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DTM: W Series-Teilnehmerfeld nimmt Gestalt an

Carrie Schreiner (c)HWA

Beim Auftakt der DTM-Saison 2019 in Hockenheim (3.-5. Mai) feiert die neu geschaffene W Series ihre Premiere. Die Rennserie, in der ausschließlich Mädchen und junge Frauen gegeneinander antreten und gefördert werden, trägt ihre Rennen zunächst exklusiv im Rahmenprogramm der DTM aus.

In baugleichen Formel-Fahrzeugen, die von 4-Zylinder-Turbomotoren mit 1,8 Litern Hubraum angetrieben werden und den neuesten Sicherheitsanforderungen des Automobil-Weltverbands FIA entsprechen, kämpfen die jungen Fahrerinnen aus der ganzen Welt nicht nur um Pole-Positions und Siege, sondern auch um ein Preisgeld in Höhe von 1,5 Millionen US-Dollar.

Die Verantwortlichen der Rennserie haben nun eine erste Auswahl getroffen. Aus über 100 Bewerbungen wurden 55 Frauen aus 30 verschiedenen Nationen ausgewählt.

18 Damen werden dann auf dem Hockenheimring im Rahmenprogramm der DTM mit einem Tatus-T-318-Formelauto starten. „Wir sind nicht überrascht, aber dennoch überwältigt von dem Zuspruch“, sagt Geschäftsführerin Catherine Bond Muir.

Auf der Liste stehen bekannte Namen. Beitske Visser war Mitglied des Red-Bull-Juniorkaders und ist Teil des BMW-Juniorprogramms. „Beitske könnte da eine Rolle spielen. Sie macht einen super Job in allen Programmen, in denen wir sie haben fahren lassen“, sagt BMW Motorsportdirektor Jens Marquardt über die junge Niederländerin gegenüber ’speedweek.com‘. Visser fährt für BMW die offiziellen Formel-E-Testfahrten in Riad (Saudi-Arabien) am 16. Dezember.

Die erst 17 Jahre alte Ungarin Vivien Keszthelyi war bereits in diesem Jahr im Rahmenprogramm der DTM aktiv, als sie im Audi Sport Seyffarth R8 LMS Cup startete. Die Spanierin Carmen Jorda war Test- und Entwicklungsfahrerin des Formel-1-Teams Lotus. Jamie Chadwick war 2015 die erste weibliche und zudem jüngste Gewinnerin der British GT Championships in einem Aston Martin V8 GT Vantage GT4. Sowohl Jorda (Nissan e.dams) als auch Chadwick (NIO) dürfen ebenso wie Visser bei den Formel E-Testfahrten Erfahrungen in der Elektrorennserie sammeln.

Aus Deutschland sind mit Doreen Seidel, Angelique Germann, Michelle Halder, Marylin Niederhauser und Carrie Schreiner fünf Piloten in der engeren Auswahl für die W Series. Die 20 Jahre alte Schreiner fuhr zuletzt in der asiatischen Lamborghini Super Trofeo und bestreitet für HWA die Formel-E-Testfahrten in Riad. Schreiner wurde kürzlich bei HWA als Ersatzpilotin von Sophia Flörsch nachnominiert, da diese nach ihrem fatalen Crash beim Formel3-Macau-Weltfinale noch nicht starten kann.

Apropos Flörsch. Ein Fan der W Series ist sie nicht. Die 18-jährige Münchnerin, die diese Saison in der Formel-3-Europameisterschaft unterwegs war, kann der neugeschaffenen Serie nichts abgewinnen.

„Ich stimme mit den Argumenten überein – aber absolut nicht mit der Lösung. Frauen brauen langfristige Unterstützung und vertrauensvolle Partner. Ich will gegen die Besten in unserem Sport antreten. Vergleicht es bitte mit der Wirtschaft: Brauchen wir da separate Vorstände für Frauen? Nein. Falscher Weg“, sagte Flörsch via Twitter. In ihrer Kritik steht sie nicht allein.

Indy-Pilotin Pippa Mann zeigte sich gegenüber Twitter ebenso enttäuscht ob der Ankündigung. „Ein trauriger Tag für den Motorsport. Die Unterstützer würden Frauen nun separieren, statt diese zu unterstützen. Ich bin riesig enttäuscht, so einen historischen Rückschritt miterleben zu müssen”, so die Britin.

Ins gleiche Horn wie Mann stößt die Ex-DTM-Pilotin Ellen Lohr. „Es macht genau das, was es nicht machen sollte: Die Geschlechter separieren. Das macht keinen Sinn“ so Lohr. „Damit verlieren sie ein Jahr ihrer Karriere. Sie waren unter sich und hatten keinen Wettbewerb gegen Männer. Den sie aber in höheren Klassen wieder haben werden. Man kann jeder Frau, die Karriere machen will, nur davon abraten“, sagte die 53- Jährige gegenüber ’speeweek.com‘.

Trotz aller Kritik erfreut sich die Serie steigender Beliebtheit, was die Resonanz hinsichtlich der Bewerbungen betraf. Die 55 Pilotinnen haben nun zwei Monate Zeit, um sich vorzubereiten. Dann wird bei einem dreitätigen Test unter anderem von den ehemaligen DTM-Piloten David Coulthard und Ex-Formel1-Pilot Alexander Wurz aus Österreich entschieden, wer letztlich einen der begehrten 18 Plätze ergattern kann.

„Wir haben diese Serie erschaffen, um die weiblichen Talente aus der ganzen Welt mehr ins Scheinwerferlicht zu rücken. Ich kann es kaum erwarten, die Talente auf der Rennstrecke in Aktion zu erleben“, sagt Coulthard.

Quelle:dtm.com

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