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DTM: Audi und BMW testeten in Jerez für 2019

Jerez (E) 10. Dezember 2018. BMW M Motorsport, Young Driver Testing (c)BMW

Im Rahmen des DTM Young Driver Tests in Jerez de la Frontera boten BMW und Audi in dieser Woche insgesamt vier bzw. sieben Fahrern die Möglichkeit, ausgiebige Erfahrungen am Steuer des BMW M4 DTM zu sammeln – und sich möglicherweise für die Saison 2019 DTM-Cockpit zu empfehlen.

Dies waren der bisherige BMW Motorsport Junior und künftige BMW Werksfahrer Mikkel Jensen, BMW Werksfahrer Nick Catsburg, der Brite Nick Yelloly sowie der Südafrikaner Sheldon van der Linde auf Seiten des Münchner Herstellers, bei Audi teilten sich Jonathan Aberdein, Andreas Bakkerud, Mattia Drudi, Sacha Fenestraz, Sergey Sirotkin, Benoît Tréluyer und Frédéric Vervisch die Zeit im Cockpit von insgesamt zwei RS 5 DTM.

Die vier Piloten für BMW gingen in Jerez de la Frontera mit dem BMW M4 DTM aus der Saison 2018 auf die Strecke. Die Referenzrunden absolvierte BMW-DTM-Stammpilot Philipp Eng. Zudem nutzte BMW den dreitägigen Test, um die Entwicklungsarbeit am nach Class-1-Reglement modifizierten BMW M4 DTM für die Saison 2019 fortzusetzen. Dabei wechselten sich bei beiden BMW DTM-Fahrer Marco Wittmann und Bruno Spengler im Cockpit des von einem neu entwickelten Turbomotor angetriebenen Rennfahrzeugs ab.

Die DTM-Mannschaft vom Audi Sport Team Rosberg und das Audi-DTM-Kundenteam WRT setzten dabei jeweils einen der DTM-Tourenwagen von Audi mit V8-Saugmotor ein. Wertvolle Tipps erhielten die Rennfahrer von Jamie Green. Der Brite war als Referenzfahrer für Audi Sport im Einsatz und läutete am Montag die Testfahrten ein.

Hier die ersten Eindrücke der BMW-Piloten:

Mikkel Jensen: „Ich kenne den BMW M4 DTM als Race Taxi, aber mit dem richtigen Rennwagen in einem Test auf die Strecke zu gehen, ist noch einmal etwas ganz anderes. Man denkt, dass man seine Erfahrung aus dem Renntaxi nutzen kann, aber man muss mit dem Auto anders ans Limit gehen.

Um schnell zu sein, musst du an deinem Fahrstil feilen, und in jeder Kurve kannst du noch die eine oder andere Kleinigkeit finden. Das war wirklich interessant. Die Karbon-Bremsen sind sensationell, sie beißen richtig zu. Es war fantastisch zu spüren, wie das Auto verzögert. Und die Highspeed-Kurven: Wenn du GT-Autos gewohnt bist, denkst du, du sitzt in einem ähnlichen Fahrzeug. Aber der BMW M4 DTM ist in den Kurven einfach so viel schneller.“

Nick Catsburg: „Es hat riesigen Spaß gemacht. Der große Unterschied zum BMW M8 GTE und zum BMW M6 GT3, die ich normalerweise fahre, ist das hohe Tempo in den Kurven. Der Abtrieb ist wesentlich höher, und an das Bremsen musste ich mich erst gewöhnen. Der BMW M4 DTM ist ein sehr beeindruckendes Fahrzeug und so, wie ich es erwartet hatte, nachdem ich vorher schon gehört hatte, dass es ein wirklich tolles Auto ist. Und das stimmt wirklich: ein echt tolles Rennfahrzeug.“

Nick Yelloly: „Es war toll, mit dem BMW M4 DTM auf die Strecke zu gehen, es hat mir sehr großen Spaß gemacht. Ich möchte BMW dafür danken, dass mir diese Gelegenheit geboten wurde. Wenn man das Gewicht des Fahrzeugs bedenkt, dann ist das hohe Tempo, das man in den Kurven gehen kann, fantastisch.

