Team hat alle Chancen des Rennens genutzt. Wir hatten wirklich Glück, dass wir die rote Flagge hatten, sodass wir Felipe’s Auto wieder reparieren konnten. Er dankte es uns mit Platz 5.

Wir haben an diesem Wochenende definitiv vom Pech anderer profitiert, aber das ist Rennsport. Er kann brutal sein und wir hatten in dieser Saison schon viele schwierige Momente. Heute ist ein ganz besonderer Tag – ich werde Hongkong als eine sehr glückliche Teamchefin verlassen“, strahlte eine überglückliche Wolff.

In der Meisterschaft kämpft Mortara um den Titel. Der Italo-Schweizer liegt mit 52 Punkten punkgleich mit Audi-Pilot Lucas di Grassi auf Platz 3, nur 2 Zähler hinter dem Führenden Bird. Massa belegt Platz 14.

In der Teamwertung hat das Venturi-Team sogar BMW überholt und belegt Platz 4. Langsam aber sicher mausert sich Venturi zum Topteam, dank deutscher Technologie.

 

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