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DTM: Philipp Eng gewinnt mit BMW Daytona 24h, Sieg Charly Lamm gewidmet

 Daytona, 27th January, IMSA WeatherTech Sportscar Championship 2019, Rolex 24 at Daytona, Daytona International Speedway, Daytona, FL (USA). Winner GTLM class Connor De Phillippi (USA), Augusto Farfus (BRA), Philipp Eng (AUT),Colton Herta (USA), BMW M8 GTE #25, BMW Team RLL (c)BMW

Sieg für DTM-Pilot Philipp Eng. Das BMW-Team RLL hat den Sieg beim 24-Stunden-Rennen von Daytona in Florida  gefeiert. Als der erste Lauf der IMSA WeatherTech SportsCar Championship kurz vor dem Ende zum zweiten Mal wegen schwerer Regenfälle abgebrochen wurde, lag der BMW M8 GTE mit der Startnummer 25 und den Fahrern Philipp Eng, Augusto Farfus, Connor De Phillippi und Colton Herta in der GTLM-Klasse an der Spitze.

Das Rennen wurde nicht wieder aufgenommen, so ging der Sieg an das BMW-Quartett. Das Schwesterauto mit der Nummer 24 stand wegen des Starts von Alessandro Zanardi im Mittelpunkt des Interesses beim Langstreckenklassiker in Florida. Gemeinsam mit seinen Fahrerkollegen John Edwards, Jesse Krohn und Chaz Mostert erlebte der Italiener ein schwieriges Rennen. Das Quartett kam schließlich auf den neunten Rang.

Überschattet wurde das Rennwochenende von der Nachricht des plötzlichen Todes des langjährigen Schnitzer-Teamchefs Charly Lamm. In Gedenken an Charly fuhr das BMW Team RLL in Daytona mit der Aufschrift „Godspeed, Charly“ – „Gute Reise, Charly“ – auf dem Heck der beiden BMW M8 GTE.

Der ehemalige DTM-Pilot Augusto Farfus, der den letzten gemeinsamen Sieg mit Charly Lamm beim GT-Weltcup in Macau im November feierte, war überwältigt: „Dieser Sieg ist magisch und hat für mich eine ganz besondere Bedeutung. Ich habe vor wenigen Tagen eine sehr wichtige Person in meinem Leben verloren. Ich bin sicher, dass mich Charly auf dem Weg zu diesem Erfolg begleitet hat, deshalb gehört der Sieg ihm. Jetzt werden wir feiern.“

DTM-Pilot Philipp Eng, der unter Teamchef Lamm im ADAC GT Masters 2017 fuhr, sagte: „Die Spannung in den letzten Stunden war kaum auszuhalten. Wir haben über 24 Stunden keine Fehler gemacht – und das ist das Ergebnis. Bereits im Trockenen konnten wir vom Speed her mitgehen. Was Augusto dann aber im Regen abgeliefert hat, ist unbeschreiblich. Es war ein Genuss, ihm zuzusehen, und ich bin stolz, so einen Teamkollegen zu haben. Dieser Sieg gehört Charly.“

Hinter Eng und Farfus kam der ehemalige Audi-DTM-Pilot Miguel Molina im Ferrari auf Platz 2, der aktuelle Audi-DTM-Pilot Mike Rockenfeller gab für Corvette Gas und belegte Platz 6. Audi-Kollege Loic Duval fuhr in der DPi-Klasse (Daytona Prototype International) und kam im Nissan auf Platz 4. Der Sieg ging an den Ex-Formel1-Weltmeister Fernando Alonso. DTM-Champion Rene Rast erreichte im Mazda nicht das Ziel und schied aus.

Für den BMW M8 GTE ist es der dritte GTLM-Sieg in der IMSA-Serie.  Das Quartett De Phillippi, Farfus, Eng und IMSA-Debütant Herta erlebten ein weitgehend problemloses Rennen. Herta gelang im 64. Umlauf in 1:42,908 Minuten die insgesamt schnellste GTLM-Rundenzeit. In der Nacht setzten heftige Regenfälle ein, die Bedingungen auf der Strecke verschlechterten sich von Runde zu Runde.