Da ich bereits Rennwagen mit viel Abtrieb gefahren bin, wusste ich in etwa, was ich erwarten kann. Aber dennoch hat mich der BMW M4 DTM mehr als beeindruckt.“

Sheldon van der Linde: „Es war ein fantastisches Erlebnis. Ein DTM-Fahrzeug ist etwas ganz anderes als das, was ich gewohnt bin. Ich bin bisher nur GT3 gefahren, von daher war die Umstellung am Anfang schon groß. Aber die Ingenieure und alle haben mir sehr geholfen, und auch Philipp hat mir einige Tipps gegeben.

Was mir am BMW M4 DTM am meisten gefallen hat, ist die Downforce. Sie ist unglaublich, und es ist großartig, mit welchem Tempo man die Kurven anfahren kann.“

Marco Wittmann: „Bei den Tests lautet unsere Aufgabe, die Entwicklung des neuen Autos voranzubringen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem neuen Turbomotor: Es gilt, diesen von Test zu Test besser zu verstehen und zu optimieren. Dazu haben wir die drei Tage in Jerez intensiv genutzt.

Natürlich liegt noch viel Arbeit vor den Ingenieuren, den Teams und uns Fahrern, um gut gerüstet in die neue Saison zu gehen. Schließlich beginnt in der DTM eine neue Ära. Doch wir sind alle begeistert und freuen uns schon sehr darauf. Denn mehr Leistung ist für uns als Fahrer immer cool.

Der Test in Jerez war ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung der neuen Saison, und jetzt haben wir uns alle – die Fahrer, die Mechaniker, die Ingenieure – Weihnachten verdient. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünsche ich auch den Fans, die sich jetzt schon auf eine spannende DTM-Saison 2019 freuen können.“

Bruno Spengler: „Wir kommen in der Arbeit mit dem BMW M4 DTM für die kommende Saison gut voran. Die Bedingungen waren konstant, wir konnten viele Runden fahren und sind gut durch unser geplantes Programm gekommen. Das ist sehr wichtig, da wir ja nur beschränkt Testtage zur Verfügung haben.

Es war ein produktiver Test, und nun freue ich mich auf ein paar ruhige Tage ‚zwischen den Jahren’ mit meiner Familie. Ich wünsche dem gesamten Team und allen Fans, die uns das ganze Jahr über unterstützen, frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.“

Audi RS 5 DTM (2018) (c)Audi

Parallel setzten Mike Rockenfeller und Nico Müller mit einem Testträger des neuen Audi RS 5 DTM in Jerez die Arbeit für die Saison 2019 fort. Rockenfeller übernahm am Montag und Dienstag die Testarbeit im rund 600 PS starken DTM-Boliden mit dem neuen Zweiliter-Vierzylinder-Turbomotor. Der ehemalige DTM-Champion spulte auf dem 4,428 Kilometer langen MotoGP-Kurs insgesamt 211 Runden ab. Am Mittwoch übernahm der Schweizer Audi-DTM-Pilot Nico Müller das Cockpit und absolvierte mit 118 gefahrenen Runden ebenfalls eine beachtliche Tagesdistanz.

„Es war erneut ein sehr guter Test für Audi Sport hier in Jerez“, sagte Projektleiter Andreas Roos. „Die sieben Fahrer auf unserem Audi RS 5 DTM haben allesamt einen sehr guten Job gemacht. Mich hat besonders gefreut, wie hellauf begeistert sich die Piloten hinterher von unserem Auto gezeigt haben.

Auch jemand wie Sergey (Sirotkin), der schon in der Formel 1 gefahren ist, hat hinterher ein Grinsen im Gesicht gehabt. Auch mit unserem Testträger konnten wir sehr viele Punkte unseres Testprogramms abhaken. An den drei Tagen sind wir insgesamt 1.457 Kilometer gefahren und das weitestgehend ohne Probleme. Nun werden wir die doch lange Winterpause nutzen, um die Daten auszuwerten, bis wir im März für den nächsten offiziellen DTM-Test wieder nach Jerez zurückkehren.“

Hier die weiteren Stimmen der Audi-Piloten:

Jonathan Aberdein (220 gefahrene Runden):
„Den Audi RS 5 DTM auf der Rennstrecke zu fahren hat sehr viel Laune gemacht. Ich bin einfach dankbar, dass ich das Auto hier in Jerez testen konnte. Die Tage vergingen wirklich wie im Flug. Ich fand erstaunlich, wie viel Performance das Auto angesichts seiner Größe an den Tag legt.

Ich bin sonst nur Formelautos gefahren, die zum einen kein Dach und schon gar nicht so ein großes Cockpit haben. Der Blick raus auf die Rennstrecke war daher anfangs ungewohnt.“

Andreas Bakkerud (59 Runden):
„Für mich als Rallycross-Fahrer ein komplett neues Kapitel. Letzte Woche konnte ich mich schon ein wenig im Simulator beim Team Rosberg auf den Test vorbereiten. Den RS 5 DTM dann hier auf der Rennstrecke zu fahren war natürlich noch um einiges beeindruckender.

Ich konnte kaum glauben, wie spät man mit den DTM-Autos bremsen kann. Jamie (Green) und René (Rast) haben mir da wertvolle Tipps gegeben. Danke an (Audi-Motorsportchef) Dieter Gass, Audi Sport und das gesamte Testteam für die geniale Erfahrung.“

Mattia Drudi (50 Runden):
„Die DTM ist für mich das höchste Level im Tourenwagensport. Die Chance den Audi RS 5 DTM zu testen war der bislang bedeutendste Moment in meiner Karriere. Ehrlich gesagt war ich anfangs etwas eingeschüchtert von der Teamgröße, doch dann schnell begeistert in so einem professionellen Umfeld zu arbeiten.

Die ersten drei, vier Runden konnte ich gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Diese Power, wenn man aufs Gaspedal tritt, und die Kurvengeschwindigkeiten – ein ganz besonderes Erlebnis.“

Sacha Fenestraz (57 Runden):
„Ich hätte nicht erwartet, dass die DTM-Rennautos so unglaublich schnell sind. Meine Stints liefen richtig gut. Bis auf den Ausrutscher kurz vor Testende, als ich von der Strecke abgekommen und eingeschlagen bin.

Mir ist nichts passiert, aber natürlich war es mir unangenehm, dass das Auto dabei beschädigt wurde. Nichtsdestotrotz war es eine einmalige Erfahrung für mich.“

Sergey Sirotkin (91 Runden):
„Als Kind habe ich schon die DTM verfolgt. Daher war die Vorfreude auf den Test riesig. Selbst in einem RS 5 DTM Platz nehmen zu dürfen war einmalig. Aber auch ganz schön tricky. Bis zum Ende meines Stints hatte ich noch nicht ganz das perfekte Gefühl für das Auto gefunden. Bisher bin ich noch kein Rennauto gefahren, das dem RS 5 DTM nahekommt – am ehesten in der Formel 3.

Die Ingenieure und die Mechaniker haben mich bestmöglich unterstützt und haben mir die Eingewöhnungszeit so gut wie möglich verkürzt – vielen Dank noch mal an alle.“

Benoît Tréluyer (70 Runden):
„Der Test hier in Jerez hat mich an meine Zeit in der Super GT erinnert und auch an die LMP-Prototypen. Viel Abtrieb und hoher Speed in den Kurven. Bei Taxifahrten bin ich schon einmal den RS 5 DTM gefahren, aber das ist auf keiner Ebene hiermit zu vergleichen.

Es hat wahnsinnig Spaß gemacht wieder am Setup zu tüfteln und Runde für Runde den Fahrstil zu verbessern. Ich bin es zwar nicht anders gewohnt, aber noch mal Danke an Audi Sport und Team Rosberg für die perfekte Organisation.“

Frédéric Vervisch (47 Runden):
„Es war eine lang ersehnte Premiere für mich, ich wollte schon immer mal ein DTM-Auto fahren. Von Fahrerkollegen hatte ich zuvor schon gehört, dass die Tourenwagen sehr viel Abtrieb generieren – das kann ich nun bestätigen. Für mich persönlich war das die größte Umstellung verglichen mit einem GT3-Sportwagen oder einem TCR-Fronttriebler.

Mit dem RS 5 DTM durch die Kurven zu jagen macht richtig Laune. Allerdings war es nicht einfach direkt das Limit zu finden, da man den Abtrieb im Lenkverhalten kaum wahrnimmt.“

Wer bei BMW und Audi ein freies DTM-Cockpit bekommt, ist noch nicht entschieden. Doch Hoffnung machen sie sich alle.

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