Gut sieben Stunden vor Schluss entschied die Rennleitung zum ersten Mal, die 24 Stunden von Daytona aus Sicherheitsgründen mit roter Flagge zu unterbrechen. Knapp zwei Stunden später wurde das Rennen unter gelben Flaggen wieder aufgenommen. Insgesamt wurden die 24 Stunden 17 Mal durch Gelbphasen unterbrochen.

Als wieder frei gefahren werden konnte, bewiesen die BMW Fahrer gute Nerven, leisteten sich keine Fehler und setzten sich in der Spitzengruppe fest. Eine Runde vor dem zweiten Abbruch des Rennens übernahm Ex-DTM-Pilot Farfus die GTLM-Führung, die letztlich gleichbedeutend mit dem Sieg sein sollte.

Zanardi und seine Teamkollegen lagen zum Zeitpunkt des ersten Rennabbruchs nach mehreren Reparaturstopps mit der Startnummer 24 schon viele Runden hinter der GTLM-Spitze. Als Zanardi, der bei einem Unfall 2001 beide Beine verloren hatte, für seinen ersten Stint auf die Strecke ging, gab es Probleme beim notwendigen Wechsel des Lenkrads.

Das Auto wurde genau in dem Moment heruntergelassen, als der BMW Werksfahrer das Lenkrad auf die Lenksäule stecken wollte. Der harte Schlag sorgte dafür, dass er das Lenkrad nicht korrekt aufsetzen konnte. Dabei wurde die Lenksäule beschädigt und musste anschließend lange repariert werden. Diese Zufallskonstellation war bei keinem der unzähligen Testläufe aufgetreten.

Im weiteren Rennverlauf fiel der BMW M8 GTE aufgrund von weiteren kleineren Zwischenfällen noch weiter zurück. Aufgeben war jedoch für Zanardi und seine Fahrerkollegen keine Option. Der Auftritt des ehemaligen ChampCar-Meisters sorgte in Daytona trotz des fehlenden Rennglücks für Begeisterung – ganz gleich, ob bei Fahrern, Teams oder Fans.

Jens Marquardt,BMW Motorsport-Direktor, sagte: „Was für ein Rennen, was für ein emotionaler Triumph – und das in diesen für die ganze BMW Motorsport-Familie schwierigen Tagen. Nach so turbulenten und unberechenbaren 24 Stunden unter schwierigsten Bedingungen hier in Daytona ganz oben zu stehen, das ist einfach fantastisch.

Herzlichen Glückwunsch an Connor De Phillippi, Augusto Farfus, Philipp Eng, Colton Herta und das ganze BMW Team RLL. Glückwunsch auch an unsere Mannschaft in München, die den BMW M8 GTE zu einem echten Siegertypen geformt hat. Wir können sehr stolz auf diesen Triumph sein. Obwohl die Fahrer im Auto mit der Nummer 24 nach viel Pech im Rennen nicht über Platz neun hinauskamen, haben sie gemeinsam BMW Motorsport Geschichte geschrieben. Der Auftritt von Alessandro Zanardi hat die Rennsport-Familie weit über Daytona hinaus elektrisiert.

Gemeinsam mit Jesse Krohn, John Edwards und Chaz Mostert hat Alex gekämpft wie ein Löwe und sich auch von Rückschlägen im Rennen nicht entmutigen lassen. Genau das macht ihn aus, dafür lieben ihn die Fans. Auch Alex und seine Fahrerkollegen können sich nach diesem Rennen als Sieger fühlen. Diese Erfolg widmen wir Charly Lamm. Sein Verlust schmerzt auch heute noch genauso wie am Donnerstag, als wir die Nachricht von seinem Tod erhalten haben. Er hätte gewollt, dass wir hier für ihn bis zur letzten Runde kämpfen. Das haben wir getan – und für ihn gewonnen.“

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